Bibliografische Informationen der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über www.dnb.de abrufbar.

Bibelzitate folgen:

Lutherbibel. Standardausgabe mit Apokryphen. Revidiert 2017.

© Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2016.

Gute Nachricht Bibel mit Spätschriften. Revidierte Fassung 1997.

© Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2000.

© 2020 Wolfram Kerner

www.theologo.org

Einbandgestaltung und Fotos: TheoLogo

Herstellung und Verlag: BoD – Books on Demand GmbH, Norderstedt.

ISBN: 9783751964784

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Zur Entstehung und Idee des Buches und seiner Beiträge

Im Frühjahr 2020 erreichte die Corona-Krise auch Deutschland und brachte durch die Maßnahmen zu ihrer Eindämmung das gesamte öffentliche Leben zum Erliegen. Das führte dazu, dass auch in Kirchengemeinden keine Gottesdienste und auch sonst keine Veranstaltungen mehr stattfinden konnten. In den beiden evangelischen Kirchengemeinden Fußgönheim und Schauernheim überlegten wir mit einem Team, dass wir unsere Gemeindemitglieder auch über die Zeit des Versammlungsverbots und der Kontaktsperre mit eigens neu kreierten Publikationsformaten ermutigen und erheitern wollten: Der Pfarrer würde jeden Tag einen geistlichen Impuls mit einem humorvollem Akzent schreiben: Arbeitstitel „Alltäglicher HUMOR mit einer Prise ERNST des Lebens“. Diese Impulse sollten dann täglich zunächst über Facebook und www.theologo.org veröffentlicht werden. Jeden Freitag wurden die Beiträge dann noch einmal gesammelt und wöchentlich als doppelseitiges Extrablatt gedruckt. Dieses konnte über die Gemeindehomepage als PDF heruntergeladen werden oder wurde an Gemeindemitglieder, die keinen Internetzugang hatten, als gedrucktes Flugblatt verteilt.

Im Laufe der ersten Wochen veränderte sich dann die Idee: Während in den ersten Tagen die einzelnen Impulse noch thematisch eher unverbunden aufeinander folgten, bekam ab der dritten Woche dann jede Publikationswoche ein Thema das die einzelnen Beiträge miteinander verband. Als Wochenthema diente fortan einfach das Leitmotiv, das für den darauffolgenden Sonntag durch die Predigtordnung mit dem zugehörigen Predigttext vorgegeben war. Da zeitgleich auch noch bei Facebook die neue Gruppe „Werkstatt Theologie und Predigt“ entstand, dienten die nun von Montag bis Freitag täglich entwickelten Impulse zugleich auch als Predigtideen, die dort veröffentlicht wurden. An Sonntagen und auch sonst hin und wieder zwischendurch entstanden zusätzliche Impulse, wie sie sich aus anderen Bezügen des Alltags- und Gemeindelebens mit oder ohne Corona-Bezug ergaben.

Die Idee, für die tägliche „stille Inspiration“ nicht jeden Tag ein anderes Thema oder einen neuen Bibeltext zu wählen, stammt übrigens von Dietrich Bonhoeffer. Er praktizierte die bereits bei sich im Predigerseminar, wo man für die "Stille Zeit" nicht jeden Tag einen neuen Text las, sondern eine Woche lang denselben Text meditierte.

Für diese Buchausgabe wurden die täglichen Impulse nur wenig überarbeitet, wo dies nötig schien, damit sie auch außerhalb des ursprünglichen Corona-Kontextes verständlich sind. Es wurde allerdings an den allermeisten Stellen bewusst darauf verzichtet, den präsentischen Stil der Beiträge zu modifizieren.

Und getreu dem Leitmotiv „Es gibt so viele Wege mit Gott, wie es Menschen gibt.“ spiegeln diese Impulse natürlich die Art und Weise wider, wie sich der Weg Gottes im Glauben und Denken des Autors und seiner Gemeindearbeit zeigt. Dieser Weg und die sich dabei ergebenden Gedanken mögen allerdings nicht selten quer zu den Wegen und Gedanken verlaufen, die sich bei anderen auf ihrem Weg mit Gott einstellen. Deshalb heißt die mit diesem Büchlein beginnende Reihe, in der Hoffnung, dass es noch weitere solche Büchlein geben wird und diese auch anderen zur Anregung, Ermutigung und Ermunterung dienen mögen, auch nicht „Andachten“, sondern „Querdachten“.

Vorwort:
Liebe Frau HUMORLOS,

herzlichen Dank für Ihre Rückmeldung zu den von Ihnen bei uns erlebten Gottesdiensten.

Nach meinem Eindruck erliegen Sie zwei in unserer kirchlichen Kultur weit verbreiteten Missverständnissen:

Erstens scheint es für manche ein Ausweis für Frömmigkeit zu sein, wenn der Glaube möglichst ernsthaft, humorlos und jeden Anschein der Lächerlichkeit vermeidend daherkommt. Mein Vorbild ist hier allerdings Martin Luther: Er lernte an der Bibel und durch seine Entdeckung der Rechtfertigung allein aus Glauben, dass der Mensch durch Gottes Gnade zur Freiheit auch der Freude und des Lachens befreit ist. Gerade im Jubiläumsjahr der Reformation 2017 sind zu diesem Themenbereich inspirierende Veröffentlichungen erschienen, von denen ich Ihnen mit diesem Brief exemplarisch zwei als Kopie gerne zukommen lasse:

Zweitens scheint es für manche ein Ausweis für seriöse Predigtvorbereitung zu sein, wenn die Predigt dann auch möglichst „seriös“ vorgetragen wird. Ich kann Ihnen versichern, dass das Gegenteil eher der Fall ist: Eine Predigt vorzubereiten, zu schreiben und zu halten, indem man sie dann „seriös“ abliest, erfordert meist weit weniger gedankliche Vorbereitung und Durchdringung, als nach getaner seriöser und gründlicher Vorbereitung noch einen weiteren Schritt zu gehen und zu überlegen, wie man die tiefgründig erarbeiteten Inhalte so kommunizieren kann, dass Sie beim Hörer auch ermutigend und erheiternd „ankommen“. Und mein Vorbild für diesen Aspekt ist Jesus selbst: Wenn Sie daran Anstoß nehmen, dass in meinen Predigten eine Fleischwurst vorkommt, dann hören Sie doch nur einmal mit den Ohren eines Menschen des 1. Jahrhunderts, welche lächerlichen Gegenstände des Alltag Jesus zum Hauptgegenstand seiner Predigten in Form der Gleichnisse gemacht hat: ein unbedeutend kleines Samenkorn; ein verlorener Groschen; ein orientalischer Patriarch, der seinem verlorenen Sohn bei dessen Heimkehr entgegenläuft. Allein dieses Bild des in seinen vornehmen Gewändern rennenden Familienoberhauptes muss für Jesu Zuhörer ein Bild der größten Lächerlichkeit gewesen sein. Und Jesus wendet dieses Bild der Lächerlichkeit gerade auf Gott an! Denn Gott ist sich nicht zu schade, für einen verloren Sohn und für uns (!) sich lächerlich zu machen, indem er zum Beispiel ein Mensch wird und in einem bedeutungslosen kleinen Dörfchen abseits der Weltmetropole Rom zur Welt kommt. Und das ist für unseren Gott kein versehentlicher Unfall, sondern gehört zum Prinzip seines Heilshandelns.

Zu diesem Themenbereich „Christlicher Glaube und Humor“ gibt es sicher noch eine Reihe von Aspekten, die man ergänzen könnte und müsste, scheint es hier in unserer kirchlichen Kultur doch eine gehörige Portion Nachholbedarf zu geben. Auch scheinen viele Bibelleser und Predigthörer sich an die meisten provokanten und humorvollen, auch überspitzten und anstößigen Predigt- und Redeweisen des Neuen Testament schon so gewöhnt zu haben, dass man ihre ursprüngliche auch anstößige Aussage- und Strahlkraft wohl überhaupt erst wieder durch mühsame Auslegungsarbeit hervorholen muss.

Meiner Meinung nach war Jesus ganz bestimmt der beste und seriöseste Theologe, den die Welt je gesehen hat – ganz dicht gefolgt vom Apostel Paulus. Aber Jesus war sich nicht zu schade, sich lächerlich zu machen, indem er sich als Rabbi mit einer Prostituierten am Brunnen unterhielt (das machte man als Rabbi einfach nicht!), oder indem er sich ganz unseriös den Kindern zuwandte (wovon ihn seine seriösen und wohlmeinenden Jünger abzuhalten versuchten).

Im Predigttext für den kommenden Sonntag (Apostelgeschichte 10) erhält der Apostel Petrus von Gott eine Vision, in der Gott ihm allerlei – für jüdische Empfindungen – widerwärtige Tiere zur Speise empfiehlt. Und als Petrus sich mehrmals aus religiös empfundenem Ekel weigert, dem Gebot Gottes zu folgen, wiederholt Gott seine Aufforderung. Gottes Humor an dieser Stelle besteht wohl darin, dass er Petrus durch diese bis dahin für Petrus unvorstellbare Zumutung in Form einer Vision bzw. eines Bildes (Essen von unreinen Tieren bzw. Speisen) darauf vorbereitet, das Evangelium den Heiden zu bringen. Petrus hätte leicht sagen können: „Ich als frommer Jude soll unreine Tiere essen? Das ist doch lächerlich!“ Ja, genau das ist es. Petrus wird hier von Gott aufgefordert, sich selbst und seine bisher so wertgeschätzten religiösen Vorstellungen und Traditionen um des Evangeliums und der Menschen willen nicht ganz so ernst zu nehmen.

Zum Schluss: Den Stil, Predigten durch Anekdoten und Witze etwas griffiger und anschaulicher zu machen, habe ich vor vielen Jahren bei einem Prediger und Theologen kennengelernt, den ich für einen der engagiertesten und seriösesten Kirchenmänner halte, den ich kenne – bei meinem Vater. Und obwohl ich inzwischen neben anderen akademischen Graden auch einen theologischen Master-Grad aus Princeton und einen Doktor-Titel aus Heidelberg, zwei der Top-Hochschulen im Bereich der Theologie weltweit, erworben habe, bin ich immer noch der Auffassung, dass theologische Seriosität und humorvolle Lebensnähe zusammengehen können und sollten. Und dass man das nicht nur – wie Sie meinen – ausgewählten extravaganten Stadtkirchengemeinden gönnen, sondern auch ganz „normalen“ Dorfkirchengemeinden nicht vorenthalten sollte.

Sollten Sie Interesse an der Vertiefung dieser Thematik haben, stehe ich Ihnen gerne zum Gespräch zur Verfügung. Ansonsten geben sicher die beiden erwähnten Artikel gute und weiterführende Einblick ins Thema „Glaube und Humor“.

Mit freundlichem Gruß

und Segenswünschen

Ihr Wolfram Kerner

HUMOR – Wie verstehen wir das?

Wenn wir nur alle gesund sind!

„… wenn wir nur alle gesund sind!“ In der Einleitung zu seiner so betitelten Sammlung jüdischer Witze führt Hans-Werner Wüst aus: „ein guter Witz sollte insbesondere Heiterkeit auslösen; denn Lachen ist seit der Antike als wirksames Heilmittel gegen viele menschliche Leiden bekannt. Außerdem kann ein guter Witz manchmal die schwierigste Gesprächs- oder Verhandlungssituation in Sekundenschnelle ‚entspannen‘.“

Unter anderem aus solchen Gründen gehört ein Witz oder eine humorvolle Anekdote seit Jahren zum festen Bestandteil evangelischer Gottesdienste in Fußgönheim und Schauernheim. Da diese aber nun auf unbestimmte Zeit aufgrund des Versammlungsverbotes ausgesetzt sind, wir aber vermutlich umso mehr eine extra Portion Humor in diesen Tagen gebrauchen können, wird es von mir anstelle des sonst sonntäglichen Witzes jetzt einen alltäglichen Facebook-Post mit einer hoffentlich wirksamen Prise Humor geben.

Also: Getreu dem Motto „Lieber Lachfalten als Tränensäcke!“ der heutige Post aus der Kategorie „Medizinisches und Psychologisches“:

ALT WERDEN

Mandelbaum zu seinem Arzt: „Doktorchen, wie kann ich 100 Jahre alt werden?“

Der Arzt: „Rauchen Sie?“

„Nein.“

„Trinken Sie?“

„Nein.“

„Essen Sie viel?“

„Nein.“

„Geben Sie des Öfteren Ihrem Spieltrieb nach?“

„Nein.“

„Pflegen Sie erotische Vergnügungen?“

„Nein.“