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©2019 Peter Zaiser

1. Auflage 2019

2. Auflage 2020

Fotorechte

Coverfoto: ©Horst Tschinder / Bearbeitung Simon Eitzenberger

Fotos im Innenteil: ©shutterstock.com, ©pixabay.com, ©Peter Zaiser

Herstellung und Verlag

BoD – Books on Demand GmbH, Norderstedt

ISBN: 978-3-7494-4359-8

Ich widme dieses Buch allen Menschen,
die auf der Suche nach Sinn und Ziel in ihrem
Leben sind und den Mut haben, sich den
wichtigsten Lebensfragen zu stellen:
Woher kommen wir? Wozu sind wir da?
Wohin gehen wir? Die Nachricht von
Jesus Christus in der Offenbarung und mit
ihr die gesamte Bibel geben die
wesentlichen Antworten.

Eine Schriftstellerin hat mich mit ihrer Äußerung, warum sie schreibt, in Erstaunen versetzt. Sie erzählte, dass sie erstens Geld verdienen und zweitens, und dies war für sie der wichtigere Grund, sterben müsse. Schreiben als eine Möglichkeit, die Vergänglichkeit zu bewältigen? Vielleicht ist meine Auseinandersetzung mit der Offenbarung auch eine Form der Verarbeitung. Was bleibt? Was für einen Sinn hat das Leben? Beim Lesen der Offenbarung wurde mir bewusst, dass wir auf eine Zeit zugehen, in der es keinen Tod mehr geben wird. Die Visionen des Johannes bestärkten mich zu vertrauen, dass die Weltgeschichte nicht im Chaos und in der Selbstzerstörung endet, sondern Gott einen Plan hat – auch mit mir. Die Freude über die Entdeckungen in der Offenbarung möchte ich mit Ihnen teilen.

Wenn man ein Thema zu Papier bringen will, das einen bewegt, dann braucht man Freunde und Experten, die einen wohlwollend und ehrlich korrigieren. Ich möchte mich bei allen bedanken, die durch ihre Änderungsvorschläge geholfen haben, dass die 144 Schritte als Buch erscheinen konnten. Die Route durch die Offenbarung des Johannes wäre ohne die Hilfe vieler Freunde nicht bewältigt worden.

Deshalb bedanke ich mich bei jenen, die einzelne Abschnitte des Manuskripts in einer ersten Entstehungsphase (2013) korrigiert haben: Hans Hartig, einfühlsamer Seelsorger und Bibelkenner. Roxane Riegler und Marcel Illetschko, sympathische Doktoren der Germanistik und Joshua Easterling für Anglistik, deren Korrekturen und Rückmeldungen mich ermutigt haben. Jutta Schönemann, Lebensberaterin und Behindertenpädagogin. Nach einem Gespräch mit ihr ist man voller guter Ideen. Michael Seidl, Techniker. Er ist ein humorvoller Typ, der es immer so treffend auf den Punkt bringt. Horst Tschinder, erfahrener Seelsorger im Ruhestand, genialer Maler und Fan von lebendigen Illustrationen. Michaela Weixelbaumer, Physiotherapeutin, die Bücher verschlingt und ein Gefühl für gute Texte hat. Peter Zeilerbauer, Verlagsmitarbeiter, die Gelassenheit in Person. Er kann komplexe Themen einfach und klar formulieren.

Ein besonderes Dankeschön an jene, die das gesamte Manuskript nach einer beruflich bedingten Unterbrechung nochmals (2018/19) durchgesehen haben: Silvia Baumgartner, Lehrerin mit Herz und begeisterte Christin. Gerhard Gregori, Chemiker, Laienprediger und Praktiker mit Hausverstand. Alfred Richter, Pastor und Theologe, nach dessen genauer Durchsicht ich über Auslegungsmöglichkeiten nachdenken konnte. Ella Grimm, Martha Büttner, Ivonne Maier, die mir als Leser wertvolle Anregungen gaben. Mein Sohn Leander, der mit jugendlichem Blick den Text korrigierte. Damaris, meine liebe Frau und wohlwollende Ratgeberin während der ganzen Entstehungsphase.

Ich bin auch dankbar für jene Personen, die vor mir die Offenbarung studiert, Bücher geschrieben und darüber gelehrt haben. Ein besonderes Dankeschön gilt meinem ersten Lehrer über die Prophetie, Gerhard Pfandl, der uns Theologiestudenten eine ausgezeichnete Grundlage für das weitere Studium der Offenbarung gelegt hat.

Ich fühle mich mit Auslegern verbunden, die den Apostel Johannes insofern ernst nehmen, als er die Bilder auch genau so beschreibt, wie er sie in einer Vision gesehen hat1 und die Bedeutung der Offenbarung weder gänzlich in die Vergangenheit schieben noch alles in die Zukunft verfrachten. Vielmehr wird beim Lesen deutlich, dass die Erfüllung dieser Vorhersagen Entwicklungen von den ersten Christen bis zur neuen Erde beschreiben. Für mich als Pastor der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten sind Erkenntnisse protestantischer2 und adventistischer Theologen3 wichtig geworden, doch fühle ich mich frei, neue Aspekte und Sichtweisen einzubringen.4 Mir war wichtig, den Text selbst zu mir sprechen zu lassen und nach Phasen der Reflektion meinen Eindrücken zu folgen. Die 144 Schritte sollen auch als ein Beitrag verstanden werden, Neues in der Offenbarung zu entdecken. Ich danke Gott für die Freude und Gewissheit, die er mir durch die Offenbarung des Johannes geschenkt hat.


1 Johannes hat alles, was er gesehen hat, bezeugt: Offenbarung 1, 2

2 Siehe protestantische Ausleger der Offenbarung bei Wohlberg, S. 134

3 Robert Badenas, Manfred Böttcher, Gerhard Hasel, Hans Heinz, Hans LaRondelle, Richard Lehmann, Jon Paulien, William Shea, Ranko Stefanovic

4 Das betrifft z. B. die sieben Siegel, die sieben Posaunen, das Vermessen des Tempels in Offenbarung 11, die Verbindung der Frauen in Offenbarung 12 und 17 und andere kleinere Details.

1. Die 144 Schritte sind keine klassische Bibelauslegung, sondern eine Mischung aus Kommentar, Meditation und Anwendung für das persönliche Leben. Ziel ist es, die Dynamik der Offenbarung für das eigene Leben zu erfassen und eine persönliche Begegnung mit Gott zu fördern.

2. Obwohl gewissenhaft recherchiert und überlegt wurde, gibt es nicht die Sicherheit, in allen Details die einzig richtige Auslegung formuliert zu haben. Die Offenbarung ist vielmehr wie ein Diamant, der viele Facetten hat. Es werden nicht immer alle Aspekte eines Textes beleuchtet, sondern oftmals wird ein Thema in den Vordergrund gestellt, um eine praktische Anwendung anzubieten. Bei einigen Schritten und den darauffolgenden Gebeten werden sich Gedanken wiederholen, weil inhaltliche Schwerpunkte immer wieder aufblitzen. Auf manche Themen wird nochmals Bezug genommen, weil Begriffe erwähnt, aber erst einige Kapitel später näher beschrieben und erklärt werden.

3. Suchen Sie sich einen ungestörten Platz und bitten Sie Gott, auf Ihr Leben Einfluss zu nehmen. Am besten wäre es, täglich den gleichen Ort zur gleichen Zeit zu nützen. Wichtig ist die innere und äußere Ruhe beim Lesen und Nachdenken. Wer die Offenbarung verstehen will, benötigt vor allem den klaren Entschluss, sich Zeit zu reservieren, um regelmäßig kurze Abschnitte zu lesen und auf sein Leben zu übertragen.

4. Lesen Sie bei jedem Schritt zuerst aufmerksam den Bibeltext, damit Sie eine erste Vorstellung haben, worum es in dem Abschnitt geht. Meistens wird in diesem Buch die revidierte Lutherbibel 1984 zitiert. Andere Übersetzungen, die verwendet werden (Elberfelder, Schlachter, Allioli und Pattloch), versuchen ebenfalls den hebräischen und griechischen Text genau wiederzugeben. Die Übersetzung „Neues Leben“ hat sich zum Ziel gesetzt, den Urtext in ein möglichst zeitgemäßes und verständliches Deutsch zu übertragen. Der Gebrauch von mehreren Bibelübersetzungen ermöglicht eine gewisse Bandbreite der Originalsprache zu spüren.

5. Es wurde darauf geachtet, die einzelnen Schritte möglichst knapp und klar zu formulieren. Lesen Sie jeden Tag einen Schritt und nehmen Sie sich Zeit, Ihre eigenen Gedanken zu notieren. Bringen Sie das Gelesene mit Ihren Sorgen, Fragen und Herausforderungen in Verbindung. Schreiben Sie auf, was Ihnen bewusst geworden ist. Rund 15 Minuten sind für einen Schritt meist ausreichend.

6. Schreiben ist nicht nur das Festhalten eines Ergebnisses, sondern auch eine Unterstützung beim Nachdenken. Die Vorarbeit zu den 144 Schritten sind meine Notizen, die ich mir beim Bibelstudium gemacht habe.

7. Folgendes Schema kann ich allgemein für das Lesen der Bibel empfehlen: A - Was ist die Aussage? Ich schreibe eine Zusammenfassung des Textes. B - Welche Bedeutung hat das Gelesene für mich? Ich notiere meine Gedanken bezogen auf meine alltäglichen Sorgen und Fragen. C - Hier schreibe ich ein Gebet auf. Welche Antwort gebe ich Jesus Christus? Wofür bin ich dankbar? Was sind meine Anliegen?

Mit dieser Methode kann man die ganze Bibel kennenlernen. Wichtig ist, nicht mehr als rund zehn Verse zu lesen. Weniger ist mehr, dafür aber regelmäßig - am besten täglich.

8. Haben Sie Vertrauen, dass Sie verstehen können, was Gott durch das letzte Buch der Bibel sagen will. Versuchen Sie, die Texte auf sich wirken zu lassen, dann werden in Ihrem Inneren Bilder entstehen und Zusammenhänge verständlicher. Am Anfang scheint es noch kompliziert, doch es ist wie bei einem Puzzlebild, das mit der Zeit, wenn ein Teil mit dem anderen verbunden wird, immer klarer in seiner Aussage wird.

E s begann mit einem Pinselstrich. Pfeiler wurden gesetzt und ein Stacheldraht entlang der weißen Linie gespannt. Schlussendlich mussten in der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961 Berliner Bauarbeiter - bewacht von Soldaten - einen „Schutzwall gegen den Klassenfeind des Sozialismus“ errichten. Weil jeden Monat 20.000 Menschen dem Kommunismus den Rücken kehrten und Berlin ein Schlupfloch war, wurde die Mauer hochgezogen. Zwischen 1945 und 1961 flohen drei Millionen Ostdeutsche in den Westen. In den ersten Tagen nach dem 13. August gab es noch einige undichte Stellen, aber es wurde rasch immer riskanter, die Grenze zu überqueren. Die Mauer riss Familien, Liebende, Freunde auseinander. Sie wurde erweitert mit Wachtürmen, Wachhunden, Signaldrähten, Stacheldrähten und Minenfeldern.

Wir scheinen heute von einer weltanschaulichen Wand umgeben zu sein; einer hohen Mauer, die uns davon abhält, an einen liebenden und gerechten Gott zu glauben. Viele wollen diese geistigen Hürden gar nicht überwinden, weil sie überzeugt sind, dass dies keinen Sinn ergibt. „Leid, Schuld und Tod“5 setzen uns zu und erwecken den Eindruck, dass wir ohne Glauben an einen Gott auskommen müssten. Wenn wir ein Zufallsprodukt sind, vom Nichts kommen und ins Nichts gehen, dann ist die ganze Schönheit, Kreativität und Liebe in der Welt ein absurdes Zwischenspiel. Da blitzt irgendwo im Universum eine wunderbare Welt auf und verschwindet wieder in Dunkelheit.6 Letztlich müssen wir uns entscheiden, wie es die Logotherapeutin Dr. Elisabeth Lukas formulierte: „Der Mensch muss irgendetwas glauben. Entweder glaubt er alles ist durch einen Zufall entstanden. Das Ende ist ein schwarzes Loch - das Nichts. Oder man entscheidet sich zu denken, es muss hinter alldem ein großer letzter Sinn stehen, der alles entstehen hat lassen - der alles durchwaltet und allem eine Richtung und Zukunft gibt.“7 Die Logotherapie kann und will keine Erklärung über den letzten Sinn des Lebens geben, doch wird in dieser Wissenschaft das starke Bedürfnis danach deutlich. Elisabeth Lukas meint: „Dass alles nur Zufall ist, ja letztlich ein Unsinn ist, und wieder im Nichts endet - das ist eine Überzeugung - mit der lebt man nicht gut und stirbt man nicht gut.“8

Nach der Offenbarung wird nicht ewige Finsternis das Schicksal des Menschen bestimmen, sondern Freude ohne Ende. Schreckliche Geschehnisse sind in der Apokalypse eine zeitlich begrenzte Erscheinung bis hin zur Erlösung von Leid und Tod.

In sieben Abschnitten werden wir uns mit folgenden Fragen auseinandersetzen:

1. Woher kommt die Offenbarung des Johannes und warum wurde sie geschrieben?

2. Nimmt Gott Anteil an unserem Leben? Was ist ihm dabei für unsere persönliche Entwicklung wichtig?

3. Wie können wir erkennen, dass Gott gut und gerecht ist, obwohl Leid, Schuld und Tod die Welt dominieren?

4. Wie können wir mit Gott in Verbindung bleiben und das Vertrauen zu ihm festigen - trotz äußerer und innerer Widerstände?

5. Wen oder was bete ich an? Woher kommt die Anbetung der falschen Götter?

6. Wie sind der Zorn und das Gericht Gottes vereinbar mit der Vorstellung eines liebenden Schöpfers?

7. Können wir uns auf die Aussagen der Offenbarung verlassen?

Die Offenbarung in 144 Schritten kennenzulernen hat einen symbolischen und einen praktischen Grund. Die Zahl 144.000 bzw. 144 bezieht sich in der Offenbarung auf die Gläubigen und deren zukünftigen Wohnort.9 Der praktische Grund für den Aufbau in 144 Einheiten liegt darin, dass die Offenbarung sehr umfangreich und konzentriert formuliert ist. Liest man zu viel, besteht die Gefahr, den Überblick zu verlieren und die Fülle der Gedanken nicht mehr fassen zu können. Wenn man die 405 Verse durch 144 teilt, dann sind das rund drei Verse pro Schritt. Damit sollte der Inhalt leichter „verdaulich“ sein. Nach jedem „Häppchen“ folgt ein kurzer Kommentar, der den wesentlichen Gedanken oder einen Aspekt des Textes zusammenfasst und eine Anwendung auf das eigene Leben vorschlägt.

Bei den 144 Schritten durch die Offenbarung ist es wie bei einer Wanderung. Es wird bergauf und bergab gehen, vielleicht ist die eine oder andere Felsspalte und Wand zu überwinden. Auf jeden Fall ist es mit Anstrengung verbunden, aber schlussendlich wird es sich lohnen. Proviant dabei? Die richtigen Bergschuhe angezogen? Regenjacke im Rucksack? Gehen wir!

Ihr Peter Zaiser


5 Frankl, S. 89

6 Radio Österreich 1, Radiokolleg, Über eine Erde ohne Menschen, Armin Stadler, 21. Mai 2012.

7 Dr. Elisabeth Lukas, Psychotherapeutin, Klinische Psychologin, Logotherapeutin Schülerin von Viktor Frankl, Interview auf youtube, Februar, 2015, wissens-verlag

8 ebd.

9 Offenbarung 7,4; 14,1-3; 21,17

Schritte 1 bis 6 | Offenbarung 1,1-8

Ein Lehrer diskutierte im Fach Philosophie mit Schülern der siebenten Klasse, ob es einen Gott gibt. Es wurde heftig argumentiert. Der Lehrer fragte: „Hat irgendjemand von euch schon einmal die Stimme Gottes gehört?“ Niemand antwortete. „Hat irgendjemand von euch Gott mit seinen Händen berührt?“ Alle schwiegen. „Hat irgendjemand von euch Gott jemals gesehen?“ Als niemand auf diese dritte Frage reagierte, triumphierte er: „Es gibt keinen Gott.“ Einem Schüler gefiel das gar nicht. Er konterte und fragte: „Hat jemand von euch das Gehirn unseres Lehrers gehört?“ Es wurde still in der Klasse. „Hat irgendjemand von euch sein Gehirn berührt?“ Absolute Stille. „Hat jemand von euch das Gehirn des Lehrers gesehen?“ Peinliches Schweigen. „Gemäß der Logik unseres Lehrers ...“

Die Diskussionen über die Existenz Gottes führen meist zu einer Pattsituation. Er kann weder bewiesen noch widerlegt werden. In der Offenbarung wird die Existenz Gottes nicht diskutiert, sondern vorausgesetzt. Der erste Abschnitt, die Einleitung des Johannes, zeigt einen Gott, der sich mitteilen will.

POST VON OBEN

1.Schritt - Kapitel 1

1 Dies ist die Offenbarung Jesu Christi, die ihm Gott gegeben hat, seinen Knechten zu zeigen, was in Kürze geschehen soll; und er hat sie durch seinen Engel gesandt und seinem Knecht Johannes kundgetan, 2 der bezeugt hat das Wort Gottes und das Zeugnis von Jesus Christus, alles, was er gesehen hat.10

Gott zeigt sich durch Jesus und teilt sich durch Engel und Menschen wie Johannes mit. Das griechische Wort Apokalypse bedeutet Enthüllung oder Offenbarung. Es geht primär nicht um die Schilderung von Katastrophen, sondern um die Erklärung, welches Ziel Gott mit der Menschheit hat. Gott schickte seine Vision und Johannes brachte alles zu Papier. Er übermittelte dadurch das Wort Gottes. Er behauptete, keine von ihm erfundenen Geschichten zu erzählen, sondern „Post von oben“ bekommen zu haben. Die Glaubwürdigkeit dieser Aussage kann dann beurteilt werden, wenn man sich auf den Inhalt einlässt.

Wir erhalten hier die Möglichkeit, unser Leben aus einer neuen Perspektive kennenzulernen. Die Offenbarung ist eine Botschaft von Gott an die Menschheit. Aus einer Dimension, die wir nicht erfassen können, bekommen wir Nachricht über diese Erde und unser Leben. Hat das nicht etwas Bahnbrechendes für uns? Denn dann könnten die wichtigsten Fragen beantwortet werden. Wie sehr wollen wir doch den Anfang und Ursprung des Lebens verstehen. Wie gerne würden wir die Geheimnisse über den Beginn des Universums lüften. Obwohl wir immer mehr Einblick in die Komplexität des Lebens bekommen, können dadurch die Fragen des Woher und Wohin nicht beantwortet werden. Wir können zwar staunen über die uns umgebende Welt, wir können schlussfolgern, dass sich dahinter eine Intelligenz verbirgt, doch genauere Informationen erhalten wir nicht. Gott will sich uns aber nähern und zur Menschheit durch die Offenbarung sprechen.

Jeder Schritt, den wir gehen werden, bietet einen Abschluss mit Gebet an. Übrigens - das „Amen“ als Abschluss - bedeutet „so ist es“ und man drückt damit sein Vertrauen aus. Wenn Sie möchten, dann können Sie folgendes Gebet sprechen:

„Gott im Universum, wenn es dich gibt, dann bitte ich dich, dass du mir dies zeigst und ich die Gewissheit haben kann, dass du existierst. Ich bin offen für deine Nachrichten. Amen!“

LEBENSGLÜCK

2. Schritt - Kapitel 1

3 Selig ist, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und behalten, was darin geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe.

Der etwas antiquierte Begriff „selig“ bedeutet „glücklich“. Das persönliche Glücksempfinden ist relativ und hängt mit Lebenssituation, Einstellung und Ansprüchen zusammen. Viele erhoffen sich das große Glück durch materiellen Reichtum. Doch echte Freundschaft, glückliche Beziehungen, ein harmonisches Familienleben und eine dankbare, zufriedene Lebenshaltung werden nur begrenzt vom Kontostand bestimmt. Der „selige“ Zustand in der Offenbarung spricht von noch einer ganz anderen Dimension des Glücks. Damit werden nicht alle Fragen beantwortet und nicht alle Schwierigkeiten beseitigt, doch das Einlassen auf Gott und sein Wort verspricht Geborgenheit und Lebenssinn, trotz der Erfahrung von Leid, Schuld und Tod. Die Aussage „die Zeit ist nahe“ will darauf hinweisen, dass sich die Vorhersagen der Offenbarung bald erfüllen und aktuell sind. Ein „apokalyptisches Lebensgefühl“11 ist uns nicht fremd, wenn wir von Kriegen, Krisen und Katastrophen hören oder sie selbst erleben. Das angebotene Glück gründet sich darauf, dass Gott durch die Worte der Prophetie in unser Leben spricht und wir durch Lesen, Hören und Behalten dies erfahren werden.

Insgesamt gibt es in der Offenbarung sieben Zusagen für ein glückliches Leben. Immer wenn so ein Zuspruch im Bibeltext vorkommt, wird er mit einem Rahmen extra hervorgehoben.

Die erste von sieben Seligpreisungen: (Offenbarung 1,3)

Selig ist, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und behalten, was darin geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe.

„Lieber Gott, ich wünsche mir dieses Glück, das du schenken willst. Bitte hilf mir, dass ich deine Gedanken aufnehmen kann und dich besser kennenlerne. Amen!“

GNADE UND FRIEDE VON GOTT

3. Schritt – Kapitel 1

4 Johannes an die sieben Gemeinden in der Provinz Asien: Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt, und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind, 5 (1.Teil) und von Jesus Christus, welcher ist der treue Zeuge, der Erstgeborene von den Toten und der Herr über die Könige auf Erden!

Johannes, einer der zwölf Apostel, verfasste um 95 n. Chr. diesen Brief.12 Er schrieb ihn an sieben christliche Gemeinden in Kleinasien, die sich im Bereich der heutigen westlichen Türkei befanden. Der Anfangsgruß „Gnade sei mit euch und Friede“ sollte den Lesern bewusstmachen, dass Gott den Menschen ohne Vorleistung annimmt. Der himmlische Vater möchte, dass wir ein erfülltes und glückliches Leben führen können. Darum schenkt er die Zusage seiner Nähe. Wenn wir das erkennen, dann wird der Friede Gottes spürbar. Friede ist ein Zustand der inneren Sicherheit. Nichts kann uns aus der Hand Gottes reißen. Wir müssen nicht allein kämpfen, sondern können aus dieser Geborgenheit Kraft schöpfen. Als der „der da ist und der da war und der da kommt“ überblickt er die Gegenwart, die Vergangenheit und die Zukunft. Er kennt nicht nur die Geschichte der Menschheit, sondern auch das Leben eines jeden einzelnen.

Die „sieben Geister“ sind ein symbolischer Ausdruck für den Heiligen Geist.13 Jesus sagte, dass der Geist Gottes uns die Augen öffnet, damit wir geistliche Botschaften verstehen und den Frieden Gottes erfahren können: „Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch.“14

Als „zuverlässiger Zeuge und Erstgeborener15 von den Toten“, bestätigt Jesus mit seiner Auferstehung, dass es Hoffnung über den Tod hinaus gibt. Wenn wir Jesus vertrauen, erhalten wir ewiges Leben. Als er auf der Erde lebte, sagte er: „Denn das ist der Wille meines Vaters, dass, wer den Sohn sieht und glaubt an ihn, das ewige Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage.“16

„Gott im Himmel, danke, dass du es gut mit mir meinst und mir durch deine Gnade und deinen Frieden innere Sicherheit schenken willst. Du überblickst meinen Lebenslauf. Bitte öffne mir die Augen, damit ich die Hoffnung, die über den Tod hinausgeht, erfassen kann! Amen!“

ER HAT UNS ERLÖST

4. Schritt - Kapitel 1

5 (2.Teil) Ihm, der uns liebt und uns erlöst hat von unseren Sünden mit seinem Blut 6 und uns zu Königen und Priestern gemacht hat vor Gott, seinem Vater, ihm sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

Die gesamte Bibel und ebenso dieser kurze Text betonen, wie sich die Zuneigung Gottes zur Menschheit äußert. Schon die biblischen Propheten sagten viele hundert Jahre vor Christus das Kommen Jesu und seinen Tod für die Schuld der Menschheit voraus. Die Prophezeiungen des Alten Testaments sind so zahlreich, dass man damit eine Lebensgeschichte Jesu schreiben könnte.17 Der Prophet Micha erwähnte Bethlehem als Geburtsort des Erlösers. Maleachi prophezeite einen Boten, der das Auftreten Jesu vorbereiten sollte. Daniel nannte das Jahr seines öffentlichen Auftretens und seines Todes. Sacharja schrieb, dass er durchbohrt werden würde. Jesaja schilderte die Geburt, die Heilungen, den Tod und die Auferstehung Jesu. David beschrieb in den Psalmen das Leiden und die weltweite Bedeutung einer Person, die in den Einzelheiten verblüffend genau auf Jesus passt. Zentrale Erkenntnis der ersten Christen war, dass Jesus Christus mit seinem Sterben die Menschheit vor dem ewigen Tod erlöst hat.

Warum sollte Jesus sterben, wo doch Gott einfach so vergeben könnte? Eine Illustration kann hier helfen. Im Jahre 1797 wurde im Kaukasus der Königssohn Schamil geboren. Von seinem Vater übernahm er die Führung des Bergvolkes. Bei seinen Untertanen war Schamil sehr beliebt. Er war ein gerechter König und ein vorbildlicher Sohn, der seine Eltern liebte. Eines Tages meldete man Schamil, dass aus dem eigenen Heerlager einem feindlichen Nachbarvolk wichtige Geheimnisse verraten worden waren. Trotz Nachforschungen fand man den Verräter nicht. Schamil ließ in seinem Volk bekannt machen, dass der Verräter mit 100 Geißelhieben auf den Rücken bestraft werden sollte. Eines Tages kam ein Berater des Königs und erzählte zögerlich, wer die Schuldige sei: „Es ist deine Mutter!“ Schamil zog sich drei Tage zurück. Er rang um eine Entscheidung. Sein Gerechtigkeitsempfinden sagte: „Sie muss bestraft werden!“ Doch die Liebe zu seiner Mutter ließ ihn denken: „Du kannst nicht deine Mutter auspeitschen lassen.“ Alle fragten sich, wie er handeln würde. Nach den drei Tagen stand Schamil vor seinem Volk und verkündigte: „Es ist meine Pflicht, ein gerechtes Urteil zu fällen. Die Strafe muss vollzogen werden.“ Zum Henker rief er: „Wehe, du schonst sie!“ Als unter tiefem Schweigen des Volkes der Henker die Geißel ergriff, riss Schamil seinen Mantel von den Schultern, sprang vor und rief: „Ich bin ihr Fleisch und Blut, ich trage ihre Strafe, schlage mich!“ – So fiel Schlag auf Schlag die Geißel auf den Rücken des Königs, bis er ohnmächtig in seinem Blut lag. Schamil hat die Forderung nach Gerechtigkeit mit der Liebe zu seiner Mutter verbunden.18

Wir wünschen uns doch alle Gerechtigkeit! Wenn ein Diktator tausende Menschen tötet, fordern wir eine Verurteilung! Wenn jemand einen Mord begeht, fordern wir eine Strafe! Wenn Diebe Banken ausrauben oder Banken zu Dieben werden, dann wollen wir doch, dass die Täter ins Gefängnis kommen! Oder würden wir einfach vergeben? Doch wann sollte die Gerechtigkeit Gottes beginnen? Erst bei den ganz großen Untaten wie Mord und Bankraub oder schon bei Lieblosigkeit, Schadenfreude, Neid und Unversöhnlichkeit? Wo würden wir die Grenze ziehen? Aus der Sicht Gottes ist die Übertretung des Gebotes der Liebe zu Gott und den Menschen eine Sünde, die zum Tod führt. Wir sterben, weil sich die Menschheit von Gott getrennt hat und seitdem vom Egoismus durchdrungen ist.19 Jesus sagte, er sei gekommen, sein Leben für die Erlösung zu geben.20 Er nahm die Folgen der Trennung von Gott und der Gesetzesübertretung auf sich und hat uns damit das ewige Leben ermöglicht.

„Herr Jesus, du hast dein Leben für die Menschheit gegeben. Lass mich diese Erlösung besser verstehen. Lass mich fest vertrauen, dass du mich erlöst hast und erkennen welchen Wert ich in deinen Augen habe. Amen!“

ALLE WERDEN IHN SEHEN

5.Schritt – Kapitel 1

7 Siehe, er kommt mit den Wolken und es werden ihn sehen alle Augen und alle, die ihn durchbohrt haben, und es werden wehklagen um seinetwillen alle Geschlechter der Erde. Ja, Amen.

Wenn Jesus am letzten Tag dieser Welt erscheint, werden alle Menschen ihn sehen, egal ob sie ihn erwartet oder abgelehnt haben. Sein sichtbares Erscheinen wird ein Schreck für die gesamte Welt. Jetzt ist er unsichtbar und wir müssen vertrauen, dass es ihn gibt. Warum beweist sich Jesus oder Gott heute nicht durch seine Gegenwart? Dann wären sofort alle Zweifel über seine Existenz beseitigt. Würden wir nicht alle viel leichter an ihn glauben können? Aber würden wir ihm dann auch wirklich vertrauen und ihn lieben? Sicher ist, dass wir glauben müssten, ob wir wollten oder nicht. Doch das Wesen des Vertrauens besteht darin, die Wahl zu haben. Jeder soll sich ohne Druck und Zwang entscheiden können, ob er sein Leben mit oder ohne Gott verbringen will. Gottes Wesen ist Liebe21, deshalb wird er immer den freien Willen des Menschen respektieren.

Gott ist unsichtbar, aber es gibt Hinweise für seine Existenz. Oft hört und liest man von den „genialen Erfindungen der Natur“22. Genauso wie ein Computer nicht von selbst entsteht, so kann sich ebenso die Natur nicht selbst erfinden. Heute wissen wir, dass in allen Lebewesen ein Bauplan existiert. Wie sind diese komplexen Strukturen in die Welt gekommen? Glauben wir wirklich, dass wir aus dem Nichts zufällig entstanden sind? Alles, was Struktur und Funktionalität hat, weist auf einen Planer und Konstrukteur hin. Durch die Natur kann man erkennen, dass es Gott gibt.23

An Gott zu glauben, ohne ihn zu sehen, erscheint auf den ersten Blick als eine Zumutung. Aber in unserem Alltag müssen wir oft „glauben“. Ob zwei Menschen einander lieben lernen, ob wir ein Auto kaufen oder mit dem Flugzeug in den Urlaub fliegen, ständig müssen wir jemandem vertrauen. In Wahrheit erwartet Gott von uns, was wir im Alltag stets geben und benötigen. Jesus sagte: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“24 Er versicherte, wenn wir bereit sind, ihn kennenzulernen und seinen Willen zu tun, dann können wir mit ihm Erfahrungen machen: „Wer den Willen Gottes tun will, wird erkennen, ob meine Lehre von Gott kommt.“25 „Und ich werde mich ihm persönlich zu erkennen geben.“26

„Gott im Himmel, wenn es dich gibt, dann lass mich dich finden. Ich will dich kennenlernen. Ich bin bereit, mich von dir führen zu lassen. Amen!“

GOTT IST DAS A UND O

6.Schritt - Kapitel 1

8 Ich bin das A und O, spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.

Zu Beginn ein kleines Experiment: Bitte versuchen Sie die folgenden Wörter zu verstehen: „Afugrnud enier Sduite an enier Elingshcen Unvirestiät ist es eagl, in wlehcer Rienhnelfoge die Bcuhtsbaen in eniem Wrot sethen. Das enizg wcihitge dbaei ist, dsas der estre und lzete Bcuhtsbae am rcihgiten Paltz snid. Der Rset knan ttolaer Uisinnn sien, und du knasnt es torztedm onhe Porbelme lseen. Das ghet dseahlb, wiel wir nchit Bcuhtsbae für Bcuhtsbae enizlen lseen, snodren Wröetr als Gnaezs.”

Haben Sie die Sätze verstanden? Der erste und der letzte Buchstabe müssen bei jedem Wort am richtigen Platz sein. Würden wir den ersten und letzten Buchstaben weglassen, könnten wir das Wort nicht lesen.

Das „A und O“ ist eine Anspielung auf den ersten und letzten Buchstaben des griechischen Alphabets Alpha und Omega. Gott steht am Beginn und am Ende der Welt. Unsere gesamte Existenz ist eingebettet und umgeben vom Schöpfer. Damit werden die Bedeutung und das Ziel des Lebens verständlich. Das Leben wird lesbar, wenn wir davon ausgehen, dass Gott das A und O ist. Unter “A und O“ verstehen wir in unserem Sprachgebrauch das Kernstück eines Themas. Bezogen auf die wichtigsten Fragen des Lebens ist Gott das „A und O“. Er ist die Antwort auf die Frage, woher wir kommen und wohin wir gehen. Er stellt sich als Gott vor, der da „ist“, „war“ und „kommt“. Er „ist“ bedeutet, dass er existiert und wahrnimmt, was in dieser Welt geschieht. Der Apostel Paulus sagte: „Er ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, handeln und sind wir.“27 Kein Atemzug ist ohne ihn möglich, nicht ein Schritt kann getan werden, nicht ein Wort kann gesprochen werden. Ohne ihn können wir keine Sekunde leben.

Gott war schon immer, er wurde nicht. Er existiert seit Ewigkeit. Er war am Anfang der Schöpfer und der Gott, der in das Leben von Menschen und Völkern eingriff.28 Der Blick in die Bibel zeigt, wie Gott in der Vergangenheit wirkte. Die Bibel berichtet nicht von Theorien, sondern von Erfahrungen, die Menschen mit Gott gemacht haben.

Gott ist nicht nur ein Gott der Vergangenheit und Gegenwart, sondern auch der Zukunft. Die Sache mit Gott ist kein alter Zopf oder ein gegenwärtiges Vertrösten; er wird die Geschichte dieser Welt zu einem guten Ende führen. Jesus kommt wieder und wir werden, wenn wir bei Gott sein wollen, auferstehen und ewig leben.29 Die Offenbarung zeigt, dass unsere Zukunft sicher in seiner Hand liegt.

„Gott im Himmel, du bist das „A und O“. Du bist die Antwort auf den Sinn und das Ziel des Lebens. Danke, dass du in der Vergangenheit in meinem Leben gewirkt hast und dass du mich heute und morgen führst. Ich will dir mein Leben anvertrauen. Amen!“

ZUSAMMENFASSUNG -
DIE EINLEITUNG DES JOHANNES

Johannes schrieb, dass er die Offenbarung von Gott bekommen hat, um zu zeigen, was beginnend von seiner Zeit bis zur Wiederkunft Jesu auf dieser Erde geschehen wird. Wir sind nach seinen Worten glücklich zu schätzen, wenn wir sie lesen, hören und behalten. Gott möchte mit diesen Botschaften eine Geborgenheit schenken, die wir in dieser umfassenden Form nur in ihm finden können. Die Sicherheit gründet sich darauf, dass Jesus für uns gestorben ist und wiederkommen wird. Wie lange es noch dauert, wissen wir nicht. Aber schon heute können wir durch die Beziehung zu Jesus vertrauen lernen, dass unser Leben Sinn und Ziel hat.


10 Luther-Übersetzung, wenn nicht anders angegeben

11 Pöhler, S. 31ff

12 Pohl, Band 1, S. 21ff

13 Offenbarung 4,5; 5,6 Hier wird die Zahl Sieben mit Geist kombiniert und damit die Göttlichkeit betont.

14 Johannes 14, 26.27

15 Erstgeborener ist hier keine biologische Bezeichnung, sondern bedeutet, dass Christus eine Vorrangstellung und Macht hat: 1.Korinther 15,20-26; Kolosser 1,15-20. So wie David zum Erstgeborenen erwählt wurde, obwohl er es nicht biologisch war: Psalm 89,21.28

16 Johannes 6,40

17 Micha 5,1 (6.Jh.v.Chr); Maleachi 3,1 (5./6.Jh.v.Chr); Daniel 9,24-27 (6.Jh.v.Chr); Sacharja 12,10 (5./6.Jh.v.Chr); Jesaja 9,5-6; 35,4.5; 52,12 – 53,12 (7./8.Jh.v.Chr); Psalm 22 (10.Jh.v.Chr);

18 Heinz, Zwischen Zeit und Ewigkeit, S. 102; Diese Geschichte wurde von ähnlichen Schilderungen über den Imam Schamil (1797-1871) abgeleitet. Es gibt dazu einen historischen Roman von Helmut Höfling: Der Löwe vom Kaukasus, Kindle Edition, 2014

19 Römer 1,20-32

20 Matthäus 20, 28

21 1.Johannes 4,16

22 Suchen Sie im Internet „geniale Erfindungen der Natur“. Dabei werden Sie auf Beschreibungen stoßen, die auf den genialen Schöpfer hinweisen.

23 Römer 1, 20

24 Johannes 20,29

25 Johannes 7,17 (Neues Leben)

26 Johannes 14,21b (Neues Leben)

27 Apostelgeschichte 17,27.28 (Neues Leben)

28 Psalm 90,2; Micha 5,1; Habakuk 1,12

29 1.Thessalonicher 4,13-18

Schritte 7 bis 27 | Offenbarung 1,9 - 3,22

Pfarrer Wright trat sein Amt in Yonderton an. Die Leute des Dorfes kamen nicht in den Gottesdienst. Überall hörte er, die Kirche sei doch tot. So entschloss er sich, mittels Todesanzeige die Bestattung des „Leichnams“ anzukündigen. Das ganze Dorf erschien am Tag des Begräbnisses in der Kirche. Pfarrer Wright begann den Trauergottesdienst mit folgenden Worten: „Da die meisten von Ihnen mir klargemacht haben, dass unsere Kirche tot sei, bitte ich Sie, an dem Sarg vorbeizugehen und sich zu verabschieden. Sollten Sie aber an eine Auferweckung unserer Kirche glauben, lade ich Sie ein, an dem anschließenden Dankgottesdienst teilzunehmen.“ Ohne weitere Worte trat der Pfarrer an den Sarg und öffnete ihn. Die Leute fragten sich, was der Pfarrer in den Sarg gelegt haben könnte. Angespannt traten alle an den Sarg und wagten einen Blick hinein. Danach schloss der Pfarrer den Sarg und ließ ihn wegtragen. Beim anschließenden Dankgottesdienst war das ganze Dorf versammelt. Wieso? Weil jeder, der der toten Kirche noch einmal ins Angesicht schauen wollte, keine blasse, leblose Leiche im Sarg liegen sah, sondern nur eines ihrer toten Mitglieder - nämlich sich selbst in einem Spiegel.30

Die Visionen der Offenbarung beginnen mit Botschaften an sieben christliche Gemeinden. Wir werden ihre Probleme und ihre positiven Seiten kennenlernen. Gleichzeitig werden wir menschliche Stärken und Schwächen entdecken und uns das ein oder andere Mal darin wiedererkennen, wie wenn wir in einen Spiegel schauen würden. Wir werden sehen, dass Gott an dem Menschen und seinen Erfahrungen interessiert ist und sich mitteilt, um ein gesundes geistliches Wachstum zu fördern.

GOTT SCHWEIGT NICHT

7.Schritt – Kapitel 1

9 Ich, Johannes, euer Bruder und Mitgenosse an der Bedrängnis und am Reich und an der Geduld in Jesus, war auf der Insel, die Patmos heißt, um des Wortes Gottes willen und des Zeugnisses von Jesus.

Die 3000 Bewohner des modernen Patmos dürfen dank der Offenbarung des Johannes am Tourismus gut mitverdienen. Die 34 km2kleine und spärlich bewachsene Insel liegt in der griechischen Region der südlichen Ägäis. Zwischen Mai und Oktober kommen tausende Menschen, um das Kloster der Apokalypse mit der Johannesgrotte zu besuchen.

Der Kirchenvater Irenäus (2. Jh. n. Chr.) schrieb, dass Johannes gegen Ende der Regierung Domitians seine Visionen auf der Insel Patmos erhalten hatte. Der römische Kaiser regierte von 81 bis 96 n. Chr.31 und entwickelte sich immer mehr zum Tyrannen. Ab 86 n. Chr. ließ er sich als Gott verehren und verfolgte die Christen, da sie sich weigerten, ihn anzubeten.32 Für die Gläubigen war die Offenbarung Ermutigung und Trost.

Johannes wurde aufgrund seines Bekenntnisses zu Jesus um 95 n. Chr. im Auftrag des Kaisers Domitian auf diese Insel verbannt.33 Die politischen Herrscher dachten, dass er an einem so abgelegenen Ort für immer verstummen würde. Doch es kam anders. Gott offenbarte sich ihm und die Vision des Johannes wird heute in der ganzen Welt gelesen. Jesus betonte, dass sich seine Worte über diesen Planeten ausbreiten würden: „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.“34 „Es wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt.“35 Durch die weltweite Verbreitung der Heiligen Schrift erfüllt sich diese Vorhersage. Die ganze Bibel oder Teile von ihr wurden in 3362 Sprachen übersetzt, damit können 96% der Weltbevölkerung ihre Botschaft lesen.36 Es gibt Verlage und Institutionen, die sich zum Ziel gesetzt haben, jedem Menschen zu ermöglichen, eine eigene Bibel in seiner Sprache zu lesen.37

Es liegt Gott etwas daran, dass seine Nachrichten zu uns gelangen. Er kann nicht zum Schweigen gebracht werden. Jesus drückt es provokant aus: „Wenn diese (Jünger) schweigen werden, so werden die Steine schreien.“38 Die ersten Christen haben nicht geschwiegen. Wovon man begeistert ist, das möchte man mit anderen teilen. Genauso wollen jene Menschen, die den Sinn des Lebens und Geborgenheit in Gott gefunden haben, ihre Freude weitergeben.

„Herr Jesus, du redest durch die Natur, durch Erfahrungen, durch Menschen und vor allem durch die Bibel. Du sorgst dafür, dass deine guten Nachrichten zu uns kommen. Hilf mir zu hören! Amen!“

HIMMLISCHE PAUSE

8. Schritt - Kapitel 1

10a Ich wurde vom Geist ergriffen am Tag des Herrn

Eine Expedition war durch einen dichten Dschungel unterwegs. Der Leiter der Gruppe wollte in einer bestimmten Zeit die Strecke bewältigen. Nach einigen Tagen des ständigen Marschierens streikten die Träger. Sie luden ihre Lasten ab und setzten sich nieder. Als sie aufgefordert wurden weiterzugehen, meinten sie: „Wir bleiben hier, bis unsere Seelen nachgekommen sind.“

Das Tempo und die Informationsdichte in unserem Alltag haben zugenommen. Fast jeden Tag liest und hört man von Stress und Burnout. Die Hälfte aller Krankenstände soll bereits auf psychische Überlastung zurückgehen. Johannes lebte in einer schwierigen Situation. Wenn man gefangen und verbannt ist, kann das sehr bald zu Problemen führen. Es können sich Entmutigung, Hoffnungslosigkeit und Depression breitmachen. Der Apostel erwähnte einen Tag in der Woche, an dem er eine besondere Gemeinschaft mit Gott hatte. Er schrieb, dass dieser Tag dem Herrn gehört.39 In der Bibel wird berichtet, dass es diese besondere Zeit seit der Schöpfung der Welt gibt. Gott ruhte, segnete und heiligte den siebenten Tag.40 In den Zehn Geboten wird dieser Ruhetag erwähnt: „Gedenke des Sabbattages. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun.“41 Gott setzte eine zeitliche Grenze zwischen Arbeit und Freizeit. Der biblische Ruhetag reicht von Freitag Sonnenuntergang bis Samstag Sonnenuntergang.42 Die anderen Wochentage waren Arbeitstage und wurden nummeriert aufgezählt43. Den Sonntag nannte man den „ersten Tag der Woche“44. Der Freitag war der sechste Tag oder Rüsttag, weil man sich auf den Ruhetag vorbereitete. Der Samstag war der Tag des Herrn oder Sabbattag.45 Jesus betonte den Sinn und die Gültigkeit des Ruhetages.46 Es ist heilsam, am Ruhetag die Arbeit sein zu lassen47, die Informationsflut zu stoppen, die Sorgen Gott zu übergeben und diesen Tag mit Freunden und Familie zu genießen. Das kann eine Vorbeugung gegen stressbedingte Krankheiten sein. Wir brauchen Ruhe von starker körperlicher und geistiger Arbeit und vor allem Zeit, Gott zu begegnen und dabei zu erfahren, dass wir in ihm geborgen sind. „Wer in Gottes Ruhe hineingekommen ist, wird sich von seiner Arbeit ausruhen, so wie auch Gott nach der Erschaffung der Welt geruht hat.48 So ist der Ruhetag ein Symbol der Erlösung49 und ein Bekenntnis zur Geborgenheit in Gott.

Am biblischen Ruhetag wurde Johannes vom Heiligen Geist ergriffen50 und erhielt die Visionen, die ihm deutlich machten, dass Gott einen Plan mit der Welt hat. Die Welt ist nicht dem Zufall oder allein dem menschlichen Wirken überlassen, sondern der Schöpfer wird alles zu einem guten Ende bringen. Sein Ziel ist, dass die Welt und seine Geschöpfe wieder zur Ruhe kommen.51 Der Ruhetag spricht von der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Denn er erinnert an den Ursprung unseres Lebens, an die Geborgenheit, die wir heute haben dürfen und weist auf den Frieden hin, den Gott mit der neuen Erde schenken wird.

„Herr Jesus, danke, dass du mich einlädst auszuruhen und loszulassen. Danke, dass ich an deinem Ruhetag meine Gedanken auf dich ausrichten darf. Danke für die Zeit, die du reserviert hast für meine Erholung, für meine familiären und freundschaftlichen Beziehungen und für die Begegnung mit dir. Amen!“

ENTSTEHUNG UND VERBREITUNG DER BIBEL

9.Schritt - Kapitel 1

10b und hörte hinter mir eine große Stimme wie von einer Posaune, 11 die sprach: Was du siehst, das schreibe in ein Buch und sende es an die sieben Gemeinden: nach Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamon und nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia und nach Laodizea.

Johannes bekam den Auftrag, die Visionen an sieben christliche Gemeinden in der westlichen Türkei zu schicken. Die Zahl „7“ bedeutet, dass hier die Gemeinde Gottes angesprochen wird und die Nachricht von Gott kommt. Ein Buch war damals eine Schriftrolle aus Pergament. Die speziellen Botschaften für die Gemeinden und die weiteren Visionen wurden durch Abschreiben vervielfältigt. Das handschriftliche Kopieren hatte eine große Bedeutung für die Verbreitung der Bibel.

Die Heilige Schrift ist in einem Zeitraum von 1600 Jahren entstanden und wurde von rund 40 Autoren geschrieben. Das Alte Testament besteht aus 39 Büchern, die in der Zeit von 1500 bis 400 v. Chr. in hebräischer und teilweise in aramäischer Sprache verfasst wurden.52

Wir haben insgesamt 6000 hebräische Handschriften.53 Das Alte Testament wurde von jüdischen Gelehrten genau abgeschrieben. Dies wurde durch die Funde der berühmten hebräischen Manuskripte vom Toten Meer 1947 bestätigt. In den bekannten Höhlen von Qumran fand man Schriftrollen, die ungefähr in der Zeit um 200 v. Chr. verfasst wurden. Ein Vergleich mit hebräischen Manuskripten aus dem 8. Jh. n. Chr. verblüffte die Fachwelt aufgrund der genauen Wiedergabe des Textes.54 Das Alte Testament wurde schon ab 400 v. Chr. in die aramäische, samaritanische und ab etwa 250 v. Chr. in die griechische Sprache übersetzt.55 Die zahlreichen Handschriften des Alten Testaments ermöglichen eine zuverlässige Wiedergabe des Textes, weil man sie miteinander vergleichen kann.

Die 27 Bücher des Neuen Testaments wurden zwischen 50 bis 100 n. Chr. verfasst. Nur jene Bücher bekamen einen Platz in der Bibel, die ein anerkannter Apostel oder ein Weggefährte der Apostel geschrieben hatte.56 Vom griechischen Text des Neuen Testaments liegen derzeit insgesamt 5400 Handschriften vor. Dazu kommen noch über 9000 Übersetzungen (lateinisch, syrisch, koptisch etc.) und 36.000 Bibelzitate in den Schriften der Kirchenväter aus den ersten Jahrhunderten n. Chr.. Von keinem Werk der Antike gibt es so viele Handschriften.57 Der bislang älteste Fund reicht in die ersten Jahrzehnte des zweiten Jahrhunderts zurück.58 Wir haben drei fast komplette Bibeln aus dem vierten Jahrhundert.59 Dabei muss man bedenken, dass diese Bücher von älteren Handschriften abgeschrieben wurden und diese wiederum von den ältesten vorhandenen Dokumenten, sodass wir in die Nähe der Originalschriften kommen.60

Mit der gesamten Bibel wurde auch die Offenbarung des Johannes vervielfältigt. Die rund 300 vorhandenen griechischen Handschriften der Apokalypse belegen, dass wir heute mit großer Sicherheit den Text lesen können, den Johannes damals an die sieben Gemeinden verschickt hat.61

„Herr Jesus, danke für die zuverlässigen Abschriften der Bibel. Du hast dafür gesorgt, dass uns deine Botschaft erreicht und wir darauf vertrauen können, in der Heiligen Schrift das zu lesen, was du uns sagen willst. Amen!“

EIN PERSÖNLICHER GOTT

10.Schritt – Kapitel 1

12 Und ich wandte mich um, zu sehen nach der Stimme, die mit mir redete. Und als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter 13 und mitten unter den Leuchtern einen, der war einem Menschensohn gleich, angetan mit einem langen Gewand und gegürtet um die Brust mit einem goldenen Gürtel. 14 Sein Haupt aber und sein Haar waren weiß wie weiße Wolle, wie der Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme 15 und seine Füße wie Golderz, das im Ofen glüht, und seine Stimme wie großes Wasserrauschen; 16 und er hatte sieben Sterne in seiner rechten Hand, und aus seinem Munde ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Angesicht leuchtete, wie die Sonne scheint in ihrer Macht.

Ein Vater wollte seinen Sohn länger beschäftigen, um etwas Ruhe zu genießen. Er zerschnitt eine alte Landkarte in viele Teile und gab ihm die Aufgabe, sie wieder zusammenzusetzen. Während der Bub sich an die Arbeit machte, las der Vater entspannt die Zeitung. „Papa, ich bin fertig!“ Verdutzt fragt der Vater: „Wie hast du das so schnell geschafft?“ „Das war ganz leicht! Auf der Rückseite ist ein großer Mann.“ Anstatt sich nach der Landkarte zu orientieren, nahm er die Abbildung einer Person, um das Puzzle zusammenzusetzen.

Der Glaube und die Bibel erscheinen mit ihren ungewohnten Begriffen und Informationen zunächst unverständlich. Wenn wir in den Schritten durch die Offenbarung all die vielen Details kennenlernen, wollen wir nicht aus den Augen verlieren, dass es vor allem um jemand geht, der uns heute persönlich begegnen will. Alles dreht sich um eine konkrete Person, die hört, redet und fühlt.

Schon die ersten, aber auch die letzten Sätze der Heiligen Schrift sprechen über einen persönlichen Gott und nicht bloß von einer göttlichen Energie oder Kraft: “Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“62 und „Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen!“63 Der erste Satz spricht von Gott als Schöpfer und der letzte Satz von Jesus als Erlöser. Zwischen diesen beiden Sätzen nimmt dieser Gott in der Bibel Gestalt an und wir können ihn immer besser kennenlernen.

Er ist Jesus Christus, der „Menschensohn“. Diese Ausdrucksweise spielt auf seine Menschwerdung an. Er ist bekleidet wie ein Priester des Alten Testaments.64 Dass sein Haar weiß wie Wolle dargestellt wird, ist nach dem Buch Daniel ein Zeichen seiner Göttlichkeit.65 Jesus hat Augen wie Feuer und es kommt ein scharfes Schwert aus seinem Mund. Das ist ein Hinweis, dass er als Richter gerecht urteilen wird. Jesus tritt hier als Mensch, Fürsprecher, Gott und Richter auf.

Jesus steht im Zentrum aller biblischen Bücher. Jesus sagte zu Theologen seiner Zeit: „Ihr forscht in der Schrift, weil ihr glaubt, dass sie euch das ewige Leben geben kann. Doch die Schrift verweist auf mich!“66 Das Alte Testament sagt voraus, dass er kommen wird.67