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Stefan Hensch

Der Gestrandete vom Planeten Errone: Die Raumflotte von Axarabor - Band 126

Der Gestrandete vom Planeten Errone: Die Raumflotte von Axarabor - Band 126


von Stefan Hensch


Der Umfang dieses Buchs entspricht 69 Taschenbuchseiten.


Zehntausend Jahre sind seit den ersten Schritten der Menschheit ins All vergangen. In vielen aufeinanderfolgenden Expansionswellen haben die Menschen den Kosmos besiedelt. Die Erde ist inzwischen nichts weiter als eine Legende. Die neue Hauptwelt der Menschheit ist Axarabor, das Zentrum eines ausgedehnten Sternenreichs und Sitz der Regierung des Gewählten Hochadmirals. Aber von vielen Siedlern und Raumfahrern vergangener Expansionswellen hat man nie wieder etwas gehört. Sie sind in der Unendlichkeit der Raumzeit verschollen. Manche errichteten eigene Zivilisationen, andere gerieten unter die Herrschaft von Aliens oder strandeten im Nichts. Die Raumflotte von Axarabor hat die Aufgabe, diese versprengten Zweige der menschlichen Zivilisation zu finden - und die Menschheit vor den tödlichen Bedrohungen zu schützen, auf die die Verschollenen gestoßen sind.

Der oberste neranische Psioniker bekommt von Kaiser Mohamed Al Faroukis einen heiklen Auftrag. Er soll das mysteriöse Feuer Otans bergen, ein unglaublich machtvolles Artefakt. Doch als das Raumschiff von seiner gefährlichen Mission zurückkehrt, existiert das Neranische Reich nicht mehr und die Besatzungsmitglieder stehen vor der vielleicht größten Herausforderung ihres Lebens.



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Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author/ 3000AD 123rtf STEVE MAYER

© Serienidee Alfred Bekker und Marten Munsonius

© dieser Ausgabe 2019 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

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1

Als Hugo Fagin die Einladung bekommen hatte, war klar gewesen, dass es sich keinesfalls um eine gewöhnliche Audienz bei seiner kaiserlichen Hoheit Mohamed Al Faroukis handeln würde. Entgegen dem üblichen Protokoll sollte Fagin den Kaiser des Neranischen Sternenreichs in dessen Privatgemächern treffen.

Und so war es dann auch gekommen. Jetzt saß er dem Regenten auf der Dachterrasse seines Sommerhauses gegenüber, während um sie herum halbnackte Schönheiten weilten. Fagin musste sich zusammenreißen, um seine Aufmerksamkeit auf seinen hochwohlgeborenen Gesprächspartner gerichtet zu lassen. Kaiser Al Faroukis war für seine besonderen Bedürfnisse im Zusammenhang mit Frauen durchaus nicht unbekannt.

Faroukis lehnte sich auf seinem Sessel zurück und grinste. „Keine falsche Zurückhaltung, Meister Fagin. Wenn Euch etwas gefällt, dürft Ihr es gerne kosten!“

Der Psioniker lächelte. Doch sein Gesicht wurde schnell wieder ernst, denn sein Blick fiel auf den nachtschwarzen Anhänger auf der Brust des Kaisers.

„Shunxit. Nehmt es nicht persönlich, Fagin. Ich erkenne die hohe Kunst der Psioniker an. Aber genau deshalb möchte ich mich vor diesen Kräften auch schützen!“

Fagin schwieg und presste die Lippen zusammen. Was sollte er dazu sagen? Der Stein verursachte bei ihm Übelkeit und blockte seine Kräfte völlig ab. Am liebsten hätte er deshalb den verdammten Shunxit von der Brust gerissen. Aber das war leider völlig unmöglich. „Das ist Euer gutes Recht, schließlich ist Euch nicht jeder Psioniker so wohlgesonnen wie ich!“

Al Faroukis sah den obersten Psioniker des Neranischen Sternenreichs mit einem merkwürdigen Blick an. Dann lächelte er. „Ich wusste, dass Ihr das verstehen würdet!“ Doch seine Augen straften seine Worte Lügen. Fagin ignorierte es einfach.

Al Faroukis griff zu einem Kristallkelch. Das edle Gefäß war bis zum Rand mit einem orangenen Wein von den sonnenverwöhnten Hängen des Scheine-Tals gefüllt. Seine Fingerkuppen spielten mit dem Rand und sein Blick wanderte in die Ferne.

In diesem Moment erschien eine barbusige Blondine mit gebräunter Haut und brachte auch Fagin ein entsprechendes Getränk. Als dieser sich mit einem Nicken bedankte, reagierte die Schönheit mit einem verheißungsvollen Lächeln.

„Habt Ihr schon von Otans Feuer gehört?“

Fagin wurde von der Frage völlig unvorbereitet getroffen. Aber als leitender Psioniker des Neranischen Sternenreichs war ihm dieser Begriff natürlich geläufig.

„Ein Elixier, das die Unsterblichkeit verspricht?“ Fagin machte eine Pause. „Ist das nicht nur primitiver Aberglaube?“

Der Kaiser nahm den Kristallkelch und schwenkte ihn leicht hin und her. Die dicke orangene Flüssigkeit setzte sich träge in Bewegung. „Letztlich ist doch in jedem Märchen auch ein winziges Kernchen von Wahrheit enthalten. Der Unterschied zwischen Wahrheit und Fiktion besteht manchmal nur aus dem Verhältnis zwischen Dichtung und Wahrheit.“

Fagin nippte an seinem eigenen Glas und genoss die kühle Frische des Weins. Seine Geschmacksnerven explodierten förmlich, denn einen ähnlichen Wein hatte er noch nie zuvor getrunken.

„Was genau verlangen Sie also von mir, Eure Hoheit?“

Al Faroukis leerte sein Glas und setzte es eine Spur zu hart auf den Tisch vor sich. „Ich will Otans Feuer, Meister Fagin. Brecht mit der ZORN VON NERAN ins Metros System auf und führt dort eine intensive Suche durch.“

Fagin sah den Kaiser schweigend an und dachte nach. Der Psioniker hatte Einblicke in die fundamentalsten Prinzipien dieses Kosmos bekommen, deshalb war ihm Angst fremd. Ebenso maß er Autoritäten keine besondere Relevanz mehr zu. Dies hatte er den Kaiser aber bis jetzt nicht spüren lassen, schließlich war er kein Idiot. Im ganzen Reich gab es keinen mächtigeren Mann, deshalb wollte es sich Fagin lieber nicht mit ihm verscherzen.

„Es soll Krieg geben, hört man“, sagte Fagin und spielte mit den Fingern an dem Glas vor sich herum.

Al Faroukis holte sich mit einem Wink ein Mädchen heran. Die langbeinige Schönheit stolzierte auf hohen Schuhen heran und nahm elegant neben dem Kaiser Platz. Auch diese junge Frau war barbusig und trug nur einen Minirock. Grinsend begann der Kaiser den Nacken der Frau zu streicheln. „Wir können dem Sternenreich von Axarabor nicht länger aus dem Weg gehen. Dauerhaft kann es deshalb nur ein einziges Sternenreich geben.“

Fagin nahm erneut einen Schluck Wein und dachte nach. Dabei spürte er zum wiederholten Male die Wirkung des schwarzen Steins. Er musste unbedingt herausfinden, wo diese verfluchten Steine herkamen. Ihre Präsenz vernebelten seine Fähigkeiten. Aber dennoch nahm er etwas anderes war. Es war das Energiefeld der Schönheit neben Al Faroukis. Etwas stimmte nicht mit dieser Frau.

„Was ist los mit ihnen, Meister Fagin?“

Der Psioniker griff zu seinem Gürtel und zog seine Waffe.

Die Wachen an der Tür sahen den Vorgang und schlugen Alarm. Der Kaiser hob beide Hände, doch Fagin hatte die Waffe nicht auf ihn gerichtet. „Sprecht! Was habt Ihr, Meister Fagin?“

„Sie ist eine Agentin des Sternenreichs von Axarabor!“

„Das ist eine dreckige Lüge“, schrie die junge Frau.

Die Augen des Kaisers verengten sich zu Schlitzen. „Gebt mir Eure Waffe“, sagte er leise.

Fagin nickte, drehte die Pistole und reichte sie Al Faroukis. Der Kaiser griff zu, richtete die Waffe auf die Frau neben sich und drückte ab.

Das Projektil trat vorn in die Stirn ein, durchschlug den Schädel der gutgebauten Blondine und trat an ihrem Hinterkopf aus, um dann schließlich noch in die Wand hinter der Frau steckenzubleiben.

Fagin sah Blut, Knochensplitter und Gehirnmasse. Die Frau war tot, daran konnte es keinen Zweifel geben.

„Du siehst, der Krieg hat schon lange begonnen und für eine politische Lösung ist es zu spät. Auch deshalb brauchen wir Otans Feuer. Damit können wir unsere Truppen auf dem Schlachtfeld unbesiegbar machen!“