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GegenStandpunkt 3-21


GegenStandpunkt 3-21

Politische Vierteljahreszeitschrift

von: GegenStandpunkt Verlag München

9,99 €

Verlag: Gegenstandpunkt
Format: EPUB
Veröffentl.: 15.09.2021
ISBN/EAN: 9783962214524
Sprache: deutsch
Anzahl Seiten: 128

Dieses eBook enthält ein Wasserzeichen.

Beschreibungen

Irgendein japanischer John Doe hatte mal eine Kritik am Geld. Nicht die, dass man als Ottonormalmensch immerzu zu wenig davon hat und lang und mühsam für es arbeiten muss, um es sich zu verdienen. Dass es mit seinen Kursschwankungen für den privaten Zahlungsverkehr nicht verlässlich funktioniert, ja ‚uns allen‘, die wir mit dem Geld zahlen und tauschen wollen, gar nicht richtig gehört, weil lauter Instanzen von der Zentralbank bis zum Spekulanten eingemischt sind und es missbrauchen – so lautete seine Kritik, und die Lösung war ganz einfach: Er erfindet im Internet an den verteufelten Instanzen vorbei ein freies Geld für freie Bürger und tauft es auf den Namen Bitcoin. Wenige Jahre später erklären einem die Börsenprofis aus Funk und Fernsehen, was für ein spannendes Anlageobjekt der Bitcoin mit seinen Kurssprüngen doch ist, von dem man als Ottonormalmensch allerdings besser die Finger lassen sollte. Wer hingegen genug Geld übrig hat, auf das er zum Bezahlen gerade nicht angewiesen ist, kann mit der Spekulation auf dieses seltsame Etwas, das der Finanzkritiker da in die Welt gesetzt hat, mit etwas Glück stinkreich werden. Offenbar ist das Geld doch für etwas anderes da, als die Kritiker des Staatsgeldes meinen. Die Karriere des Bitcoin von der digitalen Ausgeburt einer falschen Kritik am Geld des Staates hin zum Spekulationsobjekt erklärt unser Artikel.
*
Das deutsche Grundgesetz genießt einen durchgehend guten Ruf. Das ist eine super Sache, da sind sich alle politischen Lager von queer bis quer einig, wenn sie sich für ihre Anliegen auf es berufen. Dem tut es keinen Abbruch, dass die Allermeisten sich auf Nachfrage hart damit tun würden, mehr über den Inhalt seiner 146 Artikel kundzutun als ausgewählte Kalauer an Grundrechten aus den ersten paar Seiten. Die restlichen 130 Artikel spielen für den guten Ruf des Grundgesetzes offenbar keine Rolle. Kein Wunder, denn spätestens dieser große Rest beweist das glatte Gegenteil dessen, wovon das Lob dieses Schriftstückes lebt: Die Satzung des Staates präsentiert die bis ins Kleinste geregelten Organisationsfragen einer politischen Monopolgewalt, die sich außerdem die Ideologie schuldig ist, die das Grundgesetz in seinen ersten Artikeln elaboriert und die ihm seinen unverdienten Ruf einträgt: Das Volk höchstselbst habe sich hier eine Verfassung gegeben und den Staat als Diener am Volkswillen über sich installiert.
*
Dass Russland ein Problem für uns, den Westen, ist, hört man jeden Tag. Putins Russland, eine Mischung aus zaristisch-sowjetischem Alt- und kaltem geostrategischen Neo-Imperialismus, wird immer aggressiver und kriegerischer. Dagegen gilt es sich zu verteidigen. Die politischen und militärischen Aktivisten dieses Feindbildes widerlegen es mit ihrer praktizierten Feindschaft jeden Tag. Ihren Worten und Taten ist durchaus zu entnehmen, dass Amerikas Programm nicht darin besteht, sich gegen ein immer übergriffigeres Russland zur Wehr zu setzen, sondern darin, es als rivalisierende, ja überhaupt als respektable Macht endlich loszuwerden. Dazu betreiben alte wie neue US-Präsidenten Gipfeltreffen und Rüstungsdiplomatie und unterhalten mit der kaputtgewirtschafteten Ukraine einen Vorposten ihrer ausgreifenden strategischen Einkreisung Russlands.
Was Deutschland bewegt
(1) Anlässlich der Bild-Hetze zum Krieg zwischen Hamas und Israel
Anmerkungen zum allgemeinen Verhältnis von Krieg, Kriegsmoral und Kriegsöffentlichkeit sowie zu einer deutschen Besonderheit
(2) Schämen mit Heiko Maas für die Massaker an den Herero und Nama – eine Glanzleistung patriotischer Moral
(3) Der Mietendeckel
(4) Inflation und Inflation
(5) Mindestlohn für häusliche Pflege
(6) Schon wieder „Lokführer gegen alle“
Ein „Lehrstück über die Rolle von Gewerkschaften“
Ein Rettungsplan für die Meyer-Werft: Noch so ein Lehrstück
(7) Noch ’ne Lehre aus dem Wahlkampf
Sachthema: Klimawandel

Das Grundgesetz – die Satzung des Staates
I.Die Selbstorganisation der souveränen Gewalt
Scheingründung des Staates oder: Trennung der Herrschaft vom regierten Volk
Ermächtigung und Beschränkung der Inhaber der Macht: Herrschaft als Amt
Die herrschaftliche Produktivkraft geteilter Gewalten
Föderalismus – Staatsaufbau von unten für Legitimation und Durchgriff der Staatsmacht von oben
Die Indienstnahme der Regierten für die Ermächtigung des Herrschaftspersonals
Eine notwendige Ergänzung: der staatliche Notstand
II. Die Grund- und Menschenrechte: Was die Bürger dürfen, also müssen
Die Würde des Menschen
Freiheit
Gleichheit
Eigentum
Zur Freiheit en gros kommen die vielen Freiheiten en détail

Eine falsche Kritik am Geld des Staates wird im Internet praktisch, erfindet sich ihr eigenes Geld und macht Karriere als Spekulationsobjekt
Bitcoin – „freies Geld“ für freie Bürger
Das vorläufig Letzte aus der Welt kryptographischer Verschlüsselungen
1. Der Ausgangspunkt: Institutionalisierter Vertrauensmissbrauch im eingerichteten Geldverkehr und seine Behebung im Internet
2. Der Bitcoin, wie man sich ihn verdient und was man mit ihm hat: Eine selbstgemachte Fiktion von Geld als Geldersatz, die Selbstbeglaubigung ihres Funktionierens als Methode des Geldverdienens, eine Apotheose der eigenen Freiheit & Privatheit
3. Eine heiße Frage als Intermezzo: Wenn überhaupt etwas – was ist ein Bitcoin eigentlich wert und warum und wann genau ist er das?
4. Die Krone der Schöpfung aus dem Internet: Die Wertschätzung der Geldfiktion in der Welt des wirklichen Geldes

Wie die Ukraine die Szenerie eines drohenden Kriegsausbruchs produziert und die Welt um eine neue Anklage gegen Russland bereichert
Russland antwortet
Die öffentliche Berichterstattung zur Krise: Die Kunst des Wegignorierens
Eine Strategie besonderer Art
Ein failed state tritt die Flucht nach vorn an
Aber USA und NATO verordnen der Ukraine eine Détente
Die Fronten bleiben

Gipfeltreffen zwischen Biden und Putin
Diplomatie mit einem Staat, dem man jeden Respekt verweigert

Rüstungsdiplomatie unter Trump und Biden: INF, Open Skies et al. gekündigt, New START verlängert
Fortschritte in der amerikanischen Friedens­politik gegen den Rivalen in Moskau
I. Bilanz der Trump’schen Friedenspolitik
1. Kündigung des INF-Abkommens – neue Freiheiten für die Weltmacht auf dem Kriegsschauplatz Europa
2. Kündigung des Missile Technology Control Regime (MTCR)
3. Absage an den Nuclear Test Ban Treaty (NTBT)
4. Kündigung des Open-Skies-Abkommens – der Offene Himmel verträgt sich nicht mit den Kriegsvorbereitungen der USA – Kriegsschauplatz Europa II
II. Trumps Verhandlungen über New START – eine „neue Ära der Rüstungskontrolle“
III. Biden rettet New START – als strategischen Baustein seiner unversöhnlichen Feindschaft gegen Putins Russland
Irgendein japanischer John Doe hatte mal eine Kritik am Geld. Und zwar die, dass es ‚uns allen‘, die wir mit dem Geld zahlen und tauschen wollen, gar nicht richtig gehört, weil es von lauter Instanzen von der Zentralbank bis zum Spekulanten missbraucht wird – so lautete seine Kritik, und die Lösung war ganz einfach: Er erfindet im Internet an den verteufelten Instanzen vorbei ein freies Geld für freie Bürger und tauft es auf den Namen Bitcoin. Wenige Jahre später erklären die Börsenprofis aus Funk und Fernsehen, was für ein spannendes Anlageobjekt dieses seltsame Etwas doch ist...
Das deutsche Grundgesetz genießt einen durchgehend guten Ruf. Alle politischen Lager berufen sich für ihre Anliegen auf es. Dass die Allermeisten sich auf Nachfrage hart damit tun würden, mehr über den Inhalt seiner 146 Artikel kundzutun als ausgewählte Kalauer an Grundrechten aus den ersten paar Seiten, macht nichts. Die restlichen 130 Artikel spielen für den guten Ruf des Grundgesetzes offenbar keine Rolle. Dabei beweist spätestens dieser große Rest das glatte Gegenteil dessen, wovon das Lob dieses Schriftstückes lebt: Die Satzung des Staates präsentiert die bis ins Kleinste geregelten Organisationsfragen einer politischen Monopolgewalt, die sich zuletzt noch die Ideologie schuldig ist, das Volk höchstselbst habe sich hier eine Verfassung gegeben und den Staat als Diener am Volkswillen über sich installiert.

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