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1. Auflage

Originalausgabe

© 2017 Kailash Verlag, München

in der Verlagsgruppe Random House GmbH,

Neumarkter Straße 28, 81673 München

Lektorat und Bildredaktion: Ute Heek

Umschlaggestaltung und Layout: ki 36 Editorial Design, Daniela Hofner München

Umschlagmotiv: Nina Siber

Satz und E-Book Produktion: Satzwerk Huber, Germering

ISBN 978-3-641-20657-4
V001

www.kailash-verlag.de

Für Mama und Christoph, meine geliebten Eltern.

INHALTSVERZEICHNIS

AUF DEN EIGENEN BAUCH HÖREN

WIR SIND, WAS WIR ESSEN

Wer ist eigentlich dieser »Stoffwechsel«, von dem alle reden?

Was braucht unser Gehirn, um zu funktionieren?

Was passiert im Gehirn, wenn wir essen?

Hungrig oder satt sein

Bauch und Kopf kommunizieren: Die Darm-Hirn-Achse

DIE DARMFLORA – EIGENES ÖKOSYSTEM UND WICHTIGE VERBÜNDETE FÜR GUTE LAUNE

Darmbakterien – Die Stimmungskanonen

Wer oder was beeinflusst die Darmflora sonst noch?

Ernährung

Stress

UNSER IMMUNSYSTEM – DER CLUB MIT DER HÄRTESTEN TÜR

Wie redet das Immunsystem bei unserer Stimmung mit?

Essen fürs Immunsystem

Fett – aber richtig

Wertvolles Eiweiß

Stärkende Ballaststoffe

Schützende Vitamine und Mineralstoffe

Probiotika – wirklich so toll!?

Sekundäre Pflanzenstoffe lieben auch uns Menschen

SEROTONIN UND SEINE FREUNDE

Was beeinflusst den Serotoninspiegel?

Nahrung und warum Süßigkeiten glücklich machen

Keine Nahrung – Fasten macht auch gute Laune

Ab in die Sonne und bewegen!

WENN DIE KOMMUNIKATION NICHT KLAPPT

Der übersensible Reizdarm

Die Sache mit den Lebensmittelunverträglichkeiten

Oft mit im Gepäck: Die (Erschöpfungs-) Depression

WIE MACHT WELCHES ESSEN GLÜCKLICH?

Ich will Spaß beim Essen!

Was steckt von Natur aus Tolles drin in unserem Essen und wofür ist es gut?

Die Makronährstoffe aus der Chefetage

Die Mikronährstoffe – scheinbar kleine Rädchen

Die Helferlein

IN 11 SCHRITTEN GLÜCKLICHER UND GESÜNDER – LOS GEHT’S

Spezial-Tipps für gesunde, glückliche Bäuche und Köpfe

Die glücklich machenden Lebensmittel im Überblick

REZEPTE, DIE GLÜCKLICH MACHEN

Ballastoffbrot

Cremiger grüner Smoothie

Süßkartoffel-Paprika-Suppe

Kartoffelsalat mit Belugalinsen

Carrotcake-Porridge

Bunte Hirse-Schüssel

Overnight Oats

Früchtebrot

Müsliriegel (roh oder gebacken)

Buchweizensalat

Linsenbolognese

Weiterführende Literatur und Quellen

Auf den eigenen Bauch hören

Vor ein paar Jahren hatte ich eine richtig beschissene Zeit. Sorry, aber manchmal muss man die Dinge eben beim Namen nennen. Nach einer wunderschönen Kindheit und Jugend voller Liebe und gutem, gesundem Essen ging ich meiner eigenen Wege, studierte und fing an zu arbeiten. Lauter neue Aufgaben und Erfahrungen prasselten auf mich ein, und ich versuchte, alles perfekt zu machen. Manchmal ist mir das gelungen und das machte mich stolz. Aber bei all der Aufregung verlor ich mich dabei selbst ziemlich schnell aus den Augen. Mein Job, meine Kunden, meine Projekte, all das stand klar ganz oben auf meiner Prioritäten-Liste. Essen beschränkte sich damals nur auf die reine Nahrungsaufnahme und war lediglich dazu da, möglichst schnell meinen Hunger zu stillen. Für so etwas wie Sport hatte ich weder Lust noch Zeit. Aus der fröhlichen, unbeschwerten Steffi wurde eine immer gestresste, genervte Marketing-Tante, die jedem gefallen wollte. Dass ich mit dieser Lebensführung komplett falschlag, merkte ich erst, als mein Körper immer mehr meckerte. Ich hatte über die Jahre einige Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten angehäuft, regelmäßig Bauchkrämpfe, Durchfall, fühlte mich ständig aufgebläht, war nach Feierabend total antriebslos und heulte oft einfach nur noch drauflos. Trotzdem wollte ich »die Zähne zusammenbeißen« und nahm all diese Signale lange Zeit nicht ernst!

Das endete leider so: Bauchspeicheldrüsenentzündung plus Magenschleimhautentzündung, Erschöpfungsdepression, Jobwechsel, zwölf Kilo weniger, ich vertrug schließlich nichts mehr außer Kartoffeln und Karotten. Daneben absolvierte ich einen Ärztemarathon, hatte mehrere Zusammenbrüche, wurde wiederholt krankgeschrieben, schließlich: Totalausfall. Sowohl mein Kopf als auch mein Bauch streikten. Völlig zu Recht, denn »Shit in – shit out!« rächte sich nun eben. Ich machte eine Verhaltenstherapie, nahm eine Auszeit.

Der kluge Leser denkt sich jetzt bestimmt: Sie lacht so glücklich und entspannt auf dem Cover – irgendetwas muss sie danach richtig gemacht haben. Und genau so ist es! Irgendwann landete ich glücklicherweise bei einer Ärztin, die mich nur kurz anschaute und sofort krankschrieb. Sie diagnostizierte eine Erschöpfungsdepression und verordnete mir dagegen erst mal ganz viel Vitamin C, warme, leichte Speisen und reichlich Sonne. Ich war ziemlich irritiert, wie sich mein »Problem im Kopf« nun vor allem durch die Ernährung bessern sollte. Aber die Ärztin hatte sich neben der Schulmedizin in TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) ausbilden lassen, und ich vertraute ihr einfach, fühlte mich wohl bei ihr. Ich hatte ein gutes Bauchgefühl…

Was folgte, war ein langer, echt anstrengender Weg. Es ging mir zwar irgendwann besser, da der Druck des Arbeitsalltags wegfiel, aber ich war noch immer antriebslos, wollte nicht rausgehen und hatte Probleme mit dem Essen. Ich fing an, Bücher zu lesen, im Internet zu recherchieren, gesund zu kochen und rumzuexperimentieren. Irgendwann stellten sich erste kleine Erfolge ein, und ich fühlte mich körperlich und seelisch langsam wohler. Ich war besser gelaunt, fing an, mich immer mehr für Ernährung zu interessieren, denn ich wollte wissen, was da bei mir gerade passierte. Woche für Woche ging es weiter bergauf und nach einer vierwöchigen Reise mit dem Zelt durch Skandinavien (der innere Antrieb war wieder da!) setzten sich die Puzzleteile in meinem Kopf zusammen: Ich beschloss, Ernährungsberatung zu studieren. Wieder daheim, nahm ich einen Teilzeitjob in einem schönen Laden an, begann mein Fernstudium und startete meinen eigenen Blog mit Rezepten, Tipps und Wissen rund um die Ernährung für alle, die Lust auf lecker und gesund haben oder durch Allergien oder Unverträglichkeiten eingeschränkt sind. Das positive Feedback zu meinem Blog, die zahlreichen Zuschriften freuen mich noch immer jeden Tag. Unglaublich, wie offen mir viele Leser ihre Lebensgeschichte erzählen, um Rat fragen und begeistert meine Rezepte nachkochen.

Da merke ich jedes Mal, wie viele Menschen es da draußen gibt, denen es genauso geht wie mir, und wie schön es ist, Leute zu motivieren und ihnen die Angst vor Erschöpfungszuständen, Unverträglichkeiten und dem Essen zu nehmen.

Meine Einstellung zur Ernährung hat sich komplett geändert. Essen ist heute etwas, das mir Kraft gibt, das Spaß macht und mir großen Genuss bereitet, ein Hebel für gute Laune. Und das alles sogar, obwohl ich immer noch einige wenige und leichtere Unverträglichkeiten habe. Ich folge keinen Ernährungstrends, bewege mich nicht in Bereichen, die mit »low«, »high« oder »no« betitelt sind, sondern will einfach bewusst und balanciert essen. Ohne strengen Dogmen oder Extremen gehorchen zu müssen. Ich achte nicht auf Kalorien, sondern darauf, dass ein Lebensmittel möglichst viel enthält, das mir guttut (also Nährstoffe, die mein Körper braucht). Und ich betrachte keine Mahlzeit als »Sünde«, sondern genieße zwischendurch auch mal sogenanntes ungesundes Essen, wenn mir danach ist.

Damit lebe ich nun schon seit ein paar Jahren richtig glücklich und gesund. Klar, ich bin weder Medizinerin noch Psychologin, und weltweit forschen zahlreiche hoch spezialisierte Wissenschaftsteams zu unterschiedlichsten Fragen der Ernährung und Gesundheit zu noch so vielen Ungereimtheiten. Aber ich möchte euch trotzdem schon jetzt von der wunderbaren Wechselwirkung von Ernährung und guter Laune erzählen, von meinen ganz persönlichen Erfahrungen. Ich möchte euch auf einfache, verständliche Art als ausgebildete Ernährungsberaterin davon berichten, was man schon weiß, und zwar so, dass echt jeder und jede von euch mitkommt, ohne großartiges Vorwissen. Ohne komplizierte Fremdwörter, eher unterhaltsam und leichtfüßig werde ich euch einfache Anregungen für den Alltag geben. Ich will Mut machen und motivieren, an die Hand nehmen und konkrete Tipps und Ideen liefern, wie wir unser Leben gesünder und energiegeladen genießen können. Los geht’s auf die Reise durch unseren Körper!