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Vollständige eBook-Ausgabe der im Copress Verlag erschienenen
Printausgabe (4. Auflage 2012; ISBN: 978-3-7679-1080-5).

Lektorat und Bildredaktion: Pierre Sick

Alle Abbildungen: SVEN SIMON

Redaktionsschluss: 1. August 2012

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese
Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie;
detaillierte bibliografische Daten sind im Internet
über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

© 2012 Copress Verlag

in der Stiebner Verlag GmbH, München

Alle Rechte vorbehalten.

Wiedergabe, auch auszugsweise,

nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags.

Gesamtherstellung: Stiebner, München

ISBN 978-3-7679-1085-0

www.copress.de

Inhalt

Zu diesem Buch

Tor! Tor! Tor!

Spiele

Wettbewerbe

Teams

Bosse

Fairplay

Fans

Geld

Stars und Sternchen

Zu diesem Buch

Schneller, weiter, höher – das Streben nach Bestleistungen ist seit der Antike die Antriebsfeder des Sports. Im Fußball geht es jedoch nicht unbedingt darum, Bestmarken zu übertreffen. Es genügt, einen Treffer mehr als das gegnerische Team zu erzielen. Rekorde und Superlative ergeben sich dabei von selbst. Angefangen bei den Toren: Wer hat die meisten erzielt? Wer die wenigsten zugelassen? Nach wie vielen Sekunden fiel der schnellste Treffer? Welcher Verteidiger verursachte die meisten Eigentore? Wer ist der treffsicherste Elfmeterschütze? Auf diese und viele weitere Fragen versucht das vorliegende Buch eine Antwort zu geben.

Aufgelistet werden jedoch nicht nur dürre Zahlen und Statistiken. Denn der Begriff »Rekord« beinhaltet viel mehr. Er stammt vom lateinischen Verb »recordari«, was so viel bedeutet wie »sich merken« oder »sich erinnern«. So werden in diesem Buch unter anderem auch Spiele aufgelistet, die erinnerungswürdig sind – im positiven wie im negativen. Das spannendste, langweiligste oder hässlichste Spiel zu küren, ist jedoch kein leichtes Unterfangen. Wer eine Auswahl trifft, löst automatisch Kritik aus – davon kann jeder Trainer ein Liedchen singen. Denn wer sich für etwas entscheidet, spricht sich gleichzeitig gegen etwas anderes aus. Wir haben trotzdem versucht, die schönsten Tore, die verrücktesten Präsidenten oder die größten Transferflops zu küren, mit einem Augenzwinkern und im Wissen darum, dass es sich um eine Spielerei handelt, die alles andere als objektiv ist.

Auch in anderen Bereichen ist es schwierig, hieb- und stichfeste Beweise für die Einzigartigkeit eines Vorfalls oder einer Leistung aufzutreiben. Trotz intensiven Recherchen fand sich beispielsweise kein europäischer Trainer, der häufiger entlassen wurde als Peter Neururer. Auch dürfte es schwierig sein, eine dreistere Ausrede vorzubringen als Mohamed Sissoko, der sein Schwänzen des Trainings mit einem Länderspieleinsatz für Mali gegen Kenia begründete – einem Spiel notabene, das gar nicht stattgefunden hatte.

Sissoko wurde denn auch aufgenommen in dieses Buch, in dem über zweitausend Höchstleistungen, Superlative und Einzigartigkeiten aus der Welt des Fußballs zusammengetragen sind. Im Vergleich zur zweiten Ausgabe, die vor drei Jahren erschien, gab es zahlreiche Neuerungen. Der Ägypter Ahmed Hassan beispielsweise stellte einen neuen Länderspiel-Rekord auf. Der Italiener Antonio Martorella erzielte im Mai 2012 einen Treffer für den Provinzklub Torre Alex Cepagatti, womit er zum einzigen Fussballer avancierte, der in jeder Spielklasse seines Landes mindestens einmal als Torschütze in Erscheinung trat. Damit sicherte er sich ebenso einen Eintrag in diesem Buch wie Alania Wladikawkas. Der russische Verein schaffte das Kunststück, sich für den Europapokal zu qualifizieren, ohne ein einziges Tor erzielt zu haben. Während es an dieser Tatsache nichts zu rütteln gibt, sind andere Beurteilungen und Wertungen des Autors durchaus diskussionswürdig. Damit sind wir wieder beim Wesen des Fußballs. Denn dieser lebt nicht in erster Linie vom Streben nach Rekorden, sondern von den Diskussionen um das Geschehen auf und neben dem Platz.

Omar Gisler

Castel San Pietro, im Juni 2012

Tor! Tor! Tor!

Die elf schönsten Tore

1. Diego Armando Maradona,
Argentinien – England, 1986

Das »Tor der Tore« erzielte der Argentinier Diego Armando Maradona am 22. Juni 1986 im WM-Viertelfinale gegen England. Jeder Fußball-Fan hat die zehn Sekunden in Erinnerung, in denen Maradona in der eigenen Platzhälfte mit einer Drehung zwei Gegenspieler aussteigen ließ und daraufhin zu einem Solo mit elf Ballberührungen ansetzte. Die Engländer Beardsley, Reid, Butcher, Fenwick und Torwart Shilton versuchten vergeblich, ihn zu stoppen.

Bei einer Internet-Umfrage der FIFA wurde Maradonas Treffer mit großem Abstand zum schönsten Tor in der Geschichte der WM gewählt. Auch eine 13-köpfige Jury der italienischen Tageszeitung »La Repubblica« kürte den Sololauf zum Tor des Jahrhunderts (dem Gremium gehörten Experten wie Giovanni Trapattoni, Paolo Maldini, Christian Vieri und Pierluigi Collina an).

Das erstaunlichste an diesem Tor enthüllte Maradonas Mitspieler Jorge Valdano Jahre später in einer Kolumne in der spanischen Zeitung »El País«: »Diego erzählte mir unmittelbar nach dem Spiel, als er noch keine TV-Bilder gesehen hatte, dass er mir den Ball habe zuspielen wollen. Aber er habe keine Lücke gefunden.« Auf Valdanos ungläubige Blicke antwortete Maradona: »Du bist parallel zu mir auf der Höhe des zweiten Pfostens gelaufen. Aber ich konnte dir nicht passen.« Valdano schreibt, dass er die Szene tausend Mal analysiert habe. Womit ihn Maradona gesehen hat, ist ihm bis heute schleierhaft. »Die Augen können es nicht gewesen sein.«

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Der krönende Abschluss: Diego Maradona schießt den Ball im Fallen ins Tor, nachdem er zuvor fünf Engländer hatte stehen lassen.

Ein anderer Aspekt gibt Valdano ebenfalls Rätsel auf. So habe Maradona in der Kabine erzählt, dass er ursprünglich den zweiten Pfosten anvisiert habe. Doch dann sei ihm während des Dribblings in den Sinn gekommen, dass er sieben Jahre zuvor bei einem Freundschaftsspiel gegen England im Wembley-Stadion in einer ähnlichen Situation das weite Ecke knapp verfehlt habe. Deshalb habe er sich entschlossen, Torhüter Shilton zu umspielen. Wie Maradona bei seinem Sololauf Zeit zum Nachdenken fand, kann sich Valdano nicht erklären. Sein Fazit: »In diesen zehn Sekunden war die fußballerische Intelligenz absolut frei.«

2. Pelé, Fluminense – Santos, 1961

Das vermutlich schönste seiner insgesamt 1281 Tore erzielte Pelé am 5. März 1961 beim 3:1-Sieg von Santos gegen Fluminense. Nachdem er im eigenen Strafraum den Ball erobert hatte, setzte er zu einem Sololauf über 70 Meter an. Sechs Fluminense-Spieler – Valdo, Edmilson, Clóvia, Altair, Pinheiro und Jair Marinho – versuchten vergeblich, ihm das Leder abzujagen. Zu guter Letzt umspielte er elegant Nationaltorwart Castilho. Am Tag danach wurde im Maracaná-Stadion eine bronzene Tafel montiert: »Am 5. März 1961 schoss Pelé das schönste Tor, das je in diesem Stadion erzielt wurde.«

3. Zico, Kashima Antlers –
Tohoku Sendai, 1993

Der Brasilianer Zico von den Kashima Antlers schoss 1993 im Finale der japanische Meisterschaft gegen Tohoku Sendai das schönste Tor seiner Karriere. Der Ball wurde von der rechten Seite in den Strafraum geflankt. Zico rannte los. Als er merkte, dass der Ball hinter ihm auf den Rasen fallen würde, schlug er einen Salto. In der Luft schwebend, mit dem Gesicht nach unten, trat er den Ball mit der Hacke. Das war ein umgekehrter Fallrückzieher.

4. Fritz Walter, Wismut Karl-Marx-Stadt –

1. FC Kaiserslautern, 1956

Bei einem Freundschaftsspiel am 6. Oktober 1956 zwischen Kaiserslautern und dem frisch gekürten DDR-Meister Wismut Karl-Marx-Stadt (5:3) hatte Fritz Walter zu früh zum Flug angesetzt, um eine Flanke mittels Hechtkopfball ins Tor zu befördern. Bäuchlings in der Luft liegend, erwischte er den Ball mit der Hacke. Genau auf dem Fersenrücken kam die Lederkugel auf, beschrieb eine hohe Bogenlampe ins rechte obere Eck, unerreichbar für Torwart Steinbach. Lang gestreckt landete Walter auf dem Rasen, sah den Ball im Netz zappeln, hörte den Aufschrei der 100 000 Zuschauer im Leipziger Zentralstadion. »Es war das schönste Tor meiner Karriere«, sagte Fritz Walter später. »Ab und zu hatte ich das im Training aus Spaß probiert. Im Spiel war mir das aber noch nie gelungen.«

5. Garrincha, Brasilien –
AC Fiorentina, 1958

Vor der WM 1958 in Brasilien bestritt die brasilianische Nationalelf ein Testspiel gegen die AC Fiorentina. Rechtsaußen Garrincha drang in den Strafraum ein und dribbelte dort der Reihe nach drei italienische Verteidiger aus. Als er auch den Torwart verladen hatte, stellte er fest, dass noch ein gegnerischer Verteidiger auf der Torlinie stand. Garrincha tändelte, zögerte, tat dann so, als wolle er den Ball ins Eck schießen – der bemitleidenswerte Verteidiger sprang mit dem Kopf gegen den Pfosten. Da fing der Torwart wieder an, Ärger zu machen. Garrincha spielte ihm den Ball zwischen den Beinen durch ins Tor. Danach nahm er den Ball unter die Arme und brachte ihn unter dem Beifall des Publikums an den Mittelkreis zurück. Bei der WM in Schweden wurde Brasilien Weltmeister.

6. Klaus Fischer,
Deutschland – Schweiz, 1977

Die Schalke-Ikone Klaus Fischer traf am 16. November 1977 im Länderspiel gegen die Schweiz per Fallrückzieher zum 1:0. Waagrecht mit dem Rücken zum Tor in der Luft liegend visierte er eine Flanke von Abramczik an, riss den rechten Fuß hoch und traf den Ball voll. Torhüter Burgener sah gebannt zu, wie das Leder ins Netz flog, und Fischers Gegenspieler Bizzini meinte anschließend: »Phantastisch – so ein Tor habe ich noch nie gesehen.« Die Zuschauer der ARD wählten diesen Treffer zum »Tor des Jahres«, zum »Tor des Jahrzehnts« und schließlich sogar zum »Tor des Jahrhunderts«.

7. Marco Van Basten,
Niederlande – Sowjetunion, 1988

Am 25. Juni 1988 um 16.44 Uhr erlebte die Europameisterschaft im Münchner Olympiastadion ihren Höhepunkt: Arnold Mühren, der 37-jährige Senior im Team von Holland, schlug von der linken Seite einen Pass über vierzig Meter Richtung Strafraum der Sowjetunion. Dort stand Marco Van Basten in schier unmöglichem Winkel zum Tor. Doch dieser fackelte nicht lange: Er nahm den Ball direkt aus der Luft und drosch ihn aus 14 Metern ins Tor – 2:0 für Holland. »So ein Tor schießt man als Fußballer nur einmal im Leben«, sagte Bondscoach Rinus Michels.

8. Roberto Carlos,
Frankreich – Brasilien, 1997

Der 1,63 Meter kleine Brasilianer Roberto Carlos setzte 1997 beim Tournoi de France sämtliche ballistischen Gesetze außer Kraft. Sein Bananenfreistoß um die französische Vier-Mann-Mauer wechselte zweimal die Richtung und erreichte eine Geschwindigkeit von 150 Stundenkilometern, ehe er im Tor des verdutzten Fabien Barthez einschlug. Roberto Carlos erzielte in seiner Karriere noch mehrere Freistoßtore. Doch ein solcher Kunstschuss gelang ihm nie mehr.

9. Diego Armando Maradona,
Argentinos Juniors – River Plate, 1972

Diego Maradona war gerade zwölf und der jüngste auf dem Platz, als er im Endspiel des Evita-Turniers gegen die Junioren von River Plate ein unglaubliches Tor erzielte. Er hatte den Ball vom eigenen Torwart bekommen. Zum Auftakt trickste er den gegnerischen Mittelstürmer aus. Dann spurtete er los. Mehrere Spieler versuchten vergeblich, ihn zu stoppen. Einem spielte er den Ball über den Kopf, dem anderen zwischen den Beinen hindurch, den dritten umspielte er mit einem Hackentrick. Dann ließ er die Verteidiger stehen und den Torwart zu Boden gehen und spazierte gemütlich mit dem Ball ins Tor. Sieben Gegner hatte er ausgespielt. Das ganze Land bekam die Heldentat mit, denn Maradonas Team Los Cebollitas (»die Zwiebelchen«) von den Argentinos Juniors war über hundert Spiele lang ungeschlagen geblieben und hatte dadurch die Aufmerksamkeit der Medien auf sich gezogen. »Wenn ich nach einem Vorgänger für das berühmte Tor suche, das ich gegen die Engländer gemacht habe, dann war es dieses; ich habe sieben Gegenspieler umspielt und ihnen das Ding reingesetzt«, schreibt Maradona in seiner Autobiographie »Yo soy el Diego«.

10. Jay Jay Okocha,
Eintracht Frankfurt – Karlsruher SC, 1993

Die Begegnung zwischen Eintracht Frankfurt und dem Karlsruher SC vom 31. August 1993 war fader Bundesliga-Durchschnitt – bis auf den Treffer zum 3:1-Endstand von Jay Jay Okocha in der 87. Minute. Der eingewechselte Nigerianer kam nach einem Konter im Strafraum der Badener an den Ball, wurde jedoch von Keeper Oliver Kahn Richtung Grundlinie abgedrängt. Chance vertan, maulten einige. Doch es war der Beginn eines unvergesslichen Dribblings, das vom Fachblatt »Kicker« später als »Wahnsinnstanz« bezeichnet wurde. Der 20-jährige Okocha hielt mit etlichen Haken, Finten und angetäuschten Schüssen die KSC-Verteidiger Bilic, Reich und Schmidt zum Narren, ehe er Kahn mit einem lässigen Schuss vom Elfmeterpunkt aus bezwang. Nicht nur die Fans im Waldstadion waren aus dem Häuschen, sondern auch SAT1-Reporter Jörg Dahlmann. »Liebe Zuschauer! Die Zeit für meinen Bericht ist zwar abgelaufen, aber egal. Ich zeig’ Ihnen dieses Tor jetzt noch hundertmal. Sollen sie mich rausschmeißen deswegen«, rief Dahlmann ins Mikrofon.

11. Stanley Mortensen,
Italien – England, 1948

Der englische Angreifer Stanley Mortensen traf am 16. Mai 1948 im Freundschaftsspiel gegen Italien in der vierten Minute aus einer unmöglichen Position. Sein Gegenspieler Grezar hatte ihn bis auf die Grundlinie abgedrängt und dachte, der Ball rolle ins Aus. Mortensen nutzte diese Unaufmerksamkeit. Sein Schuss von der Grundlinie der Strafraumgrenze schlug im nahen Lattenkreuz ein, obwohl Torhüter Bacigalupo die entsprechende Ecke abdeckte. Mortensen wollte nichts von einem Zufallsprodukt wissen. Er habe in England schon öfter von der Grundlinie aus getroffen, diktierte er den italienischen Journalisten nach dem Spiel in die Notizblöcke.

Das erste Tor

Das erste »offizielle« Tor in der Geschichte des Fußballs erzielte ein gewisser Jarvis Kenrick. Der spielte für die Clapham Rovers, die am 11. November 1871 im FA-Cup bei Upton Park antraten. Er traf in diesem historischen Spiel sogar zweimal – zwei Tage vor seinem 19. Geburtstag. Später sollte er mit dem Wanderers FC London noch drei Mal das Cup-Finale gewinnen, 1876, 1877 (ein Tor Kenrick) und 1878 (zwei Tore Kenrick). Jarvis Kenrick starb am 29. Januar 1949 in Blatchington, Sussex. Er wurde 96 Jahre alt.

Das kollektivste Tor

Brasiliens Treffer zum 4:1 im WM-Finale von 1970 gegen Italien war das perfekte Mannschaftstor. Alle elf Brasilianer berührten den Ball, ohne dass ein Italiener dazwischengekommen wäre, ehe Carlos Alberto ihn als letzter der Stafette ins Netz hämmerte.

Das Tor mit dem längsten Anlauf

Gut neunzig Meter legte der Liberianer George Weah am 8. September 1996 innerhalb von 14 Sekunden mit dem Ball am Fuß zurück, ehe er zum 4:1 für Milan traf. Der Mittelstürmer half vier Minuten vor Schluss in der eigenen Verteidigung aus, als die Spieler von Verona einen Eckball ausführten. Im eigenen Strafraum kam er in Ballbesitz; bei seinem Sololauf über den ganzen Platz des Meazza-Stadions ließ er vier Gegenspieler (Caverzan, Bacci, Fattori und Corini) stehen, ehe er aus 16 Metern abzog. Torhüter Gregori hatte keine Chance, den Ball zu parieren.

Das außergewöhnlichste Tor

»Renatooooooo, gooooool de barriga«, schrien die Radio- und TV-Moderatoren 1995 aufgeregt in ihre Mikrofone, nachdem Fluminenses Angreifer Renato Gaucho im Derby gegen Flamengo Rio de Janeiro den entscheidenden Treffer markiert hatte. Der 43-malige Nationalspieler hatte einen Flankenball von rechts mit dem Bauch (portugiesisch »barriga«) ins Tor gelenkt. Die Szene und der darauf folgende Jubel ist in brasilianischen Sportsendungen heute noch fast täglich zu sehen.

Das umstrittenste Tor

30. Juli 1966, Wembley-Stadion, WM-Finale, England gegen Deutschland. 101 Minute sind gespielt, es steht 2:2. Der Originalkommentar der ARD von Rudi Michel: »Achtung, Achtung, heiiiii, nicht im Tor, kein Tor – oder doch? Jetzt entscheidet der Linienrichter. (Pause). … Tor!« Was war geschehen? Der Engländer Geoff Hurst hatte aufs Tor geschossen. Der Ball prallte von der Latte auf, vor oder hinter die Torlinie, ehe ihn Weber ins Aus köpfte. Der Schweizer Schiedsrichter Gottfried Dienst stand nach dem Konterangriff zu weit weg. Er fragte deshalb den russischen Linienrichter Tofik Bachramow. Der Physiklehrer aus Aserbaidschan entschied auf Tor. Die Vorentscheidung. England gewann schließlich 4:2.

Die längsten Sololäufe

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Im Jahr 2001 schrieb Hurst in seinem Buch »1966 and All That«, er müsse »zugeben, dass es aussieht, als ob der Ball die Linie nicht überschritten hätte«. Doch der Mythos des »Wembley-Tores« bleibt. »Was the ball behind the line?« (Dienst zu Bachramow) – Wir werden es wohl nie definitiv wissen.

Das schönste Wiederholungstor

Der Brasilianer Zizinho hatte bei der WM 1950 gegen Jugoslawien einen Treffer erzielt, dem der Schiedsrichter aus unerfindlichen Gründen die Anerkennung verweigerte. Kaum bot sich ihm die Gelegenheit, wiederholte Zizinho die Aktion: Er drang an der gleichen Stelle in den Strafraum ein, umspielte mit der selben Eleganz wie zuvor den gleichen gegnerischen Verteidiger und knallte das Leder in genau dieselbe Ecke. »Der Schiedsrichter begriff, dass Zizinho in der Lage war, das gleiche Tor noch zehnmal zu wiederholen, und es blieb ihm nichts anderes übrig, als es anzuerkennen«, schreibt der uruguayische Fußball-Poet Eduardo Galeano.

Das glücklichste Tor

Georg genannt »Katsche« Schwarzenbeck, des Kaisers Adjutant, erzwang 1974 im Europapokal-Finale gegen Atlético Madrid in der letzten Minute der Verlängerung mit einem Verzweiflungsschuss aus 25 Metern ein Wiederholungsspiel. Flach sauste der Balls ins Tor zum 1:1. Atlético-Torwart Reina konnte nicht reagieren, da ihm die Sicht verdeckt war. Schwarzenbecks Kommentar: »Do hätt’ net amoi da Pele zielen kenna.« Die traumatisierten Spanier konnten zwei Tage später nicht mehr Schritt halten – vor allem nicht mit dem entfesselten Uli Hoeneß, der wie Gerd Müller zwei Tore erzielte. Die Bayern sicherten sich auch noch 1975 und 1976 den Europapokal der Landesmeister. Doch ohne den Glücksschuss von Schwarzenbeck wäre dieser Titel-Hattrick nicht möglich gewesen.

Das zufälligste Tor

Nach einem Dribbling an der Strafraumgrenze drückte der Italiener Raimundo Orsi 1934 im WM-Finale ab. Der Ball flatterte ins Lattenkreuz, Tschechiens Supertorwart Planicka war machtlos. Dusel? Nein, Können, erwiderte Orsi den Journalisten nach dem Spiel. Am nächsten Tag wollte er dies beweisen. Etliche Photographen waren erschienen, um die Wiederholung des Treffers für die Nachwelt festzuhalten. Doch nach zwanzig Versuchen gab Orsi entnervt auf. Dabei hatte nicht einmal ein Torhüter zwischen den Pfosten gestanden.

Das umjubeltste Tor

Als Pelé 1969 im Spiel gegen Vasco da Gama nach einem Dribbling kurz vor dem Torschuss von den Beinen geholt wurde, pfiff der Schiedsrichter sofort. Elfmeter für Santos. Pelé, der Gefoulte, wollte nicht selber schießen, denn der Elfmeter ist »die feigste Form, ein Tor zu erzielen«. Doch die über hunderttausend Fans im Maracaná drängten ihn, indem sie seinen Namen skandierten. Als sich Pelé den Ball zurechtlegte, wurde es mucksmäuschenstill. Sekunden später explodierte das Stadion in einem Freudenschrei. Torhüter Andrade hatte den Ball zwar noch berührt, konnte den Treffer aber nicht verhindern. Es war Pelés tausendstes Tor. Im ganzen Land läuteten Kirchenglocken, das Postministerium druckte umgehend eine Sonderbriefmarke und die Kinder bekamen für einen Tag schulfrei.

Das größte Tamtam um ein Tor

Monatelang rannte der Brasilianer Romário seinem 1 000. Tor nach. Am 20. Mai 2007 war es so weit: Im Spiel gegen Recife verwandelte er in der 47. Minute einen Elfmeter halbhoch zum 3:0. Dann brach das Chaos aus. Um 19.17 Uhr unterbrach der TV-Gigant Globo sein Abendprogramm und zeigte, wie der Jubilär auf dem Platz in Tränen ausbrach. Verwandte und Reporter stürmten auf den Rasen, wo der Weltmeister von 1994 eine Pressekonferenz gab: »Dies ist ein historischer Moment für mich und den Weltfußball.« Während der 41-Jährige eine Ehrenrunde absolvierte, gratulierte ihm Staatspräsident Lula da Silva per Telefon zu »o milésimo«, zum Eintritt in den Tausender-Klub. Nach der Zählweise der FIFA hatte Romário de Souza Faria allerdings erst 902 Tore erzielt. Doch der ehemalige Europa-Legionär (Eindhoven, Barcelona, Valencia) zählte auch 77 Tore in Jugendbegegnungen und 21 Treffer in Benefizspielen dazu.

Das verhängnisvollste Tor

18. Juni 2002. Daejon. WM-Achtelfinale. Südkorea gegen Italien. Es steht 1:1. Dann die 117. Minute. Plötzlich fliegt der Kopfball von Ahn Jung Hawn an Italo-Keeper Buffon vorbei – 2:1. Während Südkorea seinen größten Fußball-Sieg der Geschichte feierte, versank Italien in eine Depression. »Italiens Henker« nannten die internationalen Blätter Ahn nach der WM. Bei seinem Arbeitgeber, der AC Perugia, war er nach seinem Treffer unten durch. Klubpräsident Luciano Gaucci kündigte an, dass Ahn nie mehr für Perugia spielen werde. Begründung: »Ahn ist ein zartes Ding. Er hat für uns nie seine Beine riskiert, sondern die ganze Saison offensichtlich nur als Trainingslager für die WM gestaltet.« Ahn war in Perugia, das für den antrittsschnellen Stürmer einst drei Millionen Euro ausgegeben hatte, tatsächlich nicht mehr erwünscht. Die japanische Agentur Professional Management musste ihn im September 2002 für 3,1 Millionen Dollar freikaufen, damit er kurz vor Transferschluss noch zu Shimizu in die J-League wechseln konnte.

Das schnellste Tor

Etliche Spieler haben unmittelbar nach dem Anstoß getroffen. Als schnellster Torschütze kann sich der Uruguayer Ricardo Olivera rühmen. Sein Treffer für Rio Negro gegen Soriano vom 26. Dezember 1998 wurde von TV-Kameras festgehalten. Olivera sah, dass der gegnerische Schlussmann zu weit vor seinem Kasten stand und schoss sofort, als er beim Anstoß von seinem Mitspieler den Ball erhielt. 2,8 Sekunden nach dem Anpfiff zappelte der Ball bereits im Netz.

Weitere verbürgte Blitz-Tore

4 Sek.: Bradfords Jim Fryatt traf am 25. April 1964 gegen die Tranmere Rovers bereits nach vier Sekunden – der schnellste Treffer im englischen Fußball.
5 Sek.: Carlos Dantón Seppaquercia erzielte das schnellste Tor im argentinischen Fußball: Er traf am 20. März 1979 nach fünf Sekunden zum 1:0 für Gimnasia y Esgrima gegen Huracán.
6 Sek.: Albert Munday von Aldershot benötigte im Oktober 1958 im Viertligaspiel gegen Hartlepool sechs Sekunden, um seine Elf in Führung zu bringen. Barrie Jones von Notts County stellte die damalige Bestmarke im März 1962 in einem Drittligaspiel gegen Torquay United ein. Auch Keith Smith von Crystal Palace traf im Dezember 1964 in einem Zweitligaspiel gegen Derby County bereits nach sechs Sekunden.
6 Sek.: Felix Suárez von Alianza Lima schoss 1976 das schnellste Tor in der Geschichte der Copa Libertadores, dem südamerikanischen Pendant zur Champions League: Er traf gegen Santa Fé (Kolumbien) nach sechs Sekunden.
8 Sek.: Acht Sekunden dauerte es, bis das schnellste Länderspieltor der Geschichte fiel. Erzielt wurde es von … San Marino! Geschehen gegen Fußball-Lehrmeister England beim 1:7 in der WM-Qualifikation am 16. November 1993. Das englische Fernsehen war zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht zugeschaltet, so dass der Kommentator die Nation mit den Worten »Herzlich willkommen, es steht 1:0 für San Marino« empfangen musste.
8 Sek: Der französische Rekordschütze ist Michel Rio vom SM Caen. Er brachte seine Elf am 15. Februar 1992 beim 3:1-Sieg gegen Cannes nach acht Sekunden in Führung.
8 Sek: Das schnellste Tor in der Primera División schoss Joseba Llorente von Valladolid. Er traf im Januar 2008 beim 2:1 gegen Espanyol nach 7,82 Sekunden. Bis dato war Dario Silva (Malaga) spanischer Rekordhalter gewesen. Er hatte im Dezember 2000 gegen Valladolid nach 8,1 Sekunden getroffen.
9 Sek.: Das schnellste Tor in der Serie A schoss Piacenzas Angreifer Paolo Poggi. Er traf am 2. Dezember 2001 im Spiel Fiorentina-Piacenza (2:1) nach 8,9 Sekunden. 9,01 Sekunden benötigte Marco Branca beim 4:0-Sieg von Udinese gegen Fiorentina, 9,97 Sekunden Gianfranco Matteoli bei Inters 1:0 gegen Cesena.
10 Sek.: Salzburgs tschechischer Angreifer Patrik Jezek legte in der Saison 2007/08 einen Blitzstart hin: Bereits nach zehn Sekunden traf er am ersten Spieltag gegen Altach (4:1). Bis dato hatte Gerd Wimmer, der am 14. März 1998 auswärts gegen Austria Lustenau nach 13 Sekunden per Kopf das 1:0 für Rapid erzielte hatte, die Bestmarke für den schnellsten Treffer in der österreichischen Bundesliga gehalten.
10 Sek.: Real Madrids Roberto Carlos vertändelte am 7. März 2007 gegen Bayern München direkt nach dem Anstoß den Ball, Hasan Salihamidzic zog auf der rechten Seite auf und davon, flankte auf Roy Maakay, der Iker Casillas nach exakt 10.03 Sekunden mit einem Schuss in die lange Ecke überwand – das schnellste Tor in der Geschichte der Champions League. Valencias Jonas verpasste diesen Rekord nur um einen Wimpernschlag, als er am 1. November 2011 zum 1:0 gegen Leverkusen traf. Gespielt waren 10,5 Sekunden.
11 Sek.: Im Spiel um Platz drei bei der WM 2002 gegen Südkorea glückte dem Türken Hakan Sükür ein Blitztreffer nach elf Sekunden. Er erzielte damit das schnellste WM-Tor. Sükür war vier Sekunden schneller als der bisherige Rekordinhaber Vaclav Masek, der 1962 bei der WM in Chile gegen Mexiko nach 15 Sekunden getroffen hatte.
11 Sek.: Der Schweizer Mauro Lustrinelli von Sparta Prag erzielte im April 2006 das schnellste Tor in der Geschichte der tschechischen Meisterschaft. Nach elf Sekunden profitierte er von einem missglückten Abschlag von Jablonecs Torhüter und schoss aus 22 Metern das 1:0. Sparta gewann 3:0.
11 Sek.: Giovane Elber vom FC Bayern erzielte am 31. Januar 1998 den schnellsten Treffer der Bundesliga: Nach exakt 11,4 Sekunden hatte er das Leder im Tor des HSV versenkt. Leverkusens Ulf Kirsten kam diesem Rekord am 30. April 2002 ganz nah: Er traf gegen Kaiserslautern nach 12,3 Sekunden.

Das späteste Tor

Der Italo-Argentinier Renato Cesarini traf am 13. Dezember 1931 in letzter Sekunde zum 3:2 gegen Ungarn. Noch bevor die Ungarn den Ball aus dem Netz holen konnten, pfiff der Schweizer Schiedsrichter Mercet die Partie ab. Da Juve-Spieler Cesarini zuvor bereits in einigen Meisterschaftsspielen kurz vor Abpfiff reüssiert hatte, erfanden Radio-Reporter den Begriff »Zona Cesarini«. Dieser Ausdruck hat seitdem einen Stammplatz in der italienischen Sprache. Er bezeichnet generell ein Ereignis, das in letzter Minute eintritt.

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Hat gut lachen: Lukas Podolski. Insgesamt zehn Mal wählten die Zuschauer der ARD einen Treffer von ihm zum »Tor des Monats«.

Das am meisten ersehnte Tor

Sieben Jahre lang war der Queen’s Park FC Glasgow ohne Gegentreffer geblieben, ehe am 16. Januar 1875 der damals 21-jährige Robert Paton den Bann brach. Der Stürmer von Vale of Leven FC Alexandra erzielte den ersten Gegentreffer gegen das Super-Team der Fußball-Steinzeit.

Das überflüssigste Tor

Mit einem herrlichen Volleyschuss traf Brian Savil im Januar 2002 in der Regionalmeisterschaft von Essex ins Tor von Earls Colne. Es war der Ehrentreffer für die Gäste aus Wimpole, das 1:18. Savil hätte besser auf diese Einlage verzichtet, denn er war der Schiedsrichter der Partie. Der englische Verband war denn auch »not amused«. Referee Savil wurde wegen seines Treffers für sieben Wochen gesperrt.

Die meisten »Tore des Monats«

Lukas Podolski ist Deutschlands Kunstschütze par excellence. Insgesamt zehn Mal wählten die Zuschauer der ARD einen Treffer von »Prinz Poldi« zum »Tor des Monats«. So auch jenen, den er am 7. September 2005 im Länderspiel gegen Südafrika zum 1:0 (Endstand: 4:2) erzielte. Mit seinem siebten Tor des Monats stellte er den Rekord von Jürgen Klinsmann ein. Während Klinsmann seine sieben Treffer zwischen 1986 und 1999 erzielt hatte, benötigte Podolski bloß 27 Monate, um diesen Rekord zu brechen. Für folgende Tore wurde Podolski geehrt:

Januar 2004: Den einzigen Treffer im Spiel 1. FC Köln gegen Borussia Dortmund.
Mai 2004: Das 1:0 für Köln gegen Bayern (Endstand 1:2).
Oktober 2004: Das 1:1 für Köln gegen Oberhausen (Endstand 3:2).
Januar 2005: Bei Kölns 5:3-Sieg gegen Cottbus traf Podolski viermal. Sein Treffer zum 4:2 wurde zum »Tor des Monats« gewählt.
März 2005: Den Lupfer bei Kölns 3:0-Heimsieg gegen Saarbrücken.
Juni 2005: Das 1:0 im Konföderationen-Cup gegen Mexiko.
September 2005: Das 1:0 für die Nationalelf gegen Südafrika.
April 2006: Der indirekte Freistoß im Spiel Köln gegen Schalke.
Juli 2008: Das 1:4 im Test gegen Urawa Red Diamonds. Sein einziges Tor des Monats im Trikot des FC Bayern.
Februar 2011: Den einzigen Treffer im Spiel gegen den SC Freiburg: ein Lupfer in der 88. Minute vom Strafraumeck.

Die meisten »Tore des Jahres«

Dreimal wählten die Zuschauer der ARD einen Treffer von Klaus Fischer zum »Tor des Jahres«: 1975, 1977 und 1982. Fischers Spezialität waren Fallrückzieher. Jener im Länderspiel gegen die Schweiz vom 16. November 1977 wurde später zum »Tor des Jahrzehnts« und danach gar zum »Tor des Jahrhunderts« gewählt. Ebenfalls zum »Tor des Jahres« erkoren wurde sein Fallrückzieher im WM-Halbfinale von 1982, das wichtige 3:3 in der Verlängerung gegen Frankreich. Dass er den Fallrückzieher auch im hohen Alter noch beherrschte, zeigte er am 30. Juli 2003 im Münchner Derby der Altstars: In der 6. Minute traf der 53-Jährige per Fallrückzieher zum 1:0 für die Löwen (Endstand 4:4). Dafür bekam er erneut eine Ehrung für das schönste Tor des Monats.

Der schmerzhafteste Torjubel

Paulo Diogo hatte bei Servettes 4:1-Sieg in Schaffhausen im Dezember 2004 zwar keinen Treffer erzielt. Doch zum 3:1 hatte er den entscheidenden Pass gegeben. Vor Freude kletterte er auf das Absperrgitter vor den Genfer Fans. Dabei verhakte sich sein Ehering. Beim Sprung zurück auf den Boden riss es ihm den halben Finger ab. Obwohl das abgetrennte Glied gefunden wurde, konnte es nicht mehr angenäht werden, da es zu stark zerfetzt war. Am Tag nach dem Spiel wurde dem 29-jährigen Portugiesen der Ringfinger amputiert. Wenig Fingerspitzengefühl hatte übrigens der Schiedsrichter gezeigt. Schiri Florian Etter zückte wegen übertriebenem Torjubel die gelbe Karte.

Der tragischste Torjubel

Der 1:0-Siegtreffer in der Nachspielzeit war zu viel für das Herz von Yakov Shapiro, den Trainer des weißrussischen Klubs Torpedo Zhodino. Als er im Juli 2004 im Spiel gegen Neman Grodno dem Torschützen Igor Trukov gratulieren wollte, brach er auf dem Platz zusammen. Die Einlieferung ins Krankenhaus kam zu spät. Shapiro erlag den Folgen seines Herzstillstandes.

Der obszönste Torjubel

Der Franzose Pascal Nouma von Besiktas Istanbul feierte am 20. April 2003 einen Treffer im Derby gegen Fenerbahçe, indem er mit der rechten Hand in den Block der Fener-Fans winkte, während er sich mit der linken ans Geschlecht griff. Nouma musste diese Geste teuer bezahlen. Besiktas schmiss ihn raus, weil er eine »absolut unangemessene Aktion« begangen hatte, die »mit der Moral des Sports nicht vereinbar ist«, wie der Klub festhielt. Der türkische Verband sperrte ihn überdies für sieben Monate. Begründung: Nouma habe die türkischen Werte- und Moralvorstellungen verletzt.

Der dämlichste Torjubel

Als Liverpool-Stürmer Robbie Fowler im April 1999 im Derby gegen Everton einen Elfmeter verwandelt hatte, kniete er an der Torauslinie nieder und tat so, als ob er die Kreide wie Kokain schnupfen würde. Fowler war zuvor von Everton-Fans wegen seines angeblichen Kokainkonsums verspottet worden. Der englische Verband fand die Reaktion von Fowler nicht witzig und sperrte ihn für sechs Spiele.

Die meisten Tore

Mit 1 329 Pflichtspiel-Toren stellte der dunkelhäutige Brasilianer Artur Friedenreich, Sohn einer brasilianischen Wäscherin und eines Hamburger Kaufmanns, wohl einen Rekord für die Ewigkeit auf. Friedenreich, wegen seinen grünen Augen und seiner Torgefährlichkeit El tigre genannt, war der erste Star des südamerikanischen Fußballs. Er kickte zu einer Zeit, als Fouls gegen Farbige nicht geahndet wurden. Nur wegen seiner deutschen Wurzeln durfte er als erster Schwarzer für Brasilien spielen. Mit der Seleção wurde er 1921 und 1922 jeweils Südamerika-Meister. Zudem holte er mit seinen Klubs Paulistano und São Paulo sechs nationale Titel. Dank seiner Schnelligkeit, Eleganz, Schusskraft und Abschlussstärke war Friedenreich komplett wie kein anderer Torjäger seiner Ära. Diese endete erst 1931, als Friedenreich 39 Jahre alt war.

Friedenreichs Bestmarke von 1 329 Toren am nächsten kommen dessen Landsmann Pelé mit 1 281 Toren, der Ungar Ferenc Puskas (1 176 Tore) sowie der Österreicher Franz »Bimbo« Binder, der mit 1 006 Treffern zu Buche steht.

Die wenigsten Tore

Verteidiger müssen in erster Linie Tore verhindern. Früher oder später gelingt es jedoch den meisten Abwehrspielern, sich unter die Torschützen einzutragen. Den meisten, aber nicht allen. In jedem Land gibt es Defensivkünstler, die vor dem gegnerischen Tor harmlos wie eine Blindschleiche sind.

Der ungefährlichste Spieler der Bundesliga ist Markus Schuler. Bei der 0:6-Niederlage von Arminia Bielefeld in Dortmund im Mai 2009 brach er den Negativ-Rekord: In seinen 181 Bundesliga-Spielen war ihm kein einziger Treffer gelungen. Damit überholte er den Mönchengladbacher Thomas Eichin, der 180 Spiele ohne Treffer geblieben war. Ebenfalls harmlos vor des Gegners Tor waren Hans-Jürgen Ripp (kein Tor in 177 Spielen für den HSV) und Ferdinand Wenauer (kein Tor in 168 Spielen für Nürnberg). Max Eberl wiederum beendete im Frühjahr 2004 seine Karriere bei Mönchengladbach nach 102 Bundesliga- und 111 Zweitliga-Spielen, ohne dabei einen einzigen Treffer erzielt zu haben.

Eine kleine Übersicht über die harmlosesten Verteidiger in der Serie A

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Die torgefährlichsten Verteidiger

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In England wiederum ging Rob Jones als einer der ungefährlichsten Spieler in die Geschichte ein. Er bestritt 243 Spiele für den FC Liverpool, traf aber kein einziges Mal. Richard Shaw wiederum lief 233 Mal für Coventry auf. Tore? Fehlanzeige. Ebenfalls für Coventry kickte Steve Whitworth. Er bestritt zwischen 1969 und 1979 399 Partien, in denen er einen Treffer erzielte. Und was für einen! Das Tor des Tages im Charity Shield von 1971 gegen Liverpool (1:0 für Coventry). Dem Schweizer Stephane Henchoz blieb ein solches Erfolgserlebnis vergönnt. Er bestritt auf der Insel über 240 Spiele für die Blackburn Rovers, Liverpool, Celtic Glasgow und Wigan. Unter die Torschützen konnte er sich aber nicht ein einziges Mal einreihen …

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Seine Spezialität waren ruhende Bälle: Ronald Koeman. Kein Verteidiger erzielte mehr Tore als der Holländer.

Nirgends sind die Verteidiger jedoch harmloser als in Italien. Alessandro Costacurta beispielsweise bestritt bis zu seinem Rücktritt im Mai 2007 663 Spiele (davon 458 in der Serie A) für die AC Milan. In den Saisons 1989/90 und 1991/92 traf er je einmal. Danach herrschte fünfzehn Jahre lag Torflaute. Sein dritter Treffer für Milan war ein Abschiedsgeschenk seiner Mitspieler: Bei der 2:3-Pleite gegen Udinese am 18. Mai 2007 durfte »Billy« per Elfmeter zum zwischenzeitlichen 2:2 ausgleichen. Danach gab es eine Standing Ovation …

Nebst Costacurta gibt es in Italien noch eine ganze Reihe weiterer Verteidiger, welche die Mittellinie nur alle Schaltjahre einmal überschritten - allen voran Franco Julich (siehe Übersicht auf S. 15).

Der torgefährlichste Verteidiger

Kein Verteidiger auf der Welt hat so viele Meisterschaftstore erzielt wie der Niederländer Ronald Koeman: Er steht mit 193 Toren in 533 Spielen zu Buche. 33 Mal traf er in den ersten drei Jahren seiner Karriere in Groningen, 23 Mal für Ajax Amsterdam, 51 Mal für den PSV Eindhoven, 67 Mal in den sechs Jahren bei Barcelona und noch 19 Mal für Feyenoord Rotterdam. Auf Rang zwei folgt der Argentinier Daniel Passarella. Der Weltmeister von 1978 erzielte in 451 Spielen 134 Tore: 99 für River Plate, 26 für die Fiorentina und neun für Inter Mailand. Rang drei belegt Real-Legende Fernando Hierro, der zwischen 1987 und 2005 in 541 Begegnungen 110 Mal über einen eigenen Treffer jubelte.

Der beste Distanzschütze

Der Spanier Roger García erzielte innerhalb eines Jahres drei Tore mittels Distanzschüssen aus der eigenen Platzhälfte. Im Oktober 2002 überlistete der Mittelfeldspieler von Espanyol Barcelona den Torhüter von Recreativo Huelva mit einem Lob, sechs Monate später den Schlussmann von Rayo Vallecano. Der dritte Streich folgte kurz nach seinem Wechsel zu Villarreal, als er im UEFA-Cup den Torhüter von Galatasaray Istanbul wiederum mit einem Distanzschuss aus der eigenen Platzhälfte überwand. »Wenn man sich einmal entschlossen hat, den Versuch zu wagen, kann man nur noch beten, dass es gut geht. Denn wenn es nicht klappt, steht man als Depp da«, erklärte der Weitschussspezialist. Alle drei Tore hatte er übrigens mit seinem linken Fuß erzielt.

Das Kopfball-Tor aus der grössten Distanz

Mittelfeldspieler Jone Samuelsen von Norwegens Erstligist Odd Grenland köpfte im September 2011 im Spiel gegen Tromsö aus 57 Metern den 3:1-Endstand. Als der Tromsö-Keeper kurz vor Schluss in den gegnerischen Strafraum geeilt war, traf Samuelsen per Kopf ins leere Tor: »Ich habe gar nicht gesehen, dass der Torhüter nicht da war.«

Die meisten Tore in einem Spiel

In Frankreich gab es im Kriegsjahr 1942 Wichtigeres als Fußball. Gekickt wurde trotzdem. Unvergessen bleibt der 32:0-Heimsieg des Racing Club Lens im Pokal gegen Auby-Asturies vom 13. Dezember 1942. Allein Stürmer Stephan Stanis traf 16 Mal. Die Kicker von Lens gingen übrigens hochmotiviert in die Partie. Denn für jeden Treffer war ihnen ein Matjeshering versprochen worden.

Anekdoten ranken sich auch um den polnischstämmigen Stanis, der am 15. Juli 1913 in Marten als Stefan Dembicki geboren wurde. Es gibt Leute, die behaupten, dass Lens-Trainer John Galbraith den Angreifer in Stanis umtaufte, weil ihm die Aussprache des Namens Dembicki zu viel Mühe bereitete. Andere behaupten, dass Dembicki bereits bei Harnes und Sallaumines eine Spielerlizenz beantragt hatte und deshalb für Lens unter einem Pseudonym auflief.

Weniger Legenden ranken sich um den Zyprioten Panagiotis Pontikos, der im Mai 2007 ebenfalls 16 Tore in einem einzigen Spiel erzielte. Dem 28-jährigen Angreifer von Olympos Xylofagou gelang dieses Kunststück in einem Spiel der dritten Liga gegen Ayios Athanasios. Durch einen 24:3-Sieg sicherte sich die Elf von Pontikos den Aufstieg in die zweite Liga.

Die meisten Tore in einem Länderspiel

Gottfried Fuchs stellte 1912 einen Rekord auf, der fast ein Jahrhundert lang Bestand hatte. Der Torjäger vom Karlsruher FV erzielte beim olympischen Fußball-Turnier in Stockholm beim 16:0 über die Auswahl Russlands, die eher unbedarfte Studenten aus St. Petersburg bildeten, zehn Tore. Das Zarentum war über die Klatsche nicht sehr erfreut: Russische Fußballer blieben internationalen Turnieren anschließend jahrelang fern. Zehn Tore in einem Spiel – dies hatte zuvor nur der Däne Sofus Nielsen geschafft: Er hatte sich 1908 beim 17:1-Sieg gegen Frankreich ebenfalls als zehnfacher Torschützen feiern lassen können.

Seit dem 11. April 2001 liegt die Messlatte jedoch höher. Archie Thompson stellte an jenem Tag bei Australiens 31:0-Sieg im WM-Qualifikationsspiel gegen Amerikanisch Samoa einen neuen Rekord auf: 13 Tore! Thompson war übrigens nur in die Stammelf gerückt, weil es der australische Verband nicht für nötig gehalten hatte, den in der englischen Premier League beschäftigten Topstar Harry Kewell eigens für dieses Spiel einzufliegen …

Australien – Amerikanisch Samoa 31:0 (16:0)

11. 04. 2001, International Sports Stadium, Coffs Harbour, 3 000 Zuschauer. Schiedsrichter: Ronan Leaustic.

Australien: Petkovic, Muscat, Moore, Popovic (45. De Amicis), Tony Vidmar (45. Miller), Aurelio Vidmar, Zdrilic, Horvat, Boutsianis, Colosimo, Thompson.

Samoa: Salapu, Leututu (50. Mariko), Falimaua, Fatu, Faaloua, Sinapati, Mulipola, Feagiai, Falaniko (84. Ioane), Savea, Im Min.

Tore: 10. Boutsianis 1:0; 12. Thompson 2:0; 13. Zdrilic 3:0; 14. A. Vidmar 4:0; 17. Popovic 5:0; 19. Popovic 6:0; 21. Zdrilic 7:0; 23. Thompson 8:0; 25. Zdrilic 9:0; 27. Thompson 10:0; 29. Thompson 11:0; 32. Thompson 12:0; 33. Zdrilic 13:0; 37. Thompson 14:0; 42. Thompson 15:0; 45. Thompson 16:0; 50. Boutsianis 17:0; 51. Colosimo 18:0; 55. De Amicis 19:0; 56. Thompson 20:0; 58. Zdrilic 21:0; 60. Thompson 22:0; 65. Thompson 23:0; 66. Zdrilic 24:0; 78. Zdrilic 25:0; 80. A. Vidmar 26:0; 81. Colosimo 27:0; 84. Boutsianis 28:0; 85. Thompson 29:0; 88. Thompson 30:0; 89. Zdrilic 31:0.

Die meisten Spiele in Serie mit Torerfolgen

Zwischen dem 27. September 1969 und dem 3. März 1970 war Gerd Müller nicht zu stoppen: Bayerns Tormaschine traf in 16 aufeinander folgenden Partien, erzielte dabei 23 Tore. Er stellte damit die Bestmarke des polnischen Stürmers Teodor Peterek ein. Dieser war in der Saison 1937/38 ebenfalls während 16 Spielen in Folge für Ruch Chorzow erfolgreich gewesen. Allerdings fiel seine Torausbeute um einen Treffer geringer aus als jene von Gerd Müller.

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Die meisten Tore in verschiedenen Wettbewerben

Seinen Weg pflastern Tore. An allen Wettbewerben, an denen der Italiener Filippo Inzaghi teilnahm, trat er auch als Torschütze in Erscheinung. Er traf in der Serie C (13 Tore für Leffe), in der Serie B (28 Tore für Verona und Piacenza) und in der Serie A (157 Tore für Parma, Atalanta, Milan und Juventus). Dazu kommen noch 16 Tore im italienischen Pokal und 2 Treffer im nationalen Superpokal. Mit der italienischen Nationalelf traf er bei der EM 2000 und der WM 2006. Außerdem traf er in der Champions League, im UEFAPokal, im mittlerweile abgeschafften Europapokal der Pokalsieger, im Intertoto-Cup und im europäischen Supercup. Als Inzaghi im Dezember 2007 auch noch zwei Tore im Spiel um den Weltpokal gegen Boca Juniors erzielte, zog Milan-Boss Adriano Galliani den Hut: »Jetzt ist Inzaghi unsterblich.«

Die meisten verschiedenen Torschützen in einem Spiel

Wer hat noch nicht, wer will noch mal? Bei Liverpools 11:0-Heimsieg im Europapokal gegen die Amateure von Stromsgodset Drammen reihten sich am 17. September 1974 neun verschiedene Spieler unter die Torschützen: Nebst den beiden Doppeltorschützen Boersma und Thompson trafen noch Lindsay, Heighway, Cormack, Hughes, Smith, Callaghan und Kennedy. Im Rückspiel konnten die Norweger den Schaden in Grenzen halten. Dank eines Treffers von Kennedy siegten die Reds »bloß« mit 1:0.

Fünfzehn Jahre später gelang Liverpool in der Meisterschaft ein ähnliches Teamwork: Beim 9:0-Heimsieg gegen Crystal Palace im September 1989 reihten sich acht verschiedene Spieler unter die Torschützen: Steve Nicol, Steve McMahon, Ian Rush, Gary Gillespie, Peter Beardsley, John Aldridge, John Barnes und Glen Hysen, der seinen ersten Treffer für Liverpool erzielte.

Liverpool – Crystal Palace 9:0 (3:0)

12. 09. 1989, Anfield Road, 35 779 Zuschauer. Schiedsrichter: Ashby.

Liverpool: Grobbelaar, Hysen, Burrows, Nicol, Whelan, Hansen, Beardsley (66. Aldridge), Gillespie, Rush, Barnes, McMahon (79. Mölby).

Crystal Palace: Suckling, Pemberton, Burke, Gray, Hopkins, O’Reilly, McGoldrick, Thomas, Bright, Wright, Pardew.

Tore: 7. Nicol 1:0; 15. McMahon 2:0; 45. Rush 3:0; 56. Gillespie 4:0; 61. Beardsley 5:0; 67. Aldridge (Pen.) 6:0; 79. Barnes 7:0; 82. Hysen 8:0; 90. Nicol 9:0.

Die kurioseste Torfolge

Nachdem Jamie Bates von den Wycombe Wanderers am 23. September 2000 per Freistoß das 1:0 gegen Peterborough erzielt hatte, pfiff der Schiedsrichter zur Pause. Dies wäre an sich nicht der Rede wert. Dennoch ging diese Begegnung der englischen Second Division in die Geschichtsbücher ein: In der zweiten Halbzeit führte Wycombe den Anstoß aus, und neun Sekunden später traf Jermaine McSporran zum 2:0 – Wycombe hatte damit zwei Tore erzielt, ohne dass der Gegner zwischendurch am Ball war.

Die meisten Tore in einer Saison

Die meisten Meisterschaftstore in einer einzigen Saison erzielte ausgerechnet ein Spieler aus dem Land, wo Fußball seit jeher eine Mauerblümchenexistenz fristet: Der gebürtige Schotte Archibald McPherson Stark (1897–1985) traf in der Saison 1924/25 für Bethlehem Steel in 44 Spielen 67 Mal. Auf Rang zwei folgt der Ungar Ferenc Deak von Szentlörinci mit 66 Toren in 34 Spielen, erzielt in der Saison 1945/46. Den drittbesten Wert bedeuten die 60 Treffer, die Everton-Idol Dixie Dean 1927/28 in 39 Begegnungen erzielte. Ebenfalls 60 Tore ließ sich 1975 der Argentinier Héctor Horacio Scotta von San Lorenzo de Almagro gutschreiben.

Mit 55 Toren führt die Statistik den Iren Fred Roberts von Glentoran Belfast. Dies ist jedoch bloß die halbe Wahrheit – im wahrsten Sinne des Wortes. »Big Fred« erzielte in der Saison 1930/31 zwar tatsächlich 55 Tore in der Meisterschaft. Dazu kamen aber noch etliche Treffer in anderen Wettbewerben. Im letzten Spiel der Saison, im Charity Cup gegen Distillery, traf er zweimal. Es waren die Treffer Nummer 95 und 96, die er sich in insgesamt 47 Spielen gutschreiben ließ. Roberts überbot damit den Rekord von Linfields Joe Bambrick, der in der Saison 1929/30 auf insgesamt 94 Treffer gekommen war.

Die meisten Meisterschaftstore in einer Saison

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Die meisten Tore für verschiedene Klubs

Der Italiener Nicola Amoruso ist ein Wanderarbeiter in Sachen Tore. In der Serie A lief er für insgesamt dreizehn Vereine auf. Als Torschütze in Erscheinung trat er bei Sampdoria (3 Treffer), Padova (14), Juventus (9), Perugia (11), Napoli (10), Como (6), Modena (5), Messina (5), Reggina (40), Torino (4), Parma (5) und Atalanta (1). Lediglich für Siena, wo er in der Saison 2008/09 für ein halbes Jahr unter Vertrag stand, reüssierte er nicht. Dennoch ist seine Bilanz einzigartig: Kein anderer Spieler hat für zwölf verschiedene Vereine in der höchsten Spielklasse getroffen.

Zum Vergleich: In der Premier League ist Les Ferdinand der Rekordhalter. Er traf für QPR, Newcastle, Tottenham, West Ham, Leicester und Bolton. Gar für sieben verschiedene Vereine traf in der Bundesliga Michael Spies: Stuttgart, KSC, Mönchengladbach, Rostock, HSV, Dresden und Wolfsburg.

Die meisten Tore in verschiedenen Spielklassen

Zehn Spielklassen gibt es in Italien: Die Skala reicht von den Niederungen der Terza Categoria bis hoch zu den Profis der Serie A. Rechtsaussen Antonio Martorella hat in jeder Spielklasse eine Duftmarke in Form eines Treffers hinterlassen. In der Serie A traf er im Mai 1993 beim legendären 5:1-Sieg von Pescara gegen Juventus Turin. Nachdem er im Mai 2012 in der Anonymität der Promozione-Liga für Torre Alex di Cepagatti getroffen hatte, bereiteten ihm hundert Zuschauer eine Standing Ovation. Der 42-Jährige, mittlerweile als Regionalpolitiker tätig, hatte soeben seine fussballerische Karriere gekrönt: Es war der Treffer, der ihm noch fehlte. Martorella ist der einzige Spieler, der in jeder Spielklasse seines Landes mindestens einen Treffer erzielte. Seine Torbilanz im Detail:

– Serie A: 1 Tor für Pescara (1992-93)

– Serie B: 3 Tore für Pescara (1989-1992)

– Serie C1: 11 Tore für SPAL Ferrrara, Brescello und Savoia (1993-1998)

– Serie C2: 2 Tore für Rimini und San Marino (1998-2002)

– Serie D: 2 Tore für Moncalieri (1999-2000)

– Eccellenza: 1 Tor für Sulmona (2002-2003)

– Promozione: 1 Tor für Torre Alex Cepagatti (2011-12)

– Prima Categoria: 4 Tore für Pescara Nord (2010-11)

– Seconda Categoria: 10 Tore für Pescara Nord (2009-2010)

– Terza Categoria: 12 Tore für Pescara Nord (2008-2009)

Die beste Trefferquote in der Nationalelf

Der am 18. August 1933 in Marrakesch (Marokko) geborene Just Fontaine bestritt zwischen 1953 und 1960 insgesamt 20 Länderspiele für Frankreich. Dabei erzielte er dreißig Tore, was einer Trefferquote von 1,50 entspricht. Viermal gelang ihm ein Hattrick, und im Spiel um Platz drei bei der WM 1958 gegen Deutschland traf er viermal. Mit insgesamt 13 Toren wurde er Torschützenkönig des Turniers in Schweden. Mehr Tore hat noch kein Stürmer an einer einzigen WM-Endrunde erzielt. »So geradlinig, so wuchtig, so entschlossen ist weder vorher noch nachher kaum je ein Torjäger zu Werke gegangen«, schwärmt der französische Sportjournalist Jacques Boulanger. Ins WM-Aufgebot der Franzosen war Fontaine übrigens nur deshalb gerückt, weil sein Reimser Teamkollege René Bliard wegen einer Verletzung absagen musste. Wegen eines doppelten Beinbruchs musste Fontaine seine Karriere 1962 vorzeitig beenden.

Die Nationalspieler mit der besten Trefferquote*

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* es wurden nur Spieler mit mindestens zehn Länderspielen berücksichtigt, deshalb fehlt beispielsweise George Camsell, der in neun Länderspielen für England 18 Tore erzielte.

Der Torschützenkönig mit der besten Trefferquote

Der Albaner Refik Resmja sicherte sich 1951 die Torjägerkrone in seinem Land. Der Stürmer von Partizan Tirana erzielte in 23 Spielen 59 Tore. Damit kam er auf eine Quote von 2,57 Treffern pro Spiel. Dreimal erzielte er sieben Tore in einer Partie, einmal sechs. Trotz der Treffsicherheit von Resmja stand Partizan am Ende mit leeren Händen da: Sowohl in der Meisterschaft als auch im Pokal triumphierte Lokalrivale Dinamo.

Die Torschützenkönige mit der besten Trefferquote

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Die meisten Erstliga-Tore