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Inhaltsverzeichnis

Dieses Buch widme ich …
Vorwort - von January Jones
Einleitung - Willkommen in meiner Umkleide
1 - In der weiblichen Hauptrolle: Sie selbst!
Ihr einzigartiger Look
Sind Sie eher eine Betty oder eine Joan?
Inspiration
Welche Farbe passt zu mir?
Der Weiblichkeitsfaktor
Die Kunst des androgynen Looks
Meine Ikonen und Inspirationen
Glamour im Alltag
2 - Wie Sie eine gute Figur machen
Keine Selbstkritik
Entscheidung für ein neues Ich
Vorzüge betonen
Bestimmen Sie Ihre Maße
Die Grundlagen: BHs, Mieder und Strumpfhalter
Drei BHs, die jede Frau besitzen sollte
Die richtige Passform
Die vier Körpertypen
3 - Das Ankleidezimmer
Verkleidungsspiele für Erwachsene
Meine Lieblingsaccessoires
Die Basics im Kleiderschrank
Dream a little Dream
Die Reihenfolge macht’s
Mustern Sie aus
Schreiben Sie Ihre eigene »Stil-Bibel«
Meine Lieblingsstoffe
Luxus auch im Schlafzimmer
4 - Gut gestylt zu jedem Anlass
Ein Löffelchen Stil auf Rezept
Schick sein versus Komfort
Alltagskleidung
Von neun bis fünf und auch darüber hinaus
Das Dilemma mit dem Casual Friday
Kontinuität und Veränderung
Zauberhafte Abende
Noch ein Wort zu Hochzeiten
5 - Vintage - eine Leidenschaft
Meine liebsten Vintage-Stücke: Dekade für Dekade
Joans Geheimwaffe: Der Bleistiftrock
Mängel an Secondhandkleidung beseitigen
Vintage-Designer, die man kennen sollte
Aufbewahrung von Vintage-Kleidung
Über den Kleiderschrank hinaus
6 - Die hohe Kunst der passenden Accessoires
Sieben Arten, das kleine Schwarze zu tragen
Mehr ist manchmal doch mehr
Unerwartete Verbündete
Überstunden für Schals und Tücher
Die besten Taschenstile
Nicht ohne meine High Heels
Schmucke Mitbringsel
Eine Schwäche für Hüte
Make-up: der letzte Schliff
7 - Schick wie Don Draper
Mann trifft Anzug
Ist das ein französischer Akzent?
Shopping-(Tor) Tour
Was in seinem Kleiderschrank auf gar keinen Fall fehlen darf – zehn Tipps
Farben und Charaktere
Anatomie des Anzughemds
Das Einmaleins der Krawatte
Socken: eine Liebesgeschichte
Das Ende der Förmlichkeit
Stilvorbilder
8 - Stylingtipps zum Schluss
Ein Sack voller Komplimente
Meine Regel, was Regeln betrifft
Danksagung
Über die Autorinnen
Bildnachweis
Register
Copyright

Danksagung

Wir sind vielen Leuten für ihren großzügigen Beitrag zu diesem Buch zu Dank verpflichtet. Wie man so schön sagt, es braucht ein ganzes Dorf:

 

Meiner wunderbaren Assistentin Tiger Curran danke ich für ihren Tatendrang, ihre Kreativität und ihre Hingabe an das Projekt, mit denen sie zu jeder Seite dieses Buches beigetragen hat.

 

Tausend Dank an Matthew Weiner dafür, dass er diese unglaubliche Serie geschaffen hat, die nicht nur mich, sondern auch die gegenwärtige Kultur und Mode maßgeblich beeinflusst hat. Ich bin unendlich dankbar für unsere kreative Zusammenarbeit.

 

Ein besonderes Dankeschön geht an Scott Horbacher für die großzügige Unterstützung, die er mir und meinem Team gewährt hat. Danke auch an Keith Addis.

 

Fast ein ganzes Jahrzehnt arbeite ich nun schon mit den besten Leuten ihres Metiers zusammen: Le Dawson und Joanna Bradley. Der Rest meiner Crew bei Mad Men erleichtert mir Tag für Tag die Arbeit und trägt zum alltäglichen Erfolg bei. Mein besonderer Dank gilt Lana Horchowski für ihren Beitrag zum Thema Kosmetik.

 

Die bezauberndsten aller weiblichen Hauptrollen – January, Christina und Elisabeth – bringen stets Freude und Spaß in meine Ankleide und lieferten darüber hinaus einen wertvollen Beitrag zum Buch. Danke auch dem restlichen Team fantastischer Schauspieler, die bei Mad Men mitwirken.

 

Wanda Soileau und ihr wunderbarer Vintage-Laden »Playclothes« sind mir eine ständige Quelle der Inspiration – nicht nur, was den Look der Charaktere betrifft, sondern auch für meine stets wachsende private Sammlung an Vintage-Stücken. Danke für all das wertvolle Wissen.

 

Meiner einzigartigen Agentin Maureen Toth: Tausend Dank für eine lange, erfolgreiche Partnerschaft und dafür, dass sie mir stets den Rücken freihält.

 

Den Literaturagenten Daniel Greenberg und Monika Verma von Greenberg/Levine, die mit der Vision eines Buches auf mich zukamen und mir halfen, es zu verwirklichen, vom Anfang bis zum Ende.

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Geniale Illustration von Robert Best

 

Karen Murgolo von Grand Central, die sich mit einer solchen Herzlichkeit und Begeisterung dieses Buchprojekts annahm. Das Beste war, dass ihr Enthusiasmus im Laufe der Zeit nie nachließ. Danke natürlich auch an Pippa White.

 

Unserem genialen Illustrator Robert Best, der mit Eifer, Elan und unzähligen wunderschönen Ideen zu diesem Buch beitrug. Er wird sicher froh darüber sein, dass ich nie wieder mit irgendwelchen Änderungswünschen auf ihn zukommen werde!

 

 

Der Designer Eric Hoffman hat die Vision und den besonderen Geist dieses Projekts perfekt umgesetzt. Sein hervorragendes Auge für Farben, Stil und Layout machte aus jeder einzelnen Seite ein kleines Kunstwerk.

 

Besonderer Dank an Arthur Wayne und Brooks Brothers, an Karen Valenti und Maidenform, an Suzanne Felsen und Willy von Jezebel & Felina sowie an Tracy Watts von Barton Perreira und den wunderbaren Leuten bei Judith Leiber für ihre tollen Beiträge.

 

Dafür, dass sie auf emotionaler Ebene für unser Wohlbefinden gesorgt haben, danken wir, die Autorinnen, unseren wunderbaren Familien und Freunden.

Über die Autorinnen

Die Kostümbildnerin Janie Bryant ist die Schöpferin der Looks aus der TV-Serie Mad Men und hat zudem für zahlreiche Fernseh- und Kinoproduktionen gearbeitet. Im Jahre 2005 gewann sie den Emmy für die historischen Kostüme in der HBO-Serie Deadwood. Sowohl 2009 als auch 2010 wurde sie mit dem renommierten Outstanding Costume Design Award ausgezeichnet, verliehen von der Costume Designers Guild, der Gilde der Kostümbildner.

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Monica Corcoran Harel, in Los Angeles ansässige Style-Journalistin, schreibt unter anderem für die InStyle, Variety, Forbes und für die Modeseiten der New York Times. Darüber hinaus tritt sie in der Castingshow Project Runway als Modeberaterin auf.

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Bild 64b

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Bild 65

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Bildnachweis

Bild 1: Kevin Winter/Getty Images; Bild 2: Moses Berkson; Bild 3: Frank Ockenfels; Bild 4: Carin Baer; Bild 5: Eugene Robert Richee/Getty Images; Bild 6: Otto Dyar/Getty Images; Bild 7: Eugene Robert Richee/Getty Images; Bild 8: Eugene Robert Richee/Getty Images; Bild 9: Margaret Chute/ Getty Images; Bild 10: Clarence Sinclair Bull/Getty Images; Bild 11: Silver Screen Collection/Getty Images; Bild 12: John Kobal Foundation/Getty Images; Bild 13: John Bryson/Time & Life Pictures/Getty Images; Bild 14: Hulton Archive/Getty Images; Bild 15: RDA/Getty Images; Bild 16: Hulton Archive/ Getty Images; Bild 17: Frank Ockenfels; Bild 18: Vintage-Werbeanzeige, mit freundlicher Genehmigung von Maidenform; Bild 19: mit freundlicher Genehmigung von Judith Leiber; Bild 20: Frank Ockenfels; Bild 21: Frank Ockenfels; Bild 22: Anthony Potter Collection/Getty Images; Bild 23: Napoleon überquert die Alpen, von Jaques-Louis David/Bridgeman Art Library; Bild 24: Hulton Archive/Getty Images; Bild 25: John Kobal Foundation/ Getty Images; Bild 26: Bob Aylott/Getty Images; Bild 27: Anwar Hussein/ Getty Images; Bild 28: Scott Wintrow/Getty Images; Bild 29: Kevin Scanlon; Bild 30: Brian Bowen Smith; Produktfotos von Ryann Cooley auf den Bild 31, Bild 32, Bild 33, Bild 34, Bild 35, Bild 36, Bild 37, Bild 38, Bild 39, Bild 40, Bild 41, Bild 42, Bild 43, Bild 44, Bild 45, Bild 46, Bild 47, Bild 48, Bild 49, Bild 50, Bild 51, Bild 52, Bild 53, Bild 54, Bild 55, Bild 56, Bild 57, Bild 58, Bild 59, Bild 60, Bild 61, Bild 62, Bild 63; Bild 64a: Foto von Janie Bryant von Hussein Katz; Bild 64b Foto von Monica Corcoran von Stefanie Keenan.

 

Nachweise für die Collage auf Bild 65: 1. John Shearer/WireImage; 2. Charley Gallay/Getty Images; 3. privat; 4. David X. Prutting/Patrick McMullan; 5. Amanda Edwards/Getty Images Entertainment; 6. privat; 7. privat; 8. privat; 9. privat; 10. Larsen & Talbert Photography/Michael Larsen; 11. privat; 12. Albert L. Ortega/WireImage; 13. privat; 14. Michael Buckner/Getty Images North America; 15. privat; 16. privat; 17. privat; 18. »The Stylist Project« von Kimberly Brooks; 19. privat; 20. Riverside Military Academy; 21. Moses Berkson.

Der Weiblichkeitsfaktor

Eine Taille sollte man auf keinen Fall verstecken. Ich bin immer wieder erstaunt und auch erschüttert zu sehen, wie Frauen in formlosen, übergroßen T-Shirts und weiten Khaki-Hosen herumlaufen, die ihre Hüften vollkommen verschwinden lassen. Von hinten betrachtet, könnte man sie jederzeit für Jungs im Teeniealter oder für Männer mittleren Alters halten. Ich sage nur so viel dazu: Wenn man mit »Sir« angesprochen wird, ist das keineswegs sexy.

Vielleicht glauben manche Frauen, dass es zu viel Aufwand erfordert, sich feminin zu kleiden. Oder sie sind mit der eigenen Figur unzufrieden und gehen daher verständlicherweise davon aus, dass ein übergroßer Kapuzenpullover die Mängel kaschiert. Doch ist dies mitnichten der Fall. Es ist schlichtweg ein Verbrechen, die eigenen weiblichen Vorzüge und die Silhouette gänzlich zu opfern, und zwar nur aus Gründen der reinen Bequemlichkeit oder zur Tarnung. Ladys, glauben Sie mir: Diese sinnlichen, holden Kurven sind es doch, die die wahre Macht von Superwoman ausmachen.

Der beste Weg, die eigene Weiblichkeit zu zelebrieren, ist es, die diversen Stylingoptionen zu nutzen, die einem zur Verfügung stehen. Betonen Sie Ihre Formen mit einem breiten Gürtel, versuchen Sie es mit Blumendrucken, tragen Sie sündig roten Lippenstift  – vielleicht sogar alles in Kombination miteinander. Als Frauen können wir unseren Look wirklich jeden Tag aufs Neue verwandeln. Haben Sie sich jemals gefragt, wie man Sie wohl als Blondine wahrnehmen würde? Dann versuchen Sie es doch einmal mit honigblonden Strähnchen, oder lassen Sie sich gleich platinblond färben. Flirten Sie mit Ihrem eigenen Spiegelbild, experimentieren Sie mit Stilettos oder einem Spitzentop. Auch Stoffe können einem den Zugang zur eigenen Weiblichkeit eröffnen. Ich liebe Seiden-Charmeuse, Chiffon oder Spitze an einer Frau, da diese Materialien dem Aussehen etwas Verspieltes, Augenzwinkerndes verleihen.

Wichtig ist, dass die Betonung der eigenen Weiblichkeit einen ganz automatisch dazu führt, damenhaft zu gehen und zu sitzen. Da ich in den Südstaaten aufgewachsen bin und als Kind Ballettunterricht hatte, wurde ich laufend ermahnt, nicht krumm dazusitzen oder die Schultern hängen zu lassen. »Stellt euch vor, ihr habt einen Besenstiel in eurem Rücken«, ermahnten die Lehrerinnen uns immer wieder. »Stellt euch gerade hin. Sitzt gerade. Die Schultern zurück.« Das mag altmodisch klingen, doch erst die richtige Haltung macht das Bild perfekt. Der Unterschied wird schon bemerkbar, wenn man die Schultern hängen lässt, und die Kleidungsstücke sich aufbauschen und nicht mehr gut sitzen. Seien Sie kein Komma. Sondern ein Ausrufezeichen. Also nehmen Sie die Schultern zurück, und schon haben Sie eine völlig neue Silhouette. Jetzt fehlen nur noch High Heels, und schon sorgen Sie für Aufsehen.

 

 

»Der beste Weg, die eigene Weiblichkeit zu
zelebrieren, ist es, die diversen Stylingoptionen zu
nutzen. Betonen Sie Ihre Formen mit einem breiten
Gürtel, versuchen Sie es mit Blumendrucken, tragen
Sie sündig roten Lippenstift – vielleicht sogar alles
in Kombination miteinander.«

Die Kunst des androgynen Looks

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Kleider mögen ja der Inbegriff von Weiblichkeit sein, wenn es um Mode geht, doch ist nichts verführerischer – und femininer – als eine Frau, die sich auf die hohe Kunst des Cross-Dressings versteht. Mit ihren klaren, geraden Linien bildet Männerkleidung den perfekten Kontrast zu den natürlichen Kurven einer Frau. Zudem ist dieser Look bereits zum Klassiker geworden, der niemals ganz aus der Mode kommt. Denken Sie an Katharine Hepburn in Hosen mit weitem Bein, maßgeschneidertem Hemd und einer Reiterjacke, und dazu ihre lange braune Mähne. Oder sehen Sie sich die überaus sinnliche Marlene Dietrich an, die einen engen Blazer gekonnt mit einer Spitzenbluse und überlangen falschen Wimpern zu kombinieren wusste. Dieser Gegensatz von Weiblichkeit und Burschikosität ist stets ein echter Hingucker.

 

Wenn man einen Dreiteiler tragen möchte, sollte man unbedingt beachten, dass die einzelnen Stücke maßgeschneidert sind, damit sie perfekt zur Figur passen. Ich liebe gut sitzende Westen, die die weibliche Anatomie betonen und zugleich Einblick ins Dekolleté bieten, damit auch auf Anhieb klar ist: »Dieser Er ist eine Sie!« Wenn Sie davor zurückscheuen, sich von oben bis unten in Männerkleidung zu hüllen, versuchen Sie es doch zunächst mit einem Einzelstück, beispielsweise einem zweireihigen Blazer. Oder fangen Sie mit einem Paar hochhackiger Oxford-Schnürschuhe zu einer engen Zigarettenhose oder Leggins an.

Diese Kombination vereint in Perfektion das Männliche mit dem Weiblichen. Eine maßgeschneiderte Smokingjacke sieht ebenfalls unglaublich schick aus, egal, womit man sie kombiniert.

Wenn ich eine so überaus damenhafte Person wie Betty Draper in ein Tweed-Reiterjackett, in Kombination mit einem Ascot-Krawattenschal für einen Ausritt kleide, ist das Ergebnis ein perfektes Spiel mit den Geschlechterrollen. Dieser Look lässt sich ganz einfach nachahmen, indem man ein paar kniehohe Stiefel mit engen Jeans – selbstverständlich in die Stiefel gesteckt – kombiniert und dazu einen Blazer trägt. Als Krönung legt man am besten noch ein Tuch von Hermès oder ein ähnlich edles Seidentuch an. Wer besonders schlank ist, kann sich in den einschlägigen Geschäften auch einmal in der Kinderabteilung nach Schuluniformen für Knaben umschauen, am besten nach einem Blazer mit gravierten Goldknöpfen.

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Pfiffige Schirmmütze aus Wolle von Tracy Watts.

Vergessen Sie aber die Accessoires nicht. Ich persönlich habe eine Schwäche für Damen mit Melone oder Filzhut. Ein schmaler gewebter oder gestrickter Schal passt zudem sehr gut zu einem Button-down-Hemd. Genauso gut kann man aber auch mit einem breiten Schal und einem T-Shirt unter einer Weste experimentieren. Fliegen können ganz niedlich aussehen, doch ist es schwer, sie richtig zu kombinieren. Besonders gelungen finde ich es, eine Krawatte als Gürtel zu tragen wie Gene Kelly in dem Film Singin’ in the Rain. Durchforsten Sie doch einmal die Männerabteilung im Kaufhaus auf der Suche nach neuen Ideen, oder mopsen Sie Ihrem Liebsten ein paar Stücke. Halten Sie in Secondhandläden und auf Flohmärkten Ausschau nach einem Smokinghemd. Peppen Sie dieses dann mit goldenen oder silbernen Manschettenknöpfen oder mit einem seidenen Einstecktuch auf. Meine Damen: Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt, nur auf einen Oberlippenbart sollten Sie verzichten! (Zum Thema Accessoires finden Sie weitere Tipps in Kapitel 6.)

 

 

»Wenn ich eine so überaus damenhafte Person
wie Betty Draper in ein Tweed-Reiterjackett, in
Kombination mit einem Ascot-Krawattenschal für
einen Ausritt kleide, ist das Ergebnis ein perfektes
Spiel mit den Geschlechterrollen.«

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Edle Manschettenknöpfe aus verschiedenen Jahrzehnten.

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Meine Ikonen und Inspirationen

Wo wir schon die ganze Zeit von weiblichen Hauptrollen reden, fallen mir ein paar meiner Lieblingsschauspielerinnen ein, die ich besonders faszinierend finde. Wenn ich nach Inspiration für einen Look oder nach neuen Stylingideen suche, sehe ich mir die folgenden Ikonen des guten Stils an, die stets einen großen Auftritt hinzulegen wussten.

 

 

Clara Bow – »das It-Girl«

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Ihr Look Dieser Stummfilmstar der Zwanzigerjahre war praktisch das erste »It-Girl« und wurde zu einer Inspiration für die Cartoon-Figur Betty Boop. Was sollte man auch anderes von einer Schauspielerin erwarten, die Hauptrollen in Filmen wie Mantrap, Dangerous Curves und Call Her Savage spielte? Bows Vorliebe für sündigen roten Lippenstift, in übertriebener Herzform aufgetragen, löste einen regelrechten Trend aus, noch mehr bewundere ich die dunkelhaarige Schöne aber wegen ihres wilden, ungezähmten Haarschopfs. Jede einzelne Locke an ihr war so rebellisch wie ein pubertierender Teenager. (Als ihre Fans erfuhren, dass sie Henna benutzte, verdreifachten sich die Verkäufe dieses natürlichen Haarfärbemittels.) Zudem teilte sie meine Leidenschaft für exotische Zierbesätze wie Pelze oder Federn. Versuchen Sie doch mal, eine Frau zu übersehen, die in einer Stola aus Marabufedern den Raum betritt. Keine Chance.

 

Was wir uns abgucken Da ihr keinerlei Worte zur Verfügung standen, musste sie sich ihrer Augen, ihrer verführerischen Blicke und ihrer verrückten Locken bedienen, um sich auszudrücken. Natürlich musste sie es vor der Kamera auch ein wenig übertreiben. Doch unterschätzen Sie niemals die Wirkung der Körpersprache. Ein sexy Augenzwinkern und das gekonnte Spiel mit der Schulter sind immer effektiver als ein einfaches »Schön, Sie kennenzulernen«. Studieren Sie ruhig ein paar von Bows typischen Bewegungen und Posen vor dem Spiegel ein, zum Beispiel den Augenaufschlag oder die weit aufgerissenen Augen. Wenn Ihr eigenes Haar eher eigenwillig ist, lassen Sie das Glätteisen doch getrost einmal liegen und verzichten Sie auf diverse Stylingprodukte. Denn Bows Mähne galt als eines ihrer verführerischsten Merkmale.

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Louise Brooks – »der glamouröse Vamp«

Ihr Look Diese bezaubernde Dame aus der Zeit der »Flapper« (in den Zwanzigerjahren Bezeichnung für junge Frauen, die kurze Haare und Röcke trugen, Jazz hörten und sich über konventionelle Benimmregeln hinwegsetzten), einst Revuetänzerin, wusste genau, wie sie die Aufmerksamkeit auf sich zog mit ihrem nachdenklichen, jungenhaften Gesicht, und zwar mithilfe der dazu passenden Frisur. Ihr berühmter Bob mit dem akkurat geschnittenen Pony und den spitzen Enden betonte ihre Züge so perfekt wie ein goldener Bilderrahmen das Gemälde. Sie trug bevorzugt überlange Perlenketten im Stil von Coco Chanel, die einen schönen Kontrast zu ihrem dunklen Haar und den dunklen Augen bildeten. Immer wenn ich an sie denke, habe ich unwillkürlich das berühmte Bild von Eugene Robert Richee aus dem Jahre 1928 vor Augen, auf dem sie ein schwarzes Kleid mit den für sie typischen Perlenketten trägt, die ihrer Silhouette so wunderbar schmeicheln.

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Was wir uns abgucken Brooks verstand es, sich selbst treu zu bleiben. Wenn man einen Look für sich gefunden hat, sei es nun ein einzigartiger Haarschnitt oder ein bestimmtes Accessoire, sollte man ihn sich zu eigen machen, sofern er die eigene Persönlichkeit widerspiegelt. Edith Head trug ihre Sonnenbrille selbst in geschlossenen Räumen, ehe Anna Wintour diesen Look übernahm. Als Marilyn Monroe herausfand, dass der Leberfleck ihre vollen Lippen wunderbar akzentuierte, deckte sie ihn nie wieder ab. Beraten Sie sich mit Ihrem Friseur, ob es einen bestimmten Stil gibt, der Ihren Typ repräsentieren könnte. Oder experimentieren Sie mit ausgefallenen Accessoires wie einer Taschenuhr für Männer an einer Kette oder einem auffälligen Cocktailring.

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Jean Harlow – »die blonde Sexbombe«

Ihr Look Bekannt als »blonde Sexbombe« aufgrund ihrer platinblonden Locken, gab es für die Harlow kein eng anliegendes, tief dekolletiertes Kleid im Bias-Cut (Schrägschnitt), das ihr nicht gefallen hätte. Je glänzender der Stoff war, desto besser. Achten Sie darauf, wie sie sich in dem Film Dinner um acht vor der Kamera rekelt; in ihrer Erscheinung bricht sich praktisch das Licht. Für mich ist sie der Inbegriff von Weiblichkeit, eine Hommage an die Kurven einer Frau, und aus dem gleichen glänzenden Stoff ist in meinen Augen auch Joan Holloway beschaffen. Diese beiden Damen haben kein Problem damit, sich in einer Gruppe von Männern zu behaupten und geistreiche Witze zu reißen. Wie könnte man anders, als Jean Harlow zu lieben, wo sie sogar die Entscheidung getroffen hatte, sich in Dessous begraben zu lassen.

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Was wir uns abgucken Lassen Sie sich von dieser durch und durch erotischen Frau inspirieren und versuchen es einmal mit Stoffen wie Seiden-Charmeuse oder Seiden-Jersey, denn diese schmiegen sich so eng an den Körper an wie eine Schicht Latexfarbe. (In diesem Fall empfiehlt sich figurformende Unterwäsche, sogenannte Shapewear.) Die Harlow war darüber hinaus für ihre freche Mischung aus Bissigkeit und Scharfsinn bekannt. Das bedeutet also, dass es durchaus in Ordnung ist, sich tough und selbstbeherrscht zu geben. Und ab und an einen anzüglichen Witz zu reißen, kann offensichtlich auch nicht schaden.

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Rita Hayworth – »die Glamour-Mieze«

 

Ihr Look Die Hayworth hat sich im Laufe ihrer Karriere für verschiedene Filme acht Mal die Haare umgefärbt, doch tat dies ihrer Ausstrahlung keinen Abbruch. Sehen Sie sich Gilda (1946) an, und machen Sie sich bei der legendären Szene, in der sie »Put the Blame on Mame« singt und dazu tanzt, Notizen. Ihr trägerloses schwarzes Satinkleid, entworfen vom Kostümdesigner Jean Louis von Columbia Pictures, war Inspiration für unzählige Kopien, die auf dem roten Teppich in Erscheinung traten. Rita Hayworth, die im Übrigen spanische, irische und englische Wurzeln hatte, sagte einmal: »Ich finde, dass alle Frauen eine gewisse Eleganz besitzen, welche aber schwindet, sobald sie sich ihrer Kleider entledigen.« Achten Sie darauf, wie verführerisch sie sich ihren langen schwarzen Opernhandschuh in dieser Szene abstreift. Das nenne ich mal einen gelungenen Striptease.

Was wir uns abgucken Jede Frau sollte mindestens ein absolut atemberaubendes Kleid besitzen. Es kann trägerlos sein, eng anliegend, aus Satin oder auch ein Etuikleid mit zartem Print. In diesem Kleid sollten Sie sich klüger, sexier und schlanker fühlen, sobald Sie es sich über den Kopf ziehen. Nennen Sie es ruhig Ihr »Gilda«-Kleid, wichtig ist nur, dass Sie darin einen verführerischen Tanz hinlegen können.

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Elizabeth Taylor – »die Königin der Sinnlichkeit«

 

Ihr Look Wo soll man da bloß anfangen? Diese violetten Augen, die stets nach oben blicken, könnten gar nicht faszinierender sein. Ganz zu schweigen von ihren glänzenden, rabenschwarzen Locken und den dichten schwarzen Wimpern. Wenn ich mir Filme mit Liz Taylor ansehe, bin ich stets von ihrer samtweichen Stimme und ihrem unvergleichlichen Talent, elegant wie ein Panther die Szene zu betreten, gefesselt. Doch es ist das weiße, ärmellose Chiffonkleid in Die Katze auf dem heißen Blechdach, entworfen von Helen Rose, das mich immer wieder dazu bringt, auf Pause zu drücken und tief aufzuseufzen. Der volle Rock mit den Plisseefalten und die eng anliegende Taille schmeicheln ihrer Figur einfach fantastisch.

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Was wir uns abgucken Kontraste, Kontraste, Kontraste. Das Aufeinandertreffen verschiedener Formen und Farben kann einem Look das gewisse Etwas verleihen, das den Betrachter zu einem lauten, bewundernden »Wow!« veranlasst statt nur zu einem diskreten Flüstern. Die Taylor trug Weiß als Gegensatz zu ihrem tiefschwarzen Haar und ihren dunkelvioletten Augen. Weiß zählt tatsächlich auch zu meinen Lieblingsfarben, da es das Licht reflektiert und zu einer jugendlichen Ausstrahlung verhilft. Wenn Sie der Ansicht sind, Weiß sollte man nur zur eigenen Hochzeit tragen, ist es an der Zeit, dies zu überdenken.

 

 

Brigitte Bardot – »die unkonventionelle Schöne«

Ihr Look Natürliche Schönheit. Das ist es, was mir in den Sinn kommt, wann immer ich Bilder dieser umwerfenden französischen Sexbombe sehe. Und das ganz gleich, ob sie nun einen Bikini, ein Handtuch oder einen Body mit Gürtel trägt. Einem Gerücht zufolge hat sich in den Sechzigerjahren in Paris eine Postkarte, auf der sie im weißen Korsett zu sehen war, besser verkauft als Postkarten vom Eiffelturm. Ihr zerzaustes Haar unterstreicht dabei ihren unschuldigen, unbekümmerten Look – Wer, moi? – nur noch. Irgendwie schafft die Bardot es immer, so auszusehen, als hätte sie gerade mal dreißig Sekunden darauf verwendet, sich fertig zu machen, und dennoch sieht sie immer nach einem Millionen-Dollar-Babe aus.

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Was wir uns abgucken Brüten Sie auch immer mal wieder länger über einem Outfit, bis jedes Detail stimmt? Oft braucht man ewig, um einen Seidenschal richtig zu binden, nachdem man bereits zuvor mit der Frisur seine liebe Not hatte. Oder man probiert jedes einzelne Paar Schuhe durch, bevor endlich die grauen Pumps gefunden sind, die am besten zu den Nadelstreifen des Anzugs passen. Die Bardot hätte in der Zeit, die manch eine Frau zum Anziehen benötigt, wohl schon eine Flasche Beaujolais geleert. Wenn Sie einmal nicht so viel Aufwand betreiben wollen, schütteln Sie doch einfach nur Ihre Mähne und tragen Sandalen, die eben nicht zu Ihrem Gürtel passen. Oder mixen Sie Muster wie Streifen und Blümchen. Tun Sie so, als wäre Ihr Styling auf Frühjahrskur – in Saint-Tropez, versteht sich.

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