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Originalausgabe

© Dressler Verlag GmbH, Hamburg 2013

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Giraffenaffen © 2013 Starwatch Entertainment, Lizenz durch: ProSiebenSat.1 Licensing

Alle Rechte vorbehalten

Cover- und Innenillustrationen: Katja Wehner

E-Book-Umsetzung: Dörlemann Satz, Lemförde 2013

ISBN 978-3-86272-781-0

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Die Insel in der Süßsee

Weit, weit weg, da, wo die Sonne aufgeht, wenn es bei uns dunkel wird, im hinterletzten Winkel des achten Weltmeeres, liegt die Süßsee. Sie schmeckt im Osten nach Melonenlimonade und im Norden ist sie himbeersaftsüß. Im Westen gibt es leckeres Waldmeisterwasser, und im Süden, wo die Milchmuscheln wachsen, kann man bei Vollmond den weltbesten Kakao trinken. Aber das Tollste an der Süßsee ist eine kleine Insel. Sie ist auf keiner Karte zu finden, weil sie kaum jemand kennt, und sie liegt so versteckt, dass dort nur selten ein Schiff landet. Manchmal verirrt sich höchstens etwas Treibgut zu ihr oder vielleicht ein Vögelchen, das sich verflogen hat …

 

Die Insel ist einfach wunderschön. Es gibt flache Strände aus feinstem Zuckersand, der lustig zwischen den Zehen kitzelt, einen riesenhohen Berg, dessen Spitze mit eiskaltem Schnee bedeckt ist, und einen Zwillingsvulkan, der sogar echtes Feuer spuckt. Man findet sprudelige Wasserfallduschen, geheimnisvolle Wälder und bunte Wiesen voller Blumen. Manche davon duften schokokokolecker, andere müffeln wie ungewaschene Füße.

 

Natürlich leben auch viele Tiere auf der Insel. Ponykatzen grasen zwischen den Fauchbäumen, Mompfs rekeln sich im warmen Sonnenschein und kugelrunde Rollmäuse flitzen durch die schattigen Kokowälder …

Doch Moment! Was war denn das? Hast du so was schon mal gesehen? Da ist doch gerade einer von Ast zu Ast gesprungen! Der sah ja witzig aus mit seinem flauschigen gelben Fell, den braunen Flecken und dem langen Schwanz. Das war … ein Giraffenaffe!

Auf der kleinen Insel leben die Giraffenaffen! Sie schlafen kopfüber an Palmenästen, planschen in den Wasserfallduschen und machen eigentlich nur das, wozu sie Lust haben. Sie spielen, singen und tanzen, wann immer sie möchten.

Die Giraffenaffen lieben ihre Insel und sie klettern, hangeln und hüpfen den ganzen Tag herum. Deswegen gibt es dort nichts, was sie noch nicht entdeckt haben.

Na gut, fast nichts.

An diesem einen Morgen ging gerade die Sonne auf. Die Giraffenaffen hingen noch gemütlich in ihren Schlafpalmen und träumten gemeinsam von großen Abenteuern. Da passierte etwas höchst Ungewöhnliches.

Kokoball und das Dings

Es machte Knacks und Krach und ganz laut Plumps! Und dann:

Einer der Giraffenaffen war von seinem Schlafast gefallen: Benni.

»Pscht, Ruhe da unten!«, jammerte jemand müde aus den Palmenwipfeln.

»Schon gut, schon gut …«, murmelte Benni vor sich hin. Sein Schädel brummte, denn er war auf seinem Kopf gelandet. Er hatte wohl zu wild geträumt und sich im Schlaf zu viel bewegt. Das war gar nicht so ungewöhnlich, denn Benni war dafür bekannt, dass er nicht eine Minute still sitzen oder still hängen konnte. Nun wuchs ihm eine Beule zwischen seinen Giraffenaffenhörnchen, die ganz schön wehtat.

Benni rieb sich den Kopf und überlegte. Wo er nun schon mal wach war, könnte er sich vielleicht gleich zum Blattsegeln in die Brausebucht schwingen? Das war früh am Morgen besonders lustig und dann würde die dicke Beule bestimmt bald nicht mehr so pochen! Während Benni noch nachdachte, fiel sein Blick auf etwas Merkwürdiges am Boden.

»Na, huch! Was ist denn das? Und wo kommt es auf einmal her?«, fragte er leise. Auf Zehenspitzen näherte er sich dem seltsamen Dings und betrachtete es genauer. Es war fast so groß wie ein Giraffenaffenkopf, kugelrund und lustig gesprenkelt. Es sah irgendwie aus wie ein …

»… ein Ball!« Benni freute sich und nahm Anlauf. »Den schieß ich locker bis zu den Klippoklippen!«, sagte er sich und trat schwungvoll mit seinem Fuß gegen das runde Teil. »Aaaaaaahhhhhhhh!«, schrie Benni plötzlich so laut, dass schlagartig alle wach waren.

Ein Giraffenaffenkopf nach dem anderen streckte sich neugierig aus den Schlafpalmen.

»Was ist denn hier schon wieder los?«

»So früh?«

»Wie viel früh ist es überhaupt?«

»Sapperlot und Flauschkrebspupse!« Fabian stand plötzlich hinter Benni und schaute ihm über die Schulter.

Fabian war schon ziemlich alt und sein Giraffenaffenfell war grau und zauselig. »Das ist ja ein ganz schöner Oschi!«, stellte er mit einem Blick auf Bennis Zeh fest.

»Ja, hart wie Stein!«, sagte Benni und meinte damit das komische Dings, das Fabian noch gar nicht entdeckt hatte.

»Na, übertreib mal nicht. Ist doch nur dein großer Onkel«, lachte der Alte. Er klopfte Benni auf die Schulter und lief zu den anderen Giraffenaffen, die schon bei den Wasserfallduschen herumalberten.

 

»Wasserattacke!«, riefen die Zwillinge Luca und Lea gleichzeitig und sprangen in den See unterm Wasserfall. Es spritzte nach allen Seiten. Die anderen Giraffenaffen wurden von oben bis unten nass. Sie lachten und kitzelten die Zwillinge zur Strafe. Die beiden waren noch sehr klein. Ihr Fell war unglaublich plüschig und leuchtete orangefarben. Und sie hatten jede Menge Blödsinn im Kopf.