Rainer Haak

Champagner für die

Seele

Impressum

»Das und noch viel mehr«: © Abakus Musik.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung

Titel der Originalausgabe: Champagner für die Seele

Erweiterte Neuausgabe 2013

© Verlag Herder GmbH, Freiburg im Breisgau 2006/2013

© Verlag Herder GmbH, Freiburg im Breisgau 2013

Alle Rechte vorbehalten

www.herder.de

Umschlaggestaltung: Designbüro Gestaltungssaal

Umschlagmotiv: © Designbüro Gestaltungssaal

E-Book-Konvertierung: Integra Software Services Pvt. Ltd, Indien

ISBN (E-Book): 978-3-451-33028-5

ISBN (Buch): 978-3-451-07162-1

Inhalt

Vorwort

1 Der wichtigste Tag heißt heute

Auf den Zauber des Augenblicks

Auf viele glückliche Stunden

2 Die Seele singt

Auf die Melodie des Lebens

3 Gut, dass es dich gibt!

Auf einen lieben Menschen

Auf die Freundschaft

Auf die Liebe

4 Zum Glück gibt’s mehr als Geld

Auf ein fröhliches Herz

Auf Glück und Gesundheit

5 Erfolge feiern

Auf den Erfolg

6 Ein Leben lang unterwegs sein

Auf viele schöne Tage

Auf die Freude am Leben

7 Was ich dir wünsche

Informationen zum Autor

Vorwort

Manchmal kommt es mir vor, als würden täglich tausend Botschaften und Verlockungen um meine Aufmerksamkeit kämpfen. Sie alle wollen, dass es mir gut geht und ich glücklich bin. Sie bieten mir an, Wellness-Urlaub im Luxushotel zu machen, ein neues Auto für lächerlich geringe Monatsraten zu kaufen, mich gegen alle Widrigkeiten des Lebens zu versichern, zehn Jahre jünger zu wirken, noch mehr Fernsehsender empfangen zu können oder äußerst verführerisch zu riechen.

Dabei bin ich für diese Botschaften tatsächlich sehr empfänglich. Denn natürlich will ich mir gern etwas Gutes tun. Manchmal habe ich den Eindruck, ich müsse es auf der Stelle tun, weil ich mich so schlecht fühle. Dann öffne ich eine Flasche Wein, schaue mir einen albernen Film an, vertilge Unmengen von Schokolade und träume davon, Spaß zu haben und glücklich zu sein.

Hinterher geht es mir meistens auch nicht besser, im Gegenteil! Dummerweise habe ich auch noch ein schlechtes Gewissen, wenn ich an die Waage denke und an diverse Ratgeber in meinem Bücherregal, in denen beschrieben wird, wie mein Leben lebendiger und erfüllter werden könnte.

Dieses Buch will Ihnen keine Rezepte für ein glückliches Leben anbieten. Es will Ihnen schon gar nicht ein schlechtes Gewissen machen. Es ist vielmehr ein Buch voller Lebensfreude. Sie finden darin zahlreiche prickelnde Gedanken, die Ihnen und Ihrer Seele gut tun.

Ihre Seele hat schon lange versucht, Sie daran zu erinnern, dass einiges in Ihrem Leben fehlt. Sie hat Ihnen manche Krise geschickt, damit Sie unnötige Lasten loslassen, mit den Sorgen aufhören, sich selbst nicht so schrecklich wichtig nehmen oder endlich Ihre Angst und Ihre Trägheit überwinden. Ihre Seele wünscht sich, dass Sie mehr lachen und tanzen, dass Sie ehrlich zu sich selbst sind und sich Ihrer Tränen nicht schämen und dass Sie immer wieder über das Wunder des Lebens staunen.

Ihre Seele weiß vieles, wovon Ihr Verstand keine Vorstellung hat. Sie will Sie an das Leben erinnern. Sie ist nicht an Reichtum auf Bankkonten interessiert, sondern an dem unsichtbaren Reichtum, der Ihnen Lebendigkeit und tiefe Freude schenkt. Und je lebendiger Sie sind, umso glücklicher ist Ihre Seele.

»Champagner für die Seele« ist eine lebendige Sammlung von Botschaften, die von Ihrer Seele stammen könnten. Sie werden den Geschmack des Lebens spüren, werden sich über unvergessliche Stunden freuen, dankbar sein für gute Freundschaften, die Stille sprechen lassen und sich erinnern, wie gut es tut, den eigenen Weg zu gehen.

Rainer Haak

1

Der wichtigste Tag heißt heute

ES IST KAUM zu fassen, aber ich falle immer wieder darauf herein: Da nehme ich mir vor, endlich ein dringendes Problem zu lösen, aber schweife sofort mit meinen Gedanken ab und komme gar nicht zum eigentlichen Kern der Sache. Da stehe ich an einem lauen Sommerabend am Meeresstrand, die Sonne geht langsam unter, und ich frage mich allen Ernstes, nach welchem System ich die Rechnungen für die Renovierung des Kellers abheften sollte. Ich sitze mit lieben Menschen gemütlich bei einem leckeren Essen zusammen und denke nur an die Zeugnisse der Kinder. Ich mache einen Spaziergang durch den Park mit seinen wunderbaren alten Bäumen und herrlichen Blumenbeeten und denke nur an den Arztbesuch heute Nachmittag.

Ich falle immer wieder darauf herein. Statt bei der Sache zu sein, bei mir selbst oder dem Menschen neben mir, bin ich in meine vagabundierenden Gedanken abgetaucht, in die verklärte oder verfluchte Vergangenheit, in die schwere oder rosige Zukunft, in die Sorgen und Probleme.

Leben kann ich nur an einem einzigen Tag – heute. Und immer wieder heute. Ich kann nicht gestern leben und auch nicht übermorgen. Ich kann nicht in der Erinnerung leben und erst recht nicht irgendwann. Ich kann nur in diesem Augenblick leben, sonst befinde ich mich auf der Flucht vor dem Leben.

Am Abend nehme ich mir die Zeit für einen Rückblick auf den vergangenen Tag. Ich frage mich: »Wo und wann habe ich heute gelebt, wirklich und intensiv?« Mir fällt nicht die Zeit ein, in der ich mich auf ein Gespräch vorbereiten wollte, aber stattdessen nur voller Sorgen aus dem Fenster gestarrt habe. Ich denke nicht daran, wie ich darüber geklagt habe, dass das Leben schwer und ungerecht ist. Ich denke nicht an die Stunden vor dem Fernseher, in denen ich von einem Programm zum anderen geschaltet habe. Mir kommt auch nicht die wichtige Begegnung in den Sinn, bei der ich vor lauter Angst kein Wort herausbekam.

Wann habe ich heute gelebt? Ich schließe die Augen und suche nach Bildern. Da sehe ich, wie ich über mich selbst lachen konnte. Ich spüre wie vorhin den Wind auf meiner Haut. Ich bin froh und stolz, dass ich eine komplizierte Aufgabe gelöst habe. Ich denke an das offene, intensive Gespräch mit meinem Vorgesetzten. Und mir fällt ein, wie ich bei der herrlichen Musik alles andere um mich herum vergessen konnte.

Allerdings will ich das »Heute« nicht auf die Spitze treiben: Ich will nicht so tun, als würde mein Leben erst heute beginnen. Ich will nicht alle Brücken zur Vergangenheit abbrechen. Ich will nicht versäumen, für die wichtige Prüfung zu lernen und rechtzeitig etwas Geld für die Zukunft zurückzulegen. Ich will mich auf die Aufgaben vorbereiten, die vor mir liegen.

Heute denke ich voller Dankbarkeit zurück. Heute lerne ich aus meinen Fehlern. Heute plane ich, wie ich meinen Urlaub verbringe. Aber ich höre endgültig auf, vor dem Leben wegzulaufen. Denn ich habe mich entschieden, dass heute der wichtigste Tag meines Lebens sein soll.