Sabine Mühlisch
Fragen der KörperSprache
Antworten zur non-verbalen Kommunikation

 

Reihe
Soft Skills kompakt
Herausgegeben von Stephane Etrillard
Band 2

 

Band 1 - Stephane Etrillard: Erfolgreiche Rhetorik für gute Gespräche
Band 2 - Sabine Mühlisch: Fragen der KörperSprache
Band 3 - Reinhold Vogt: Gedächtnis-Training in Frage & Antwort
Band 4 - Rene Borbonus: Die Kunst der Präsentation
Band 5 - Ute Simon-Adorf: Was Sie schon immer über Coaching wissen wollten ...
Band 6 - Arno Fischbacher: Geheimer Verführer Stimme
Band 7 - Ute Simon-Adorf: Mentaltraining in Frage & Antwort
Band 8 - Stephan Ulrich: Menschen grafisch visualisieren
Band 9 - Jürgen W. Goldfuß: Wer sich nicht führt, der wird verführt
Band 10 - Doris Kirch: Der Stress-Coach


Copyright © Junfermannsche Verlagsbuchhandlung, Paderborn 2007
2. Auflage 2010
Covergestaltung/Reihenentwurf: Christian Tschepp Coverfoto: Alicja Suszczewska-fatla — FOTOLIA.com

Alle Rechte vorbehalten.

Erscheinungsdatum dieser eBook-Ausgabe: 2011

Satz und Digitalisierung: JUNFERMANN Druck & Service, Paderborn

ISBN der Printausgabe: 978-3-87387-662-0
ISBN dieses eBooks: 978-3-87387-813-6

Warum so viele Missverständnisse?
Eine klärende Einleitung

Was fällt Ihnen als Erstes zum Stichwort KörperSprache ein? Kennen auch Sie den Satz: „KörperSprache ist, wenn man die Arme vor dem Bauch verschränkt und sich damit zumacht“? Oder: „Ach ja, das Überschlagen des Beines zeigt die Zu- oder Abneigung zum Gesprächspartner“? Dann sind Sie in guter Gesellschaft.

Denn aus den komprimierten Aufstellungen in Presse, Funk und Fernsehen entstehen Halbwahrheiten, die nur schwer wieder aus den Köpfen der Empfänger zu entfernen sind. KörperSprache und ihre Bedeutungen sind eben nicht ganz so simpel, und die oben beschriebenen Aussagen sind nur bedingt zutreffend! Sie führen eher zu Miss- als zu Verständnis.

Das Verschränken der Arme kann nämlich, je nach Situation, in Zusammenhang mit anderen Körperpositionen in der Übersetzung als „Ich höre gerne zu“ bis „Jetzt ist genug geredet, ich möchte reden oder gar nichts mehr hören“ gedeutet werden. In einer Paarbindungs-Situation hat das Überschlagen der Beine sicher etwas mit Zu- oder Abneigung zu tun – in Alltagsgesprächen jedoch zeigt es eher die bevorzugte Hirnaktivität des dazugehörigen Gesprächspartners an. Dazu später mehr.

Mit dieser Art von Missverständnissen möchte ich also gerne aufräumen. Sie finden in dem Frage-Antwort-Dialog eine Anleitung, die Sie auffordert, selber zu beobachten und daran zu denken, die Methodik der Übersetzung immer wieder in Ihrer jeweiligen Lebenssituation oder während der Beobachtung Ihres Alltags anzuwenden. Sie werden vergeblich nach Anweisungen, Rezepten oder Pauschaltipps suchen. Die Angaben zu „wenn ... dann“ finden Sie hier nur bedingt, denn sie werden den Menschen und ihrem vielfältigen Verhalten nicht gerecht und tragen nur dazu bei, dass immer wieder neue Klischees und Dogmen zur Kategorisierung verwendet werden.

Primäres Ziel dieser Fragen und Antworten ist es, Ihnen eine neue Sichtweise der körperlichen Erscheinungsformen zu geben, die ein Deuten auf der seelisch-geistigen Ebene ermöglicht und einen selbstständigen Umgang mit den zahlreichen Erscheinungsformen körpersprachlichen Ausdrucks erkennen und erschließen lässt.

KörperSprache, wie sie hier übersetzt, ge- und bedeutet wird, soll die Augen öffnen für das Wissen, was bereits in jedem Körper „versteckt“ ist und für das es daher keiner „Beweise“ aus den klassischen Wissenschaften bedarf. Dennoch fließen in die Übersetzungen Erkenntnisse besonders der Quantenphysik, Neuropsychologie und Hirnforschung mit ein.

Wer sich und andere unter den hier beschriebenen Grundsätzen beobachtet, wird die Wahrhaftigkeit der Aussagen am eigenen Leib erfahren und damit Wissen (er)schaffen können.

Fazit: Es gilt, sich selbst und andere wohlwollender, liebevoller zu betrachten und zu erkennen, was ursprünglich hinter und in Aussagen von Menschen in Kommunikationssituationen steckt. Sie erhalten ein Hilfsmittel zur Selbsterkenntnis und somit zum besseren Verständnis der Menschen untereinander.

1. Was ist KörperSprache?

Unsere Körper setzen in ihrer ganz eigenen Sprache das um, was in unserem Denken vorherrscht, welche Energie vorhanden ist, welche Ängste regieren und welche Programme gelebt werden. Unsere verbale Sprache ist nur ein Teil der Kommunikation. Mehr als 50 Prozent werden durch den Körper und seine Verhaltensweisen ausgedrückt. Ganzheitliche Information und Kommunikation entstehen aus verbalen und nonverbalen Anteilen.

 

Heißt das, wir sprechen immer mit unseren Körpern?

KörperSprache „sprechen“ wir immer und überall, allerdings weitgehend unbewusst. Wer mit seinem gesamten Potenzial sprechen und handeln will, muss um seine KörperSprache wissen – sich ihrer bewusst sein (Bewusstsein = im Wissen sein). Wenn Sie daher das Wissen um Ihre persönlichen körpersprachlichen Ausdrucksformen nutzen, verstehen Sie Mitarbeiter, Kunden, Nachbarn, Freunde, Vorgesetzte ... kurz: Mitmenschen und auch sich selbst und insbesondere im „Ungesagten“. Sie erweitern damit Ihr „Handwerkszeug“ um die ursprünglichste menschliche Komponente: KörperSprache. Wer sich authentisch, frei und flexibel seinen Gesprächspartnern offenbart, kann echte Dialoge mit „neuen“ Ergebnissen führen.

Nur so können Sie sich jederzeit – nach innen und außen – auch nonverbal, individuell und authentisch darstellen.

 

Authentisch wird im Zusammenhang mit KörperSprache oft verwendet, und wohl jeder versteht etwas anderes darunter. Was bedeutet „authentisch“ für Sie?

Authentisch bedeutet sich-selber-sein. Wir sind authentisch, wenn wir vollkommen wahrhaftig, uns selbst treu und ehrlich sind! (Was nicht bedeutet, nicht zu lügen!) Dazu brauchen wir absolutes Vertrauen in uns selbst (Selbst-Vertrauen). Äußere Einflüsse, wie sich darüber zu sorgen, was andere denken, was andere von mir erwarten, sollten nicht der Motor für mein Sein und Tun sein. Etwas tun, um zurechtzukommen, zu gefallen (und dann fällt man irgendwann!) ... diese Verhaltensweisen verhindern, dass andere sich über einen ärgern (können). Folglich ist solch ein Verhalten nicht authentisch.

Nur weil mir etwas wichtig ist, mir entspricht, tue ich das Entsprechende. Nur wer auf sich selbst fokussiert ist, wahrnimmt, was jetzt IST, und diesen eigenen Impulsen folgt, wer Dinge tut, die für ihn richtig und angemessen sind, ist authentisch.

 

Woher wissen wir mit unseren Körpern zu sprechen?

Das primäre und damit einfachste Kommunikationssystem, welches uns mit in die Wiege gelegt worden ist, ist unsere Ur-Muttersprache „Körper“. Sie ist nur im Laufe unserer Entwicklung und Konditionierung in Vergessenheit geraten. Dabei hätten wir kaum eine Überlebenschance, wenn wir uns nicht sofort nach unserer Geburt durch Stimmlaute, Mimik sowie eine bestimmte Gestik und Bewegungen verständlich machen würden.

 

Nur, woher kommen diese Informationen, und wie werden sie gesteuert? Wieso drückt der Körper Informationen einer momentanen, inneren Gefühlssituation aus, wie am Beispiel eines Säuglings: „Ich habe Hunger“?

Der Körper tut nichts aus sich selbst heraus. Der Körper eines (lebenden!) Menschen bezieht seine Aktionen aus den nichtstofflichen Bereichen, die wir Bewusstsein oder auch Seele nennen, und dem Leben, auch als Geist bezeichnet. Aus dem Bewusstsein stammen die Informationen, die sich im Körper verkörpern oder manifestieren und damit sichtbar werden. Das Bewusstsein ist dabei einem Radioprogramm, der Körper dem Empfänger vergleichbar. Was in oder durch einen Körper geschieht, ist daher immer Ausdruck (es drückt nach außen!) einer entsprechenden Information aus einem geistigen Bild. Alles ist zunächst neutrale Energie, der wir eine Ladung, eine Wertung und eine Form geben.

Verhaltensänderungen, Bewegungen, Spannungen oder Entspannungen finden immer zunächst auf der Ebene der Seele oder des Bewusstseins statt. Sie finden auf der körperlichen Ebene ihre Verwirklichung und schaffen damit die Wirklichkeit. Der Körper ist die Bühne für die Bilder des Bewusstseins, der Seele und des Geistes.

 

Sind dann alle Bewegungen, Aktionen oder Handlungen geistigen Ursprungs?

Ja. Wir sind geistige Wesen, die eine körperliche Erfahrung in einer selbst erschaffenen Realität machen. Jegliche Abweichung aus einer harmonischen, ausgeglichenen Körperhaltung und -bewegung ist immer eine Abweichung oder Störung der seelischen Ordnung. Das entstehende innere Ungleichgewicht drückt sich mithilfe des Körpers durch entsprechende Äußerungen aus. – Diese äußeren Signale geben uns den Hinweis, dass die Seele des Menschen einen bestimmten Mangel leidet und durch die Kompensation in die Körperlichkeit uns selbst und jedem Betrachter deutlich sichtbar dies zu verstehen gibt.

 

Sichtbar vielleicht, aber wie deutet man?

Um von diesem holistischen Ansatz her die KörperSprache zu deuten und zu bedeuten, helfen uns die bildhafte Sprache und ein gutes Ohr für die Hintergründe und Doppeldeutigkeit der Worte. Besonders auffällige Worte werden daher zur Verdeutlichung kursiv gedruckt.

Die verbale Sprache ist in der Abfolge der Evolution der Menschheit eine der letzten Errungenschaften. Auch am Beispiel der Einzelmenschwerdung können wir dies erkennen: Zuerst bestimmt die nonverbale, körperliche Sprache über Leben oder Sterben, dann erst kommt die verbale Sprache, langsam und mühsam erarbeitet, hinzu: Sprache beschreibt KörperSprache, sie weiß um die Zusammenhänge zwischen Körper und Seele, wenn wir gewillt sind, hinter dem physischen Körper den Ausdruck eines geistig-seelischen Prinzips zu erkennen. Wenn wir also beschreiben, was wir an körperlichen Ausdrücken vorfinden, so redet unsere Seele über die äußeren Erscheinungen mit uns. Wir müssen nur wieder hinhören und verstehen lernen.

 

Der gläserne Mensch? Möchten Menschen denn überhaupt so durchschaut werden oder sich durchschauen lassen?

Der Körper und seine (Seelen-)Sprache sind so eindrucksvoll ehrlich – manchmal mehr, als wir es uns wünschen! Die Wahrheit über unser oft so unterdrücktes, geheim gehaltenes und geschütztes Inneres wird „gnadenlos“ durch den Körper sichtbar gemacht. Kein Wunder vielleicht, dass wir uns so weit von diesem Wissen entfernt haben – ungeschminkte Wahrheit kann wehtun, muss sie jedoch nicht.

Doch auch wenn wir geübt sind, nur der Ebene der sogenannten rationalen Wirklichkeit und der Verlässlichkeit der gesprochenen Worte zu vertrauen: Wir können nicht immer Weg-Sehen, Weg-Hören und Nicht-Verstehen! Selbst wenn uns dies bei anderen Menschen schon sehr gut gelingt (technische Kommunikationsgeräte wie Telefon, Fax oder Mails helfen uns dabei) und wir den wahren, ganzheitlichen Informationen damit entfliehen können – jeden Morgen, beim Blick in den Spiegel, begegnen wir uns doch selbst, und unser Körper spricht über unser Seelenleben eine deutliche Sprache. Hilft es da, den Spiegel immer kleiner werden zu lassen oder nur noch für „technische“ Belange hineinzusehen?

 

Es geht also um Selbsterkenntnis – suchen Menschen wirklich danach?

Je bewusster wir die körperlichen Erscheinungen betrachten und deren – seelisch-geistige – Botschaften verstehen, umso eher sind wir in der Lage, uns zunächst selbst zu erkennen (bevor wir andere erkennen können) und wahrheitsgemäß darüber zu kommunizieren. Nur was ich in mir erkannt habe, erkenne ich dann bei anderen wieder!

Solange wir das Außen „nur“ als mechanisches Geschehen betrachten und keine Beziehung zum Inneren herstellen, werden unsere Kommunikationsversuche oberflächlich, verschleiernd und missachtend sein. Selbst die Signale von Störungen, Krankheit genannt, lassen sich auf Dauer nicht nur mechanisch, technisch zur Heilung bringen. Wir können entscheiden, wann wir auf die Suche zum Selbst gehen – irgendwann ist für jeden der Zeitpunkt gekommen. Meist helfen Leid, Katastrophen und Schicksal (zur Heilung geschickt!) zur Hinwendung nach innen und somit zum Selbst. Wie sagte schon das Orakel von Delphi: Erkenne dich selbst! Oder wie postulierte bereits Hermes Trismegistos ca. 3.000 v. Chr.: Wie oben, so unten, wie innen, so außen.

2. Was sagt KörperSprache?

Wer KörperSprache deuten will, muss sich Gedanken zur inhaltlichen Unterscheidung von Deutung, Wertung, Einschätzung oder Interpretation machen.

Eine Wertung bezieht sich immer auf ein subjektiv nachvollziehbares Wertungssystem. Und dies ist je nach Mensch, Einzelerfahrung und Lebenssituation ein anderes. Was zum Beispiel ist für Sie „warm“ und was ist „kalt“? Minus fünf Grad sind für einen Eskimo als warm zu bezeichnen, während einem Bewohner am Äquator dabei das große Zittern kommt. Ebenso verhält es sich mit „gut“ und „schlecht“. Im Grunde gibt es diese Wertung gar nicht, sind beide Aspekte doch nur Ausdruck in unserer polaren Welt für dieselbe Einheit, für die Einsicht. Wo auf dieser Skala von plus und minus sich ein Mensch mit seinen körperlichen Ausdrücken befindet, entscheidet auch hier nur das jeweilige Wertungssystem – und dies ist von Mensch zu Mensch und von Situation zu Situation eben verschieden.

 

Kann man denn ganz ohne Wertung auskommen? Geht das überhaupt?

Wir neigen alle dazu, uns unserer Bewertungssysteme, die meist aus alten Erfahrungen, übernommenen Werten anderer und den Konsensmeinungen entstanden sind, nicht mehr bewusst zu sein. Dabei sind wir ursprünglich Ausdruck eines nicht wertenden Bewusstseins. Diese Bewertungen übertragen wir dann ungeprüft auf andere. Erleben wir einen anderen Menschen durch sein Verhalten verbaler und nonverbaler Art, so bewerten wir sofort und ständig nach unseren Systemen. Zunächst gilt es anzuerkennen, dass ich ständig Bewertungen anwende.

Nur mit dieser Bewusstheit und der daraus folgenden echten Wahrnehmung können wir uns der Deutung eines körpersprachlichen Geschehens nähern. Bleiben wir sprachlich bei den wahrzunehmenden (Körper)Bildern und beschreiben mit Bezug auf seelisch-geistige Hintergründe das, was wir sehen, dann können wir ohne Bewertung und gar mögliche Schuldzuweisungen uns selbst und unser Gegenüber erkennen.

Wir würden uns allen guttun, wenn wir Bewertungen relativieren, am besten ganz weglassen würden. Das geht. Was heute für Sie „schlecht“ ist, wird sich mit zeitlichem Abstand als „gut“ herausstellen. Die folgende Parabel verdeutlicht dies:

Ein armer Bauer hat nur einen wertvollen Besitz, ein Pferd. Eines Tages läuft das Pferd davon. Der Nachbar kommt und beklagt den großen Verlust. Der Bauer hört es sich an und zuckt darauf mit den Schultern: „Ist es gut, ist es schlecht?“ Am nächsten Tag kehrt das Pferd zusammen mit einer ganzen Herde von Wildpferden zurück. Der Nachbar kommt erneut und begrüßt überschwenglich das unerwartete Glück. Der Bauer hört es sich an, zuckt mit den Schultern und sagt: „Ist es gut, ist es schlecht?“ Daraufhin bricht sein Sohn sich eines Tages beim Zureiten eines der Wildpferde ein Bein. Wieder kommt der Nachbar herbei, schimpft über das Unglück, und der Bauer antwortet mit: „Ist es gut, ist es schlecht?“ Ein Krieg bricht aus, der Sohn des Bauern wird als Einziger nicht eingezogen, da er untauglich ist aufgrund seines Beinbruchs. Der Nachbar lässt nicht lange auf sich warten, eilt herbei und beglückwünscht ihn zu diesem segensreichen Umstand. Der Bauer zuckt die Schultern und antwortet erneut: „Ist es gut, ist es schlecht?“

 

Wie sieht wertfreies Verhalten aus? Gibt es das überhaupt (schon)?

In Verhalten ausgedrückt bedeutet wertfrei, uns selbst und den anderen respektieren, was übersetzt heißt, den Blick zurückgeben. Wir alle sehnen uns nach diesem Respekt, ohne Bewertung nach gut oder schlecht. Er wird auch immer eingefordert. Respekt beginnt bei sich selbst: Können Sie sich so annehmen, wie Sie jetzt gerade sind? Ohne Wenn und Aber? Nur was wir säen, können wir ernten.

Wer nur den Finger ausstreckt und auf körperlicher Ebene diesen in die deutlich gewordene „Schattenseite“ eines Menschen oder sich selbst legt, hat das Prinzip nicht verstanden. Denn kein Mensch ist immer im Gleichgewicht, jeder von uns hat seine Unstimmigkeiten, die es gilt zu erkennen, anzuerkennen und zu erlösen.

 

Was bedeutet „erlösen“ in diesem Zusammenhang?

Wo geistige Lernaufgaben nicht bearbeitet werden, gleiten sie in einen seelischen Spannungszustand ab, den wir als Gefühle wahrnehmen können. Wird auch hier nicht gehandelt, kommt das „Bearbeitungsthema“ auf der körperlichen Ebene zum Vorschein. Erst der Bezug zur geistigen Ebene, als Möglichkeit des Verstehens und damit des notwendigen (die Not wird gewendet) Ausgleichens, hat eine Chance auf echte Kommunikation – nach innen und außen. Jede körperliche Äußerung IST, was sie ist: ein Ausdruck seelischen (Un)Gleichgewichts und ein Hinweis auf Anerkennung: des Betroffenen selbst oder eines Gesprächspartners, der als Spiegel fungiert.

 

Andere Menschen als Spiegel zur Selbsterkenntnis? Was ist dann mit Kritik, Feedback oder Vorschlägen zur Verhaltensänderung?

Was sagt denn bei genauer Betrachtung eine Kritik von einem anderen Menschen aus? Viele Empfänger von Kritik, Feedback oder Hinweisen zweifeln sofort an ihrem Wert. „Ich bin nicht gut genug.“ Dabei sagt jede Form von Kritik etwas über denjenigen, der die Kritik äußert – erkennbar schon in der Art und Weise. Selbst liebevolle Kritik ist eine Selbstauskunft für eigene Vorlieben oder Abneigungen des Kritisierenden.