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Inhaltsverzeichnis



















































Danksagung

Mein Dank geht an alle Menschen, die mir auf meinem Weg mit Offenheit und Liebe begegnet sind. Vor allem an meine wunderbare Frau Jasmin und an meine Kinder, die mit ihrem Dasein mein Herz täglich unendlich mit Liebe erfüllen. An meine leiblichen Geschwister, vor allem Nena und Carmen, die mir die Möglichkeit gaben, die Wurzeln meiner Herkunft zu finden. An meine leibliche Mutter, die im Inneren ihres Herzens gern für mich dagewesen wäre, der es aber vom Schicksal nicht vergönnt war, mich in Liebe und Zärtlichkeit zu begleiten – ich hätte ihr gerne etwas von mir zurückgeschenkt.

Anhang

Der vergessene Freund

Wieder einmal war ich unterwegs in Sachen Musik. Ich war am Vortag von einer Konzertreise zurückgekehrt und hatte meine Tochter länger nicht gesehen. Darum hatte ich sie für diesen Tag eingeladen, mit mir eine Fahrt nach Wüstenrot zu machen. Ich wollte meiner Pflegemutter Hanni Ahlgrimm Blumen aufs Grab legen. Wie immer hatten wir uns viel zu erzählen. Wüstenrot, der Ort, der mich auch nach über 30 Jahren nicht losließ, der Ort, der in mir unzählige Erlebnisse aus meiner Kindheit mühelos wach hält, war unser zentrales Gesprächsthema. Doch diese Fahrt sollte auch eine Geschichte wieder in mein Gedächtnis zurückrufen, die für mich schon fast in Vergessenheit geraten war.

Eine Geschichte, die untrennbar mit meiner Kindheit verbunden ist, sollte mich hier und heute wieder einholen.

 

Die Fahrt nach Wüstenrot verlief anfänglich wie sonst auch auf einer gewohnten Straße. Aber diesmal sollte uns auf halber Wegstrecke eine Baustelle den Weg versperren. Ich war nicht besonders erfreut darüber, weil die Ausweichstrecke einen Umweg bedeutete.

Meine Tochter hingegen freute sich über die neue Strecke, die uns durch eines der schönsten Weinanbaugebiete im Schwabenländle führen sollte. Abseits der großen Straßen fahrend, stoppten wir an einer Kreuzung und schauten uns fragend an. Wir wussten, dass wir uns jetzt auch noch verfahren hatten. Mehr oder weniger orientierungslos fuhren wir weiter und kamen an einem Straßenschild vorbei, das in mir ein flaues Gefühl aufsteigen ließ: Katholische Heilanstalt Lichtenstern.

Ein Name, unzertrennlich mit diesem kleinen Ort verbunden und für mich mit Erhardt …

Erhardt, mein Gott, Erhardt, schoss es mir durch den Kopf. Hier lebte doch Erhardt. Wir sind einige Jahre in unserem Kinderheim in Wüstenrot zusammen aufgewachsen. So lange, bis er abgeholt wurde, nach Lichtenstern. Ist er noch dort? Immerhin lag unser letztes Treffen schon 30 Jahre zurück. Damals im Heim hatte ich von allen Kameraden die engste Bindung zu Erhardt, und schon als Kind verstand ich nicht, warum die Fürsorge uns Erhardt weggenommen hat. Ich wandte mich meiner Tochter zu und versuchte ihr zu erklären, dass ich jetzt einen Besuch machen wolle, bei dem ich nicht genau wüsste, wie emotional ich reagieren würde. Ich erzählte ihr in wenigen Worten die Geschichte von Erhardt.

Meine Tochter schaute mich freudig und gespannt an und meinte, sie würde Erhardt gern kennenlernen.

Nach ein paar Kilometern erreichten wir die Heilanstalt, die früher ein Kloster war.

Als wir ausstiegen, kamen einige ältere, zumeist geistig behinderte Männer auf uns zu, was meine Tochter etwas nervös machte.

Sie hielt sich an meinem Arm fest und schaute irritiert in die Runde.

Die Männer bildeten einen Kreis um uns und fassten uns an. Dies gehörte offensichtlich zu ihrem Begrüßungsritual. Freude und Neugier stand ihnen ins Gesicht geschrieben: neugierig, wer der Besuch war und für wen er bestimmt sei. Nachdem sie uns auf ihre einzigartige Weise begrüßt hatten, gingen wir an die Pforte, um uns anzumelden. Auf die Frage, ob Erhardt noch hier sei, schaute uns der Pförtner ganz eigenartig an. Leider wusste ich Erhardts Nachnamen nicht mehr.

Allerdings war ich davon überzeugt, dass er noch hier war – ich spürte es förmlich. Die Männer, die uns schon vor dem Tor begrüßt hatten, standen nun im engen Kreis um uns herum. Wir hatten kaum noch Platz zum Atmen, so nahe waren sie uns. Sie lauschten, wie das Gespräch mit dem Pförtner weiter verlaufen würde. Als der Pförtner die Männer bemerkte, gab er unmissverständlich zu verstehen, dass sie doch Abstand zu halten hätten.

In angemessenem Abstand hielten sich die Männer nun vor der Pforte auf und erzählten sich, einer lauter als der andere, dass Besuch für Erhardt da ist. Immer wieder hörte ich den Namen Erhardt. Der Pförtner wollte oder konnte mir nicht helfen und meinte zu mir, solange ich den Nachnamen nicht wisse, könne er nichts machen. Als ich schon beinahe aufgeben wollte, bemerkte ich einen Mann. Er hatte mein Gespräch mit dem Pförtner mitbekommen und fragte mich, was ich von Erhardt wollte. Ich erzählte ihm in kurzen Sätzen, wie es mich nach so langer Zeit hierher verschlagen habe, dass ich Erhardt vor 30 Jahren das letzte Mal besucht hätte und es eigentlich mehr oder weniger Zufall sei, dass ich heute hier sei. Der Mann erklärte dem Pförtner, es sei alles in Ordnung, und bedeutete mir, ihm zu folgen. Nach ein paar Metern meinte er zu mir, dass 30 Jahre ja doch eine lange Zeit seien und warum ich erst jetzt wiedergekommen sei. Ich überlegte mir, ob ich eine »Notlüge« anbringen konnte, dachte mir aber, ich kann diesem Mann schlecht erzählen, ich hätte 30 Jahre keine Zeit gehabt. Also blieb ich bei der Wahrheit und gab zu, dass Erhardt fast schon aus meinem Gedächtnis verschwunden war und mir nur diese Absperrung auf der Fahrt nach Wüstenrot den Anstoß gegeben hatte, nach Erhardt zu schauen. Der Mann gab mir nicht das Gefühl, ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, und ich bekam so langsam eine Ahnung, dass er irgendetwas verschwieg.

Nach ein paar weiteren Metern lüftete der Fremde mehr oder weniger sein Geheimnis – er wusste meinen Namen! Mir verschlug es die Sprache. Nachdem ich mich wieder gesammelt hatte, fragte ich ihn, woher er mich kenne. Seine Antwort irritierte mich noch mehr:

Er wusste von der engen Freundschaft, die Erhardt und mich verbunden hatte.

Der Weg durch die Anlage führte uns über gepflegte Wege an wunderschönen Fachwerkhäusern und an kleinen, idyllisch gelegenen Plätzen vorbei.

Meine Erinnerungen waren bei dem »Spaziergang« durch die Klosteranlage wieder hellwach. Die endlosen Gespräche, die Erhardt und ich auf der Wiese sitzend geführt haben. Meine Kindheit war in diesem Moment so präsent wie selten. Unsere kurze gemeinsame Zeit als Kinder war wieder da, dieser unverzeihliche Fehler, den die Fürsorge damals mit Erhardt gemacht hat. Ziemlich am Ende des »Parks« trafen wir auf die neu gebauten Häuser. Diese waren in Gruppen eingeteilt, »Gruppe 7 – Männerstation« stand auf dem Schild am Haus, in das wir gingen.

Der erste Eindruck, als wir das Haus betraten, war dieser beißende Geruch nach Urin, der sich sofort in der Nase festsetzte. Dieser Geruch erinnerte mich an die Zeit, als ich meine Pflegemutter Hanni, die leider vor ein paar Jahren gestorben war, im Pflegeheim besuchte. Ich habe mich oft gefragt, ob dieser Geruch mit dem Verfall der Menschenwürde zu tun hat.

Wenn sich alles auf den Geruch reduziert und einem dann auch noch die Bilder dazu geliefert werden, kann man sich die Tragödien, die sich in diesen Pflegeheimen abspielen, sehr gut vorstellen.

 

Die Einrichtung des Raums, den wir betraten, bestand aus vielen Tischen und Stühlen. Hier saßen halb angezogene Männer, einige von ihnen bekamen gerade ihr Mittagessen von dem offensichtlich ziemlich jungen Pflegepersonal. Mir wurde ganz anders bei den Blicken, die man uns zuwarf.

Es waren zum Teil verzerrte, grimassenhafte Gesichter, die manchmal auch ein »Lächeln« zustande brachten. Meine Tochter stand ganz nah bei mir und umklammerte meine Hand. Meine Gedanken waren ganz bei Erhardt, der in diesen Räumen schon den längsten Teil seines Lebens verbracht hatte. Meine Tochter sah mich fragend an – wo denn jetzt Erhardt sei? Ich konnte ihr nicht einmal sagen, ob Erhardt überhaupt im Raum saß und uns zulächelte. Ein Pfleger kam uns entgegen und stellte sich als Gruppenleiter vor.

Der Mann, der mich hierher geführt hatte, machte auf mich den Eindruck, sehr beliebt zu sein. Erst jetzt stellte er sich uns als der Anstaltspfarrer Herr Schweikert vor. Er kannte seine Schützlinge alle mit Namen und wurde herzlich von den Mitbewohnern begrüßt. Mit suchenden Augen schaute ich mich in diesem Raum um. Herr Schweikert bemerkte meine Unsicherheit und gab mir zu verstehen, dass Erhardt nicht im Raum war.

Der Anstaltspfarrer, meine Tochter und ich durchquerten den Speisesaal und kamen an mehreren Zimmern vorbei. Bei manchen war die Tür geöffnet, und man konnte Menschen in ihren Betten liegen, andere wiederum teilnahmslos und vor sich hin murmelnd aus dem Fenster schauen sehen. Und immer wieder dieser Geruch, der scheinbar niemanden mehr kümmerte. Vor einer geschlossenen Tür blieben wir stehen. Der Pfarrer meinte zu uns, dies sei Erhardts Zimmer. Er öffnete die Tür des Zimmers, es war leicht abgedunkelt. »Erhardt, du hast Besuch!« Keine Reaktion. »Erhardt, Besuch für dich«, sagte der Anstaltspfarrer noch einmal. Ein alter Mann trat aus dem Halbschatten hervor, und ich erkannte Erhardt sofort wieder. Erhardt trug, um seine Hasenscharte zu verbergen, einen dichten Oberlippenbart. Ja, das ist mein Erhardt, dachte ich. Ich war mir allerdings nicht sicher, ob Erhardt mich auch wiedererkennen würde, nach so langer Zeit. Mit stotternd aufgeregter Stimme stammelte er plötzlich: »FREDDY!!! Freddy ist gekommen! ! ! Ich habe so lange auf dich gewartet!«

Diese Reaktion ging mir durch Mark und Bein! Im ersten Moment völlig verunsichert, wusste ich nicht genau, wie ich reagieren sollte.

Zögerlich ging ich auf Erhardt zu, um ihn ganz fest in meine Arme zu schließen. Sehr aufgewühlt und mit Tränen in den Augen standen Erhardt und ich fest umarmt minutenlang da. »Freddy, ich hab so lange auf dich gewartet!«, sagte Erhardt, die Umarmung immer noch genießend. In meinem Kopf lief ein Film ab, die Geschichte von Erhardt, die ganzen Details, die Umstände, die Erhardt in diese »Heilanstalt« gebracht und ihn eigentlich nur krank gemacht haben …

 

Wie ich hatte auch Erhardt bei meiner Pflegemutter Hanni ein neues Zuhause gefunden. Erhardts Eltern waren gestorben, und die Fürsorge hatte Hanni gebeten, ihn so lange bei sich aufzunehmen, bis die Fürsorge vielleicht noch Verwandte von ihm fand. Natürlich willigte Hanni ein, und so kam Erhardt im Alter von vier Jahren zu uns. Er war ein ruhiges, leicht verängstigtes Kind. Auffallend war für mich nur, dass er am Mund eine größere Verletzung zu haben schien, die ihn beim Sprechen behinderte. Viel später erfuhr ich, dass Erhardt mit einer Hasenscharte zur Welt gekommen war.

Erhardt litt sehr unter dieser Einschränkung, die uns Kinder jedoch immer wieder belustigte. Seine Aussprache klang eigenartig und manchmal fast unverständlich. Sobald Mutti bemerkte, dass wir Kinder es mit Erhardt zu bunt trieben, ermahnte sie uns, doch Rücksicht zu nehmen. Wir sollten Erhardt bitte nicht spüren lassen, dass er anders war. Natürlich konnte Mutti auch nicht immer und überall dabei sein. Es kam schon vor, dass Erhardt von meinen Geschwistern gehänselt wurde und er sich nicht wehren konnte.

Immer dann hatte ich eine ganz enge Verbundenheit zu Erhardt empfunden, denn auch ich war anders. Ich wusste genau, wie es ist, mit einer offensichtlichen Behinderung aufzuwachsen.

Ich selbst litt als Kind darunter, dass ich stotterte und somit natürlich auch immer wieder von meinen »Geschwistern« gehänselt wurde.

Erhardt und ich entwickelten aufgrund unserer »Gemeinsamkeit« eine enge und intensive Freundschaft. Wir beide saßen oft zusammen, wenn wir mal wieder ausgegrenzt wurden. Erhardt erzählte mir von seinen Eltern. Mutti hatte ihm nämlich erzählt, dass seine Eltern im Himmel sind und sie täglich auf ihren Erhardt hinunterschauen. Dann stellte er mir immer die gleiche Frage: Immer wollte er wissen, ob es ihnen auch gut geht im Himmel da oben. Ich kannte ihn so gut, dass ich genau wusste, welche Antwort er hören wollte. »Deinen Eltern geht es gut im Himmel, sie passen auf dich auf«. Ich beantwortete seine Frage also immer richtig, und Erhardt kuschelte sich an mich.

Erhardt sagte dann oft zu mir: »Versprichst du mir, dass wir immer zusammenbleiben?«

Der Tragweite dieses Versprechens nicht bewusst, antwortete ich ihm: »Wir bleiben immer zusammen, hab keine Angst!« Zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht, was das Schicksal mit Erhardt noch vorhatte.

Die Fürsorge kam von Zeit zu Zeit mit einem Amtsarzt, um uns Kinder zu untersuchen, ob wir uns auch altersgemäß entwickelten, geistig wie auch körperlich. Leider entwickelte sich Erhardt laut ärztlicher Aussage nicht seinem Alter entsprechend.

Der Mediziner sprach von geistiger Fehlentwicklung. Vollkommenes Unverständnis im ganzen Heim, als der Amtsarzt Mutti ein Schreiben überreichte, in dem Folgendes zu lesen war: Sehr geehrte Frau Ahlgrimm, nach den Untersuchungsergebnissen des Amtsarztes müssen wir Ihren Zögling Erhardt aus Ihrer Obhut nehmen und in das Pflegeheim für geistig Behinderte in Lichtenstern einweisen … so das Amtsdeutsch. Mit der Begründung, Erhardt könne in diesem Institut besser versorgt werden und auch für uns Kinder sei es sinnvoller, hoffte die Fürsorge auf unser Verständnis.

Der »Umzug« sollte Ende Februar 1962 vonstattengehen.

Hanni war entsetzt, wie eine Behörde eine solch gravierende Fehlentscheidung fällen konnte und durfte! Eines Abends bat Hanni mich in ihr Zimmer.

Ich ahnte natürlich nicht, dass unser Treffen etwas mit Erhardt zu tun hatte, und ging mit dem Gefühl, etwas verbrochen zu haben, zu ihr. In der Annahme, dass es sich mal wieder um ein Schreiben meiner Schule handelte, saß ich nun vor Hanni. Sie las mir den Brief vor. Ich kapierte recht schnell, dass es um Erhardt und nicht um meine schulischen Leistungen ging. Alles hab ich nicht verstanden, aber eines wurde mir klar: Erhardt sollte uns verlassen.

Ich verstand die Welt nicht mehr, hier war doch sein Zuhause! Hanni konnte dieses Vorhaben genauso wenig verstehen wie ich und wusste nicht, wie sie Erhardt das Ganze beibringen sollte. Unter Tränen nahm sie mich in ihre Arme und meinte voller Liebe: »Ihr seid doch alle meine Kinder, ich kann doch keinen von euch einfach weggeben. Ich werde alles Menschenmögliche tun, damit Erhardt bei uns bleiben kann!« Mit dem Versprechen, den anderen noch nichts zu sagen, verließ ich Hannis Zimmer.

Jeden Morgen schaute ich Mutti fragend an, und sie schüttelte den Kopf. Sie war also noch nicht weitergekommen. Immer wenn Erhardt mich jetzt nach dem Himmel fragte, drückte ich ihn nur an mich, damit er meine Tränen nicht sehen konnte. Mein kleines Kinderherz war mit diesem Wissen so belastet, dass für mich nichts mehr so war wie vor dem Gespräch mit Hanni. Am liebsten wollte ich alles herausschreien, ich durfte aber nicht. Erhardt bemerkte immer, dass ich traurig war, und nahm meine Hand, streichelte sie und drängte sich dabei noch ein wenig dichter an mich.

Eines Abends rief Mutti uns Kinder zusammen. Unter Tränen erzählte sie jetzt auch meinen anderen Geschwistern, dass Erhardt uns verlassen musste. Auch meine Geschwister hatten keinerlei Verständnis für die Entscheidung der Fürsorge. Erhardt saß neben Mutti, die liebevoll seine Hand hielt. Ermutigend redete Hanni auf Erhardt ein. Sie versprach ihm, dass wir ihn jeden Sonntag besuchen kommen und ihm außerdem immer Kuchen mitbringen würden. In aufgeregtem Durcheinander beschlossen meine Geschwister, dass jeder von uns Erhardt ein Spielzeug zum Abschied schenken würde. Nur ich saß ganz still im Abseits und überlegte mir, wie es wohl werden wird, wenn Erhardt nicht mehr bei uns ist. »Freddy, sag du doch auch mal was«, wurde ich von Erhardt aus meinen Gedanken gerissen.

Ich versicherte ihm, jeden Sonntag zu Besuch zu kommen.

Mutti war sehr erleichtert, dass ihre Kinder so am Schicksal Erhardts teilnahmen und ihn nicht einfach aufgaben.

Erhardt begriff eigentlich gar nicht, worum es hier ging. Für ihn war es wahrscheinlich auch besser, die ganze Geschichte als einen Ausflug in ein neues schönes Zuhause zu erleben. Erhardt wünschte sich, dass ich auch mitkäme, aber ich konnte ihm leider nur wieder und wieder versprechen, ihn regelmäßig zu besuchen.

 

An einem Samstagmorgen Ende Februar 1962, wir hatten schon sehr früh Erhardts Sachen gepackt, kam die Frau von der Fürsorge.

Wir Kinder erkannten ihren Wagen schon am Klang. Der nicht mehr ganz neue VW der Behörde fuhr den Berg zu uns hoch. Eine verhärmte Frau mit dicker Brille stieg aus dem Wagen.

Sie war uns nicht ganz unbekannt, denn die Frau hatte uns schon häufiger besucht. Sie redete auf Mutti ein und verlangte, dass sie doch bitte uns Kinder jetzt wegschicken und außerdem für Erhardt nur das Notwendigste einpacken solle. Mutti fragte die Frau von der Fürsorge, ob wir Erhardt nicht im eigenen Wagen mit uns Kindern nach Lichtenstern bringen könnten. Sie verneinte schroff und ohne Begründung. Wir mussten uns damit abfinden, Erhardt nicht begleiten zu können.

Alle Kinder standen nun in einer Reihe, jeder von uns hielt ein Abschiedsgeschenk für Erhardt in der Hand. Jeder gab ihm noch ein paar Tipps, wie er diese Sachen behandeln sollte. Erhardt schenkte jedem seiner Geschwister sein schönstes Lächeln und bedankte sich aufs Herzlichste. Mutti versuchte noch ein letztes Mal, die Frau von der Fürsorge umzustimmen und ihr zu erklären, was sie uns allen mit dieser Entscheidung antat. Die Frau erwiderte kurz angebunden, sie würde nur ihre Pflicht tun. Im Übrigen solle Hanni doch dafür Sorge tragen, dass ihre Zöglinge sie nicht behindern.

Im Übrigen solle Hanni doch dafür Sorge tragen, dass ihre Zöglinge sie nicht behindern. Mein ganz persönliches Geschenk war meine Mundharmonika, die Erhardt besonders gern hörte, wenn ich sie spielte. Er stieg erst in den Wagen, nachdem er uns alle noch mal gedrückt hatte. Mutti konnte ihre Tränen jetzt nicht mehr zurückhalten, streichelte liebevoll über sein kurzes Haar und sagte ihm, dass sie ihn sehr lieb habe. Der Wagen fuhr los, den Berg hinunter, um die Kurve, und wir winkten ihm zum Abschied, bis wir ihn nicht mehr sehen konnten. Jetzt war Erhardt nicht mehr bei uns. Niedergeschlagen gingen wir zurück ins Haus.

An diesem Tag war es sehr still bei uns, wir alle hingen unseren Gedanken nach.

Eine Woche später. Nachdem ich Mutti jeden Tag angebettelt hatte, sollte es heute zu Erhardt gehen. Bevor Mutti und ich losfuhren, nahm sie mich zur Seite und meinte, dass ich nicht alles, was ich gleich sehen würde, verstehen müsste. Mit diesen Worten im Ohr fuhren wir los. Es war für mich immer wieder ein ganz besonderes Erlebnis, allein mit Mutti in unserem DKW, und dann noch vorn sitzend, unterwegs zu sein. Auf dem Weg nach Lichtenstern durchquerten wir eine wunderschöne Landschaft.

All die schönen Dinge, die an mir vorbeizufliegen schienen, versuchte ich mit meinen Augen einzufangen und festzuhalten. Den Berg noch runter, dann links wieder hoch, und schon standen wir vor der Klosteranlage. Beim Aussteigen fiel mir auf, wie viele schöne bunte Blumen es hier gab und dass die Anlage aussah wie eine Burg. Man könnte es sich eigentlich nicht schöner und besser wünschen, dachte ich so bei mir. Ein wenig erleichtert, dass Erhardt es in seinem neuen Zuhause so schön hatte, gingen Mutti und ich zur Pforte, wo wir auch gleich durchgelassen wurden.

Auch der Innenhof entsprach dem Eindruck, den ich bereits auf dem Parkplatz hatte. Alles war sehr gepflegt und mit schönen Blumen und Sträuchern liebevoll gestaltet. Mutti und ich wurden von einem Pfleger durch diese schöne Anlage zu Erhardts Zimmer geführt. Während ich an Muttis Hand ging, fielen mir die Menschen auf, die uns entgegenkamen, vor allem ihre merkwürdig verzerrten Gesichter. Meistens waren es ältere Männer und Frauen, die in Gruppen an uns vorbeigeführt wurden.

Wie es wahrscheinlich viele Kinder in meinem Alter gemacht hätten, starrte ich die Menschen mit diesen maskenhaften Gesichtern ungeniert an. Mutti ermahnte mich mehrfach, dass man Menschen nicht so auffällig anschauen darf, aber ich konnte meine Blicke einfach nicht abwenden. Endlich kamen wir bei Erhardts neuem Zuhause an. Ich freute mich sehr auf ihn. Der Pfleger öffnete mit einem Schlüssel die Tür, ließ uns ins Haus und verschloss hinter uns sofort wieder die Tür. Ich wunderte mich sehr über ein Haus, in dem man eingeschlossen wird.

Ich fragte Mutti, was sie davon hielt. Offensichtlich war es Mutti peinlich, denn sie wich aus mit dem Kommentar: »Frag nicht so viel.«

Wir nahmen im Aufenthaltsraum Platz. Erhardt sollte geholt werden, und Mutti hatte noch einiges mit dem Pfleger zu besprechen.

Erhardt hatte uns schon erwartet und empfing uns mit seinem gewohnt herzlichen Lächeln. Er nahm mich an der Hand und zog mich laufend, fast schon rennend mit, und noch bevor der Pfleger reagieren konnte, befanden wir uns in dem für Besucher nicht vorgesehenen Bereich. Jedem, der uns entgegenkam, wurde ich vorgestellt. Erhardt tat dies auf seine ganz spezielle Weise: »Das ist mein Freddy, mein lieber Freddy, den ich so lieb hab!« In seinem Zimmer angekommen, stellte ich fest, dass er dieses mit zwei anderen »Patienten« teilen musste. Mir fielen die Gitter vor den Fenstern ins Auge und auch die Dunkelheit am hellen Tag. Das vergitterte Fenster wurde auch noch von einem Strauch fast abgedeckt. Zu allem Überfluss war dieses Zimmer auch furchtbar klein. Drei Betten standen, nur getrennt durch die Nachttischchen, nebeneinander aufgereiht im Raum. In der Mitte des Raums stand noch ein kleiner Tisch mit drei Stühlen, das war die Einrichtung in Erhardts neuem Zuhause. Erst nach ein paar Minuten bemerkte ich, dass eines der Betten belegt war. Georg, ein Zimmernachbar von Erhardt, lag in seinem Bett und sah irgendwie viel älter aus als Erhardt. Erhardt stellte mich Georg vor, und ich sah sein Gesicht aus der Nähe. Georgs Gesicht hatte etwas Verzerrtes, Maskenhaftes, was ich mir damals noch nicht erklären konnte.

Plötzlich gab Georg ganz grauenhafte Laute von sich, die mir durch und durch gingen. Erhardt zog mich plötzlich weg vom Bett. Er meinte: »Georg spuckt dich an, wenn du ihm zu nahe kommst.« An Händen und Füßen mit Lederriemen fixiert, versuchte Georg, sich im Bett zu drehen, was natürlich nicht funktionierte.

Er schaute mich mit völlig verdrehten Augen hilflos an. Für mich war Erhardt in diesem Moment wichtiger, und ich wollte von ihm wissen, ob er mit diesem Georg in einem Raum schlafen müsse. Erhardt war immer schon sehr tapfer und meinte zu mir, das sei nur halb so schlimm und er habe sich längst daran gewöhnt. Wie man sich je an den Anblick eines gefesselten Menschen gewöhnen konnte, war mir schleierhaft, aber für Erhardt war Georg scheinbar das geringste Problem.

Erhardt schilderte mir seinen Tagesablauf. Und ich hörte in seiner Stimme nicht einen Ton der Unzufriedenheit. Im Gegenteil, er konnte sich einfach nur über meine Anwesenheit freuen, den Rest schien er in diesem Augenblick völlig zu vergessen.

Die Eindrücke dieses Besuches hatten sich tief in mein Gedächtnis gegraben.

 

Ich versuchte in der Folgezeit, Erhardt sooft es ging zu besuchen.

Ich stand sehr häufig an der Bushaltestelle in Wüstenrot und schaute auf die Anzeigetafeln der ankommenden Busse. Falls der Bus die richtige Route fuhr, stieg ich ein und fuhr zu Erhardt.

Manchmal passierte es auch, dass ich völlig erschöpft bei ihm ankam, weil ich die 23 Kilometer nach Lichtenstern zu Fuß gehen musste, da ich kein Fahrgeld hatte und der Fahrer sich nicht umstimmen ließ, mich kostenlos mitzunehmen. Erhardt freute sich jedes Mal. Mutti erfuhr natürlich immer irgendwie von meinen Besuchen bei ihm und war nicht sonderlich begeistert, dass ich allein diesen weiten Weg angetreten hatte. Sie versuchte mir zu erklären, dass Erhardt jetzt ein neues Zuhause habe und ich mich nicht so einfach auf den Weg machen könne, um ihn zu besuchen, sondern die offiziellen Besuchszeiten einhalten müsse. »Aber, Mutti«, verteidigte ich mich, »du hast mir versprochen, dass wir Erhardt jeden Sonntag besuchen! «

Mutti versuchte mir zu erklären, dass es nicht immer so geht, wie wir uns das wünschen würden. Ich konnte und wollte das alles nicht verstehen, aber ich akzeptierte es schließlich. Irgendwann wurden auch meine Besuche bei Erhardt seltener. An ihn denken musste ich trotzdem täglich. Unbewusst hat mich Erhardts Schicksal dann wohl auch beeinflusst, mit 17 Jahren eine Ausbildung als Krankenpfleger anzutreten.

 

Heute standen meine Tochter und ich vor einem gebrochenen alten Mann, der einen Helm auf dem Kopf trägt. Ich erfuhr, dass Erhardt vor sich selbst geschützt werden muss. Die vielen Narben, die seinen Körper zeichneten, fielen mir auf. Erhardt litt unter epileptischen Anfällen. Die seelischen Verletzungen konnte ich nur erahnen. Seine müden Augen spiegelten unendliches Leid, das ihm schon seit seiner Kindheit angetan wurde. Eine Kinderseele, ein Leben voller Wünsche und Träume, wurde auf Beschluss der Fürsorge zerstört. Die Begründung, mit der Erhardt nach Lichtenstern geschickt wurde, zeugt noch heute von Ignoranz und Gleichgültigkeit. Damals wurde vorgeschoben, dass Erhardt nur in einer Anstalt die bestmögliche Förderung und Betreuung bekommen könne.

Was dabei herausgekommen ist, sah ich jetzt bei meinem ersten Besuch als Erwachsener.

Für mich ist er nach wie vor mein Erhardt! Ich stellte ihm meine Tochter vor. Sie gab ihm erst ganz zögerlich die Hand, wurde dann aber sicherer. Wir unterhielten uns sehr angeregt über unsere gemeinsamen Kindertage. Erinnerungen wurden wieder lebendig. Nach ungefähr einer Stunde nahm mich Erhardt an die Hand und fragte mich, ob ich noch Musik mache. Mit der Feststellung, ich hätte schon früher die schönste Stimme im Heim gehabt, zog Erhardt eine alte Mundharmonika aus seiner Hosentasche.

Ich war zu Tränen gerührt, denn es war die Mundharmonika, die ich ihm damals zum Abschied geschenkt hatte. Ich vertröstete ihn kurz und bat meine Tochter, meine CD aus dem Auto zu holen. Ich fragte ihn, ob er denn hier auch ab und an mal Musik hören dürfte. Erhardt meinte darauf nur, dass sie sich manchmal auch Musik wünschen dürften, dann legen die Pfleger auch mal die Lieblingsmusik auf. Ich erklärte ihm, dass es mit dieser CD etwas Besonderes auf sich habe. Erhardt schaute sich die CD genau an und erkannte mein Bild auf dem Cover. Er las meinen Künstlernamen Galileo und den Titel der CD vor: »Carpe Diem«.

Mit strahlenden Augen fragte er mich: »Freddy, du bist Galileo? « Ich nickte. Erhardt freute sich riesig. Ich erzählte ihm noch ein bisschen über meine Musik, und er hörte mir voller Begeisterung zu. Meine Tochter hatte wie immer ihren CD-Player in der Tasche. Ich suchte den Augenkontakt zu ihr und bat sie, Erhardt den CD-Player zu reichen. Sie schenkte ihn Erhardt mir den Worten: »Jetzt kannst du meinen Papa immer und überall hören.«

Erhardt nahm abwechselnd meine Tochter und mich in seine Arme und wirkte für einen langen Moment sehr, sehr glücklich. Es wurde zum Abendessen geläutet. Herr Schweikert erkannte, dass wir uns nicht so leicht trennen konnten, und lud uns ein, noch zum Abendessen zu bleiben. Mit dem Versprechen, bis zum nächsten Besuch nicht wieder so lange Zeit verstreichen zu lassen, brachten uns Herr Schweikert und Erhardt zur Pforte, wo wir uns von beiden aufs Herzlichste verabschiedeten. Wir stiegen ins Auto, und Erhardt winkte uns noch lange nach. Unser Weg führte uns an sanften Hügeln vorbei, die von einem wunderschönen Abendrot gestreichelt wurden. Wir fuhren noch nach Wüstenrot, um Hanni Blumen aufs Grab zu legen und unser eigentliches Vorhaben zu erfüllen. Meine Tochter und ich standen fest umarmt an Hannis Grab …

 

Heute muss ich sagen, dass mir nichts Schöneres passieren konnte. Eine vergessene Freundschaft wieder zu entdecken und in so wunderbarer Weise neu zu erfahren ist ein Geschenk des Himmels. Ich werde mein Versprechen, Erhardt bald wieder zu besuchen, in Kürze einlösen.

Epilog

»Und wie geht es jetzt weiter?«, werde ich oft gefragt. Gerade haben meine Frau Jasmin und ich unser zweites gemeinsames Kind bekommen und wir sind sehr glücklich. Das ist ein weiteres großartiges Lebensglück. Neben meiner Familie und meiner Musik gibt es aber noch etwas, das mir sehr am Herzen liegt und wofür ich mich weiterhin besonders engagiere: für das Kinderfriedensprojekt »Uneson«.

Dieses Friedensprojekt sehe ich als ganz persönliche Fügung, die mich durch mein Leben begleitet hat und sich jetzt manifestiert, greifbar, fühlbar, erkennbar wird.

Für Jasmin und mich ist dieses wunderbare Projekt nicht nur Lebensaufgabe, sondern auch Erfüllung, und es ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie Liebe und Zuneigung auf eine besondere Weise weitergegeben werden können. Wir bauen keine Brunnen in Afrika, dafür gibt es viele andere bedeutende Organisationen, sondern wir besuchen weltweit Schulen und deutschlandweit Brennpunktschulen.

 

Der »Friede auf Erden« ist eine sehr weit gefasste Vorstellung, die wir den Kindern unmöglich in ihrer ganzen Dimension vermitteln können. Wir können aber bei den Kindern die menschlichen Grundvoraussetzungen wie Friedfertigkeit, Selbstbewusstsein und Toleranz fördern. Die Kinder können ihren Wunsch nach Frieden gemeinsam thematisieren, künstlerisch verarbeiten und in einer ganz besonderen Form zum Ausdruck bringen. Das materielle Ergebnis dieser Arbeit sind die von den Kindern bunt gestalteten, roten Stoffstücke, die gesammelt und zu einem weltumspannenden Friedensmantel zusammengenäht werden. Bisher sind schon über 10 000 dieser bemalten Stoffteile zusammengekommen. Aneinandergelegt bedecken sie bereits eine Fläche, die größer ist als ein Fußballplatz.

Das Friedensmantelprojekt verbindet Kinder auf der ganzen Welt miteinander und öffnet so nicht nur ihren Blick für andere Menschen, Länder und Kulturen, sondern lässt sie hautnah erleben, dass sie Teil der Weltgemeinschaft sind.

Wir kooperieren bereits mit Initiativen in Nepal, Russland, Afrika und Indien und hoffen, dass noch zahlreiche weitere Länder hinzukommen werden.

Meine Frau und ich sind durch unsere eigenen, sehr speziellen Lebensgeschichten besonders froh darüber, auf diese Weise etwas bewegen und etwas davon weitergeben zu können, was wir selbst immer wieder auf wundersame Weise empfangen haben. Das ist uns beiden eine große Herzensangelegenheit.

Literatur

: Zitat aus dem Französischen: Hugo, Victor, William Shakespeare, Premiére Partie. Livre II Les Génies. IV., Paris 1864

 

: Powell, Colin, Mein Weg, übers. v. Joseph E. Persico, Piper Verlag, München 1996

 

: Bergmann, Werner Rassistische Vorurteile, aus der Schriftenreihe Informationen zur politischen Bildung (Heft 271), hrsg. von der Bundeszentrale für politische Bildung, 4. Quartal 2005

 

: Gedicht von Max Ehrmann aus: Ehrmann, Max, Desiderata. Die Lebensregel von Baltimore. Für die deutsche Ausgabe © 2003 Pattloch Verlag GmbH & Co.KG, München

 

: Auszug aus dem Gedicht »Das Karussell« von Rainer Maria Rilke aus: Rilke, Rainer Maria, Die Gedichte, Insel Verlag, Frankfurt a. Main 2006

 

: Die Kapitelüberschrift ist ein Zitat, das aus der Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart stammt.

 

: Mit freundlicher Genehmigung des Hoffmann & Campe Verlags: Der vergessene Freund von Freddy Sahin-Scholl aus: Marjan, Marie-Luise (Hrsg.), Freundschaften, Hoffmann & Campe Verlag, Hamburg 2004

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Postkarte von Freddys leiblicher Großmutter an das Kinderheim, 1959

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Heilbronn-Böckingen, 14.9. 1959

 

Werte Schwester!

 

Muß Ihnen die Mitteilung machen und dabei betonen, daß man nur von Heilbronn mit Bügel-Bus in das Kinderheim fährt und seinen Enkel Freddy Scholl besuchen will und wird einfach abgewiesen mit den Worten »darf kein Kind sehen lassen«, das ist eine Gemeinheit sondergleichen. Wahrscheinlich meld ich es im Jugendamt und ich hab 4 Mark 20 Pfennige Fahrgeld braucht. Ich bin Rentnerin und leidend und mußt von so einer jungen Schwester mir das sagen lassen.

 

Achtungsvoll
M. Homberger

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Einladung zum Talentschuppen, 1967

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Dankschreiben von Dieter Pröttel, Moderator des Talentschuppens, 1967

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Zeitungsartikel vom 5. Juli 1980 aus dem Pforzheimer Kurier

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Hanni im Alter von 32 Jahren

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Kinderheim mit Anbau, 1954

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Wüstenrot um 1969

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Heimkinder mit Freddy unten links, 1956

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Speisezimmer, 1954

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Anlegen des Spielplatzes durch die Amerikaner, 1954

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Freddy (vorne r.) mit Tante,1957

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Freddys Einschulung, 1961

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Freddys Konfirmation, 1968

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Freddy im Krankenhaus, 1972

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Freddy am Klavier, 1973

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Freddy mit Gitarre, 1975

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Konzertplakat, 1979

Konzert im Jazzkeller, 1979

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Riesenstimmung – Konzert im Jazzkeller, 1979

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Freddy am Flügel – Konzert in Stuttgart, 1982

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Konzert im Jazzkeller Schweinestall in Ulm, 1983

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Konzert in Stuttgart, 1982

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Talentschuppen mit Dieter Pröttel im SWR, 1983

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Freddy und seine Frau Jasmin, 2011

Projekt Friedensmantel

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Freddy gewinnt in Köln die Show »Das Supertalent«, 2010

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Fotoaufnahmen für die CD »Carpe Diem«

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Freddy verzaubert ein Millionenpublikum mit »Carpe Diem«, 2010