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Gymnastizierende Arbeit an der Hand

 

Schritt für Schritt zu Losgelassenheit und Selbstvertrauen

 

von Oliver Hilberger

 

 

 

 

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Haftungsausschluss

 

Der Autor, der Verlag und alle anderen an diesem Buch direkt oder indirekt beteiligten Personen lehnen für Unfälle oder Schäden jeder Art, die aus den in diesem Buch dargestellten Übungen entstehen können, jegliche Haftung ab.

In diesem Buch sind Reiter abgebildet, die ohne splittersicheren Kopfschutz reiten. Dies ist nicht zur Nachahmung zu empfehlen! Achten Sie immer auf die entsprechende Sicherheitsausrüstung für sich selbst: feste Schuhe und Handschuhe bei der Bodenarbeit sowie Reithelm, Reitstiefel/-schuhe, Reithandschuhe und gegebenenfalls eine Sicherheitsweste beim Reiten.

 

 

Impressum

 

Copyright © 2008/2009/2010 by

Gestaltung und Satz der Originalausgabe: Ravenstein + Partner, Verden

Fotos und Grafiken: Pamela Sladky

Lektorat: Anneke Bosse

E-Book:

 

Deutsche Nationalbibliothek – CIP-Einheitsaufnahme Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über abrufbar.

 

Alle Rechte vorbehalten.

Abdruck oder Speicherung in elektronischen Medien nur nach vorheriger schriftlicher Genehmigung durch den Verlag.

 

Printed in Germany

ISBN 978-386127-449-0

 

eISBN 978-3-84046-018-0

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Einleitung

Die Arbeit an der Hand hat mit dem 16. Jahrhundert Einzug in die Geschichtsbücher gehalten. Antoine de Pluvinel ließ die Pilarenarbeit in die Ausbildung der Pferde einfließen. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Handarbeit weiter und fand mit François Baucher ihren Höhepunkt.

Die Militärreiterei verdrängte im Laufe des vorigen Jahrhunderts die Arbeit an der Hand fast völlig. Lediglich in den Zentren der Reitkunst, der spanischen Hofreitschule in Wien, dem Cadre Noir in Frankreich oder der Real Escuela Andaluza del Arte Ecuestre in Spanien, wurde die Handarbeit weitergeführt und hat bis zum heutigen Zeitpunkt ihren festen Platz in der Pferdeausbildung.

Leistungsdruck und Konventionen lassen die Handarbeit heutzutage in einem schlechten Licht erscheinen. Sie wird als Sammelstelle derer abgetan, die nicht reiten können. Ein Pferd wird nur als solches erkannt, wenn es einen Sattel auf dem Rücken trägt. Fakt ist: Kein Pferd wird mit einem Reiter auf dem Rücken geboren, und kein Mensch kommt als perfekter Reiter zur Welt. Allein deshalb stellt die Handarbeit eine wertvolle Alternative und Ergänzung zum Reiten dar.

Das Repertoire der klassischen Reitkunst hält zwar viele Lektionen und Übungen bereit, doch diese sind für einen Großteil der Reiter meist gar nicht oder erst nach einigen Jahren zugänglich. Viele Pferde können außerdem wegen Krankheit oder aus Altersgründen nicht oder nur eingeschränkt geritten werden und sollen trotzdem schonend gearbeitet werden. Die konventionelle Longenarbeit gerät hierbei sehr schnell an ihre Grenzen, während man mit der Handarbeit gezielt einzelne Muskelgruppen kräftigen und so einen bedeutenden Beitrag zu einer schnelleren Genesung des Pferdes leisten kann.

Und noch etwas: Der Winter stellt Reiter in unseren Breiten hinsichtlich der Arbeit unter dem Sattel oft auf eine harte Probe. Die Böden sind schneebedeckt oder gefroren, und nicht immer steht eine Reithalle zur Verfügung. Doch auch bei guten äußeren Bedingungen verfallen manche Reiter bei der Arbeit mit dem Pferd in eine Monotonie, die irgendwann in unmotiviertes und freudloses Arbeiten oder Ausreiten mündet. Für all diese Probleme bietet sich mit der Handarbeit eine sinnvolle Lösung.

Unabhängig von seinen reiterlichen Fähigkeiten kann hierbei jeder sein Pferd sinnvoll gymnastizieren, es für schwierigere Lektionen

vorbereiten und sich so selbst ein „Schulpferd“ heranbilden. In der Handarbeit findet sich also nicht nur eine Alternative, sondern vor allem eine Ergänzung zum Reiten.

 

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Das an der Hand vorbereitete Pferd wird auch beim Reiten geschmeidig sein.

 

Die Verwandlung des eigenen Pferdes

Der Freizeitreiter hat meist ein einziges Pferd. Sein Pferd! Er investiert viel Zeit und Geld in dieses und ist vor allem emotional eng daran gebunden. Deshalb ist es sinnvoll, sich einige Gedanken zur Gesunderhaltung des Vierbeiners zu machen. Die Arbeit an der Hand kann hier einen vortrefflichen Beitrag leisten. Sehr häufig glaubt man sein Pferd zu kennen, mit all seinen Stärken, Schwächen und Eigenheiten – kurz: mit seinem individuellen Charakter, der das eigene Pferd so einzigartig macht.

Beginnt man nun, sein Pferd mithilfe der Handarbeit zu gymnastizieren, wird sich dieses jedoch sehr schnell weiterentwickeln – nicht nur physisch, sondern auch psychisch. Faule Pferde werden fleißig, hektische Pferde werden ruhig, bei allen wächst die Selbstsicherheit.

Der Mensch an der Seite des Pferdes wird diese Verwandlung mit Staunen beobachten können, denn sein Schützling wird mit der wachsenden Beweglichkeit immer mehr von sich selbst in die Arbeit einbringen. Man gibt dem Pferd die Chance, sich innerhalb eines großzügigen Rahmens zu entfalten. Selbst sehr rangniedere Pferde können aufblühen und enormen Stolz entwickeln.

Wenn man die Möglichkeit hat, die Lebensqualität seines Pferdes zu verbessern, sollte man diese nutzen. Die Handarbeit bietet hierzu die Chance.

 

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Selbst rangniedere Pferde können bei der Arbeit an der Hand oft ungeahnte Höhen erklimmen.

 

JEDES PFERD IST ANDERS

Kein Pferd bewegt sich wie das andere – so ist es müßig, anhand der in diesem Buch gezeigten Bilder zu versuchen, das eigene Pferd zu eben genau denselben Bewegungen zu bringen. Dieses Buch ist so aufgebaut, dass man jeden Schritt nachvollziehen kann und sein eigenes Pferd sehr schnell mit der Idealvorstellung deckungsgleich bringen kann.
Nichtsdestotrotz wird es Unterschiede geben. Prioritäten müssen neu gesetzt werden, ein kleiner Nebensatz kann für dieses eine Pferd unheimlich wichtig werden, für ein anderes nicht. Es ist eine besondere Aufgabe, diese Feinheiten herauszuspüren und für das eigene Pferd anzuwenden – der Erfolg wird dann umso deutlicher zutage treten.

 

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