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Mit 10 Metern
ZUM ERFOLG

 

 

Schleppleinentraining — so geht's

 

 

 

 

von Monika Gutmann

 

 

 

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für Dino und Hudson

 

 

 

 

 

Impressum

 

Copyright © 2008/2009 by

Gestaltung und Satz der Originalausgabe: Ravenstein + Partner, Verden

Titelfoto: JBTierfoto

Fotos: JBTierfoto, falls nicht anders angegeben

Lektorat: Dorothee Dahl

E-Book:

 

Alle Rechte vorbehalten.

 

Abdruck oder Speicherung in elektronischen Medien nur nach vorheriger schriftlicher Genehmigung durch den Verlag.

 

Printed in Germany

ISBN 978-3-86127-802-3

 

eISBN 978-3-84046-009-8

Einleitung

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Gemeinsam endlich entspannte Spaziergänge. Mit einer Zehn-Meter-Leine entsteht so wieder mehr Lebensqualität für Mensch und Hund.

Einleitung

Sie haben einen Hund, der ohne Leine nicht zu Ihnen zurückkommt, der ohne Leine macht, was er will, der Sie draußen komplett ignoriert und alles andere spannender findet als seinen Menschen?

Solche Hunde verbringen häufig ihr Leben an einer zu kurzen Zwei-Meter-Leine oder an einer Flexileine. Freilauf auf Wiesen und Feldern ist ihnen nicht vergönnt, weil sie nie gelernt haben, auf ihre Menschen zu achten und auf Ruf oder Pfiff zurückzukommen. Hat man einen solchen Hund, bekommt man häufig den Rat, doch Schleppleinentraining zu machen. Allerdings scheitern schon viele Hundehalter in der ersten Woche. Kaum jemand kann ihnen erklären, wie Schleppleinentraining funktioniert. Einfach eine Zehn-Meter-Leine an den Hund zu haken, damit ist es nicht getan. Der Frust steigt, wenn man das Handling der langen Leine nicht hinbekommt. Man verheddert sich dauernd in dieser langen Leine oder holt sich fürchterliche Brandblasen an Händen oder Beinen oder liegt zum wiederholten Mal auf dem Hosenboden. Schlussendlich wirft man die lange Leine frustriert in die Ecke und lässt den Hund dann doch immer nur im Garten frei laufen.

Was ist Schleppleinentraining?

Was ist Schleppleinentraining?

Mit einem gut aufgebauten und durchdachten Schleppleinentraining, Geduld und Konsequenz können Sie für sich und Ihren Hund wieder eine gute Bindung herstellen, die Aufmerksamkeit Ihres Hundes besser auf sich lenken, Ihr Hund wird wieder ansprechbar und vor allem einen sicheren Rückruf aufbauen.

Mit zehn Metern zum Erfolg

Mit zehn Metern zum Erfolg

Schleppleinentraining ist eine sichere Möglichkeit, den Hund fast fehlerfrei lernen zu lassen. Hier liegt die Betonung auf „eine Möglichkeit“. Es gibt viele Möglichkeiten, mit einem Hund zu arbeiten – wir wollen hier nicht die einzig selig machende „Erziehungsmethode“ propagieren. Doch die Zehn-Meter-Leine ist für viele Hunde und ihre Menschen wieder ein Stück mehr Lebensqualität, weil man gemeinsam stressfrei spazieren gehen kann. Schleppleinentraining fördert beim Menschen die Beobachtungsgabe für seinen Hund.

Diese Art Training ist allerdings nichts für Menschen, die ein Hundeproblem, das sich über Jahre eingeschliffen und gefestigt hat, innerhalb von zwei Wochen „wegkuriert“ haben wollen. Lernen findet immer statt – auch das Lernen von für den Menschen unangenehmen Dingen. Bisher hat Ihr Hund im Do-it-yourself-Verfahren gelernt, dass es für ihn lohnenswerter ist, die Nase im Mauseloch zu haben, als auf Ihren Ruf zu hören. In diesem Buch ist das Training ausschließlich mittels positiver Verstärkung beschrieben, weil es die effektivste und nachhaltigste Technik ist, Verhalten zu verändern und zu formen. Mehr zum Lernverhalten bei Hunden erfahren Sie im Kapitel – Das Wichtigste vorab: Wie lernt der Hund?

Es ist selbstverständlich für Menschen, von Kindesbeinen an „banale“ Dinge wie das Essen mit Messer und Gabel zu lernen. Das jahrelange tägliche Wiederholen lässt uns diese Fertigkeit entwickeln. Niemand käme auf die Idee, diese gesellschaftliche Selbstverständlichkeit einem neugierigen Kleinkind einzuprügeln – es wird spielerisch jeden Tag geübt und verfeinert. Lernen am Erfolg ist das Zauberwort. Gelerntes muss oft wiederholt und verbessert werden, damit unser „Muskelgedächtnis“ richtig funktioniert – und häufig funktioniert das auch nicht so, wie wir gerne möchten, wenn uns das Talent, die genetischen Voraussetzungen oder die Motivation dazu fehlen. Sie fragen sich, was genetische Voraussetzungen mit Lernen zu tun haben? Sehr viel! Wenn wir alle gleich wären, hätten wir alle dieselben Fähigkeiten. Es gäbe vielleicht kein Kind mehr mit Lernschwäche, keinen Menschen, der nicht genauso gut im Schachspielen wäre wie im 100-Meter-Lauf, und niemand müsste vor Erbkrankheiten Angst haben. Leider sagen unsere Gene etwas anderes: Einige Menschen haben zum Beispiel „langsame“ Muskeln und können sich noch so abmühen und trainieren, sie werden niemals gute Sprinter werden. Würden es diese Menschen allerdings einmal mit Langstreckenlauf versuchen, hätten sie den Erfolg auf ihrer Seite. Kein Mensch gleicht dem anderen – das gilt ebenfalls für Ihren Hund. Es gibt Hunde, die lernen schnell, die anderen brauchen ihre Zeit, und bei einigen scheint es gar nicht voranzugehen.

Sie können von Ihrem Hund nicht etwas erwarten, was Sie ihm nicht beigebracht haben und was nicht seiner Veranlagung entspricht. Ein Herdenschutzhund beispielsweise wird sich dreimal überlegen, ob ein gegebenes Hörzeichen Sinn macht. Er wird seiner Rasse entsprechend im Trabtempo zu Ihnen kommen. Ein Border Collie dagegen dreht sich stehenden Fußes auf den Hinterläufen um und kommt zu Ihnen gerast. Diese Dinge sollten Sie unbedingt beachten, wenn Sie mit Ihrem Hund trainieren.

Als gelernt betrachte ich das Verhalten, das mein Hund auch dann ausführt, wenn ich in den unmöglichsten Positionen vor ihm stehe. Um ihn herum geht möglicherweise die Welt unter, aber ich erwarte ein Sitz von ihm und er befolgt es.

Mit diesem Buch können Sie Punkt für Punkt einem Trainingsplan folgen, erhalten wichtige Informationen über die grundlegenden Lerngesetze und eine kleine Einführung ins Clickertraining.

 

Jetzt aber los! Train – don't complain! (Üben – nicht meckern!)