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Inhaltsverzeichnis
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Vorwort
Seit es Menschen gibt, feiern sie Feste. Als Dialog mit den unsterblichen Göttern, als ein Stück Himmel auf Erden, als Erinnerung an große Tage. Zusammen feiern war immer ausgelassener Ausdruck der Freude, am Leben zu sein – man feierte mit dem Clan, dem Verein, der Familie, den Freunden. Denn der Mensch tanzt nicht gern solo – und braucht für eine Party heute keinen zwingenden Anlass mehr. Aber etwas zu trinken, zu essen, Musik und gute Laune, das braucht ein Fest natürlich unbedingt! Teuer muss das nicht sein – Hauptsache, die Gäste haben Spaß.
 
 
Was wir heute Party nennen, unsere moderne Form des Feierns in geselliger Runde, kann alles Mögliche sein – die lockere kleine Fete in der Studentenbude, der Sonntagsbrunch oder das große Sommerfest mit sehr vielen Gästen. Wenn der ersehnte Ausbruch aus dem Alltag gelingt, wenn die Gäste einfach für ein paar Stunden abschalten und das Leben in vollen Zügen genießen können, dann haben Gastgeberin und Gastgeber alles richtig gemacht.
 
 
Für sie ist dieses Buch gedacht. Es soll ihnen helfen, ihre Party zum festlichen Ereignis zu machen. Das bedeutet ein bisschen Arbeit, keine Frage. Aber mit kluger Planung und verlockenden Rezepten ist es leichter, ein gelungenes Fest zu organisieren. Zufriedene Gäste sind am Ende der schönste Lohn für jede Mühe.
 
 
Lassen Sie sich von Jörg Minks kulinarischen Kreationen inspirieren. Der bekannte Stuttgarter Gastronom ist seit Jahren einer der bekanntesten Profis auf diesem Gebiet. Um ein Partybuffet nach seinen Rezepten wird Sie jeder beneiden, egal welches Motto Sie für Ihr Fest auswählen. Zu Beginn werden Sie eingeweiht in die Geheimnisse der Partykunst und es wird die Grundlage gelegt, um Ihre Gäste glücklich zu machen.
 
 
Worauf warten Sie noch? Let’s have a party!

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Der Partyprofi aus Stuttgart: Jörg Mink
Jörg Mink ist ein Workaholic, das streitet er gar nicht ab. Es braucht schon einen triftigen Grund, bis man den Stuttgarter Gastronomen und Tausendsassa für ein paar Stunden dazu bewegen kann, an einem Ort zu verweilen. Erst im Herbst 2008 hat Mink in Stuttgart sein neuestes Projekt gestartet, das gastronomische Gesamtkunstwerk Schloss Solitude – sein bisher ehrgeizigstes und glanzvollstes Unternehmen. Fleiß ist bekanntlich eine schwäbische Tugend. Und Mink ist das Musterexemplar eines Schwaben.
 
 
Der Promi-Wirt, Koch und Caterer aus Passion ist sympathisch bodenständig geblieben und er weiß ganz genau, wo seine Wurzeln liegen. »An Oma Minas Rockzipfel entstand meine Liebe zu meinem späteren Beruf und zur schwäbischen Küche. Ganz früh stand für mich fest: Ich werde Koch.« Seine Großmutter war es, die für ihn sorgte, wenn die Eltern bei der Arbeit waren, bei ihr durfte er schon als Bub die Spätzle vom Brett schaben und den Teig ausrollen für Omas legendäre Maultaschen, die er noch heute nach ihrem Originalrezept mit extra vielen frischen Kräutern zubereiten lässt.
 
 
Geboren am 11. März 1960 in Stuttgart, begann Jörg Mink mit 15 Jahren seine Lehre im Stuttgarter »Hofbräukeller«. Die nächste Station seiner frühen Jahre war die »Schwaige« im Schloss Nymphenburg in München. »Hier habe ich arbeiten gelernt: Wir fingen um sieben Uhr morgens an und hörten um elf Uhr abends auf«, erinnert sich Mink. Aber bald zog es den Jungkoch wieder nach Stuttgart, in die »Hirsch Weinstuben« im Vorort Möhringen, wo seinerzeit Sternekoch Rudolf Molitor Küchenchef war. 1984 übernahm er dann selbst das Kommando am Herd des renommierten Restaurants. Es folgten elf arbeitsreiche Jahre als Pächter im »Schwarzen Adler« in Eltingen bei Leonberg nahe Stuttgart, wo Mink seinen regionalen Küchenstil weiterentwickelte und seinen kulinarischen Horizont erweiterte. Im rund 300 Jahre alten »Gasthaus zur Linde« in der Sigmaringer Straße in Möhringen scheint der rastlose Koch 1997 dann endlich seine Heimat gefunden zu haben. Mink baute die einstige Poststation zu einem gemütlichen Lokal um. Mit original schwäbischer Küche trotzt er dem Trend zum globalen Eintopf.
 
 
Aber Mink bleibt ein unruhiger Geist, getreu seinem Motto »Nur wer bereit ist, ständig zu lernen, bleibt auch erfolgreich«. Im Juni 2003 eröffnete er sein Lokal »Oma Mina« in Berlin – ein klassisch-schwäbisches Lokal in modernem Design-Ambiente als Hommage an seine patente Großmutter. Starfriseur Udo Walz hatte in der Uhlandstraße gleich um die Ecke vom Kurfürstendamm noch einen Salon frei, hier eröffnete Mink sein »Mink’s Berlin« im Kempinski Plaza Hotel – Restaurant, Lounge und Bar in einem, eingerichtet mit eleganten Ledersesseln und funkelnden Lüstern. Seit 2007 lässt Jörg Mink Feinkost in einer eigenen Firma in Stuttgart-Plieningen herstellen, nur ein paar Kilometer von der »Linde« entfernt. Das Geschäft geht blendend, denn die Nachfrage ist so groß wie die Qualität zuverlässig. Auch der VfB Stuttgart lässt sich von ihm versorgen – als Mannschaftskoch.
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Jörg Mink hat einen Traum: Er möchte die schwäbische Küche endgültig von ihrem schlechten Image befreien, nur schwer und deftig zu sein. Selbst aus einfachen Zutaten wie Mehl, Kartoffeln, Linsen, Gemüse und Fisch, seltener Fleisch, lassen sich Gerichte zubereiten, die so leicht, kreativ, gesund und modern sind wie die mediterrane Küche. Der Ort, wo Mink das spektakulär beweisen will, liegt auf einem Hügel im Nordwesten von Stuttgart. Es ist das aus dem späten Rokoko stammende und vom Land Baden-Württemberg restaurierte Schloss »Solitude« im Gerlinger Forst, wo auch der hiesige Ministerpräsident gleich nebenan seinen Wohnsitz hat. Der Gastronomie im Kavaliershaus der 1764 bis 1775 erbauten »Sommerlustwohnung« des Herzogs Carl Eugen fehlte allerdings bisher der Glanz. Das ändert sich jetzt. Denn Mink will und kann vielen etwas bieten: mit einem Gourmetlokal, einer Brasserie samt großer Terrasse, mit einer schicken Bar nebst Business Lounge. »Die Linde« in Möhringen bleibt natürlich weiterhin ein Bilderbuchwirtshaus. Nur wenige Schritte entfernt hat Jörg Mink seine Idee von einem Privat-Restaurant Wirklichkeit werden lassen: »Mink’s Fine Dining«, ein elegantes Juwel mit nur 30 Sitzplätzen.
 
 
»Wenn ich kein Restaurant hätte, wäre mein Wohnzimmer jeden Tag voller Gäste«, sagt der geborene Gastwirt von sich. Unzählige Feste und Partys hat er in den vergangenen Jahren mit Speis und Trank versorgt. Und in diesem Buch beweist Jörg Mink, dass er auch für Privatleute immer ein paar Tipps auf Lager hat, wie eine Party zum Erfolg wird.

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Feiern wie die Profis
Sie können fragen, wen Sie wollen – unter einer Party versteht jeder etwas anderes. Aber egal, ob Geburtstag oder Tanzfete, ob Grillabend, Halloween oder Fasching, mindestens drei Dinge gehören immer dazu: gut gelaunte Gäste, genügend Getränke und kulinarisch Verlockendes. Gründe zum Feiern gibt es genug – nicht nur an runden Geburtstagen. Es könnte auch ein Lottogewinn sein oder der geschaffte Umzug in die neue Wohnung.
 
 
Nichts einzuwenden ist gegen kleine Spontanfeten unter Freunden mit Chips und Bier. Aber wenn ein Fest bei Ihren Gästen im positiven Sinne unvergesslich bleiben soll, ist doch mehr Fantasie gefragt. Am Anfang steht die kluge Vorbereitung. Der französische Gastrosoph Brillat-Savarin hat schon vor 200 Jahren erklärt, worauf es bei einem Fest ankommt: »Jemand einzuladen heißt, für dessen Glück zu sorgen, solange er unter unserem Dach weilt.«
 
 
Wer sich rechtzeitig um alles kümmert, kann ganz entspannt sein, wenn die ersten Gäste mit ihren Blumen schon vor der Tür stehen. Die letzte Stunde vor Partybeginn sollte ganz allein Ihnen gehören. Und wenn alle begrüßt sind, das Buffet eröffnet ist und die Gäste sich angeregt unterhalten, können auch Sie mitfeiern und genießen.
 
 
Lassen Sie locker, Sie müssen nicht den Animateur spielen. Nur ab und zu den Platz wechseln, damit all Ihre Gäste etwas von Ihnen haben. Jedes Fest entwickelt seine Eigendynamik. Die einen geben die Partylöwen, die anderen agieren lieber als amüsierte Zuschauer. Hauptsache, alle fühlen sich wohl in ihrer Rolle. Und wenn Ihre Gäste am Ende partout nicht nach Hause wollen, nehmen Sie es ihnen nicht übel. Das ist nämlich das schönste Kompliment für jeden Gastgeber und der Beweis: Die Party war ein wunderbares Fest!
 
 
Kulinarisch können Sie Ihre Gäste mit meinen Rezepten aus diesem Buch beeindrucken. Genießen Sie die Freude auf Ihr Fest schon beim Vorbereiten und verwöhnen Sie Ihre Gäste am Festtag mit internationalen Köstlichkeiten. Bedenken Sie bei den von mir genannten Zubereitungszeiten, dass es sich immer nur um Circa-Angaben handeln kann. Die tatsächliche Zubereitungszeit hängt nämlich von mehreren Faktoren ab, wie z. B. den praktischen Erfahrungen der Köchin/des Kochs, den Zubereitungsmengen, den Haushaltsgeräten etc.
 
 
Ihr Jörg Mink
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Die 12 Geheimnisse einer gelungenen Party

1 Jedes Fest ist anders

Es gibt kein Patentrezept für jedwede festliche Gelegenheit. Zunächst sollte der Anlass ganz klar sein. Welche Art von Fest es am Ende wird, hängt auch sehr davon ab, wo, wie und mit wem Sie feiern. Wollen Sie nur den engsten Familienkreis zum Geburtstag einladen, die besten Freunde zum Grillen im Garten, die nettesten Nachbarn, die lieben Kollegen – oder gleich alle zusammen? Soll es leger zugehen oder doch eine Spur festlich-eleganter? Das hängt natürlich auch von dem Anlass ab, den es zu feiern gibt. Entscheiden Sie das gleich zu Beginn.
 
 
Bevor Sie ein Datum festlegen, fühlen Sie zunächst einmal vor – und prüfen Sie unbedingt den Veranstaltungskalender Ihrer Kommune für den anvisierten Termin. Tritt etwa Tina Turner am gleichen Tag im Stadtpark auf? Oder kommt ein wichtiges Fußball-Länderspiel im Fernsehen? Beachten Sie auch die Ferientermine. Kurz vor Ostern oder Weihnachten haben die wenigsten Zeit, und vor dem großen Urlaub lässt sich selten ein Termin finden, an dem alle kommen können.
 
 
Die Zahl der Gäste bestimmt bereits den mehr oder weniger intimen Charakter eines Fests. 20 Personen sind schon eine beachtliche Zahl, bei mehr als 35 wird die Sache bereits ziemlich aufwändig. Suchen Sie sich den passenden Ort, den richtigen Rahmen rechtzeitig aus. Wenn Ihre Wohnung – aus welchen Gründen auch immer – nicht zur Partybühne taugt und Sie auch nicht auf die Terrasse oder den Garten ausweichen können, mieten Sie einfach einen passenden Raum in der Nähe. Der »Festsaal« sollte aber nicht zu groß sein, bei zu viel Platz kommt keine Gemütlichkeit auf.
 
 
Nehmen Sie sich die Zeit, genau zu überlegen, wie groß und wie aufwändig Sie feiern möchten. Damit Ihnen später die Kosten nicht außer Kontrolle geraten. Besonders bei Familienfesten ist auch daran zu denken, wer sich mit wem prima, besser oder eher weniger gut verträgt. Vorab-Absagen nach dem Motto »Wenn Du den Herbert einlädst, dann komme ich nicht.« sind allerdings kleine Erpressungen, die man als Gastgeber am besten gleich mit einer klaren Ansage kontert: »Es tut mir leid, aber wen ich zu mir einlade, ist ganz allein meine Angelegenheit.«

2 Der Gäste-Mix macht’s

Es ist Ihre Party, Sie entscheiden, wer mit Ihnen feiert. Laden Sie deshalb nur sympathische Leute ein! (Ausnahme: Bei großen Familienfesten und Büro-Feiern muss man manchmal Kompromisse eingehen.)
Eine kluge Gästeauswahl macht den Abend spannend und unterhaltsam. Frauen und Männer in etwa gleich großer Zahl lautet zwar die bewährte Regel, aber nicht immer nur Paare, das wird dann leicht langweilig. Laden Sie keine Personen gleichzeitig ein, die eine innige Feindschaft verbindet. Verhindern Sie Cliquenbildung gleich zu Beginn, machen Sie Menschen miteinander bekannt oder bitten Sie eine Freundin, das für Sie zu tun, wenn Sie anfangs als Gastgeber zu beschäftigt dafür sind. Je kleiner die Party, umso wichtiger ist es, dass sich die Gäste zumindest flüchtig kennen – oder einander zumindest etwas zu sagen haben.
 
 
Notieren Sie vorab wichtige Vorlieben oder mögliche Abneigungen Ihrer Gäste: Wer ist vielleicht Vegetarier, wer verträgt keinen Alkohol, hat jemand eine Allergie etc. Erst wenn die Zusammensetzung passt, schreiben Sie eine Gästeliste mit kompletten Namen, Adressen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen. Noch etwas: Laden Sie auf keinen Fall politische Gegner oder notorische Streithammel ein, die mit ihren Debatten eine Party schlimmstenfalls sogar sprengen können. Und auch wichtig: Wer immer die selben Gäste einlädt, verzichtet auf Abwechslung.
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3 Rechtzeitig einladen – aber bitte schriftlich

Für eine Spontanfete am Freitagabend genügen meist ein paar Anrufe, E-Mails oder gar eine SMS, um sich mit den üblichen Verdächtigen zu verabreden. Doch eine Party mit mehr als zehn Gästen erfordert schon eine sorgfältig formulierte schriftliche Einladung. Und die sollte mindestens drei Wochen vor dem Ereignis beim Empfänger sein.
 
 
Eine originelle Einladung macht Lust zu kommen. Aus Motto oder Anlass sollten Sie kein Geheimnis machen, die Leute wollen wissen, warum gefeiert wird und worauf sie sich einstellen sollen. Geben Sie einen Hinweis darauf, was gefeiert wird (Weiße Nächte in Blankenese, Crazy-Hat-Party oder eher Swinging Sixties?), damit alle wissen, wie sie sich anziehen sollten. Niemand sitzt gern in Operngarderobe zwischen fröhlichen Jeansträgern – und umgekehrt.
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Nennen Sie den Festtermin, die Uhrzeit und den Ort (stets mit der vollständigen Adresse und Telefonnummer). Die Wegbeschreibung und eine präzise Anfahrtskizze sind auch in Zeiten von Google Earth nicht überflüssig – das erspart Ihnen außerdem aufgeregte Last-minute-Anrufe von Menschen, die sich unterwegs verfranzt haben. Gäste von auswärts sind dankbar für Übernachtungsmöglichkeiten oder Infos über Hotelzimmer in Ihrer Nähe (mit Adresse, Telefon und Zimmerpreisen). Geben Sie auch einen Hinweis auf den Ort des Geschehens (Garten, Dachterrasse, Partykeller, Lokal, Ballsaal etc.). Teilen Sie mit, ob für das Buffet etwas mitgebracht werden soll. Das können Sie gleich in der Einladung ausschließen oder die Bitte um ein spezielles Getränk oder kulinarisches Mitbringsel charmant formulieren. Details werden dann telefonisch geklärt.
 
 
Nennen Sie auf der Einladungskarte eine Frist für die Rückantwort, damit Sie wissen, mit wie vielen Gästen Sie rechnen können: U. A. w. g. (um Antwort wird gebeten) bis spätestens sieben Tage vor dem Fest. Zehn Tage vor dem Fest können Sie Ihre Gäste auch noch einmal telefonisch an die Einladung erinnern. Notfalls können Sie zu diesem Zeitpunkt eventuelle größere Lücken durch Absagen mit dankbaren »Nachrückern« füllen – oder beim Einkaufen bei Brot und Wein sparen. Die Antwort der Eingeladenen kann natürlich auch per E-Mail oder am Telefon erfolgen (Kontaktdaten gehören deshalb auch auf die Karte).
 
 
Leider sagen erfahrungsgemäß etwa zehn Prozent der Gäste aus den unterschiedlichsten Gründen ab – das ist ein Wert, den man jedoch gut einkalkulieren kann, solange die Absage nicht erst am letzten Tag kommt. Es ist übrigens sehr hilfreich, sich auf einer Gästeliste Zuund Absagen zu notieren. Je kurzfristiger die Einladung, umso höher ist natürlich das Risiko einer Absage. Wer sein Nichterscheinen aber nur auf dem Anrufbeantworter oder gar per SMS mitteilt, wird beim nächsten Mal nicht mehr eingeladen, so einfach ist das.

4 Gut geplant ist halb gefeiert

Beginnen Sie rechtzeitig mit der Planung und Vorbereitung Ihrer Party, damit Sie im letzten Moment nicht noch dumme Überraschungen erleben à la »Hilfe, wir haben ja viel zu wenig Gläser!« und »Der Sekt ist ja noch gar nicht gekühlt!«.