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Basiswissen zu Diabetes Theorie
Meistens schleicht er sich langsam an und tut nicht weh – der Diabetes Typ 2, früher auch »Altersdiabetes«, heute schon »Lifestyle-Diabetes« genannt. Fachleute wissen: Dieser Krankheit geht ein ungesunder Lebensstil voraus. Wer sich konsequent falsch ernährt und zu wenig bewegt, dazu eine genetische Veranlagung in sich trägt, läuft große Gefahr, zum Diabetiker Typ 2 zu werden. Die einzige Chance liegt dann in einer guten medizinischen Behandlung. Nur so lassen sich Folgeerkrankungen verhindern oder hinauszögern und die persönliche Lebensqualität bestmöglich erhalten. Denn dieser Typ Diabetes betrifft inzwischen sogar auch Kinder.

Was ist Diabetes?
Die Krankheit Diabetes wird im Volksmund »Zuckerkrankheit« genannt. Diabetes tritt in zwei Erscheinungsformen auf: als Typ-1- und Typ-2-Diabetes. Der wichtigste Unterschied zwischen beiden: Typ 1 kann schon beim Neugeborenen auftreten und entsteht durch eine bis heute nicht geklärte »Autoimmunreaktion«. Nur etwa 10 Prozent aller Diabetiker gehören zu dieser Gruppe. Der Typ 2 hingegen erscheint überwiegend im Erwachsenenalter, entwickelt sich durch eine genetische Veranlagung, meistens in Kombination mit Übergewicht.

Diagnose Diabetes

Die Fachwelt spricht von »Diabetes mellitus« (»honigsüßer Durchfluss«). Dieser Begriff kommt aus dem Griechischen und bezeichnet die Symptome: starker Durst und große Urinmengen. Denn bei einem gesunden Menschen mit funktionierendem Zuckerstoffwechsel sorgt das körpereigene Hormon Insulin dafür, dass der durch Speisen und Getränke aufgenommene Zucker über den Verdauungstrakt in den Blutkreislauf gelangt und von dort als Energiespender in die Körperzellen geschleust wird. Funktioniert dies nicht, verlässt der Zucker den Organismus über den Urin, worin man ihn mit speziellen Teststreifen entlarven kann. Auch die Blutzuckerwerte sind dann viel zu hoch. Diagnose: Diabetes.
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Ein einziger Bluttropfen reicht für die Bestimmung des aktuellen Blutzuckerspiegels aus.

Nur Insulin senkt den Blutzucker

Wir sind uns dessen gar nicht bewusst, welch feine Regulationen in unserem Körper stattfinden, damit er zuverlässig funktioniert. Das Hormon Insulin zum Beispiel ist so ein Stoff, der im gesunden Stoffwechsel phantastische Leistungen vollbringt. Produziert wird er in den so genannten Inselzellen der Bauchspeicheldrüse. Wann immer wir mit täglichem Essen und Trinken Zucker zu uns nehmen, sorgt das Insulin für einen normalen, ausgeglichenen Zuckerspiegel im Blut, dem Nährstoff-Transportsystem in unserem Organismus. Es hat auch die Aufgabe, den Zucker in die Fett- und Muskelzellen zu schleusen. Dabei wirkt es an den Zellen wie ein Schlüssel, der diese Zellen aufschließt und die Energiespender einlässt. In der Leber sorgt es dafür, dass der Zucker als Glykogen gespeichert wird. Im Notfall, falls sich im Blut zu wenig Zucker befindet, kann durch diese Zuckerreserve zumindest das Gehirn vorübergehend versorgt werden.

Glukose ist die Transportform

Allerdings fließt das, was wir als »Zucker« bezeichnen, nicht wie der bekannte Haushaltszucker durch Blut und Zellen. Die Verdauung zerlegt Kohlenhydrate, wie Stärke, Zucker oder Honig, zum kleinsten Baustein, der Glukose (Traubenzucker). Nur Glukose kann in (auf-)gelöster Form in den Körperflüssigkeiten transportiert werden.

Übergewicht als Ursache

Die genetische Veranlagung spielt zwar eine Rolle, denn durch die Vererbung besteht so etwas wie eine »Bereitschaft« für den Diabetes Typ 2, doch in den meisten Fällen ist Übergewicht ausschlaggebend für den Ausbruch der Erkrankung. Während beim Typ-1-Diabetiker schon bald nach Krankheitsbeginn kein körpereigenes Insulin mehr vorhanden ist, kann beim Typ 2 zu Beginn der Erkrankung sogar meist noch ausreichend körpereigenes Insulin produziert werden. Das Problem: Es kann an den Zellen von Muskeln, Fettgewebe und Leber nicht mehr richtig wirken. Das geniale »Schlüssel-Schloss-Prinzip« versagt. Die Zellen sind resistent, also unempfindlich für die Insulinwirkung. Und daraus erklärt sich auch der Blutzuckeranstieg. Denn das Einschleusen von Zucker aus dem Blut in die Zellen funktioniert ja nicht mehr. Dies passiert nicht schlagartig, sondern entwickelt sich langsam. Verantwortlich dafür ist meist das Übergewicht in Verbindung mit mangelnder körperlicher Bewegung. Bleibt ein Diabetes in diesem Stadium unbehandelt, reagiert die Bauchspeicheldrüse mit vermehrter Insulinproduktion – der verzweifelte Versuch, den ständig erhöhten Blutzuckerspiegel auszubalancieren. Aber irgendwann ist die Produktionsstätte erschöpft. Es wird nicht mehr ausreichend, schließlich gar kein Insulin mehr produziert. Dann bleibt nur, wie beim Typ-1-Diabetiker, eine Therapie mit Insulin.

Gute Chancen durch Früherkennung

Es gibt einige Vorboten für einen »anschleichenden« Diabetes, denen im Alltagsgeschehen leider viel zu wenig Beachtung geschenkt wird:
• Abgeschlagenheit
• Leistungsabfall
• Starker Durst
• Häufiges Wasserlassen
• Hautveränderungen (Jucken, Trockenheit)
• Schlechte Wundheilung
Je eher die ersten Anzeichen erkannt werden, umso besser! Denn darin liegen die besten Chancen, den Diabetes durch eine veränderte Lebensweise, meist in Kombination mit der Einnahme von Tabletten, in den Griff zu bekommen.

Irreversible Schäden

Ein ständig erhöhter Blutzucker kann Nerven und Blutgefäße schwer schädigen. Betroffen davon sind häufig die Augen, Beine, Füße und die Nieren. Das kann in besonders schlimmen Fällen Erblinden und Amputationen zur Folge haben. Geschädigte Arterien im Hirn erhöhen das Risiko für einen Schlaganfall. Gerät die Gesundheit dauerhaft in Schieflage, können neue Erkrankungen schneller folgen. Es gilt also, sich als Diabetiker vor diesen Begleiterkrankungen zu schützen.

Diabetes richtig behandeln
Das Ziel der Diabetesbehandlung ist, überhöhte Blutzuckerwerte, »Blutzuckerspitzen«, zu vermeiden. Und gleichzeitig Risikofaktoren zu (er-)kennen und auszubremsen. Dadurch wird ein Diabetes nicht verschwinden. Aber für die persönliche Lebensqualität ist es sehr wichtig, wenn ein Fortschreiten der Erkrankung und das Nachfolgen weiterer Begleiterscheinungen so weit wie möglich hinausgezögert werden können.

Blutzuckerwerte

Die »normalen« Blutzuckerwerte bei Menschen ohne Diabetes liegen bei 60 bis 130 mg/dl. Fallen die Werte unter 60, dann spricht man von einer Unterzuckerung oder Hypoglykämie. Der Blutzucker sollte sich durch eine Mahlzeit nur in einem begrenzten Rahmen verändern. Das Ziel ist, die eigenen Blutzuckerwerte möglichst nahe an die Normwerte heranzuführen. Gute Blutzuckerwerte sind:
Erste Hilfe bei einer Hypoglykämie
Es kann schon mal passieren, dass trotz aller Achtsamkeit der Blutzucker tiefer rutscht. Dann kommt es zu einem Unterzucker, einer Hypoglykämie. Sichere Anzeichen sind:
• Zitterigkeit
• Starkes Schwitzen
• Unkonzentriertheit
Dann besteht Handlungsbedarf! Traubenzucker oder zuckerhaltige Getränke müssen schnell eingenommen werden. Wer sich gerade bewegt, setzt sich hin. Kommt es zu Bewusstseinsstörungen, sollten Außenstehende nicht zögern, ärztliche Hilfe anzufordern.
■ nüchtern: < 110 mg/dl
■ 2 Stunden nach dem Essen: < 145 mg/dl

So wird Blutzucker gemessen

Dank raffinierter Medizintechnik gibt es zuverlässige Möglichkeiten, um den Blutzucker auch selbst zu messen. Dafür braucht man einen Bluttropfen von der Fingerkuppe. Extra dafür können Sie ein »Pieksgerät« benutzen, das gerade so viel Blut freisetzt, um es auf einen Teststreifen zu geben. Dieser wird dann unverzüglich in einem Blutzuckermessgerät analysiert, und der aktuelle Blutzucker kann genannt werden. Besonders für Diabetiker, die Medikamente einnehmen oder Insulin spritzen, ist die regelmäßige Messung des Blutzuckers von Bedeutung.
Bei den ärztlichen Kontrollen wird im Labor unter anderem der HbA1c bestimmt. Mit diesem Wert lässt sich feststellen, wie die Blutzuckereinstellung der vergangenen 8 bis 10 Wochen war. Ein Wert von unter 7, nämlich 6,5, würde auf eine gute Behandlung des Diabetes hinweisen.

Aktiv mithelfen

Um zu Blutzuckerwerten im Normalbereich zu gelangen, gibt es je nach Krankheitsbild verschiedene Möglichkeiten. Für übergewichtige Typ-2-Diabetiker, die selbst noch Insulin produzieren, kann anfangs ein schlichtes Rezept zu normalen Blutzuckerwerten verhelfen: die Umstellung ihrer Ernährung auf »gesund und fettarm« plus täglichem Bewegungsprogramm plus dem festen Willen, diesen Weg zu gehen.
So einfach dies klingt, so effektiv kann der Erfolg sein. Denn wenn die Pfunde purzeln und es gelingt, das Übergewicht loszuwerden, können die Körperzellen für das Insulin wieder sensibilisiert werden. Es besteht dann die Aussicht, dass das Schlüssel-Schloss-Prinzip zunächst wieder funktioniert. Und so wieder mehr Zucker in die Zellen gelangt, anstatt im Blut zu verbleiben. Unterstützt wird das durch regelmäßige körperliche Bewegung. Sportliche Höchstleistungen müssen es nicht sein.

Den Diabetes akzeptieren

Bei allen fachlichen Empfehlungen für gute Blutzuckerwerte und Verhaltensweisen – wer seinen Diabetes nicht wirklich für sich angenommen hat, wird mit der Umsetzung aller guten Ratschläge Probleme haben. Es ist ja auch nicht einfach. Lebenserwartung, Komplikationen, Lebensqualität können, müssen aber nicht beeinträchtigt werden.
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Eine Waage hilft die Mengen richtig einzuschätzen. Das ist wichtig, denn nicht immer hat man eine dabei.
Im Überblick: Darauf ist besonders zu achten
• Die ärztlichen Verordnungen annehmen und einhalten.
• Bei Unklarheiten und Sorgen nach fachlicher Hilfestellung suchen.
• Diabetiker-Schulungen annehmen.
• Tagebuch über Medikamenteneinnahmen führen.
• Veränderungen an Füßen, Beinen und Sehstärke ernst nehmen.
• Der trockenen Haut wohltuende Pflege gönnen.
Warum ausgerechnet ich? Und jeden Tag aufs neue Acht geben, wo ist meine Freiheit geblieben? Trotzdem – viele (auch prominente) Diabetiker leben es vor: Sie haben die Herausforderung angenommen. Das liegt nämlich an der persönlichen Einstellung. Wer bereit ist, die neue Herausforderung als neuen Lernprozess anzunehmen, findet seinen Weg, mit seinem Diabetes bestmöglich umzugehen.

Wenn Abnehmen nicht reicht

Wollen sich trotz Abnehmens keine guten Blutzuckerwerte einstellen, dann wird es Zeit für eine Behandlung mit Medikamenten. Die wird die Ärztin oder der Arzt ganz individuell auf die Bedürfnisse der Patienten ausrichten. Je nachdem, ob noch körpereigenes Insulin produziert wird, es aber nicht richtig wirken kann, oder ob die Insulinfreisetzung angeregt werden muss – es gibt Wirkstoffe, die ganz gezielt in den Zuckerstoffwechsel regulierend eingreifen können. Metformin und Sulfonylharnstoffe sind häufig verordnete Medikamente.

Der Weg zur richtigen Ernährung
Ein wichtiger Baustein in der Behandlung von Diabetes ist neben den ärztlichen, medizinischen Verordnungen eine umfassende Diabetiker-Schulung. Hier lernen Sie, auf was es bei der täglichen Aufnahme von Nahrung und Flüssigkeit ankommt, und erhalten dadurch die Möglichkeit, sich selbst zu helfen.

Schulung als Chance sehen

Stellen Sie sich vor, Sie hätten als Manager eine große Führungsaufgabe zu bewältigen. Um wirklich erfolgreich zu sein,
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Frisches Obst und rohes bzw. knackig gegartes Gemüse sind gute Lieferanten für Vitalstoffe.
müssen Sie sich ständig weiterbilden. Sie suchen nach guten Fortbildungsmöglichkeiten. Da auch Sie vor die große Aufgabe gestellt werden, Ihren Diabetes gut zu managen, stehen auch Ihnen Fortbildungen zu. Die können Sie haben: in einer Schulung. Gehen Sie nicht davon aus, man wollte Sie gängeln. Ganz im Gegenteil: Es wird Hilfestellung geboten, damit Sie Ihren Diabetes gut im Alltag handhaben können. Vom Umgang mit Blutzuckermessgeräten bis hin zu Verhaltensänderungen. Schließlich müssen Sie Ihren Lebensstil dem Diabetes, als ständigem Begleiter, anpassen. Und zum Spezialisten in eigener Sache werden.

Die Ernährung ist das Wichtigste

Eine Umstellung der Ernährung in der Behandlung des Diabetes Typ 2 bedeutet keine karge Schonkost. Die Diät für Diabetiker gibt es nicht mehr. Zum Glück! Allein schon die Vorstellung daran würde es vielen Menschen schwer machen, ihren Diabetes zu akzeptieren. Von individuellen Ausnahmen abgesehen soll der tägliche Speiseplan fettarm, aber dafür reich an Nährstoffen sein. Dabei kommt es darauf an, die Kalorienmenge zu reduzieren. Das gelingt schon, wenn der Einkaufskorb mehr pflanzliche als tierische Lebensmittel enthält. Und bei deren Zubereitung mit Fett und Öl gespart wird. Der Speiseplan soll abwechslungsreich sein. Ideal, wenn er zwar viele Nährstoffe enthält, aber nicht zu viel Energie. Diese Empfehlungen gelten übrigens allgemein für eine gesunde, vollwertige Ernährung. Bei den meisten Menschen treffen sie allerdings auf taube Ohren.

Empfohlene Energiezufuhr

Der individuelle Energiebedarf beträgt bei leichter körperlicher Aktivität (in Kilokalorien, kcal pro Tag):
Erwachsenemännlichweiblich
25-50 Jahre28002100
51-65 Jahre25002000
>65 Jahre23001900
Er kann je nach Intensität der körperlichen Aktivität nach oben schwanken. Übrigens, eine Tiefkühlpizza »Salami« von 350 Gramm hat 760 Kilokalorien, mehr als ein Drittel der Tagesempfehlung mit 2100 Kilokalorien!

Ernährung individuell anpassen

Die Ernährungsempfehlungen für den Typ-2-Diabetes sind immer von der Behandlungssituation abhängig. In welchem Stadium wird behandelt – und wie? Bestehen parallel auch Bluthochdruck und eine Fettstoffwechselstörung? Müssen Medikamente eingenommen werden? Oder sollen »nur« die Pfunde purzeln? Daher ist es wichtig, die Ernährung nicht der eigenen Einschätzung zu überlassen, sondern mit der Ärztin oder dem Arzt abzusprechen.

Getränke

Zu einer ausgewogenen Ernährung gehören auch die richtigen Getränke in der benötigten Menge. Reichlich trinken, auch wenn man den Durst gar nicht spürt, ist für manche Menschen ein echtes Problem. Mindestens 1,5 Liter, besser 2 sollten es am Tag sein, damit die Wasserbilanz ausge glichen ist. Damit beim Durstlöschen die Kalorien keine Rolle spielen, sollten Mineralwasser und Früchtetees getrunken werden. Zuckerhaltige Limonaden und Fruchtsäfte sind für Diabetiker nur im Fall zu niedriger Blutzuckerwerte ein Nothelfer. Wer es fruchtig-süß mag, sucht sich mit Süßstoff gesüßte Getränke aus. Beim Kaffee lohnt sich die Überlegung, auf entkoffeinierte Sorten umzusteigen. Den Unterschied merkt man kaum, schont dafür aber Herz und Kreislauf. Im schwarzen Tee ist ebenfalls Koffein enthalten, wird aber an Gerbstoffe gebunden und nur verzögert vom Körper aufgenommen. Rooibostee, der nicht vom Teestrauch stammt, enthält gar kein Koffein. Die Gerbstoffe im schwarzen Tee binden auch den Mineralstoff Eisen. Daher sollte schwarzer Tee nicht zu den Hauptmahlzeiten getrunken werden, damit die Eisenlieferanten unter den Lebensmitteln nicht an Wirkung verlieren.
Bausteine der Ernährung
Eine abwechslungsreiche, gesunde Ernährung setzt sich aus folgenden Gruppen zusammen:
• Nährstoffe: Kohlenhydrate, Fett und Eiweiß (= Protein). Sie liefern Energie, am meisten davon Fett. (Auch Alkohol liefert Energie!)
• Vitamine und Mineralstoffe. Sie stecken als winzig kleine, aber lebenswichtige Vitalstoffe in tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln.
• Sekundäre Pflanzenstoffe. Sie sind nützliche Lieferanten schützender Wirkstoffe, u. a. gegen Krebs.
• Ballaststoffe. Sie bezeichnen ganz unterschiedliche, meist pflanzliche Teile. Man kann sie zum Teil gut erkennen. Sie liefern keine Energie, sondern unterstützen eine geregelte Verdauung.

Kohlenhydrate sind zu beachten
Die Kohlenhydrate spielen in der diabetesgerechten Ernährung eine wichtige Rolle. Dazu gehören etwa Mehl, Stärke, Haushaltszucker (Saccharose), Malzzucker, Milchzucker, Fruchtzucker und Glukose (Traubenzucker).

Glykämischer Index – Glykämische Last

Unter den Kohlenhydraten gibt es solche, die schnell in das Blut schießen, und andere, die langsam, nur verzögert eine Blutzuckererhöhung bewirken. Diese Unter scheidung drückt der glykämische Index (GI) aus. Für die Ernährung bei Diabetes sind die langsam wirkenden Kohlenhydratlieferanten mit niedrigem glykämischen Index (GI) sehr empfehlenswert, denn sie begünstigen einen stabilen Blutzucker.
Glykämischer Index – Glykämische Last
Glykämischer Index
Kohlenhydrathaltige Lebensmittel
mit hohem GI:
Weißbrot, weiße Brötchen (Semmeln),
Pizza, gekochte Nudeln,
geschälte Kartoffeln,
weißer Reis, Süßigkeiten,
zuckerhaltige Getränke
mit niedrigem GI:
Vollkornprodukte (Backwaren),
Hülsenfrüchte,
Milchprodukte,
Fisch, Fleisch, Eier
 
Glykämische Last
Lebensmittel mit niedriger GL:
Roggenvollkornbrot, Pumpernickel,
Weizenkleie, Müsli (ohne Zusätze),
Äpfel, Kirschen, Erdbeeren,
Orangen, Möhren, Linsen,
Kidneybohnen (auch Konserve), Vollmilch,
Joghurt, fettarmer Fruchtjoghurt
(sowohl mit Zucker als auch Süßstoff),
Sojamilch (3 % Fett), Eiscreme,
Vanillepudding, Apfelsaft (naturtrüb,
ohne Zuckerzusatz), Tomatensaft (ohne
Zuckerzusatz)
Schließlich sollen Schwankungen – vor allem Spitzenwerte – ja vermieden werden. Diese Unterscheidung ist für die diabetesgerechte Lebensmittelauswahl schon ganz hilfreich. Sie hat aber einen Haken: Es wird nicht berücksichtigt, wie viele Kohlenhydrate ein Lebensmittel enthält. Da hilft eine noch bessere Hilfsgröße: die glykämische Last (GL). Denn es ist ein Unterschied, ob die schnell verfügbaren Kohlenhydrate in wasserreichem Obst oder in trockenem Brot stecken. Die glykämische Last berücksichtigt also auch die Portionsgrößen.

Kohlenhydrate berechnen: BE und KE