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Schüßler-Salze können mehr als heilen
Als Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler sein System der Biochemie entwickelte, herrschten in Deutschland Hungersnöte. Der Arzt und Forscher hat deshalb keine biochemische Diät zum Abnehmen entwickelt, sondern sich ganz auf die heilende Wirkung seiner zwölf Salze bei Krankheiten konzentriert. Heute greift statt einstiger Mangelernährung die Volkskrankheit Übergewicht um sich- und nun stellt sich heraus, dass Schüßler-Salze durch die Verbesserung des Stoffwechsels auch überschüssige Pfunde abbauen können.
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Abnehmen mit Schüßler-Salzen
Schüßlers Entdeckung des biochemischen Systems ist auch für Übergewichtige wertvoll. Denn Gewichtszunahme beginnt im Zellstoffwechsel – Fettpolster entstehen zum Beispiel durch einen überlasteten nsulinkreislauf. Und hier können Schüßler-Salze helfen.

Wichtig ist die typgerechte Versorgung

Die zwölf Salze, so hat Schüßler herausgefunden, sind in jedem Organismus vorhanden, aber in unterschiedlicher Gewichtung. Kein Mensch ist eben wie der andere. Das kann man sogar sehen. Die Unterschiede sind uns ins Gesicht geschrieben und zeigen sich auch an anderen körperlichen Merkmalen. Wir gehören unterschiedlichen Konstitutionstypen an, die nach der Bedeutung der zwölf Salze für unseren Organismus benannt sind. Jeder Konstitutionstyp hat sein eigenes Gewichtsproblem. In diesem Buch erfahren Sie, welches Salz in welcher Dosierung für welchen Zeitraum benötigt wird, um Übergewicht abzubauen.

Die optimale Ernährung zur Schüßler-Kur

Allerdings ist es damit allein nicht getan. Ohne eine gewisse Umstellung des Essverhaltens können auch Schüßler-Salze langfristig nicht schlank machen. In diesem Buch wird deshalb erstmals die zur Schüßler-Kur passende Ernährungsweise vorgestellt, die auf den in der Traditionellen Chinesischen Medizin entwickelten fünf Ernährungstypen beruht.
Sie erfahren in diesem Buch alles über die optimale Dosierung der Schüßler-Salze für Ihren Konstitutionstyp. Und Sie finden viele Beispielrezepte für die fünf Ernährungstypen, an denen Sie sich orientieren und mit deren Hilfe Sie immer das richtige Essen auf den Tisch bringen können. Diese Kombination ist optimal für alle, die gesund abnehmen wollen.
Hans Wagner
In diesem Ratgeber werden die Schüßler-Salze mit Elementen der Traditionellen Chinesischen Medizin kombiniert, um entsprechend des individuellen Konstitutionstyps gesund und erfolgreich Übergewicht abzubauen.

Mit Schüßler-Salzen zum Normalgewicht
Dem Arzt und Forscher Wilhelm Heinrich Schüßler verdanken wir die Entdeckung der Biochemie der Zelle. Er fand heraus, dass im Organismus fehlende Mineralsalze in vielen Fällen Grund für eine Erkrankung sind. Mit den zwölf Lebenssalzen, die Schüßler entwickelte und in Tablettenform verfügbar gemacht hat, wird die Selbstheilung des Körpers angeregt. Dies ist auch der erste Schritt zum Abbau von Übergewicht.
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Das Geheimnis der Schüßler-Salze
Die Schüßler-Salze, auf die wir heute zurückgreifen, wurden von dem jungen Arzt Wilhelm Heinrich Schüßler entwickelt, der 1858 seine erste Praxis als Wundarzt und Geburtshelfer im heimischen Oldenburg eröffnete. In den folgenden Jahren untersuchte er, von unstillbarem Forscherdrang getrieben, den menschlichen Körper bis in seine kleinsten Bestandteile. Bei seinen Studien entdeckte er, dass der Organismus immer die gleichen zwölf Salze enthält, die er schließlich als »Lebenssalze« bezeichnete.

Das biochemische Heilsystem

Schüßler entschlüsselte nach und nach, welche Aufgaben die verschiedenen Salze im Organismus erfüllen: Kalium- und Magnesiumphosphat beispielsweise sind wichtig für die Muskelzellen, Eisen muss in Blut- und Hautzellen transportiert werden. 1873 erschien in der »Homöopathischen Zeitung« der erste Artikel über das, was der Arzt Schüßler als »biochemisches Heilsystem« bezeichnete.

Das Wunderwerk der Zelle

Die Schüßler-Salze wurden bereits vor knapp 150 Jahren entwickelt, haben aber nichts von ihrer Aktualität und ihrer Wirkungsweise eingebüßt. Ihr Einsatz hat sich allerdings gewandelt – heutzutage werden die Salze beispielsweise auch zum Abbau von Übergewicht erfolgreich eingesetzt.
Zwei wissenschaftliche Kollegen haben Schüßler auf die Spur des geheimnisvollen Systems der zwölf Salze gebracht. Einer war der Zellularpathologe Dr. Rudolf Virchow (1821-1902), der den Lehrsatz formulierte: »Die Krankheit des Körpers ist gleich der Krankheit der Zelle.« Der andere war der holländische Wissenschaftler Jakob Moleschott, der erkannte, dass der Mensch nur gesund bleibt, wenn er die für seine Zellen erforderlichen Mineralstoffe stets in der richtigen Menge und im richtigen Verhältnis aufnimmt. Der Kernsatz seiner bahnbrechenden Erkenntnis lautete: »Die Krankheit der Zelle entsteht durch Verlust an anorganischen Salzen.« Wilhelm Heinrich Schüßler entwickelte, aufbauend auf diesen neuen Erkenntnissen der Wissenschaft, seine sensationelle Therapie: die biochemische Heilbehandlung mit Salzen. Und er entdeckte, wie die anorganischen Mineralsalze, wenn sie der Zelle fehlen, wieder ersetzt werden können.

Wie kommen die Salze in die Zelle?

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Info
Die Schüßler-Salze werden in Tablettenform angeboten. Gebräuchlich sind verschraubbare Glasfläschchen mit 80 Tabletten. Auf dem Etikett tragen sie die Aufschrift »Biochemische Funktionsmittel« und die Nummer des jeweiligen Salzes von eins bis zwölf.
Da die Zellen von einer Schutzhaut, der Membran, umgeben sind, gelangen Mineralsalze, die man über Nahrungsmittel zu sich nimmt, nicht ins Zellinnere, wo sie gebraucht werden. Aber durch die in der Homöopathie angewandten Verdünnungen werden die Salze so fein verteilt, dass sie die Schutzhülle durchdringen und so ihre Wirkung entfalten können.

Die homöopathischen Potenzen

»Jedes Salz muss so verdünnt werden, dass es die Funktion gesunder Zellen nicht stört, aufgetretene Funktionsstörungen aber ausgleichen kann.« Aus dieser Erkenntnis heraus stellte Schüßler aus seinen Salzen homöopathische Verdünnungen, sprich Potenzen her. Dies war die Geburtsstunde der Schüßler-Salze.

Wie Schüßler-Salze potenziert werden

Die Verdünnungsstufen reichen von 1:10 (1 Teil des Stoffes wird in 10 Teilen Verdünnungsmittel gelöst) bis zu der schier unvorstellbaren Stufe von 1:1 000 000 000 000 (eins zu einer Billion). Für seine Mineralsalztherapie hat Schüßler diese Potenzierungen übernommen. Am gebräuchlichsten ist die Potenz D6. Eine Ausnahme bilden nur die Schüßler-Salze Calcium fluoratum, Ferrum phosphoricum und Silicea, die als D12-Potenzen eingesetzt werden.

Die zwölf Schüßler-Salze und ihre Wirkungen

Salz Nr. 1: Calcium fluoratum D12

In der Schüßler-Therapie gilt das Mineral, das in der Natur als Flussspat (Fluorit) vorkommt, als Elastizitätsmittel. Der menschliche Körper braucht es für den Aufbau von Nägeln, Zähnen, Knochen, Sehnen und Bändern. Dieses Salz kann Hautfalten glätten, Narben geschmeidig machen und erschlafftes Gewebe festigen, z. B. auch Krampfadern.

Salz Nr. 2: Calcium phosphoricum D6

Dieses Mineral (Kalziumphosphat) hat in der Therapie große Bedeutung als Regenerationsmittel. Der Körper braucht es für den Knochenaufbau während des Wachstums und nach Brüchen, damit die Knochen wieder zusammenwachsen. Es ist wichtig für Muskelbewegungen, die Blutgerinnung und ist an der Neubildung von Zellen beteiligt.

Salz Nr. 3: Ferrum phosphoricum D12

Man bezeichnet Ferrum phosphoricum (Eisenphosphat) in der Schüßlerschen Therapie als Fiebermittel. Es ist enorm wichtig für die Stärkung der körpereigenen Abwehr und daher lebensnotwendig. Eisen ist außerdem Bestandteil des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin.

Salz Nr. 4: Kalium chloratum D6

Die Mineralsalze, die stark verdünnt in den zwölf Schüßler-Salzen stecken, finden sich auch in der Natur wieder.
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Hierbei handelt es sich um ein Mittel, das in der Therapie als Entzündungsmittel eingesetzt wird. Es ist für die Erregbarkeit von Nerven und Muskeln zuständig und beeinflusst dadurch auch den Herzrhythmus sowie die Magenund Darmbewegungen. Kalium chloratum (Kaliumchlorid) spielt außerdem eine zentrale Rolle im Kohlenhydrat- und Eiweißstoffwechsel, da es zum Beispiel den Aufbau von Eiweiß fördert.

Salz Nr. 5: Kalium phosphoricum D6

Kalium phosphoricum (Kaliumphosphat) wird in der Biochemie als Antidepressivum eingesetzt. Es ist wichtig für Nerven-, Blut- und Muskelzellen. Man verabreicht es bei Überreiztheit, allgemeiner Nervenschwäche, Melancholie, nervösen Kopfschmerzen, Herzklopfen und Schlafstörungen.
Manche Schüßler-Salze werden bei akuten Beschwerden eingesetzt und gehören in jede Hausapotheke, zum Beispiel hat sich Magnesium phosphoricum als Schmerzmittel bei plötzlich auftretenden, starken Kopfschmerzen bewährt.

Salz Nr. 6: Kalium sulfuricum D6

Dieses Mineral (Kaliumsulfat) ist zuständig für die Sauerstoffversorgung der Zelle. Es bildet auch den Betriebsstoff der Bauchspeicheldrüse (Langerhanssche Inseln) und damit für die Insulinproduktion. Außerdem aktiviert es den Stoffwechsel der Leber.

Salz Nr. 7: Magnesium phosphoricum D6

Bei akuten Schmerzen kann Magnesium phosphoricum (Magnesiumphosphat) manchmal Wunder wirken. Es ist an der Steuerung des vegetativen Nervensystems beteiligt und wird besonders von Muskeln beansprucht, die wir nicht bewusst anspannen können wie der Muskulatur des Herzes, der Verdauungsorgane, der Gebärmutter und der Gefäße.

Salz Nr. 8: Natrium chloratum D6

Oft treten die ersten Anzeichen für einen Mangel dieses Salzes an den Augen auf – sie werden trocken und schmerzen. Dies ist ein Zeichen dafür, dass die Schleimhäute beginnen auszutrocknen. Natrium chloratum (Kochsalz) hilft, denn es reguliert den sensiblen Wasserhaushalt des menschlichen Körpers.

Salz Nr. 9: Natrium phosphoricum D6

Dieses Mineral ist als phosphorsaures Natron bekannt. Es wirkt der Übersäuerung entgegen und hält die Verdauung in Schwung. Bei vielen Stoffwechselvorgängen bindet es daraus entstehende Produkte, vor allem Harnsäure. Es hat eine wichtige Aufgabe bei der Entschlackung. Bei einem Mangel können durch die Übersäuerung rheumatische Erkrankungen und Gicht auftreten.

Salz Nr. 10: Natrium sulfuricum D6

Das Salz (schwefelsaures Natrium) dient der Körperentschlackung und ist damit verantwortlich für das Körpergewicht. Es regt die Ausscheidungsorgane an, vor allem die Nieren, und wird bei Erkrankungen von Leber, Bauchspeicheldrüse und Blase eingesetzt.

Salz Nr. 11: Silicea D12

Bei diesem Mineralsalz handelt es sich um die bekannte Kieselsäure, die für den Körper als Bestandteil des Bindegewebes unentbehrlich ist. Sie ist an der Bildung von Kollagen beteiligt, das für eine straffe Haut verantwortlich ist. Silicea wird bei Entzündungen eingesetzt.

Salz Nr. 12: Calcium sulfuricum D6

Dieses Biomineral vervollständigt die 12 Schüßler-Salze. Es ist in den Schleimhäuten der Augen, der Nase und seiner Nebenhöhlen, im Mund, in der Kehle und der Speiseröhre enthalten, ebenso in Magen und Darm. Calcium sulfuricum, landläufig als Gips bezeichnet, hat im Vergleich zu den elf anderen Schüßler-Salzen einen verhältnismäßig kleinen Wirkungskreis. Wilhelm Heinrich Schüßler hat es anfänglich in sein System aufgenommen, später aber wieder entfernt. Nach seinem Tod im Jahr 1898 wurde Calcium sulfuricum von der Biochemie jedoch neu entdeckt und rehabilitiert: Es wurde festgestellt, dass das Mineralsalz in Leber, Galle und Muskeln vorkommt.
Mehr zum Thema Entschlackung lesen Sie in den Kapiteln »Warum werden wir überhaupt dick?« und »Wie Schüßler-Salze Körpergewicht abbauen«.

Übergewicht – eine neue Volkskrankheit
Durch ungesunde Essgewohnheiten und zu wenig Bewegung kommt es zu Einlagerungen im Körper, die sich im Laufe der Zeit als Übergewicht bemerkbar machen. Dabei geht es nicht nur um die gefürchteten Fettpolster, sondern auch um Flüssigkeiten und Stoffwechselabbauprodukte. Alle diese Einlagerungen werden durch den gezielten Einsatz und die richtige Dosierung von Schüßler-Salzen beseitigt.
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Warum werden wir überhaupt dick?
Wenn wir mehr essen, als unser Körper tatsächlich benötigt, kommt es zu einem Ungleichgewicht zwischen Energiezufuhr und Energieverbrauch. In der Folge sammeln sich Fettreserven an, die wir zunächst als kleine Pölsterchen bemerken, aber langfristig als Übergewicht mit uns herumschleppen, das sich negativ auf unsere Gesundheit auswirkt.

Gespeicherte Energie

Kohlenhydrate dienen unserem Körper zur Energiegewinnung. Wenn wir zu viele aufnehmen, werden Reserven in Form von Glykogen in Muskeln und Leber gespeichert. Sind die Speicher allerdings bereits gefüllt und es sind immer noch Kohlenhydrate im Überfluss vorhanden, werden diese zu Fett umgebaut und in dieser Form gespeichert.

Essen ohne Hunger

Wir werden nicht nur dick, weil wir zu wenig Energie verbrauchen, sprich uns zu wenig bewegen, um Kalorien zu verbrennen. Auch Stress macht dick, denn er führt dazu, auch ohne Hunger zu essen. Sicherlich kennen viele das Gefühl, sich aus Langeweile, Ärger oder Frustration einfach etwas »zu gönnen«. Zudem machen hochveredelte Nahrungsmittel, wie sie in der Natur gar nicht vorkommen, dick, etwa Sahne, Kristallzucker und Weißmehl. Früher schmeckte manches wirklich nur bei Hunger. Heute sind die Lebensmittel von der Ernährungsindustrie so zugeschnitten, dass es für viele ganz einfach eine Lust ist, zu essen – ob Hunger oder nicht.
Bei sportlichen Betätigungen greift unser Körper zunächst auf Glykogen zurück, da die in dieser Form gespeicherten Kohlenhydrate schnell Energie liefern. Erst nach etwa 30 Minuten Sport steigt der Körper auf die Fettverbrennung um.
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Info
Bei dem durchschnittlichen Grundumsatz, der rechts angegeben ist, geht man von folgenden Referenzmaßen von Körpergröße und Gewicht für Erwachsene zwischen 25 und 50 Jahre aus: Frauen sind durchschnittlich 1,64 m groß und wiegen 59 kg. Männer sind 1,76 m groß und bringen 74 kg auf die Waage.

Der Energieverbrauch zählt

Eine besondere Rolle bei der Gewichtsentwicklung spielt der Energieverbrauch, den man mit dem so genannten PAL (Physical Activity Level) ermitteln kann. Ein erwachsener Mann, der einen körperlich anstrengenden Beruf ausübt, kommt auf einen PAL von 2,4. Ein Rentner über 65, der geruhsam lebt, hat einen PAL von 1,2. Mit dem PAL kann der Gesamtenergiebedarf berechnet werden, indem man den PAL mit dem Grundumsatz multipliziert. Der Grundumsatz wiederum hängt von Geschlecht, Körpergröße, Gewicht und Alter ab. Für Frauen zwischen 25 und 50 Jahre beträgt der Grundumsatz durchschnittlich 1 340 Kalorien, für Männer gleichen Alters 1 740 Kalorien. Damit liegt der Gesamtenergiebedarf bei einer ausschließlich sitzenden Tätigkeit und einem PAL von 1,4 bei 1 876 für Frauen bzw. 2 436 Kalorien für Männer.

Fast zwei Drittel verbraucht die Körperheizung