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Inhaltsverzeichnis
 
 
 
 
 

Vorwort
- Jack Canfield -
 
 
Er kam auf mich zu, wie alle anderen auch. Ich war gerade quer durch die Vereinigten Staaten an die Universität von Massachusetts gereist, wo ich meinen Pädagogikabschluss gemacht hatte und wo man mich für mein Lebenswerk ehren wollte – obwohl ich mein Lebenswerk nicht unbedingt als vollendet ansehen würde. Schließlich liegt ein erhebliches Stück meines Lebens noch vor mir!
Als er sich vorstellte, tat er, was viele tausend andere vor und nach ihm auch gemacht haben: Er sagte, wie viel Freude ihm meine Buchreihe Hühnersuppe für die Seele bereitete. Doch dann tat er etwas Ungewöhnliches, das bislang nur wenige versucht hatten, und weckte damit mein Interesse. Er zog ein offenbar selbst gebasteltes Buchmanuskript heraus und sagte: »Mr. Canfield, ich frage mich, ob Sie wohl einen Blick darauf werfen würden?«
Anschließend erklärte er, er habe etwas entdeckt, das die Welt der Selbsthilfe, so wie wir sie kennen, verändern würde … Er habe entdeckt, weshalb so viele kluge, kreative, talentierte Menschen – Menschen, die viel Geld für traditionelle Selbsthilfeprogramme ausgaben – trotzdem nicht weiterkämen und auf ihrem Weg durchs Leben mit einem Fuß auf der Bremse stünden!
Irgendetwas an seiner Art zu reden ließ mich aufhorchen. Er war weder eingebildet noch arrogant. Seine ruhige Art drückte vielmehr aus, dass er schlicht und einfach ein Problem gelöst hatte, das viele Menschen gerne in ihrem Leben beseitigen würden.
Ich warf einen Blick auf das von Klebeband zusammengehaltene Buch. Ja, der »Buchrücken« bestand tatsächlich aus einem Stück Klebeband! Es machte nicht viel her, aber ich sah, dass er bereits eine eindrucksvolle Sammlung an Empfehlungen von Leuten zusammengetragen hatte, die sagten, seine Arbeit habe ihr Leben verändert – und in manchen Fällen sogar gerettet.
Vielleicht war es nur Instinkt, aber irgendetwas verriet mir, dass es etwas Besonderes sein musste. Ich sah von seinem selbst gemachten Buch auf und sagte: »Ja, das sieht gut aus. Ich werde es an meinen Verleger schicken.« Sein Gesichtsausdruck war unbezahlbar. Wenn ich sagen würde, er sei überrascht gewesen, dann wäre das, als würde ich den Grand Canyon als eine ziemlich große Grube bezeichnen.
Nachdem Noahs erstes Buch erschienen war, blieben wir in Kontakt. Ich beobachtete, wie er sich entwickelte und im Rahmen seiner Seminare und Trainingsprogramme immer mehr Menschen berührte, und fühlte mich wie ein stolzer Vater. Ich sah, wie mein junger Schützling seinen Wirkungsbereich erweiterte und zehntausenden von Menschen auf der ganzen Welt half.
Das Erscheinen seines neuen Buches Erfolg ist kein Zufall ist von dem Gefühl begleitet, dass Noah damit den Sprung zu wahrer Größe schaffen wird. In jeder Generation gibt es nur wenige Menschen, die auf eine so alte Frage wie: »Warum verhindern so viele Menschen den Erfolg, zu dem sie eigentlich fähig wären?«, eine so schlichte und doch so wirkungsvolle Antwort finden.
Noch wichtiger aber ist: Es spielt keine Rolle, wie reich oder arm, glücklich oder unglücklich, festgefahren oder erfolgreich Sie bereits sind. Dank Noahs Methode können Sie den Fuß von der Bremse nehmen und in Ihrem Beruf, Ihren Beziehungen und Ihrem gesamten Leben bislang unbekannte Ebenen des Erfolgs erreichen.
Es kommt auch nicht darauf an, in welchem Lebensbereich Sie ansetzen möchten – ob Sie mehr Geld verdienen, mehr Freizeit haben, Ihre Beziehungen verbessern, Ihre Produktivität steigern, abnehmen oder Selbstvertrauen gewinnen möchten. Noah wird Ihnen nicht nur helfen, Ihre Ziele zu erreichen, sondern er wird Ihnen sogar noch zeigen, wie Sie diese schneller, leichter und sehr viel müheloser erreichen als bisher!
Man trifft nicht oft einen Menschen, der einem hilft, so vieles im eigenen Leben zu verändern und noch mehr im Leben anderer zu bewirken. Ganz gleich, wer Sie sind oder wie Sie dieses Buch gefunden haben – die folgenden Seiten werden es Ihnen ermöglichen, ein neues Leben anzufangen.
Daher ist es mir eine große Freude, Ihnen meinen Freund und Kollegen Noah St. John und sein Werk Erfolg ist kein Zufall vorzustellen.
Ich hätte da zum Schluss nur noch eine Frage …
Worauf warten Sie noch?
 
Mit den besten Wünschen,
Jack Canfield
 
Mitautor der Serie Hühnersuppe für die Seele und Kompass für die Seele: So bringen Sie Erfolg in Ihr Leben

Das »Geheimnis« des privaten und beruflichen Erfolgs
Dieses Buch gehört zu einer neuen Generation von Erfolgsratgebern.
 
Kürzlich traf ich mich in Los Angeles mit einigen befreundeten Millionären und Mehrfachmillionären zum Mittagessen. Als ich in die Runde blickte, musste ich lächeln. Mir fiel auf, dass keiner von uns irgendwie außergewöhnlich aussah. Keiner trug einen teuren Anzug. Ein paar wirkten, als wären sie auf dem Weg zu einer Pool-Party. Wir führten auch keine besonders tiefsinnigen oder weltbewegenden Gespräche. Mir wurde klar, dass wir – was den optischen Eindruck anging – vollkommen durchschnittlich waren. Wenn Sie einem von uns auf der Straße begegnet wären, hätten Sie vermutlich kein zweites Mal hingeschaut.
Wie also haben es diese »ganz normalen Menschen« an die Einkommensspitze der Welt geschafft, während die meisten anderen kämpfen müssen, um gerade so über die Runden zu kommen? Und was noch wichtiger ist: Wie können Sie ihr Geheimnis lüften, damit auch Ihre Erfolge in Beruf und Privatleben sich häufen?
Auf den folgenden Seiten werden Sie erfahren:
002 was die oberen drei Prozent vom Rest der Welt unterscheidet,
003 wie Sie sich von dem Gedankenmüll befreien, der Sie bremst,
004 welche winzige Annahme Sie ein Vermögen kostet,
005 wie die narrensichere, speziell auf Sie zugeschnittene Formel lautet, mit deren Hilfe Sie den Fuß von der Bremse nehmen und immer wieder und bei allem Erfolg haben können, was Sie in Angriff nehmen.

»Wer ist dieser Noah St. John und warum sollte ich auf ihn hören?«

Vermutlich werden Sie sich diese Frage gerade stellen. Wie ich später zeigen werde, ist es Ihnen sogar unmöglich, diese Frage nicht zu stellen. Lassen Sie mich deshalb gleich darauf eingehen.
Ich bin Gründer und Geschäftsführer der SuccessClinic. com und leite ein internationales Unternehmen für Erfolgstraining. Seit zehn Jahren nutzen Menschen und Organisationen in über vierzig Ländern meine Methoden, um in kürzerer Zeit, mit weniger Geld und geringerem Aufwand bessere Ergebnisse in Beruf und Privatleben zu erzielen. Ich habe das Privileg, von führenden Köpfen aus Geschäftswelt, Vertrieb, Produktion und Personalführung unterstützt zu werden.
Das war nicht immer so. Ganz und gar nicht.
Ich habe ein ziemlich peinliches Geständnis abzulegen. Nahezu alle anderen Menschen, die über das Thema Erfolg sprechen, erzählen Geschichten wie: »Er war der Starverkäufer jeder Firma, bei der er beschäftigt war.« – »Er trug schon Zeitungen aus, als er quasi noch im Mutterleib war.« Oder: »Sie verdiente ihre erste Million, da spielte der Rest von uns noch Computerspiele.«
Nun, meine Geschichte ist das genaue Gegenteil davon.
Ich durfte die achte Klasse überspringen, schloss als Zweitbester meines Jahrgangs die Schule ab, wurde von der National Merit Scholarship Corporation gefördert und bekam ein Hochbegabtenstipendium. Da sollte man meinen, vor mir läge eine strahlende Zukunft, nicht wahr?
Nun, da haben Sie falsch gedacht. Nachdem ich mein (erstes) Studium abgeschlossen hatte, entwickelte ich mich schnell zum gebildetsten, aber erfolglosesten Kerl aller Zeiten. Ich hatte eine Reihe von Jobs ohne Aufstiegschancen: Sekretär, Kellner, Büroangestellter. Ich verkaufte Papierdrachen und Pullover (natürlich nicht im selben Laden). Ich ging sogar als Reinigungskraft Toiletten putzen. Ich hasste jeden Einzelnen dieser Jobs.
In diesen langen, mageren Jahren hatte ich zwei brennende Fragen: »Wie kann ein so gebildeter Mensch nur so wenig erreichen?« Und: »Warum sind so viele Menschen, die dümmer sind als ich, so viel reicher?«
Ich tat, was jeder andere in dieser Situation getan hätte: Ich beschäftigte mich mit dem Phänomen Erfolg. Ich kaufte alle Bücher, hörte alle CDs und ging zu allen Seminaren, die ich finden konnte. Ich verwendete viel Zeit, Geld und Energie darauf, die Antwort auf diese beiden Fragen zu finden. Jahrelang beschäftigte ich mich intensiv damit. Und nach all der Zeit, der Mühe und den Kosten stand ich am Ende mit der Frage da: »Wie kann ein Mensch, der so viel Zeit und Geld in das Studium des Erfolgs investiert, immer noch so pleite sein?«
Eines Nachts stieß ich dann endlich eher zufällig auf die Antwort – und sie veränderte mein Leben. Diese Entdeckung konnte mir nicht nur mein Leben erklären. Noch wichtiger war, dass sie unzähligen Menschen auf der ganzen Welt bei der Suche nach dem Erfolg helfen konnte.
Entsetzt wurde mir klar, dass die Antwort die ganze Zeit direkt vor meiner Nase gewesen war. Trotzdem hatte sie keiner der »Erfolgsgurus«, denen ich so viel Zeit, Energie und Geld gewidmet hatte, je erwähnt.
Aber ich greife vor …

Weshalb verrate ich diese Geheimnisse?

Ich habe ja bereits erwähnt, dass ich zehntausenden von Menschen aus allen Bevölkerungsschichten zu mehr Reichtum und Glück verholfen habe. Allerdings habe ich verschwiegen, dass meine Arbeit einem sehr viel größeren Zweck dienen soll.
Als ich mein Unternehmen gründete, hatte ich eine Vision von dem, was ich erschaffen wollte. Ich wollte ein System entwickeln, das alle Menschen unabhängig von ihrem Hintergrund erlernen, anwenden und weitervermitteln können. Es sollte ihnen die Fähigkeiten und Werkzeuge an die Hand geben, um dort Erfolg zu haben, wo sie es wollen. Darüber hinaus sollte eine Organisation entstehen, die größer war als ich, um den vielen Millionen Menschen zu helfen, die ohne eigenes Verschulden darum kämpfen müssen, vorwärtszukommen und erfolgreich zu sein.
Diese Vision habe ich verwirklicht. Allerdings zwingt mich die nächste Wachstumsphase meines Unternehmens nun, die Anzahl der Stunden zu reduzieren, in denen ich andere Menschen persönlich betreuen kann. Daher ist es jetzt mein oberstes Ziel, Trainer auszubilden, die meinen Schülern meine Arbeit auf breiter Ebene nahebringen. So sollen mehr Menschen als je zuvor die Möglichkeit erhalten, sich die Werkzeuge für ihre finanzielle Freiheit anzueignen.
Das bedeutet, abgesehen von einer ausgewählten Gruppe von Geschäftsleuten werden die meisten Menschen möglicherweise nie die Chance haben, mit mir persönlich zu arbeiten. Deshalb denke ich, dass es Zeit wird, dieses Material zu veröffentlichen, damit alle Menschen davon profitieren können.

Eins noch

Falls Sie altbekannte Motivationsklischees oder -methoden erwarten, wie Sie sie schon unzählige Male gehört haben – nun, die werden Sie hier nicht finden. Wenn Sie gern ein Buch hätten, das Ihnen sagt, Sie müssten nichts tun, um das gewünschte Ziel zu erreichen, muss ich Sie leider enttäuschen.
Wir werden in diesem Buch einige Regeln brechen und einige der heiligsten Kühe der Selbsthilfeszene zu Hackfleisch verarbeiten. Mir ist bewusst, dass die eine oder andere meiner Methoden auf den ersten Blick etwas merkwürdig wirkt. Aber darum geht es ja gerade! Wenn Sie bereits hätten, was Sie wollten, bräuchten Sie doch sicher nicht noch ein Buch, um es sich zu holen.
Wenn es in der Geschichte der Menschheit je nötig war, auf eine neue Denkebene zu wechseln, um eine Welt zu erschaffen, in der wir alle erfolgreich und glücklich leben können, dann jetzt.
Gehen wir’s an!
Auf Ihren Erfolg,
 
Noah St. John, Gründer der

I. AKT
Die Grundlagen
006

Was stimmt hier nicht?
Allein die US-Amerikaner geben geschätzte 11 Milliarden (Milliarden!) Dollar im Jahr für Selbsthilfeprodukte von Büchern über DVDs bis hin zu Diätpillen aus. Amerikanische Unternehmen investieren über 400 Milliarden Dollar jährlich in Fortbildungsprogramme für ihre Angestellten. Nun stellen Sie sich einmal vor, wie hoch solcherlei Ausgaben weltweit sind! Ich halte diese Schätzungen aber noch für sehr niedrig gegriffen. Vor allem, wenn man die zahlreichen Diätprogramme, Sportgeräte, Wirtschaftsbücher und all das hinzunimmt, was man noch zu dieser Kategorie zählen könnte.
(Ich weiß, dass es inzwischen viele andere, modernere Begriffe dafür gibt: Persönlichkeitsentwicklung, Fortbildung, berufliche Weiterbildung und so weiter. Aber einigen wir uns vorläufig einmal auf die Bezeichnung Selbsthilfe, in Ordnung?)
Ich bezeichne diese Produkte weitgehend als »Staubfanghilfe«, weil sie meist genau das sind – Staubfänger, die im Regal bei all den anderen Sachen landen, die Sie im Laufe der Jahre gekauft haben.
Werden wir noch konkreter: Wie viel Geld haben Sie im letzten Jahr, den letzten beiden, den letzten fünf Jahren für »Staubfanghilfe« ausgegeben?
Bei den meisten Teilnehmern meiner Seminare und Mentorprogramme liegt diese Zahl irgendwo zwischen 1000 und 50 000 Euro … und höher. Das ist meines Erachtens völlig übertrieben. (In den Kursen kamen schon Menschen zu mir, einige von ihnen waren sogar in Tränen aufgelöst, um mir zu sagen: Mit dem Wissen, das ich ihnen in einer halben Stunde vermittelt hätte, hätten sie über eine Million Euro gespart.)
Darum verrate ich Ihnen jetzt …

Warum die meisten Menschen sich in Beruf und Privatleben abmühen (nein, der Grund ist nicht der, den man Ihnen genannt hat)

Wenn wir also so viel Zeit, Geld und Energie in Selbsthilfeprodukte stecken, wieso führen dann so wenige Menschen das Leben, das sie sich wirklich wünschen? Man könnte auch fragen:
 
Warum stehen Millionen Menschen, die so viel Zeit und Geld in Programme zur Selbstverbesserung investieren, immer noch mit einem Fuß auf der Bremse?
 
Auf diese scheinbar unlösbare Frage gibt es tatsächlich eine Antwort. Um sie zu finden, müssen wir – wie bei den meisten verzwickten Problemen – allerdings zunächst eine noch grundlegendere Frage klären, nämlich:
 
Was verursacht menschliches Verhalten?
 
Vermutlich gibt es viele Antworten auf diese Frage. Ich präsentiere hier diejenige, die ich für die einfachste und zutreffendste halte. Sie ist einfach, weil ich (genau wie Sie vermutlich auch) festgestellt habe, dass die einfachsten Lösungen in der Regel die wirkungsvollsten sind.
007
Die Waage des Erfolgs
© AND TM NOAH ST. JOHN
In meinen Seminaren habe ich dieses Bild schon unzähligen Menschen gezeigt. Ich nenne es die Waage des Erfolgs.
Denken Sie an eine Balkenwaage wie die der Justitia. Sie hat in der Mitte einen Drehpunkt und auf jeder Seite eine Waagschale.
Stellen Sie sich vor, auf der einen Schale läge etwas, das wir als Ihr Warum bezeichnen. Das sind Ihre inneren Motive oder Gründe, etwas zu tun. Auf der anderen Schale liegt Ihr Warum-Nicht – Ihre inneren Gründe, etwas nicht zu tun.
Ich möchte Ihnen dazu ein Beispiel aus Ihrem Leben geben. Wieso lesen Sie dieses Buch? Die Antwort ist ganz einfach. Sie lesen es, weil Sie meinen, der Nutzen der Lektüre (Nutzen ist ein anderes Wort für das Warum) sei größer als die Kosten (Kosten ist eine andere Bezeichnung für das Warum-Nicht).
Zum vermeintlichen Warum oder dem Nutzen der Lektüre dieses Buches könnten unter anderem folgende Punkte zählen:
008 Ich möchte lernen, was die erfolgreichsten Menschen der Welt tun, damit ich es nachmachen kann.
009 Ich muss aufhören, mich selbst zu sabotieren.
010 Ich will mehr Geld verdienen …
011 … und endlich den Fuß von der Bremse nehmen.
012 Und dann bin ich glücklicher, weil ich so leben kann, wie ich mir das immer gewünscht habe.
013 Und ich kündige diesen verhassten Job …
014 … und mache mehr Urlaub …
015 … und habe bessere Beziehungen …
016 … und nehme ab …
017 … und finde die Liebe meines Lebens …
018 … und kaufe mir ein neues Auto …
019 … und ein neues Haus …
020 … und tilge meine Schulden.
021 Und hatte ich schon erwähnt, dass ich dann endlich den Fuß von der Bremse nehmen kann?
Wie steht es um Ihr Warum-Nicht oder die Kosten? Dazu könnten unter anderem folgende Argumente zählen:
022 Ich könnte in dieser Zeit viele andere Dinge erledigen.
023 Wer ist das überhaupt und warum sollte ich auf ihn hören?
024 Was, wenn ich das ganze Buch lese und hinterher immer noch nicht weiß, wie ich den Fuß von der Bremse bekomme?
025 Was, wenn es bei allen anderen funktioniert, nur bei mir nicht?
026 Was will mir der Typ verkaufen? Ich bin schon einmal reingefallen. Das passiert mir nicht noch einmal.
027 Und hatte ich schon erwähnt, was ich alles in dieser Zeit erledigen könnte?
Ihr Geist ist wie eine Waage. Augenblick für Augenblick wägt er den vermeintlichen Nutzen gegen die vermeintlichen Kosten jedes erdenklichen Verhaltens oder jeder erdenklichen Tätigkeit ab. Verstehen Sie nun, dass alle unsere Entscheidungen auf unserem Warum und unserem Warum-Nicht beruhen? Bedenken Sie Folgendes: 028
wo Sie wohnen,
029 wie Sie sich kleiden,
030 was Sie essen (und wie oft Sie es essen),
031 welchen Wagen Sie fahren,
032 welche Arbeit Sie tun,
033 wen Sie heiraten – oder auch nicht! – und
034 was Sie heute zum Frühstück hatten …
All das ist das Ergebnis Ihres Warum und Ihres Warum-Nicht. Jeder Entschluss, den Sie je im Leben gefasst haben, ergab sich aus Ihrer inneren Kosten-Nutzen-Rechnung: Aus den Gründen, weshalb Sie etwas für sinnvoll hielten, im Gegensatz zu den Gründen, die dagegen sprachen.

Aber was hat das mit dem Erfolg zu tun?

»Also gut, Noah«, sagen Sie. »Ich verstehe, dass alle meine Entscheidungen auf meinem Warum und meinem Warum-Nicht beruhen. Aber was hat das mit Erfolg zu tun? Willst du damit sagen, wenn ich mir den Erfolg vorenthalte, will ich eigentlich gar nicht erfolgreich sein?«
Ich hatte das Privileg, in meinen Seminaren und Mentorprogrammen mit vielen tausend Menschen zusammenzuarbeiten – mit Firmenbesitzern und Teenagern, Vertretern und Buchhaltern, Arbeitgebern und Arbeitnehmern, Angestellten großer Unternehmen und Hausfrauen und Müttern; mit Männern, Frauen und Kindern aus allen Bevölkerungsschichten. Und in all dieser Zeit ist mir nie jemand begegnet, der nicht erfolgreich sein wollte.
 
Der Mensch wird vom Erfolg motiviert – davon, das Gewünschte zu bekommen, zu besitzen und zu behalten.
 
Andererseits wissen wir bereits, dass sich Millionen von Menschen und Organisationen den Erfolg vorenthalten, den sie sehr wohl haben könnten. Und das, obwohl wir viele Milliarden ausgeben, um dieses Problem zu lösen.
Was also geht hier vor? Da muss es doch noch eine verborgene Ursache, einen tieferen Grund geben, der dem beiläufigen Betrachter entgeht.

Die heimliche Ursache, Weshalb Sie nicht weiterkommen

Denken Sie an einen Eisberg. Jeder weiß, dass 90 bis 95 Prozent davon unter der Wasseroberfläche verborgen sind und nur 5 bis 10 Prozent sichtbar aus dem Wasser ragen.
Wissenschaftler an der Universität Stanford, am MIT (Massachusetts Institute of Technology) und an anderen angesehenen Einrichtungen haben festgestellt, dass der mensch-liche Geist ganz ähnlich funktioniert. Wie ein Eisberg besteht er aus zwei Teilen: einem sichtbaren (über der Oberfläche) und einem verborgenen (unter der Oberfläche).
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Der Eisberg des Bewusstseins
© ANDTM NOAH ST. JOHN
 
Die Linie, welche die beiden Teile des Geistes voneinander trennt, ist in diesem Fall nicht die Wasser-, sondern die Bewusstseinslinie. Die sichtbaren 10 Prozent bezeichnen wir als Bewusstsein, die verborgenen 90 Prozent als Unterbewusstsein. Statt bewusst könnte man auch absichtlich sagen, da dies auf eine Entscheidung schließen lässt.
Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge beansprucht das Bewusstsein weniger als 10 Prozent Ihrer gesamten Hirnfunktionen. Folglich macht das Unterbewusstsein oder der unabsichtliche Aspekt Ihres Geistes über 90 Prozent aus.
Ihr Unterbewusstsein ist ein riesiges Sammelsurium unabsichtlicher oder gewohnheitsmäßiger Gedanken, Verhaltensweisen und Handlungen. Deshalb lässt es sich am besten mit folgenden Worten umschreiben: keine Wahl.
Sehen Sie sich in dem Zimmer um, in dem Sie sich gerade befinden. Was wäre, wenn ich alle Lichter ausmachte? Wenn ich jeden Lichtstrahl daraus verbannen würde? Dann wäre es stockdunkel und Sie könnten die Hand nicht vor Augen sehen.
Was würde geschehen, wenn ich Sie bäte, die Möbel umzustellen? Wie erfolgreich wäre eine solche Aktion wohl in einem stockfinsteren Zimmer? Antwort: nicht besonders erfolgreich. Sie würden sich das Schienbein am Couchtisch stoßen, sich vorsichtig vorwärtstasten und könnten nicht einmal die einfachsten Dinge verändern.
Sie können keine Möbel umstellen, wenn Sie nichts sehen. Aber bedeutet das automatisch, dass Sie grundsätzlich nicht dazu in der Lage sind? Natürlich nicht! Sie können sehr wohl umräumen – wenn Sie sehen, was zum Teufel Sie da tun.
Das Unterbewusstsein ähnelt diesem stockdunklen Raum. Wir wissen nicht, was sich darin befindet, weil wir es einfach nicht sehen. Der Inhalt ist genau wie die unteren 90 Prozent des Eisbergs unter der Oberfläche verborgen. Und wenn man etwas nicht sehen kann, kann man nur schwer etwas daran ändern.
Was uns zu unserer ursprünglichen Frage zurückbringt …
 
Warum kommen Millionen Menschen, die so viel Zeit und Geld in Selbstverbesserungsprogramme stecken, trotzdem nicht vorwärts?
036
Das Warum Ihres Erfolgs hat seinen Sitz in Ihrem Bewusstsein
© ANDTM NOAH ST. JOHN
Wenn wir sowohl die Waage des Erfolgs als auch den Eisberg des Bewusstseins berücksichtigen, wird die Antwort verblüffend einfach.
 
Auf der Ebene des Bewusstseins will jeder erfolgreich sein. Jeder weiß, dass der Erfolg besser ist als die Alternative! Weshalb würden wir sonst so viel Zeit, Geld und Energie in den Versuch investieren, erfolgreicher zu werden? Somit hat der Nutzen oder das Warum des Erfolgs seinen Sitz im Bewusstsein.
Aber haben Sie schon einmal überlegt, was es Sie kosten würde, wenn Sie sich tatsächlich die Erlaubnis gäben, erfolgreich zu sein?
Ich stelle diese Frage in meinen Seminaren vielen tausend Menschen. Die Antwort ist stets … Totenstille. Anschließend hört man, wie die Leute nervös auf ihren Stühlen herumrutschen. Ich merke förmlich, wie es in ihren Köpfen arbeitet und sie sich die überraschende Frage stellen: »Daran habe ich ja noch nie gedacht … Was würde mich die Erlaubnis zum Erfolg tatsächlich kosten?«
Mit anderen Worten: Haben Sie je über Folgendes nachgedacht: Wenn das Warum Ihres Erfolgs seinen Sitz im Bewusstsein hat, dann gilt…
037
Das Warum-Nicht Ihres Erfolgs hat seinen Sitz
in Ihrem Unterbewusstsein
© AND TM NOAH ST. JOHN
Wenn ich mein Publikum nach Beispielen für die Kosten des Erfolgs frage, kommen normalerweise Sätze wie diese:
038 Ist echter Erfolg denn nicht sehr zeitaufwändig?
039 Ich bin viel zu beschäftigt. Sehen Sie nur, was ich alles tun muss!
040 Ich scheue die zusätzliche Verantwortung.
041 Was, wenn es meiner Familie nicht passt?
042 Was, wenn mein Ehepartner sich vernachlässigt fühlt?
043 Was, wenn man über mich lacht?
044 Was, wenn mich meine Freunde dann nicht mehr mögen?
045 Was, wenn ich erfolgreich bin, aber der Erfolg nicht von Dauer ist?
046 Was, wenn ich zu viel Zeit ohne meine Familie verbringen muss?
047 Was, wenn ich es wage und dabei alles verliere?
048 Was, wenn die Leute merken, dass ich ein Hochstapler bin?
049 Was ist, wenn … was ist, wenn … was ist, wenn …
Und das sind nur die spontanen Antworten! (Die letzte Zeile steht für all die anderen Was-wäre-wenn-Fragen, die wir uns stellen.)
Was fällt Ihnen an den Gründen auf, die gegen den Erfolg sprechen? Sie tummeln sich allesamt in Ihrem Unterbewusstsein. Damit will ich sagen, dass niemand morgens aufwacht, aus dem Fenster sieht und sagt: »Ach, die Sonne scheint, die Vöglein zwitschern und mir geht’s einfach wunderbar! Ich glaube, ich werde mir heute ein wenig Erfolg vorenthalten!«
Es wird auch niemand sagen: »Ich glaube, ich kaufe mir dieses Buch (oder gehe zu diesem Seminar oder beginne jenes neue Trainingsprogramm), damit ich mich noch besser sabotieren kann!«
 
Auf bewusster Ebene wünscht sich jeder Mensch Erfolg.
 
Da jedoch das, was gegen den Erfolg spricht, in Ihrem Unterbewusstsein verborgen ist, ist das, als würden Sie die Straße des Lebens entlangfahren und dabei mit einem Fuß auf der Bremse stehen.

Warum Sie auf der Bremse stehen

Angenommen, Sie arbeiten hart und tun wirklich viel für Ihren Erfolg. Vielleicht haben Sie mit einem neuen Trainingsprogramm begonnen. Oder Sie waren auf einem hochmotivierenden Seminar. Oder Sie haben ein neues Buch gelesen, das Ihnen wirklich einleuchtet. Sie haben angefangen, Ihr Leben positiv zu verändern. Sie halten sich an die Anweisungen. Und nun raten Sie mal, was passiert? Es funktioniert.
Nachdem Sie so viel harte Arbeit, Konzentration und Geld investiert haben, bekommen Sie tatsächlich allmählich, was Sie wollen. Sie kommen Ihrem Ziel näher. Sie machen Fortschritte, verdienen mehr Geld. Sie werden immer erfolgreicher.
Und was passiert dann? Sie bekommen es mit der Angst zu tun!
So verrückt sich das anhört, aber wenn Sie allmählich bekommen, wofür Sie so hart arbeiten, schleicht sich tatsächlich ein Gefühl von Angst ein. Aber …
 
Weshalb sollte man Angst haben, wenn man allmählich bekommt, was man will?
Das liegt daran, dass Ihre Erfolgswaage allmählich und ohne Ihr Wissen angefangen hat, sich zu neigen. Das unbewusste Warum-Nicht Ihres Erfolgs – Sie wissen schon, die Gründe, die Sie nicht sehen können, weil sie verborgen sind – schreit stumm: »Hey, was machst du da? Du übernimmst dich! Was, wenn du nicht durchhältst? Warum hörst du nicht einfach auf und ersparst dir spätere Unannehmlichkeiten?«
Was also tun Sie? Was jeder in dieser Situation täte. Sie tun, was nötig ist, um sich von der Angst zu befreien. Denn Angst ist eines der Gefühle, die der Mensch um beinahe jeden Preis vermeiden will. Statt nach dem Grund für die Angst zu suchen, hören Sie auf zu tun, was funktioniert. Sie treten auf die Bremse. Sie »sabotieren« sich selbst. Weil es Ihnen einfacher erscheint, als die Angst zu spüren.
Anschließend dürfen Sie sich zur Schnecke machen – und sich vorhalten, Sie hätten Recht gehabt! »Siehst du, ich hab’s ja gleich gesagt, du übernimmst dich. Warum versuchst du es überhaupt?«
Kommt Ihnen das bekannt vor? Wenn Sie jetzt nicken, wurde dieses Buch speziell für Sie geschrieben. Aber bei all dem haben wir einen einfachen Umstand übersehen:
 
Ein Gefühl ist keine Ursache, sondern ein Ergebnis.
 
Gefühle sind nicht selbstverursachend. Wenn Sie eine Empfindung haben, wurde sie von inneren Vorgängen ausgelöst. Und was verursacht die sogenannte »Angst vor dem Erfolg« oder das »Fuß-auf-der-Bremse-Syndrom«? Das verborgene, unbewusste Warum-Nicht Ihres Erfolgs.
Unter dem Strich heißt das:
Sie verwehren sich den Erfolg nicht dadurch, dass Sie nicht wissen, »wie man erfolgreich ist«.
 
Sie verwehren sich den Erfolg, zu dem Sie ohne Weiteres in der Lage wären, weil das unbewusste Warum-Nicht schwerer wiegt als das bewusste Warum Ihres Erfolgs.
 
Erinnern Sie sich noch an die traditionellen Erfolgsprogramme, für die wir so viel Geld ausgeben? Sie bringen Ihnen bei, »wie man Erfolg hat«. Und das ist gut, nicht wahr? Ich meine, wenn man etwas tun möchte, sollte man wissen, wie es geht.
Und da wir alle Erfolg haben wollen, muss man uns nur noch verraten, »wie« man es macht. Dann klappt das schon … nicht wahr?
Warum lesen Sie nicht einfach, wie sich diese Ansicht auswirkt?

Diese kleine Annahme kostet Sie ein Vermögen
Nehmen wir an, Sie wollten einen Nagel in die Wand schlagen. Glauben Sie, Sie könnten es schaffen? Aber sicher … wenn Sie das richtige Werkzeug haben.
Nehmen wir weiter an, ich mag Sie, ich glaube an Sie und wünsche Ihnen aufrichtig, dass Sie Erfolg haben. Aus diesem Grund gehe ich los und kaufe Ihnen (übrigens nach reiflicher Überlegung und für viel Geld) eine sehr teure, nagelneue, glänzende …
… Kettensäge.
»Dann mal los! Schlagen Sie den Nagel in die Wand.«
Sie denken sich: »Na gut, der Typ ist erfolgreich. Er wird schon wissen, was er tut.«
Und legen mit Ihrer nagelneuen Kettensäge los.
»Wie läuft’s?«, frage ich.
»Nicht so toll«, erwidern Sie und versuchen, die großen Scharten zu verdecken, die Sie soeben in die Wand gesägt haben.
»Was ist los?«, will ich wissen.
Sie murmeln, Sie täten sich schwer und hätten Probleme. Ich ermahne Sie und erkläre Ihnen, wie Sie den Nagel in die Wand bekommen. Schließlich habe ich es ja auch geschafft! Ich gebe Ihnen viele »hilfreiche« Tipps wie zum Beispiel …
Setzen Sie sich Ziele!
Visualisieren Sie sie!
Glauben Sie an sich!
Arbeiten Sie nicht härter, sondern stellen Sie es klüger an!
Sie schaffen das!
 
»Wie klappt es jetzt?«
Das Ergebnis ist im Großen und Ganzen dasselbe.
Bitte beachten Sie, dass ich nett zu Ihnen bin. Ich glaube an Sie. Ich gebe Tipps, die eigentlich helfen sollten. Was passiert also, wenn ich merke, dass Sie es trotz meiner wunderbaren Ratschläge immer noch nicht schaffen, den Nagel in die Wand zu schlagen?
»Also gut«, sage ich. »Sie dürfen sich eine Kettensäge aussuchen!«
Ich deute auf ein ganzes Regal mit Kettensägen – grünen, blauen, großen, kleinen. »Suchen Sie sich eine aus!«
Zögernd greifen Sie zur grünen Säge. Vielleicht klappt es ja damit. Dann probieren Sie es mit der großen. Und der kleinen. Was passiert? Es ist immer dasselbe.
Aber wie fühlen Sie sich jetzt? Sind Sie aufgekratzt, motiviert, begeistert und ganz wild darauf, den Nagel in die Wand zu schlagen? Nein, eher nicht. Vermutlich denken Sie: »Ich werde diesen dämlichen Nagel nie in die Wand kriegen!«
Und selbst wenn es Ihnen gelänge, einen Nagel einzuschlagen, wie viel Zeit, Mühe und Energie hätte Sie das gekostet? Sind Sie nicht vielmehr deprimiert, frustriert, wütend, verbittert, verärgert, irritiert, genervt und gestresst? Vermutlich wollen Sie so wenig wie möglich mit dieser Sache, diesem Nägel-in-die-Wand-Schlagen, zu tun haben.
Tun Sie nicht ungefähr Folgendes?
050 Sie beklagen sich anderen gegenüber, wie schwer es ist, Nägel in Wände zu schlagen.
051 Sie reden hinter meinem Rücken schlecht über mich, Ihren Nagel-Einschlag-Manager.
052 Sie lassen sich alle möglichen Ausreden einfallen, um ja keine Nägel einschlagen zu müssen.
053 Sie lassen Ihren Frust an Ihren Kindern und Ihrem Partner aus, wenn Sie nach Hause kommen.
054 Ihre geistige und emotionale Gesundheit leidet.
055 Sie suchen nach Möglichkeiten, sich zu beruhigen oder »das Hirn abzuschalten«, sehen fern oder surfen im Internet, um mit dem Stress des Nägeleinschlagens fertigzuwerden.
056 Sie sind ständig auf der Suche nach einem anderen, einem besseren Arbeitsplatz, weil Ihr Job so unbefriedigend ist.
Das Problem ist nicht, dass Sie die Aufgabe nicht bewältigen können.
 
Das Problem ist, dass Sie sich Vorwürfe machen, weil Sie an einer Aufgabe scheitern … für die man Ihnen das falsche Werkzeug gegeben hat.
 
Um Ihnen zu helfen, gab man Ihnen immer wieder dasselbe Werkzeug in neuer Verpackung! Auch wenn es den Anschein hat, als sei nichts leichter, als einen Nagel in die Wand zu schlagen – ohne das richtige Werkzeug wird es Ihnen auch weiterhin sehr, sehr schwerfallen.
Gibt es an Kettensägen etwas auszusetzen? Natürlich nicht! Eine Kettensäge ist ausgesprochen nützlich … wenn man einen Baum fällen möchte. Will man dagegen einen Nagel in die Wand schlagen, bringt sie einen natürlich nicht weiter.
Sind Sie im Privatleben, im Beruf oder in Ihrer Firma schon Zeuge ähnlicher Entwicklungen geworden? Wenn ich diese Frage in meinen Seminaren stelle, schießen fast alle Hände in die Höhe. Jeder kennt Beispiele von hochtalentierten, hochintelligenten und hochmotivierten Menschen, die angewiesen wurden, »Nägel in die Wand zu schlagen«, und denen dazu eine »Kettensäge« gereicht wurde. Vermeintliche Missgriffe bei der Personaleinstellung und Folgen von Stress kosten Unternehmen jährlich weltweit Milliardenbeträge.
Ich frage mich, wie oft man den Menschen Kettensägen in die Hand drückt und dann von ihnen verlangt, dass sie Nägel einschlagen, und wie viel Stress sich abbauen ließe, wenn man den Leuten statt der Kettensäge endlich einen Hammer gäbe.
Das Problem sind weder Missgriffe bei der Einstellung von Personal noch Stress oder übermäßiger Konsum. Das Problem ist, dass wir einen »Hammer« suchen, um »den Nagel in die Wand zu schlagen« … aber immer nur »Kettensägen« bekommen.

Die Annahme

Jeder kennt Menschen, die sehr viel Zeit, Geld und Energie in traditionelle Erfolgsprogramme investieren und sich dennoch den Erfolg versagen, den Sie problemlos haben könnten. (Hm, vielleicht kennen Sie ja einen davon … vielleicht kennen Sie ihn sogar ausgesprochen gut?) Aber wie konnte das passieren, und warum?
Traditionelle Erfolgsprogramme brachten uns bei, »wie man Erfolg hat«. Klassische Erfolgstrainer gingen davon aus, man müsste uns lediglich zeigen, wie man erfolgreich ist – und dann wären wir es auch.
Sie gaben uns eine Anleitung zum Erfolg, weil sie von einer einzigen Voraussetzung ausgingen – die sich als falsch erweisen sollte. Sie gingen von dieser Voraussetzung aus, ohne weiter darüber nachzudenken, weil alles andere unlogisch gewesen wäre. Aber genau diese Annahme kostet Sie ein Vermögen.
 
Klassische Erfolgsprogramme gaben uns Anleitungen zum Erfolg, weil traditionelle Trainer davon ausgingen, bei Ihnen und mir würden die Gründe für den Erfolg schwerer wiegen als die Gründe dagegen.
 
Sie hatten zumindest halbwegs recht. Bei jedem Menschen überwiegt das, was für den Erfolg spricht – allerdings nur auf der bewussten Ebene. Deshalb geben wir Milliarden für all diese Erfolgsprogramme aus!
Erinnern Sie sich noch an den Eisberg? Nur, weil Sie das, was gegen Ihren Erfolg spricht, nicht sehen können, heißt das noch lange nicht, dass es nicht vorhanden wäre. Das ist es sehr wohl. Es ist im Unterbewusstsein verborgen, wo es Ihnen auch weiterhin vorenthält, was Sie sich am sehnlichsten wünschen. Aber das ist noch nicht einmal das Erstaunlichste daran.
Das Erstaunlichste daran – und Ihr Schlüssel zu Freiheit, Erfolg und Erfüllung – ist:
 
Eine Frage nach dem Warum lässt sich niemals mit der Erklärung beantworten, wie man etwas macht.
 
Lesen Sie diesen Satz noch einmal. Wenn Sie sich den Erfolg verwehren, haben Sie kein Problem mit dem Wie. Sie haben ein Problem mit dem Warum und dem Warum-Nicht. Eine Frage nach dem Warum lässt sich niemals mit der Erklärung beantworten, wie man etwas macht.
Dieser eine Satz gibt Aufschluss darüber, weshalb 057
die Menschen Jahr für Jahr hohe Summen für Selbsthilfeprogramme ausgeben und die meisten von ihnen trotzdem nicht weiterkommen, 058
sie viele tausend, vielleicht sogar zehntausend Euro in »Staubfanghilfen« investieren … und immer noch mit dem Fuß auf der Bremse stehen, 059
die erfolgreichsten Menschen der Welt, die Ihnen erklären, wie man Erfolg hat, nicht sagen können, wie man den Fuß von der Bremse nimmt … weil sie sich die Erlaubnis zum Erfolg unbewusst erteilen.