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Inhaltsverzeichnis
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Für Max und Mary Essa

Vorwort
Betrügen wir den Fährmann?
In Déjà-Vu. Eine Reise in die Rätsel von Geist, Gedächtnis und Zeit geben die Autoren Marie D. Jones und Larry Flaxman einen spannenden und längst überfälligen Einblick in die jüngsten Forschungen und Theorien zur Erklärung eines der mysteriösesten Geisteszustände, die Menschen erleben: das Gefühl, genau diesen Moment zu einer unbestimmten Zeit in der Vergangenheit schon einmal erlebt zu haben. Diese Wahrnehmung ist allgemein als Déjà-Vu – »schon einmal gesehen« – bekannt, aber dieser Begriff wurde neuerdings durch das sehr viel genauere Déjà-Vécu ersetzt – »schon einmal erlebt«. Und kurioserweise war es genau diese Wahrnehmung, die mich dazu veranlasst hat, eine vollkommen neue Erklärung für das zu geben, was wirklich passiert, wenn wir spüren, dass wir diesen Moment schon einmal erlebt haben: eine Hypothese, die ich »Den Fährmann betrügen« nenne.
Ich leide unter Migräne. Seit ich mich erinnern kann, wurde ich von blendenden Kopfschmerzen und Sehstörungen heimgesucht. Doch vor etwa fünfzehn Jahren trat eine Veränderung ein. Ich hatte plötzlich keine Kopfschmerzen mehr, aber dafür veränderten sich die Sehstörungen sowohl in ihrem Charakter als auch in ihrer Intensität. Ich fing an, nicht nur Lichtblitze und zackige Formen zu »sehen«, sondern auch Bilder – Bilder von Orten, an denen ich nie gewesen war, und die Gesichter von Menschen, die ich nie kennengelernt hatte. »Bilder« ist eigentlich der falsche Ausdruck. Es waren eher Rückblenden, die irgendwo in meinem peripheren Gesichtsfeld abliefen. Seltsam war, dass sie »da draußen« waren, in meinem peripheren Gesichtsfeld eben, nicht wie die gezackten Linien und Skotome, die ich als Teil meines Auges, wenn nicht sogar meines Gehirns wahrnahm.
Diese Bilder hatten einen eigenen inneren Antrieb. Ich konnte sie in keiner Weise kontrollieren. Die Gesichter drehten sich von der Frontalansicht ins Profil. Sie öffneten den Mund, als wollten sie sprechen. Aber sobald ich sie fokussierte und ihnen Aufmerksamkeit schenkte, lösten sie sich auf und waren verschwunden. Das gleiche Ausblenden war typisch für die Bilder der Orte. Diese waren sehr lebendig und haben sich entsprechend tief in mein Gedächtnis eingebrannt. Ich erinnere sie immer noch mit absoluter Klarheit. Doch auch sie lösten sich in dem Moment auf, in dem ich versuchte, sie »anzuschauen«. Es schien, als müsse ich vorgeben, mir ihrer nicht wirklich bewusst zu sein, und mich praktisch an sie heranschleichen. Besonders befremdlich fand ich, dass sie immer am äußeren Rand meines linken Gesichtsfelds auftauchten. Aber was noch seltsamer war: Ich wusste, dass dies Bilder von echten Orten und echten Menschen waren.
Etwa zur gleichen Zeit geschah etwas noch viel Eigenartigeres. Meine Migräne veränderte sich und es manifestierte sich etwas, das, wie ich später erfuhr, »Migräne-Aura« genannt wird. Etwa zwanzig Minuten vor einem »Anfall« fühlte ich mich sehr seltsam, fast wie aus meiner Umgebung gerissen. Geräusche und Stimmen klangen verzerrt, als kämen sie vom Ende eines langen Korridors. Meine Lippen fingen ebenso an zu kribbeln wie meine Fingerspitzen. Dieses »Frühwarnsystem« sollte sich bald als sehr nützlich erweisen. Wenn ich beispielsweise Auto fuhr, erlaubte es mir, einen passenden Ort anzusteuern und das Auto zu parken, bevor die Sehstörungen anfingen. Vorher hatten die Skotome ohne jede Vorwarnung eingesetzt. Der blinde Fleck mit den gezackten Rändern war plötzlich da gewesen und hatte sich ausgebreitet, sodass ich nicht um ihn herum sehen konnte, und dann riss der Kopfschmerz innerhalb von Sekunden wie ein Dosenöffner meinen ganzen Kopf auf. Das hätte mich zweimal fast in eine sehr gefährliche Situation gebracht, als es mir während der Fahrt auf der Autobahn passierte. Glücklicherweise befand ich mich in beiden Fällen kurz vor einer Ausfahrt, die ich nehmen konnte.
Aber da war noch etwas anderes. Noch bevor sich die Aura zeigte, hatte ich für ein oder zwei Sekunden ein sehr starkes Déjà-vu-Erlebnis – das merkwürdige Gefühl des Wiedererkennens sowohl des Ortes als auch der Ereignisse um mich herum, als hätte ich diesen Moment schon einmal erlebt. Diese Wahrnehmung ging einher mit einer sehr speziellen Körperempfindung, einer Art Frösteln, das sich blitzschnell meinen Rücken hinaufzog und wie ein Feuerwerkskörper an meiner Schädelbasis explodierte.
Sowohl die Bilder als auch die Déjà-vu-Erlebnisse stellten sich etwa zweimal im Jahr bei mir ein (und tun es immer noch), aber ein spezieller »Anfall« war der Auslöser dafür, dass ich mich aufmachte, um den Fährmann zu betrügen.
Schon seit längerer Zeit hatte ich den starken Drang verspürt, ein Buch zu schreiben, doch meine normale Arbeit erforderte den vollen Einsatz meiner Fähigkeiten als Unternehmensberater für Firmen in ganz Großbritannien. Im März 2000 hatte ich dann endlich genügend Zeit für die Erfüllung dieses Wunsches. Allerdings stand ich auch vor einem Riesenproblem: Ich hatte keine Vorstellung, wovon das Buch überhaupt handeln sollte. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht einmal, ob es ein Roman oder ein Sachbuch werden sollte.
An meinem ersten Morgen in Freiheit setzte ich mich vor den Computer. Die riesige Fläche eines leeren Word-Dokuments starrte mich von dem flimmernden Bildschirm aus an. Ich brachte meine Hände in Startposition und wartete auf einen Geistesblitz. Und wie es blitzte! In genau dieser Sekunde spürte ich ein vielsagendes Kribbeln in meinen Lippen. Es war das erste Anzeichen eines herannahenden Migräne-Anfalls. Es klingt vielleicht merkwürdig, aber ich mag dieses Gefühl. Ich spiele mit meinem Sehvermögen. Ich halte meine Hand knapp außerhalb meines zentralen Gesichtsfelds und beobachte, was geschieht. Es ist faszinierend. Die Hand verschwindet einfach in dem blinden Fleck, der durch das Skotoma erzeugt wird. Ich erinnere mich, dass ich genau das beobachtet habe, als mich das Déjà-vu-Erlebnis traf, und diesmal war es wirklich sehr kraftvoll:
Zu irgendeiner Zeit in meiner Vergangenheit hatte ich in einem identischen Zimmer vor einem identischen Bildschirm gesessen. Noch jetzt erinnere ich mich, wie vertraut mir die Szene war, als plötzlich die Sonne durch die Wolken brach und ein Lichtstrahl zur Erde fiel. Ich hatte dies schon einmal erlebt. Aber das Gefühl war noch befremdlicher, weil ich genau spürte, dass ich dies nicht nur einmal, sondern schon viele, viele Male getan hatte.
Mit dieser Erkenntnis löste sich die Wahrnehmung wieder auf und schickte zum Abschied den vertrauten Blitz durch meine Wirbelsäule nach oben. Ein Lächeln ging über meine Lippen. Ich hatte mein Thema. Ich würde ein Buch über Déjà-Vu schreiben.
Fast genau auf den Tag ein Jahr später hielt ich ein fertiges Manuskript in der Hand. Ein Buch, das mit einem Déjà-vu-Erlebnis begonnen hatte und dessen letztes Blatt an einem ähnlich bewölkten Nachmittag in West Sussex aus dem Drucker kam. Ich schnippte durch die paar hundert, eng beschriebenen Seiten und wusste, dass sie die erstaunlichste Hypothese über die Natur des menschlichen Bewusstseins enthielten, der ich je begegnet war – und ich hatte sie beschrieben!
Zwölf Monate lang war ich in ein erstaunliches intellektuelles Abenteuer verwickelt gewesen. Wie ich es in der Einleitung zu meinem Buch beschrieben habe, fühlte ich mich wie ein Archäologe, der Ausgrabungen in einem mysteriösen Erdwall durchführt. Und während ich so grub, entdeckte ich immer mehr Hinweise auf die Geschichte und die Bedeutung meines Erdwalls. Er gab seine Geheimnisse langsam und in einer bestimmten Reihenfolge preis. Ich bewegte mich von Déjà-vu- zu Nahtod-Erlebnissen und dann zu den Rätseln der Schläfenlappenepilepsie. Eine Nebengrabung brachte mich in Kontakt mit der Theologie der Gnosis, den Schriften von Peter Ouspensky und den Zeittheorien von J. W. Dunne. Dann kehrte ich zurück zu meiner Hauptgrabungsstätte und beschäftigte mich mit so komplexen Themen wie Neurochemie, Schizophrenie, Quantenphysik und den jüngsten Ergebnissen einer neuen Wissenschaft namens »Bewusstseinsforschung«.
Irgendwo auf dem Weg fiel mir ein Titel ein, der auf sehr besondere Weise ganz exakt beschreibt, was meine Schlüsse nahelegen, nämlich einen Prozess, den wir »Den Fährmann betrügen« nennen können.
Was genau meine ich damit? Nun, vielleicht erinnern Sie sich, dass die alten Griechen glaubten, die Seele eines soeben Verstorbenen – der »Schatten« – finde sich am Ufer eines riesigen Flusses, des Styx, wieder. Aus dem Nebel über diesem Fluss tauchte dann ein Boot auf, das von einem älteren Herrn namens Charon gerudert wurde, dem »Fährmann«. Seine Aufgabe war es, den Schatten auf die andere Seite des Flusses zu bringen, in die Welt der Toten, den Hades. Aber das machte er nicht umsonst. Der Schatten musste dem Fährmann etwas für seine Dienste bezahlen. Das war in der Regel eine kleine Münze, genannt Obolus, welche diejenigen, die für die Bestattung des Schattens zuständig waren, unter dessen Zunge legten.
Meine Recherchen haben ergeben, dass wir im Augenblick des Todes möglicherweise alle »den Fährmann betrügen«, indem wir ihm seinen Lohn nicht zahlen. Wir steigen niemals in das Boot, weil im Augenblick des Todes etwas sehr Merkwürdiges mit dem menschlichen Bewusstsein passiert. Das Déjà-vu-Erlebnis spielt in diesem Prozess eine wichtige Rolle, doch darüber später mehr.
Der wichtigste Schlüssel liegt in einer der häufigsten Äußerungen von Individuen, die Bekanntschaft mit einem Phänomen gemacht haben, das »Nahtoderlebnis« genannt wird. Viele berichten von exakt der gleichen Wahrnehmung: »Mein ganzes Leben lief in Sekundenschnelle wie ein Film vor mir ab.« In der Fachsprache heißt dies »Lebensrückblick als dreidimensionales Panorama«. Nun berichten viele, sie hätten in einem einzigen Augenblick ihr ganzes Leben bis ins Detail noch einmal erlebt. Es ist, als sei ihr Leben auf DVD aufgenommen worden und als drücke nun jemand den Knopf »Vorspulen«, während die DVD abgespielt wird.
Aber das ist ein Nahtoderlebnis und nicht die Erfahrung des echten Todes. Die Idee, dass wir »den Fährmann betrügen« geht davon aus, dass die Aufnahme im Augenblick des echten Todes nicht schnell abgespult, sondern in »Echtzeit« erlebt wird, ein buchstäblich minutiöses Nacherleben des ganzen Lebens vom Augenblick der Geburt bis zum Augenblick des Todes. Dies findet zwar im letzten Moment des Lebens statt, doch diesen letzten Moment erlebt der Sterbende subjektiv wie ein ganzes Leben.
Dies wird gestützt von einem anderen, häufig erwähnten Aspekt des klassischen Nahtoderlebnisses: dem Gefühl, dass sich die Zeit verlangsamt. Wie oft haben uns Menschen, die ein Nahtoderlebnis hatten, erklärt, dass die Zeit im Nahtodzustand keine Bedeutung mehr für sie hatte? Und wie oft haben Menschen, die in einen Autounfall verwickelt waren oder sich in einer anderen potenziell lebensbedrohlichen Situation befanden, berichtet, dass sich die Zeit verlangsamt habe und dass ihnen ein paar Sekunden wie Stunden vorgekommen seien?
Die Zeitverzögerung scheint offenbar zur Erfahrung des Todes zu gehören. Während sich das Bewusstsein dem Tod nähert, wird die subjektive Zeit elastisch. Sie weitet sich immer mehr aus, bis sie ein ganzes Leben in einem einzigen Augenblick erfassen kann. Und in diesem Augenblick fällt die sterbende Person aus der Zeit und findet sich am Beginn ihres Lebens wieder – bereit, es noch einmal zu erleben. Sterbende existieren in einer vollkommen anderen Zeit als diejenigen, die bei ihnen sind, wenn sie sterben. Und wenn sie ihre Augen zum letzen Mal schließen, liegen sie bereits in den Armen ihrer Mutter als neues Leben, das ein altes enthält.
Und wo kommt jetzt Déjà-Vu ins Spiel? Nun, stellen Sie sich eine Situation vor, in der eine sterbende Person, die in diesem »Lebensfilm« lebt, eine Erfahrung macht, durch die ihre alten Erinnerungen plötzlich aus dem Unbewussten ins Bewusstsein dringen. Dann wird es ein unterschwelliges Erkennen der Umstände geben. Die Person wird das unbestimmte Gefühl haben, diesen Moment in einer »undefinierten Vergangenheit« schon einmal erlebt zu haben. Und das entspricht genau Dr. Vernon Neppes Definition eines Déjà-vu-Erlebnisses.
Nach meiner Theorie ist Déjà-Vécu (»schon einmal gelebt«) genau das, wonach es sich anfühlt. Da braucht es keine ausführlichen neurologischen oder psychologischen Erklärungen. Wir haben Déjà-vu-Erlebnisse, weil wir diesen Moment tatsächlich schon einmal erlebt haben.
Erstaunlich ist, dass wir dieses Leben nicht nur einmal, sondern möglicherweise schon sehr viele Male gelebt haben. Deswegen wird am Ende des Panorama-Lebensrückblicks wieder ein Nahtoderlebnis stattfinden, und nach noch kürzerer Zeit beginnt ein neuer Lebensrückblick.
Und so wird der Fährmann betrogen: Er bekommt seinen Obolus nie, weil kein sterbender Mensch jemals dazu kommt, den Styx zu überqueren. Sie bleiben am Ufer zurück und drehen sich dort immer wieder in einer vom eigenen Geist gemachten »ewigen Wiederkehr«, ähnlich wie Phil Conners in dem Film Und täglich grüßt das Murmeltier, nur dass es bei diesem Szenario nicht um einen Tag, sondern um ein Leben geht.
Natürlich ist dies nur eine Hypothese, nicht mehr. Aber ich staune nach wie vor darüber, dass das Déjà-vu-Erlebnis, das ich vor vielen Jahren vor meinem PC hatte, zu einer möglichen Erklärung seiner selbst und vieler anderer unerklärlicher Dinge wie Vorahnungen und Synchronizität geführt hat.
Dieses Buch, Déjà-Vu. Eine Reise in die Rätsel von Geist, Gedächtnis und Zeit, wird Sie auf eine wunderbare Reise mitnehmen. Auf dieser Reise werden Sie einige faszinierende Theorien und Ideen darüber kennenlernen, was Déjà-Vu sein könnte. Außerdem werden Sie sich mit dem Rätsel der Nahtoderlebnisse und anderer Anomalien von Geist, Gedächtnis und Zeit beschäftigen. Aber vielleicht ist Déjà-Vu wirklich genau das, was auf der Verpackung steht: ein Hinweis darauf, dass wir, die wir solche Erlebnisse haben, einen Murmeltier-Tag erleben und dadurch, dass wir ihn erleben, den Fährmann um seinen Lohn betrügen.
 
Anthony Peake
 
Autor der Bücher Is There Life After Death? (»Gibt es ein Leben nach dem Tod?«) und The Daemon: A Guide to Your Extraordinary Secret Self (»Der Dämon. Ein Führer zu Ihrem außerordentlichen geheimen Selbst«).
Mehr über die Arbeit von Anthony Peake finden Sie auf seiner Website: .

Einleitung
Haben Sie das schon einmal gelesen?
Es schien Jahre her zu sein, seit Tom und Judy zum letzten Mal Urlaub gemacht hatten. Seit sie vor 15 Jahren ein Geschäft am Ort übernommen hatten, schien sich ihr ganzes Leben nur noch um die Arbeit zu drehen. Für sie als Inhaber eines kleinen Unternehmens, das sich angesichts der aktuellen Wirtschaftslage behaupten musste, war »Ausfallzeit« nie eine Option gewesen. Es gab nur Arbeit, Arbeit und Arbeit. Dennoch hatten sie einander versprochen, dass sie eines Tages die Traum-Hochzeitsreise nachholen würden, die sie sich damals, als sie heirateten, nicht hatten leisten können.
Während er an einem besonders hektischen Arbeitstag gerade neue Produkte ins Lager räumte, spürte Tom plötzlich einen stechenden Schmerz im Arm. Er fiel in Ohnmacht. Als Nächstes bekam er mit, dass er auf einer Bahre in einem Sanitätsraum lag und dass sich Ärzte und Krankenschwestern über ihn beugten. Tom hatte einen leichten Herzinfarkt gehabt. Außerdem war der Arzt überzeugt, dass er an chronischer Müdigkeit litt, und verordnete ihm eine Pause von jeder Form von Stress. Aber wie konnte er seine Arbeit einfach im Stich lassen, für wie lange auch immer, wenn in wenigen Wochen die Herbstaktion beginnen sollte? Nachdem er den Arzt darüber informiert hatte, dass Ausruhen für ihn nicht in Frage käme, antwortete dieser: »Wenn Sie weiterleben möchten, haben Sie keine andere Wahl.«
Das war die Rechtfertigung, die Judy gebraucht hatte. Sofort plante sie eine Reise. Dies war ein verkappter Segen – die längst überfällige Auszeit von dem Stress, der höchstwahrscheinlich zu Toms Gesundheitsproblemen geführt hatte, und es war eine Chance, ein wenig wertvolle Freizeit miteinander zu verbringen.
In den nächsten paar Tagen durchforstete sie eine Unmenge von Reise- und Tourismus-Websites nach Urlaubsideen. Schließlich wurde sie eines späten Abends fündig: Griechenland! Das perfekte Urlaubsziel! Es war idyllisch und romantisch und hatte eine Menge historischer Ablenkungen zu bieten, die man erkunden konnte und die sie auf völlig andere Gedanken bringen würden. Sie buchte den Urlaub über das Internet und informierte Tom am nächsten Morgen bei Kaffee und Rührei über das Reiseziel. Nicht ganz überraschend war seine Reaktion ein bisschen ambivalent – wahrscheinlich dachte er mehr an die Auswirkungen für ihre Firma als an das bevorstehende Abenteuer.
Der Tag ihrer Abreise kam schnell, und nachdem sie endlose Flughafentransfers, unfreundliche Mitreisende und mehrere Zeitzonenänderungen überstanden hatten, erreichten sie schließlich ihr Ziel, den internationalen Flughafen von Athen. Dort mussten sie zwar fast zwei Stunden warten, bis ihr Gepäck ausgeladen und inspiziert worden war, aber dann waren sie ganz wild darauf, sich sofort mitten in das Erlebnis Griechenland zu stürzen. Nach einem kurzen Zwischenstopp im Hotel – nur einchecken und das Gepäck loswerden – saßen sie in einem Touristenbus auf dem Weg zu den ersten historischen Sehenswürdigkeiten ihrer Reise: Akropolis und Parthenon.
Als der Bus in halsbrecherischer Geschwindigkeit über die langen, steinigen Serpentinenstraßen navigierte, war Tom in Gedanken zu Hause in seinem Laden. Schließlich kam der Bus mit kreischenden Bremsen zum Stehen und der Fremdenführer verkündete in gebrochenem Englisch: »Please be back at the bus in two hours.« Zwei Stunden also. Die Fahrgäste stiegen langsam aus, und auch Tom und Judy standen auf und warteten auf den geeigneten Moment, um sich in die Schlange einzureihen. Kurz darauf standen sie vor dem Bus in der prallen Sonne. Judy sagte: »Schau mal Tom, wie großartig das alles ist!«
Aber Tom konnte nicht antworten, denn ihm hatte es die Sprache verschlagen. Er stand nur wie angewurzelt da. Tom spürte eine unheimliche Vertrautheit – er war sich vollkommen sicher, dass er hier schon einmal gewesen war! Ganz langsam schaute er sich um und betrachtete die verstreuten Überreste einer vergangenen Kultur. Die Propyläen, der Parthenon-Tempel der Göttin Athene, der Nike-Tempel, das Erechtheion, das Theater des Dionysos – alles war da, genau so, wie er es in Erinnerung hatte. Aber wie? Er war als Sohn eines einfachen Klempners aufgewachsen, seine Eltern hatten nie genug Geld für Reisen gehabt. In der Tat war Tom, abgesehen von dieser Reise, nie irgendwo anders als in seinem eigenen Bundesstaat gewesen. Wie konnte er sich so lebhaft an einen Ort erinnern, der fast 10 000 Kilometer von dort entfernt war? Fast genauso schnell, wie ihn dieses unheimliche Gefühl der Vertrautheit überkommen hatte, verschwand es auch wieder und ließ Tom verwirrter als je zuvor zurück.
 
Sie haben das Gefühl, etwas schon einmal gemacht zu haben … obwohl Sie es soeben zum ersten Mal tun. Sie sehen etwas Frisches und Neues, und dennoch ist es so vollkommen, so absolut vertraut. Sie sind mitten in einem Gespräch und merken in genau diesem Moment, dass Sie dieselben Worte schon einmal gesagt haben … zu genau dieser Person.
Wir waren alle »schon einmal dort« und haben das »schon einmal getan«. In der Tat bestätigen offizielle Studien, dass mehr als 70 Prozent aller Menschen von jenem unheimlichen Gefühl berichtet haben, das mit dem aus dem Französischen stammenden Begriff Déjà-Vu – »schon einmal gesehen« – bezeichnet wird. Déjà-Vu, auch als Paramnesie oder Promnesie bekannt, ist das sehr deutliche Gefühl, dass man eine Situation, in der man sich soeben zum ersten Mal befindet, bereits in der Vergangenheit durchlebt hat. Der Begriff Déjà-Vu wurde von dem französischen Philosophen und Erforscher des Übernatürlichen, Émile Boirac (1851-1917), geprägt. Ein Déjà-vu-Erlebnis geht normalerweise mit einem unwiderstehlichen Gefühl der Vertrautheit einher, aber auch mit dem Eindruck, dass da etwas »Fremdes« oder »Unheimliches« passiert. Während einer Déjà-vu-Episode wird das »frühere« Erlebnis sehr häufig mit dem wirklichen Leben assoziiert und viele Betroffene berichten von dem deutlichen Gefühl, dass das, woran sie sich da erinnern, in der Vergangenheit »wirklich passiert« ist. Ein solches Déjà-vu-Erlebnis dauert allerdings selten länger als ein paar Sekunden.
Déjà-Vu ist also nicht mehr als eine flüchtige Erinnerung, eine Art Windhauch, der durch unser Wachbewusstsein weht und im gegenwärtigen Moment ein unglaublich tiefgreifendes Gefühl des Erkennens bringt. Trotzdem – wie ist es möglich, dass jemand sich an etwas erinnert, das im gegenwärtigen Moment geschieht, also jetzt? Déjà-Vu ist nicht nur das Rätsel des Geistes, über das am häufigsten berichtet wird. Es ist auch ein universales Phänomen, das alle sozialen, religiösen und kulturellen Grenzen überschreitet. Es betrifft Kinder und Erwachsene gleichermaßen und offenbar ist niemand dagegen immun. Erstaunlicherweise wird es für allgemein verbreiteter gehalten als Geistersehen, UFO-Sichtungen, ja sogar außersinnliche Wahrnehmung und übersinnliche Fähigkeiten.
In den letzten dreißig Jahren hat uns die wissenschaftliche Erforschung des Déjà-Vu einige verblüffende Einsichten in diese Erinnerung an den gegenwärtigen Moment beschert, wobei viele weitgefächerte Theorien präsentiert wurden, von kurzfristigen Fehlzündungen des Gedächtnisses, über neurophysiologische Störungen bis zum »vorausschauenden Sinneseindruck«. Es gibt aber auch immer mehr Theorien zu den eher »paranormalen« Gründen für Déjà-vu-Erlebnisse. Neue Entdeckungen im Bereich der Quantenphysik und Bewusstseinsforschung lassen die Möglichkeit, dass es sich bei diesen eigenartigen und unheimlichen Gedächtnisfehlzündungen um potenzielle Einblicke in andere Dimensionen, Paralleluniversen und sogar das Nullpunktfeld handelt, immer glaubwürdiger erscheinen.
Vielleicht ist Déjà-Vu viel mehr als nur ein Geisteszucken oder ein Trick unserer Erinnerung. Vielleicht ist es ein frustrierend flüchtiger Blick in eine andere Ebene der Realität – eine Realität, der wir genauso angehören wie unserer eigenen bewussten Realität; eine Parallelwelt, die sich genau neben der bewegt, die wir »Heimat« nennen. Dann wäre Déjà-Vu das Lüften des Vorhangs oder das Wegziehen des Schleiers. Eine »dünne, durchlässige Stelle«, an der wir zu der Erkenntnis gelangen, dass die Welt, in der wir uns bewegen, nur eine von vielen ist.
Ähnlich wie Erfahrungen mit Synchronizität erinnern uns auch Déjà-vu-Erlebnisse daran, dass es unter der Oberfläche der Realität noch eine andere Schicht gibt – eine, die uns mit jenem Grenzland verbindet, wo Geist und Materie verschwimmen und zusammenkommen. In diesem Buch werden wir die jüngsten und innovativsten Theorien zum Thema Déjà-Vu vorstellen, einschließlich der neuesten Forschungsergebnisse zur Stimulation des Gehirns und zum Einsatz von Hypnose mit dem Ziel, das Gefühl von »ich war dort und habe das gemacht« hervorzurufen. Außerdem kommen in diesem Buch ganz normale Menschen zu Wort, die selbst Déjà-vu-Erlebnisse hatten und nun neue Ideen und Theorien zur Verbindung von Wissenschaft und Mystik sowie zur Verbindung zwischen Déjà-Vu, Gedächtnis und Zeitwahrnehmung präsentieren.
Es ist uns ein Anliegen, Sie auf eine Reise mitzunehmen, die weit über Déjà-Vu hinausgeht, denn die Mysterien des Geistes sind so gewaltig und unbekannt wie das Universum selbst. Vom luziden Träumen über Fugue-Zustände (zielloses Umherwandern) bis zu Zeitreisen (time slips und mind trips), vom abnormalen Geist bis zum paranormalen Geist, von Halluzinationen bis zu religiösen Visionen, von multiplen Persönlichkeitsstörungen über Ausnahmetalente und Intuition bis zum Archetyp, von Voodoo-Zaubern über die Macht der Suggestion bis zu geteilten Gedanken und Massenhysterie, von Zuständen der erweiterten Wahrnehmung bis zur Besessenheit durch Dämonen, vom kollektiven Unbewussten bis zur symbolischen Sprache des Unterbewusstseins … Wir bitten Sie, sich anzuschnallen und gut festzuhalten, denn wir beginnen nun mit der Erkundung der neuesten Forschungen und der erstaunlichsten Theorien zu den Rätseln des inneren Universums.

1 Es zum ersten Mal wieder tun
Es ist immer wieder wie ein Déjà-Vu.
Yogi Berra, als sich die Baseballspieler
Mickey Mantle und Roger Maris in den frühen
1960er-Jahren mehrmals in Folge bei der Anzahl
der Home Runs überboten.
 
 
Wir alle kennen es, dieses Gefühl, das wir hin und
wieder haben, dass, was wir sagen und tun, vor langer
Zeit schon einmal gesagt und getan wurde und dass wir
irgendwann in dunkler Vergangenheit von denselben
Gesichtern, Gegenständen und Umständen umgeben
waren. Und dann wissen wir ganz genau, was als
Nächstes gesagt werden wird, als erinnerten wir uns
plötzlich daran.
Charles Dickens: David Copperfield
 
 
Déjà vu -
Could you be the dream that might come true?
Shining through
I keep remembering me
I keep remembering you
Déjà vu
(»Déjà-Vu –
Kann es sein, dass du der Traum bist,
der wahr geworden ist?
Der durchscheint
Ich erinnere mich an mich
Ich erinnere mich an dich
Déjà-Vu.«)
Dionne Warwick
 
 
 
Es kommt ohne Vorwarnung – dieses plötzliche und unheimliche Gefühl: »Hier war ich schon einmal.« Und dennoch sind Sie ganz sicher, dass Sie diesen Ort zum allerersten Mal betreten haben. Oder doch nicht? Vielleicht hören Sie ein Gespräch mit an und erkennen plötzlich, dass Sie es schon einmal gehört haben, Wort für Wort, Nuance für Nuance, aber wie? Es gibt keine Möglichkeit, wie das geschehen sein könnte. Vielleicht sagen oder tun Sie etwas – und halten plötzlich inne, überwältigt von dem Gefühl: »Das habe ich schon einmal gesagt. Das habe ich schon einmal getan.« Aber Sie erinnern sich an keine entsprechende Handlung aus Ihrer Vergangenheit.
Sie erinnern sich vielmehr an eine Handlung aus der Gegenwart.
Déjà-Vu (französisch für »schon einmal gesehen«) ist eine Anomalie des Geistes, von der am häufigsten berichtet, die aber am wenigsten verstanden wird. Handelt es sich hier lediglich um eine Art Ausrutscher im Gehirn oder um den Schlüssel zu etwas Größerem – vielleicht einem echten paranormalen Erlebnis? Kann ein solches Vorkommnis mit einem einfachen »Glitch« erklärt werden – der Fehlzündung einer Nervenverbindung, durch die ein Gedanke losrast und innerhalb weniger Sekunden zu sich selbst zurückkehrt, wobei sich der betreffende Mensch an etwas erinnert, das gerade passiert ist oder genau jetzt passiert?
Was ist es? Und warum haben es so viele von uns?
Déjà-Vu, auch als Promnesie (Erinnerung an etwas Zukünftiges) oder Paramnesie (Gedächtnisstörung) bekannt, wurde als alles Mögliche beschrieben: vom »Gehirnfurz« über die Endlos-Erinnerungsschleife bis zum quälend verlockenden Einblick in ein Paralleluniversum direkt neben unserem eigenen.
»Ich habe dieselben Worte zu derselben Person gesagt und hatte dieselben Kleider an. Ich saß auf demselben Stuhl und machte genau dasselbe, aber es war, als machte ich es immer und immer wieder. Ich wusste, dass ich noch nichts von all dem jemals zuvor auf genau diese Weise gemacht hatte, weil ich diesen neuen Computer gerade erst bekommen hatte. Und doch hatte ich, als es passierte, und es dauerte höchstens ein paar Sekunden, das sichere Gefühl, all das schon einmal gemacht zu haben … in genau derselben Situation…«
So hört sich der durchschnittliche Bericht eines Déjà-vu-Erlebnisses an. Das deutliche und oft beunruhigende Gefühl, sich an etwas zu erinnern, das genau im selben Moment passiert. Ein Erlebnis, das ein völliger Widerspruch in sich zu sein scheint, weil man sich schließlich nicht an etwas erinnern kann, während es passiert. Das wäre sicherlich nicht dem Kurzzeitgedächtnis zuzuschreiben, sondern wäre offenbar unverzügliches Gedächtnis.
»Ich könnte schwören, dass mir dies schon vorher auf genau dieselbe Weise passiert ist«, hören wir Leute sagen, während sie sich verwundert am Kopf kratzen. »Ich habe das schon einmal getan.« »Ich habe das schon einmal gesagt.« »Ich habe das schon einmal gesehen.« Und doch wissen alle, die dieses verblüffende Phänomen erlebt haben, ohne jeden Zweifel, dass sie in Wirklichkeit nichts dergleichen schon einmal getan, gesagt und gesehen haben.

Eine kurze Geschichte des Déjà-Vu

Obwohl wir sicher davon ausgehen können, dass es seit Anbeginn der Menschheit erfahren wurde, begann die offizielle Geschichte des Déjà-Vu erst vor einigen hundert Jahren mit der Erwähnung ähnlicher Wahrnehmungen in den Schriften des heiligen Augustinus, der sie als »falsae memoriae« (lateinisch für »falsche Erinnerungen«) bezeichnete. Sir Walter Scott schrieb über ein Gespür für »frühere Existenzen«, und ähnliche Themen tauchen in den literarischen Werken von Proust, Tolstoi, Dickens und anderen auf.
Der Begriff Déjà-Vu, für den es in anderen Sprachen keine exakte Entsprechung gibt, wurde von Émile Boirac (1851- 1917) geprägt. Boirac, ein französischer Philosoph, war von übernatürlichen Phänomenen fasziniert und verwendete den Begriff 1876 erstmals als Bezeichnung für ein Ereignis, das in der Vergangenheit stattgefunden hat, in einem Brief an den Herausgeber des Review Philosophique (manche bringen den Begriff auch mit seinem Buch L’Avenir des Sciences Psychiques in Verbindung). Dort sprach Boirac vom »Gefühl des Déjà-Vu«. Später, im Jahre 1902, beschäftigte er sich als Präsident der Akademie von Dijon mit Forschungen im Bereich der Emanationen, der Psychokinese und des tierischen Magnetismus, in denen sich sein Interesse am Spiritismus widerspiegelt. Boirac soll auch den Begriff Metagnomie (»Wissen, das ohne Einsatz der [gewöhnlichen fünf] Sinne gewonnen wird«) geprägt haben, der mittlerweile durch den Begriff »außersinnliche Wahrnehmung« (englisch: extrasensory perception = ESP) ersetzt wurde.
Vielleicht ist ein Déjà-vu-Erlebnis eine Reaktion auf eine vertraute Wahrnehmung oder eine Erinnerung an ein früheres Erlebnis, die zwar nicht sehr detailliert ist, aber doch genügend Elemente enthält, um das Gefühl auszulösen, schon einmal dort gewesen zu sein. Auslöser (auch »Trigger« genannt) können zum Beispiel Bilder, Gerüche oder sogar Töne sein, die einem mitten in einem neuen Ereignis oder Erlebnis das plötzliche Gefühl des Wiedererkennens vermitteln. Das ist eine einfache Erklärung für manche Déjà-vu-Erlebnisse, aber sie wird jene, die sehr detaillierte, ausgedehnte Wahrnehmungen hatten, in denen tatsächliche Unterhaltungen, spezifische Orte und bestimmte Personen eine Rolle spielten, wohl kaum überzeugen. Manche Menschen haben so tief gehende und detaillierte Déjà-vu-Erlebnisse, dass sie die Worte eines Gesprächs vor sich hinmurmeln, das schon geführt zu haben sie sich erinnern und von dem sie doch sicher wissen, dass sie es zum ersten Mal führen.
Im Jahr 1896 stellte F. L. Arnaud der wissenschaftlichen Gemeinde das Konzept des Déjà-Vu vor. Arnaud schlug vor, das Phänomen offiziell mit dem Begriff Déjà-Vu zu bezeichnen (bis dahin hatte man es Paramnesie, Gedächtnisphantasmen und Promnesie genannt). Arnauds Arbeit schloss die Kategorisierung der ersten »Symptome« eines typischen Déjà-vu-Erlebnisses ein, gesammelt durch Studien an einem vierunddreißigjährigen Patienten, der sich gerade von einer Gehirnmalaria erholte.
Frederick William Henry Meyers (1843-1901), Gründer der Society for Psychical Research, nannte das Déjà-Vu »Promnesie«, von pro (lateinisch für »vor, früher als«) und mnesis (griechisch für »Gedächtnis«). Im Jahr 1889 behauptete der Psychologe William H. Burnham, ein Déjà-Vu tauche auf, wenn der menschliche Körper überausgeruht sei. Er sagte, wenn die Gehirnzentren »überausgeruht« seien, sei »die Apperzeption (bewusste Wahrnehmung) einer fremden Szene eventuell so leicht, dass einem der Anblick dieser Szene vertraut vorkommen mag«. Das widerspricht früheren Annahmen, nach denen extreme Müdigkeit ein Déjà-Vu hervorrufen kann.
Im Jahr 1896 trieb Arthur Allin, Psychologieprofessor an der Universität von Colorado in Boulder, die Erforschung des Phänomens Déjà-Vu voran, indem er verschiedene Theorien zu seiner Erklärung vorschlug. Eine dieser Theorien war, dass diese Wahrnehmung entweder durch Elemente aus vergessenen Träumen hervorgerufen wurde oder durch eine Unterbrechung der Aufmerksamkeit, wenn jemand ein neues Bild erlebte. Und als Sigmund Freud auf der Bildfläche erschien, hielten seine Anhänger Déjà-Vu für nicht mehr als einen Verteidigungsmechanismus, der das Ego vor dem Es und dem Über-Ich schützen sollte.
Carl Gustav Jung bezeichnete Déjà-Vu in seiner Autobiografie Erinnerungen, Träume, Reflexionen als »Wiedererkennen des uralten Unbekannten« und glaubte, das Phänomen habe etwas mit seinem Konzept des kollektiven Unbewussten zu tun. Seitdem haben manche Autoren Jungs Idee vom kollektiven Unbewussten als eine Art Datenbank missdeutet, in der die gemeinsamen Erinnerungen der Menschheit gespeichert sind, und daraus geschlossen, dass wir auf dieses Repositorium zugreifen, wenn wir ein Déjà-vu-Erlebnis haben. Es wurde auch behauptet, Jungs kollektives Unbewusstes sei der Ursprung für Wahrnehmungen, die als aus einem früheren Leben kommend interpretiert werden. Sicher, der Zugang zu einem solchen Erinnerungsfeld könnte für eine Vielzahl von psychologischen Anomalien sorgen und sogar für »paranormale« Phänomene, die Geist, Erinnerung und Zeit einbeziehen.
Déjà-vu-Erlebnisse von John Mimms
Mein ganzes Leben lang habe ich Beispiele für das erlebt, was als Déjà-Vu bekannt ist. Ich schätze mal, ich habe durchschnittlich eines dieser Erlebnisse pro Monat, das letzte erst vor vier Tagen. Wir hatten ein geschäftliches Meeting in dem Büro, in dem ich arbeite. Eine Person von einem anderen Standort in Charlotte, North Corolina, kam ins Büro. Ich hatte dieses Individuum noch nie getroffen, hatte noch nie mit ihm am Telefon gesprochen und auch kein Bild von ihm gesehen. Im Verlauf des Meetings tauschte ich mich mit dieser Person und einem anderen Manager über ein neues System der Verfahrensmessung aus, das wir einsetzen wollten. Dieses System war ebenso neu und unvertraut für mich wie dieses Individuum. Und dennoch schien das Erlebnis zwar kurz, aber völlig vertraut.
Als ich mir ins Gedächtnis zu rufen versuchte, warum mir dies so vertraut war, kam es mir fast vor, als hätte ich mich ganz kurz an einen vergessenen Traum erinnert, doch nach ein paar Sekunden war diese Erinnerung ebenso verschwunden wie das Gefühl der Vertrautheit. Hatte ich einen präkognitiven Traum gehabt? War das nur ein Trick meines Geistes gewesen? Oder gab es einfach etwas an diesem Individuum, das in meinem Gehirn irgendeine identifizierbare Antwort angesteuert hatte? Ich bin nicht sicher, ob ich darüber mehr weiß als über die Gründe für die vielen anderen Déjà-vu-Erlebnisse in meinem Leben.
Die meisten Déjà-vu-Erlebnisse, die ich hatte, sind schnell verblasst und mittlerweile vergessen. Ich denke mal, in Ermangelung einer besseren Erklärung ist mein Gehirn frustriert über seine Unfähigkeit, dem Ereignis einen Sinn zu geben und es einzuordnen, und wirft es in meinen mentalen Mülleimer. An ein Erlebnis erinnere ich mich allerdings ganz genau. Ich bin nicht sicher, warum mir die Erinnerung an dieses Déjà-vu-Erlebnis so lange geblieben ist. Vielleicht wegen der Einzigartigkeit der Umstände. Ich hatte dieses Erlebnis vor etwa 31 Jahren, als ich gerade mal elf Jahre alt war. Ich hatte mit meiner Familie einen Ausflug nach Washington, D. C., und Williamsburg, VA, gemacht. Auf der Rückfahrt verbrachten wir einen Nachmittag in Monticello, dem Heimatort von Thomas Jefferson. Wir hatten eine Führung durch das Haus und den Garten mitgemacht, und dann gab uns der Fremdenführer noch ein bisschen Zeit zur freien Verfügung, in der wir uns selbst umsehen konnten. Ich ging bis ans äußerste Ende des Gartens zu einer Reihe von Außengebäuden, die während der Kolonialzeit als Lagerhallen und Gewächshäuser genutzt worden waren. Kaum hatte ich das erste Gebäude betreten, erkannte ich alles, was darin war. Die Wände, der Boden, die Fenster, die antiken Werkzeuge, die an der Wand hingen – alles war mir sofort vertraut. Ich schaute mich ein paar Minuten lang um und »wusste« genau, dass ich hier schon einmal gewesen war. Aber wie war das möglich? Ich war noch nie zuvor in Monticello gewesen und die einzigen Bilder, die ich damals von dem Haus gesehen hatte, zeigen Ansichten der Fassade. Dieses Déjà-vu-Erlebnis hatte bei Weitem die längste Dauer von allen. Dies und die Tatsache, dass es unter so einzigartigen Umständen stattfand, haben vielleicht dazu beigetragen, dass die Erinnerung daran mich all die Jahre begleitet hat. Was hat dieses Déjà-vu-Erlebnis hervorgerufen? Darauf habe ich auch nach 31 Jahren keine Antwort.
John Mimms ist der Technische Direktor von ARPAST – Arkansas Paranormal and Anomalous Studies Team (etwa: »Arkansas Team zur Erforschung paranormaler und ungewöhnlicher Phänomene«)
Die Autoren dieses Buches haben die einfache Frage »Was ist Déjà-Vu?« auf der Website Yahoo Answers eingegeben. Die erhaltenen Antworten schließen vom Glitch im Gehirn bis zu Gott alles Mögliche ein. Hier ein paar der interessanteren:
1. Erinnerungen an die Vergangenheit werden im Gehirn zu Erinnerungen an die Gegenwart.
2. Déjà-Vu kommt aus dem Französischen und heißt »schon einmal gesehen«. Was dabei passiert, ist Folgendes: Unmittelbar bevor Sie realisieren, dass Sie etwas sehen, hat Ihr Gehirn die Bilder schon verarbeitet und zur Erinnerung werden lassen. Der menschliche Geist ist so gemacht, dass Erinnerungen automatisch daraus auftauchen, wenn der betreffende Mensch mit einem bestimmten Auslöser konfrontiert wird. Déjà-Vu basiert also im Prinzip auf dem Vorverarbeiten von über die Augen aufgenommenen Bildern. Es gibt allerdings auch andere Déjà-vu-Erlebnisse, bei denen man ganz exakt vorhersagen kann, was jemand sagen wird und was in einem bestimmten Zeitabschnitt geschehen wird, und man dies voll und ganz realisiert. In dem Fall hat Ihr Gehirn diese Szene tatsächlich schon einmal genau so erlebt, was unwahrscheinlich ist, weil die Chance, etwas zweimal zu erleben, sehr gering ist. Oder Ihr Gehirn verarbeitet alle hereinkommenden Informationen auf einmal, schafft so ein Szenario der verfügbaren Aktionen und filtert die wahrscheinlichsten heraus.
3. Ich denke nicht, dass es eine Fehlzündung ist. Ich denke, es ist etwas, was das Gehirn tun sollte. Alles, was so um uns herum vor sich geht – vorbeifahrende Autos, vorbeigehende Leute, der Wind, der bläst, die Art, wie etwas auf den Boden gestellt wird -, wird von unserem Unbewussten aufgenommen. Ich glaube, dass diese Dinge von unserem Unbewussten ausgearbeitet werden, um unser Urteilsvermögen zu fördern, das wiederum unser Überleben verlängert. Wenn das, was Sie sich unbewusst ausgerechnet haben, im nächsten Moment passiert, haben Sie ein Déjà-vu-Erlebnis. Ich könnte mir denken, dass durch die leichte Euphorie und das positive Wiedererkennen im Gehirn Chemikalien produziert werden, die signalisieren, dass es uns wieder einmal gelungen ist zu überleben. Wenn Sie Ihrem Körper etwas Gutes tun, fühlt sich das gut an. Das Gleiche gilt für einen mentalen Stimulus (in den meisten Fällen, nicht unter Zwang oder bei mentalen Defekten).
4. Ich denke, wenn wir etwas erleben, spaltet unser Gehirn das Erlebnis in verschiedene Komponenten auf: wie etwas ausgesehen hat, was für ein Wetter war, wie es sich angefühlt hat und so weiter. Die verschiedenen Dimensionen des Erlebnisses kommen in unterschiedlichen Teilen des Gehirns an, weil das Gehirn beispielsweise Farbe, Bewegung und andere Sinneseindrücke in verschiedenen Bereichen verarbeitet. Wenn wir uns an das Erlebnis erinnern, werden diese verschiedenen Komponenten sozusagen eingesammelt und dem Wachbewusstsein als integrierte Erinnerung präsentiert. Nennen wir diesen Prozess des Abrufens und der Integration von Sinneseindrücken den »Präsentator«. Wenn wir ein Déjà-Vu haben, ist dies meist mit dem unheimlichen Gefühl verbunden, dass wir das, was wir erleben, ein zweites Mal genauso erleben, wie wir es schon zuvor erlebt haben, und dass wir immer kurz davor sind zu wissen, was als Nächstes passieren wird, weil wir ja »schon einmal hier waren«. Dieser Zustand kann bei manchen Menschen ziemlich lange andauern. Meine Idee ist, dass es im Gehirn eine neuronale Aktivität gibt, ausgelöst entweder durch einen direkten Stimulus oder eine interne Fehlzündung, die nur das hervorruft, was ich den »Präsentator« nenne, also ihn ganz allein, ohne die Palette der sensorischen Erfahrungen, die er integrieren und dem Wachbewusstsein zeigen kann. Wir haben also das Gefühl, dass wir eine Erinnerung erleben, weil der »Präsentator« aktiv ist, aber er ist sozusagen im Leerlauf aktiv. Also wird das Gefühl, man erinnere sich an etwas, das der »Präsentator« hervorruft, auf die unmittelbare Erfahrung angewandt und man denkt: »Das ist alles schon mal passiert – ich scheine mich daran zu erinnern.«

Moderne Gedanken

Die gängigsten modernen Theorien zum Entstehen von Déjà-vu-Erlebnissen kreisen um das Gehirn und das Gedächtnis. Im letzten Teil des 20. Jahrhunderts gab es einige seriöse wissenschaftliche Studien, die in Zusammenhang mit diesem Phänomen von einer Anomalie beim Aufruf von Erinnerungen ausgingen. Um diese Erklärung zu bestätigen, verweisen die Forscher auf die Tatsache, dass das »Gefühl« der Erinnerung bei einem Déjà-vu-Erlebnis stärker ist als die eigentlichen Details der erinnerten Situation. Die Betonung liegt auf der »Wahrnehmung« des Erinnerten. Studien zufolge gehen manche Menschen sogar noch weiter und haben Déjà-Vus von vergangenen Déjà-Vus! Eine Erinnerung an eine Erinnerung? Wie kann das sein?
Obwohl es unglaublich klingt, liegt die Betonung hier auf einem sogenannten Glitch, einem Störimpuls im Kurzzeitgedächtnis. Sicher, es ist möglich, dass es sich hier um einen Software-Fehler in unserer Gehirnprogrammierung handelt, der auch das beinahe präkognitive Element des Erlebnisses erklärt. Vielleicht kommt es zu einer Überschneidung der neurologischen Systeme, die für das Kurzzeitgedächtnis zuständig sind, mit den für das Langzeitgedächtnis zuständigen Systemen.
Manche Wissenschaftler waren der Ansicht, Déjà-vu-Erlebnisse kämen einfach dadurch zustande, dass ein Auge ein Ereignis den Bruchteil einer Sekunde früher wahrnimmt als das andere. Die Theorie ist dann, dass das eine Auge einen Stimulus Sekundenbruchteile schneller wahrnimmt und das Gefühl einer »Erinnerung« in dem Moment entsteht, in dem das andere Auge hinzukommt und bewusst genau das Gleiche wahrnimmt. Dies klingt zwar wie eine vernünftige, wissenschaftliche Erklärung für das Phänomen, erklärt aber leider nicht, warum Menschen mit nur einem funktionsfähigen Auge, an denen wissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt wurden, ebenfalls von Déjà-vu-Erlebnissen berichten. Und so weist auch diese Tatsache auf eine Beteiligung des ganzen Gehirns an der Entstehung dieses eigenartigen Phänomens hin. Unglücklicherweise wird eine Anomalie, wenn sie der Wissenschaft präsentiert wird, oft sofort kategorisiert und mit dem Etikett »funktionale Störung« versehen. Bedauerlicherweise ist auch Déjà-Vu nicht immun gegen diese Bezeichnung. Manche Forscher haben Déjà-vu-Erlebnisse mit allem Möglichen, von der Dysphorie über die Multiple Persönlichkeitsstörung bis zur Epilepsie, in Verbindung gebracht. Von den denkbaren Pathologien scheint die Schläfenlappenepilepsie, die das Ergebnis unangemessener elektrischer Entladungen im Gehirn ist, am häufigsten mit Déjà-vu-Erlebnissen in Verbindung gebracht zu werden.
Im Jahr 1955 führte der in den USA geborene, kanadische Neurochirurg Wilder Penfield, ein Pionier in der Erforschung des menschlichen Geistes, seine mittlerweile berühmten Experimente durch, in denen er die Schläfenlappen seiner Testpersonen mit Stromstößen stimulierte. Das interessante Ergebnis dieses Versuchs war, dass etwa acht Prozent der Testpersonen als Resultat davon déjà-vu-ähnliche »Erinnerungen« hatten. War es möglich, dass Déjà-Vu eine neurologische Anomalie war, die nur einige Wenige betraf? Vielleicht ein Störimpuls, ausgelöst durch eine Abweichung von der korrekten Gehirnfunktion oder einer kurzen Unterbrechung der elektrischen Verbindung zum Schläfenlappen? Oder vielleicht ist es das Gehirn, das die Erinnerung an etwas Vergangenes für ein aktuelles Erlebnis hält, wiederum dank der Fehlzündung von Neuronen oder verpasster neurologischer Verbindungen.

Kryptomnesie

Auch Kryptomnesie – die unbewusste Erinnerung an Material, die manchmal spontan ins bewusste Gedächtnis aufsteigt – kommt als Erklärung für Déjà-vu-Erlebnisse in Frage. Vielleicht stimmt es, dass einmal aufgenommene Informationen nie wirklich in Vergessenheit geraten, sondern vielmehr tief im Gehirn aufbewahrt werden. Und wenn dann ein ähnliches Ereignis in der Vergangenheit erworbenes Wissen notwendig macht, erinnern wir uns plötzlich daran, und zwar so, als sei es uns gerade jetzt eingefallen, was zur Wahrnehmung dieses ach so vertrauten Gefühls führt. In einer 1941 durchgeführten Studie wurde Hypnose eingesetzt, und zwar mit dem Ziel, bei den Teilnehmern eine post-hypnotische Amnesie zu erzeugen, nachdem sie zuvor bestimmtes Material angeschaut hatten. Es dürfte nicht besonders erstaunen, dass drei von zehn Probanden berichteten, ein Déjà-vu-Erlebnis gehabt zu haben, als ihnen eben dieses Material erneut vorgelegt wurde.

Dissoziative Identitätsstörung

Multiple Persönlichkeitsstörungen, heute offiziell als dissoziative Identitätsstörungen bekannt, verweisen auf die schaurige Möglichkeit, dass wir alle eine gespaltene Psyche haben. Diese Störung vorausgesetzt, wird davon ausgegangen, dass man ein klassisches Déjà-vu-Erlebnis hat, wenn man dieselbe Situation als jemand anderer erlebt und im selben Zeitfenster noch einmal als man selbst. Derselbe Körper, aber ein anderer Geist sozusagen. Dies würde erklären, warum man sich als in beiden Welten präsent erlebt und dennoch weiß, dass man nur in einer voll und ganz agiert (oder doch nicht?). Auch Schizophrenie, eine der interessantesten psychischen Störungen, könnte etwas mit Déjà-Vu zu tun haben, weil eine gespaltene Psyche für die doppelte Wahrnehmung eines einzigen Ereignisses verantwortlich sein könnte. Vielleicht hat die Psyche einen ganz eigenen Verstand.
Schläfenlappenepilepsie wird am häufigsten als mögliche Ursache von Déjà-Vu genannt, weil Patienten, die darunter leiden, manchmal Déjà-vu-Erlebnisse haben, und zwar normalerweise unmittelbar vor einem Anfall oder während des Anfalls zwischen den einzelnen Krämpfen. Allerdings bringt allein schon die Häufigkeit von Déjà-vu-Erlebnissen diese Verbindung als alleinige Ursache dafür in Misskredit. Es gibt einfach viel zu viele Menschen, die keine Schläfenlappenepilepsie haben, wohl aber gelegentliche Déjà-vu-Erlebnisse.

Skeptiker

Skeptiker werden einwenden, dass wir uns einfach an ein ähnliches Ereignis erinnern oder sogar an genau dieses Ereignis, das aber in Wirklichkeit vor vielen Monden stattgefunden hat. Erinnern wir uns einfach an ein Ereignis aus unserer Kindheit oder an eine vergessene Situation, die wir beim ersten Mal kaum registriert haben? Per Definition ist ein Skeptiker jemand, der »instinktiv oder gewohnheitsmäßig zweifelt, in Frage stellt beziehungsweise sich Annahmen oder allgemein akzeptierten Schlussfolgerungen nicht anschließt«. Das sagt eigentlich alles. Man kann sich allerdings fragen, was die Skeptiker wohl sagen würden, wenn sie selbst jemals ein intensives Déjà-vu-Erlebnis hätten, eines, das die Grundfesten dessen, was sie für die Realität halten, erschüttern würde. Wie würden sie wohl auf ein Erlebnis reagieren, das sie zwingt darüber nachzudenken, ob ihrer Existenz in Wirklichkeit nicht doch eine tiefere Bedeutung innewohnt?
Nicht jeder ist der Ansicht, Déjà-Vu sei eine Anomalie des Gedächtnisses oder womöglich nur so etwas wie ein simples Malheur im Gehirn. Manche halten ein Déjà-vu-Erlebnis für die sprichwörtliche Tür oder eher einen Blick durch das Schlüsselloch in der Tür zu anderen (vielleicht interessanteren!) Welten. Oder vielleicht auch die flüchtige Vision eines vergangenen Lebens, wenn nicht gar eines parallelen Lebens in einer anderen Dimension, einem anderen Universum. Man bedenke die unglaublichen Möglichkeiten! Führen wir wirklich alle mehrere Leben? Und ist Déjà-Vu das Bindeglied zwischen diesen Leben?