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Inhaltsverzeichnis
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Ich widme dieses Buch Emma und Karl Jacobs,
die ich für meine derzeitige Inkarnation als Eltern
auswählte, die meine Wahl freudig angenommen haben, mich
auf meinem Lebensweg liebevoll durch alle Höhen
und Tiefen begleiteten und mir auch heute noch
aus der jenseitigen Welt
Licht, Liebe und Hilfe zukommen lassen.
 
 
 
Danke

Liebe Leserin, lieber Leser, ich erlaube mir, Sie in den folgenden Kapiteln mit dem vertrauten »du« anzusprechen. Wir sind uns dann etwas näher, was für das Thema »Medialität« nur von Vorteil sein kann.
Heike Gade

Vorwort
Nachricht (ursprünglich Nachrichtung = Mitteilung, nach der man sich richtet)
MEYERS LEXIKON
 
 
 
 
 
»Bitte, melde dich!«
 
Fast jeder von uns hat diesen Satz irgendwann in seinem Leben schon einmal hoffnungsvoll oder sehnsüchtig gedacht und vielleicht auch ausgesprochen. Wenn man zum Beispiel verliebt ist und der (die) Partner(in) sich nach einer Auseinandersetzung zurückgezogen hat, wenn eines der Kinder lange Zeit nichts von sich hat hören lassen und man nicht weiß, wie es ihm geht, wenn eine Freundin oder ein Angehöriger sich entschlossen hat, sein oder ihr Leben zu verändern und vielleicht zum Aussteiger oder Auswanderer geworden ist, man sich schließlich aus den Augen verloren hat, wenn Sehnsucht und Sorge sich mischen, und man sich sehnlich wünscht:
»Bitte, melde dich!«
 
Fernsehsendungen wie die von Jörg Wontorra, Kai Pflaume oder Jürgen Fliege, in denen es darum ging, Kontakt mit verschollenen Freunden oder Angehörigen aufzunehmen, sei es per Telefon, SMS, durch ein Fax, einen Brief oder eben über die Recherchen des Senders, standen ebenfalls unter dem Motto:
 
»Bitte, melde dich!«
 
Ein ganz ähnliches Bedürfnis nach Kontaktaufnahme empfinden wir auch, wenn wir einen lieben Menschen »verloren« haben, wenn jemand, der uns sehr nah war, gestorben, das heißt in die geistige Welt übergegangen ist.
 
Tief in uns hat sich die Vorstellung verfestigt, der geliebte Mensch sei nun endgültig aus unserem Leben verschwunden. Auch die Kirche bestärkt uns in dem Glauben, es gäbe – abgesehen von jenem »ewigen« Leben nach dem Jüngsten Gericht – nur ein Leben auf dieser Erde. Das Schauen hinter den Vorhang (des Todes), heißt es, sei nicht erlaubt. Eine Kommunikation zwischen geistiger und materieller Welt sei zwar in Ausnahmefällen möglich, aber nur auserwählten Vertretern der Kirche und des Glaubens vorbehalten.
Dem ist aber nicht so! Der »fromme Wunsch« vieler Hinterbliebener nach einer Verbindung zu ihren Lieben in der geistigen Welt ist realisierbar. Ein solcher Kontakt kann hergestellt werden!
Viele Menschen meinen, Verstorbene rührten sich nicht mehr, seien tot... Doch das sind sie nicht! Ihr Körper ist zwar gestorben, aber ihre Seele, also das, was uns als Wesen mit Begabungen, Empfindungen und Charaktereigenschaften ausmacht, dieser Seelenkörper lebt weiter und das meist frei und durchaus glücklich.
In der Bibel finden sich zahlreiche Geschichten über Geistwesen, die sich Menschen auf der Erde gezeigt haben, die mit ihnen sprachen, sie begleiteten und mit ihnen zu Tisch saßen, allen voran Jesus Christus. So etwas kann es aber auch für uns »einfache« Menschen geben, für dich und mich, für jeden von uns. Wir alle haben die Möglichkeit, uns von den geistigen Wesen rufen zu lassen und uns dann mit der geistigen Welt, mit den Verstorbenen in Verbindung zu setzen!
Gebete sind der erste und wichtigste Schritt auf dem Weg zu einer Verbindung mit der Jenseitswelt. Nicht wenige Menschen bekommen im Gebet Antworten, Hinweise und Hilfen aus der geistigen Welt, und zwar in Form von plötzlichen Einfällen, Intuitionen und Eingebungen. Aber auch in Träumen, über das »Bauchgefühl« und durch sogenannte Zufälle macht sich die geistige Welt bemerkbar.
Eine besonders schöne, berührende und gleichzeitig klärende Möglichkeit der Kontaktaufnahme mit unseren Lieben im Jenseits bieten Medien an – Menschen, die
über eine besondere Begabung verfügen und oft auch eine intensive Ausbildung (meist in England) gemacht haben.
Diese Medien stellen sich als eine Art Radioempfänger zur Verfügung, als Überträger von Nachrichten aus der geistigen Welt. Sehr oft gelingt es ihnen, den Hinterbliebenen allein schon dadurch Trost zu spenden, dass sie äußere oder charakterliche Merkmale der Verstorbenen beschreiben, sodass diese von ihren Lieben auf der Erde eindeutig erkannt werden. Aber dadurch, dass die Medien außerdem Botschaften der »Toten« an die Lebenden weiterleiten, können sie denen damit oftmals große Erleichterung und inneren Frieden schenken. Die Hinterbliebenen sind nicht nur dankbar, sondern fühlen sich gleichermaßen ermuntert und ermutigt, weil sie die immerwährende Nähe und Liebe zwischen Geistwesen und Erdenmenschen deutlich gespürt haben. Ein geglückter Gedankenaustausch zwischen den Menschen beider Sphären mag sogar nachträgliches Verzeihen und Loslassen ermöglichen und eine wunderbare Erlösungsarbeit darstellen.
Jeder Mensch kann sich selbst vom Können und von der sogenannten »Trefferquote« verschiedener Medien überzeugen, auch du, dein Nachbar, dein Freund, dein Ehemann, der Arbeitskollege, der Lehrer, der Pfarrer, der Bürgermeister, einfach jeder! Warum sollten wir uns diese Chance entgehen lassen?

Was wir bezweifeln, kann nicht werden!
Natürlich gibt es auch unter den Medien schwarze Schafe und Scharlatane, aber nicht mehr und nicht weniger als in Schule, Kirche, Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Achtsamkeit ist in unserem lebensgefährlichen Dasein ohnehin vonnöten, und das gilt in besonderem Maße für den spirituellen Bereich – nicht etwa, weil da vieles so »gefährlich«, »undurchsichtig« oder »geheimnisvoll« und »suspekt« anmutet, sondern ganz einfach, weil der Mensch mit der spirituellen Arbeit immer besonders hohe Erwartungen, Hoffnungen und Wünsche verbindet. Und das ist gut so!
Dass die Arbeit mit Verstorbenen, die Kontaktaufnahme mit unseren Lieben auf der anderen Seite von größter Bedeutung ist, zeigt die Realität. Nach einem Todesfall stürzen viele Hinterbliebene in ein tiefes Loch, aus dem sie ohne fremde Hilfe nicht mehr herauszukommen glauben. Doch auch in Selbsthilfegruppen, zum Beispiel für verwaiste Eltern, in Trauer-Gesprächskreisen oder Trauerarbeitsgruppen drehen sich die Teilnehmer häufig im Kreis, weil sie sich immer und immer wieder ihre Verzagtheit, ihr Alleinsein und die Tatsache, dass sie verlassen wurden, vor Augen halten. Es liegt mir fern, den Sinn solcher Gruppen generell infrage zu stellen, denn na türlich können sich die Teilnehmer auch gegenseitig aufmuntern und unterstützen, aber die Gefahr, dass sie andere herunterziehen oder sich von anderen noch weiter herunterziehen lassen, besteht eben auch.
Wie schön wäre es doch, wenn die Versuche, Trauernde zu trösten, manchmal nur einen einzigen Schritt weiter gingen, nämlich im wahrsten Sinn des Wortes heraus aus dem Jammertal. Wenn sie wirkliche Ein-sicht in die geistige Welt bieten – dies ist möglich! – und die Kommunikation mit den Verstorbenen fördern würden. Dann könnten alle gelassener sein, könnten erkennen, sich entwickeln und loslassen statt festzuhalten. Dann könnten sie ihre Lieben gehen lassen, denn sie wüssten sie in guter Obhut und könnten sich selbst wieder dem Leben zuwenden und glücklich werden, und zwar ohne Schuldgefühle und übergroße Trauer.
Wir hier und die geistigen Wesen dort könnten freier sein, hätten viel weniger Angst und viel mehr Lebensfreude, auch sehr viel mehr Freude an der eigenen see lischen Entwicklung.
Dass eine solche geistig-seelische Freiheit und das sich daraus ergebende Gefühl der Erleichterung und des bedingungslosen Angenommenseins ebenso möglich ist wie das Gewahrwerden der allumfassenden Liebe, habe ich selbst erlebt und erlebe es immer wieder. Vor diesem Hintergrund kann ich sagen: »Gott und die Seelen aus der geistigen Welt sind das Beste, was mir in diesem Leben begegnet ist, und ich lasse mich immer wieder gern aus dieser Dimension ansprechen und anrühren.«
 
Anhand einiger Beispiele aus meinem persönlichen Erlebnisbereich und dem anderer Menschen berichte ich in diesem Buch von Kontakten mit Wesen der anderen Wirklichkeit. Mögen meine Leser etwas von dem Trost, der Güte, der Weisheit und der Liebe spüren, die unsere Lieben in der jenseitigen Welt für uns empfinden und uns schenken.
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Die Parapsychologie versteht unter einem Medium eine Person, die für fähig gehalten wird, Außersinnliches wahrzunehmen.
Medien (Medium = lat. »das, was sich in der Mitte befindet; Mittler«) sind Menschen, welche die Fähigkeit besitzen, Botschaften von nicht physisch verkörperten Wesen, zum Beispiel von Geistern, Engeln oder Verstorbenen, zu empfangen. Sie sind Mittler zwischen der geistigen und der materiellen Welt und können Hilfe suchenden Menschen (Klienten) Botschaften des Trostes übermitteln und/oder ihnen Lebenshilfe geben.
Alle Medien, von denen fortan die Rede sein wird, habe ich zwar in verschiedenen Sitzungen und auf Seminaren kennengelernt, aber persönlich kenne ich sie nicht. Ihnen war und ist nichts von meiner Lebensgeschichte beziehungsweise über meine persönlichen Lebensumstände oder mein Umfeld bekannt. Einzige Ausnahme:
Das Medium Erika Schulz ist gleichzeitig meine Freundin.
An dieser Stelle danke ich den Menschen, die mir ihre »Geschichte« für eine Veröffentlichung zur Verfügung gestellt haben. Um ihre Privatsphäre zu schützen, habe ich die Namen aller Personen geändert.

Du hast noch ein Kind in der geistigen Welt

Hans Borsdorf, Heiler und Medium Gaye Muir, Medium

Während Hans mich begrüßt, schaut er mich etwas länger an und fragt dann: »Hast du Kinder?«
»Ja, eine Tochter.«
Darauf er ganz unvermittelt: »Dass du noch einen Sohn in der geistigen Welt hast, weißt du?!«
Ich bin ganz perplex, erinnere mich aber sofort an einen Abgang im Alter von etwa zwanzig Jahren. Nie hätte ich es für möglich gehalten, dass sich in dem fünfeinhalb Wochen alten Embryo bereits eine Seele eingefunden haben könnte. Ich fühle mich ein wenig ertappt, zumal ich lange Zeit aus Scham und schlechtem Gewissen über diese Schwangerschaft geschwiegen hatte. Ein Kind war mir zum damaligen Zeitpunkt gar nicht willkommen, und auch die Umstände der Schwangerschaft stellten sich äußerst prekär dar.
Nach der anfänglichen Sprachlosigkeit und einer gewissen gefühlsmäßigen Erstarrung kommt plötzlich Freude in mir auf: »Es gibt noch einen Sohn. Ich habe noch ein Kind...!« Alles ist für mich wie ein Erkanntwerden im Sinn einer liebevollen Umarmung, ein großes Geschenk an mich.
Hans fragt ganz nebenbei: »Sagt dir der Name Matthias etwas?«
»Ich weiß nicht... Matthäus schon, aber Matthias?... Nein.«
Hans erwartet keine weitere Erklärung, und ich trage das gelüftete Geheimnis behutsam und glücklich nach Hause... Mein Sohn!
 
In der Folgezeit denke ich immer öfter an ihn und fange zaghaft an, mit ihm zu reden. Ich stelle mir vor, wie alles gekommen wäre, wenn er sich damals nicht von mir und aus meinem Leben gelöst hätte. Bedrückende Gefühle stellen sich ein, Unsicherheit und auch immer wieder die Frage nach dem Anteil meiner Schuld, obwohl es ja ein selbstständiger Abgang war und kein manipulierter Abbruch...
Wie erleichtert bin ich, als mir etwas später das Medium Gaye Muir in einer Einzelsitzung unter anderem übermittelt: »Ich sehe einen jungen Mann. Er ist dein Sohn und befindet sich gemeinsam mit deinem Vater in der geistigen Welt. Die beiden arbeiten zusammen, und dein Vater kümmert sich liebevoll um ihn.«
Später teilt mir Gaye während einer öffentlichen psychometrischen Demonstration (Gaye hat ein Glas in der Hand, das ich zuvor etwa zwanzig Minuten lang in Händen gehalten habe und in dem jetzt meine Energie gespeichert ist, über die Gaye Verbindung zum Jenseits aufnehmen kann) unter anderem mit: »Ich sehe deinen Sohn, der in der geistigen Welt aufgewachsen ist. Er möchte dir sagen, dass es damals ganz allein seine Entscheidung war zu gehen. Er spürt deine Schuldgefühle, aber du brauchst dir keine weiteren Gedanken zu machen, denn er brauchte diese Erfahrung für die Entwicklung seiner Seele.«
Alles ist gut und in göttlicher Ordnung. Dieser Gedan ke und ein Gefühl von übergroßer Liebe durchströmen mich. So glücklich bin ich lange nicht mehr gewesen.
Ich danke Hans und Gaye und allen Kräften in der geistigen Welt, die mithelfen, dass Verbindungen in dieser Weise zustande kommen und solche Nachrichten übermittelt werden können.

Ist es wirklich meine Mutter, die sich da meldet?

Frage an Doris Forster, Medium

Doris nennt folgende Erkennungszeichen (Meine Gedanken dazu stehen jeweils in Klammern):
• »Ich spüre eine mütterliche Energie.« – (Na ja, gut.)
• »Die Frau, die ich sehe, trägt ihre Haare glatt zurückgekämmt.« – (Ja, meistens, aber trifft das nicht auch auf viele andere Frauen zu?)
• »Sie ist adrett angezogen.« – (Ja, gut, unordentlich oder gar schlampig war meine Mutter wirklich nicht.)
• »Die Dame zeigt sich in einem dunklen Kostüm und weißer Bluse.« – (Ja, aber das trugen viele Frauen damals... und heute auch noch.)
• »Kochen, Backen und Nähen waren ihre Hauptbeschäftigungen.« – (Das stimmt, aber viele Frauen haben in der Nachkriegszeit solche Fähigkeiten entwickeln müssen.)
• »Nun höre ich eine gezielte Mitteilung über dich: Du schlägst nicht nach ihr, sondern machst etwas ganz anderes.« – (Stimmt. Sollte es sich tatsächlich um meine Mutter handeln?) Hoffnung keimt auf. Doris Forster kennt ja weder meine Mutter, noch weiß sie irgendetwas von beziehungsweise aus meinem Leben.
• »Ich spüre deutlich ein Gefühl von großer Mutterliebe.« – (Nun gut, aber welche Mutter würde ihrem Kind keine Liebe schicken?)
Ich bin ganz unglücklich, weil ich noch immer unsicher bin, ob es sich bei der Seele aus der geistigen Welt wirklich um meine Mutter handelt. Doris Forster spürt noch einmal in die Verbindung hinein, zuckt die Achseln und schüttelt dann verständnislos den Kopf.
»Was ist?«, frage ich.
»Deine Mutter lächelt und zeigt mir eine Kette. Komisch, die ist halb echt und halb unecht... Was sie damit sagen will, kann ich nicht erkennen.«
»Aber ich.« Ich muss lachen und weiß jetzt, dass es sich um meine Mutter handelt.
 
Meine Mutter hatte mir lange vor ihrem Tod eine echte Perlenkette geschenkt. Die Kette war kurz. Da ich sie aber gern zu Rollkragenpullovern tragen wollte, beauftragte ich einen Juwelier, jeweils rechts und links vom Verschluss der Kette noch 16 künstliche Perlen aufzureihen. Künstlich mussten die Perlen sein, da ich damals nicht viel Geld hatte. Es ist eine schöne lange Kette geworden (das Unechte verschwindet unterm Kragen), und auf meinen Pullovern macht sie sich ausnehmend gut.
Nachdem ich meine Mutter nun eindeutig erkannt habe, kann ich mein Herz ganz öffnen. Ich fühle Freude, Liebe, auch ein wenig Traurigkeit, bin aber ganz ergriffen von der tröstlichen Gewissheit, dass sie lebt und mir tatsächlich ganz nah ist. Es folgen noch einige sehr gute Durchsagen von ihr. Heute weiß ich, dass sich auch die Seelen im Jenseits freudig öffnen und ganz persönliche Gefühle übermitteln, sobald sie spüren, dass sie erkannt werden und man sich über ihre Nähe freut.
Meine Mutter fragt: »Wie geht es mit dem Buch voran?« (»Ich habe vor, ein weiteres Buch zu schreiben«, erkläre ich der »unwissenden« Doris.) Und sie übermittelt weiter: »Deine Mutter freut sich sehr darüber und wird dir bei der Entstehung des Buches helfen.«
Danach kommt noch eine ganz wichtige Botschaft durch: »Deiner Mutter ist das Herz schwer. Sie möchte heute um Verzeihung dafür bitten, dass sie euch Kindern (ich habe noch eine Schwester) wenig Nähe und Zärtlichkeit zeigen und geben konnte, obwohl sie euch sehr liebte. Das tut ihr sehr leid.«
Ich bin ganz betroffen. Es stimmt. »Aber es war trotzdem alles gut«, flüstere ich ihr entgegen. Dann fügt Mutti noch hinzu, dass sie im Jenseits ihr ganzes Leben im Rückblick erkennen konnte und jetzt in der geistigen Welt mit Kindern arbeitet – um zu lernen und sich weiterzuentwickeln.
Ich freue mich für sie und schicke ihr viel Licht und Liebe. Meine Mutter lächelt und lässt mir noch sagen. »So schön habe ich es mir hier oben nicht vorgestellt!« Dann ist sie gegangen.

Aufmunterung aus dem Jenseits
Manches Mal melden sich Seelen, zu denen wir im irdischen Leben wenig Kontakt hatten, die uns jedoch vom jenseitigen Bereich aus viel Hilfe, Trost und Aufmunterung geben wollen, womit sie uns sehr berühren können und dadurch nah sind.

Erika Schulz, Medium

Es meldet sich ein Mann, etwa dreißig bis vierzig Jahre alt, eine elegante Erscheinung. (Die geistigen Wesen zeigen sich oftmals viel jünger, als wir sie in Erinnerung haben.) Er wirkt äußerst vital, ist lustig und zeigt Erika eine Auswahl (selbst)gemalter Bilder.
Erika zu mir: »Er sagt, er habe sich durch mich schon einmal gemeldet.«
Während ich noch überlege, wird Erika der Großbuchstabe E gezeigt. Daraufhin vermute ich, dass es sich um meinen Onkel Erich handelt, den Bruder meines Vaters. Er war zu Lebzeiten Kunstmaler, und sein wunderschönes Bild einer Heidelandschaft hängt noch heute in unserem Haus. Onkel Erich hatte sich vor längerer Zeit tatsächlich schon einmal gemeldet und damals Botschaften an mich gerichtet, die aber für meine Tochter bestimmt waren. (Auch das geht!) Ich sollte ihr ausrichten, er sei stets in ihrer Nähe, um sie zu beschützen, um ihr aber vor allem mehr Spaß und Freude am Leben zu vermitteln. Ich habe die Durchsage damals weitergegeben – und sie wirkt! (Meine Tochter kannte Onkel Erich übrigens nicht persönlich.)
Dann schaut Erika erstaunt und beschreibt: »Jetzt zeigt er mir ein Porträt von einer schönen Frau, klappt dieses Bild nach hinten – wie bei einem Kalender mit einer Spirale – und ein neues Bild mit einem anderen Frauenkopf erscheint, dann noch eines und ein weiteres... vier Frauenbildnisse!«
Ich lache: »Ja, das ist Onkel Erich! Er war stets zum Flirten aufgelegt, und hier im irdischen Leben war er tatsächlich viermal verheiratet.«
Erika spürt, dass eine angenehme Leichtigkeit von ihm ausgeht, und Onkel Erich meint, dieses Gefühl der Leichtigkeit wolle er mir übermitteln, denn ich sei zu oft zu traurig. Er hat folgende Tipps für mich:
1. Ich soll Schmetterlinge und Vögel beobachten und dem Gefühl, das sich dabei entwickelt, nachspüren, um es dann tief in mein Inneres aufzunehmen.
2. Die Schwingungen von Menschen, die viel trauern und weinen (ich bin Trauer- und Sterbebegleiterin), soll ich nicht so intensiv aufnehmen und der Leichtigkeit mehr Platz in meinem Leben einräumen.
Dann malt mir Onkel Erich eine rosa Rose mit einer Träne und gibt mir den Rat: »Male und lebe diese Rose so lange, bis sich die Träne allmählich auflöst.«
Ich arbeite daran.
Natürlich freue ich mich sehr über diese Aufmunterung und die Hilfen aus der geistigen Welt. Ich bedanke mich herzlich, und mein Onkel Erich zieht sich – wie in einen Nebelschleier gehüllt – langsam wieder in die andere Dimension zurück.

Erkenntnisse meiner Großmutter

Sandra Baker, Medium

Ich war erst fünf oder sechs Jahre alt, als meine Großmutter väterlicherseits starb, aber an ihr Ende kann ich mich aus folgendem Grund noch gut erinnern: Meine Oma war ziemlich korpulent, und während der letzten Tage ihres Lebens mokierte sich die gesamte Familie darüber, dass sie – trotz ihrer Leibesfülle und ihres bevorstehenden Todes – noch so viel aß. Meine Seele hat keines der Gefühle vergessen, die mich damals sehr bedrückten, als die Erwachsenen derart herablassend und geringschätzig über Oma sprachen und sie regelrecht ausgrenzten, weil sie allen so peinlich war. Und auch als ich schon erwachsen war, stiegen immer, wenn ich mir Bilder von ihr ansah, Traurigkeit, Mitgefühl und Wut über die Ungerechtigkeit und die Ablehnung, die sie durch ihre Umgebung erfahren hat, in mir auf.
Da in meinem eigenen Körper offenbar einige Gene von Oma und meinem Vater – auch er war zu Lebzeiten recht rundlich – vorhanden sind, hat das Thema »Körpergewicht« in meinem bisherigen Leben einen nicht unwesentlichen Raum eingenommen. Viele, viele Diäten mit dem üblichen Jo-Jo-Effekt, von dem wohl jeder Übergewichtige ein Lied zu singen weiß, haben mich jahrzehntelang begleitet.
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Während der letzten sieben Jahre, in denen ich viele Medien kennenlernte, die Verbindungen zur geistigen Welt herstellen können, hoffte und wünschte ich oft: »Bitte, Oma, melde dich doch mal!« Ich wollte einfach von ihr wissen, wie es ihr jetzt geht und ob die Schmach, die sie wegen ihrer überflüssigen Pfunde hatte erleiden müssen, überwunden war.
Zeit verging.
Nach mehreren Jahren meldete sie sich überraschend während eines Seminars, und zwar durch das englische Medium Sandra Baker: »Da ist eine Frau, sie ist kleiner als du, recht kräftig gebaut... eine mütterliche, nein, eher eine großmütterliche Energie.«
Ich strahlte. Da meine andere Oma stets schlank gewesen war, konnte es sich nur um Oma Anna handeln!
»Diese Frau schickt dir viel Liebe und teilt mit, dass sie großen Anteil an deinem spirituellen Werdegang nimmt.«