001

001

Inhaltsverzeichnis
 
 
 

001
GOLDMANN ARKANA

Einleitung
Dies ist die wortgetreue Niederschrift eines heiligen Gesprächs. Ein Gespräch mit Gott über das Zu-Hause-Sein In Gott. Zudem ist es die letzte Folge eines außergewöhnlichen Dialogs, der im Verlauf von elf Jahren niedergeschrieben wurde und auf etwa 3000 Seiten in neun veröffentlichten Bänden alle Aspekte des menschlichen Lebens berührt.
Im hier vorliegenden Gesprächsband werden tiefer gehend als je zuvor viele menschliche Erfahrungsbereiche erkundet, insbesondere aber ein Gebiet: das Sterben, der Tod und das Leben danach.
Ab einem bestimmten Punkt durchstreift dieser Dialog ein dem äußersten Grenzbereich der Spiritualität zugehöriges Territorium, die Kosmologie allen Lebens. Er bietet einen atemberaubenden Einblick in die Letzte Wirklichkeit, die hier in Form einer Metapher dargestellt wird. Er enthüllt in einfacher, allgemein verständlicher Sprache den Sinn und Zweck des Daseins; Methoden, mittels derer der Mensch zu größter Freude gelangen kann; das Wesen und die Natur der Reise, auf die wir uns alle begeben haben; und das außergewöhnliche Ende dieser Reise – ein Ende, das, wie sich herausstellt, gar keines ist, sondern nur das ekstatische Zwischenspiel einer glorreichen fortwährenden Erfahrung, deren umfassende Beschreibung unsere Vorstellungskraft ins Wanken bringt. Das Gespräch bewegt sich in Kreisen oder Spiralen, springt vor zu erstaunlich neuen, noch nie geschilderten oder vorgestellten Orten, dann zurück auf altbekanntes Gelände, um sicherzustellen, dass die nächste knifflige Erkundungsreise auf festem Grund und mit sicherem Halt begonnen wird. Wenn Sie Geduld haben mit diesem Buch – und übrigens auch mit Ihrem Leben -, werden Sie reichlich belohnt.
Die Botschaft von Zuhause in Gott ist möglicherweise eine der hoffnungsvollsten und hilfreichsten, die uns Menschen je zuteil wurde.
Für Sie ist es wichtig zu verstehen, wie Sie zu diesem Gespräch gekommen sind. Wenn Sie dies für bloßen Zufall halten, ist Ihnen das enorme Ausmaß dessen entgangen, was Ihnen da im Moment widerfährt.
Ihre Seele brachte Sie zu diesem Gespräch, so wie sie Sie auch zu jedem anderen Gespräch mit Gott brachte, das Sie in welcher Form auch immer je führten. Sie hat es arrangiert, dass Sie diese Seiten zu Gesicht bekommen. Unzählige Umstände wurden in präziser Weise zu einem präzisen Zeitpunkt miteinander verknüpft, um Sie sacht zu den Worten hinzuziehen, die Sie hier finden. Und nur die Intervention Ihrer überaus heiligen Seele konnte solche Ereignisse so mühelos produzieren. Wenn Ihnen das klar ist, werden Sie diese Worte auf ganz andere Weise hören.
Sie wurden an diesen Punkt gebracht, weil das Universum weiß, dass Sie still um Antworten auf die Fragen gebeten haben, die alle Menschen stellen. Was geht hier in diesem Leben wirklich vor sich, und was passiert, wenn dieses Leben vorbei ist? Werden wir wieder mit den Lieben vereint sein, die vor uns dahingegangen sind? Wird Gott da sein, um uns zu begrüßen? Wird es ein Jüngstes Gericht geben? Werden wir uns mit der Möglichkeit ewiger Verdammnis konfrontiert sehen? Wird man uns eben noch gerade so in den Himmel einlassen? Werden wir je wissen, wie es nach unserem Tod weitergeht? Wird denn überhaupt irgendetwas weitergehen?
Für jeden Menschen besitzen die Antworten auf diese Fragen enorme Implikationen. Würden wir denn unser Leben anders leben, wenn wir diese Antworten tatsächlich hätten? Ich glaube schon. Hätten wir, wenn wir uns weniger vor dem Sterben fürchteten, weniger Angst, so zu leben, wie es eigentlich immer gedacht war – furchtlos und liebevoll? Ich glaube, auch hier ist die Antwort ein Ja.
Es tut meinem Herzen weh zu wissen, dass so viele Menschen von Angst und Schrecken erfüllt sind, wenn ihr Übergang in die nächste Welt naht, ganz zu schweigen von all den Ängsten und Schrecken, solange sie sich in der gegenwärtigen aufhalten. Eigentlich war das Leben als fortwährende Freude gedacht, und der Tod könnte eine Zeit von noch größerer Freude sein, wenn alle Menschen wunderbarerweise hier nur Frieden und glückliche Vorfreude kennen und erfahren würden.
So wie meine Mutter. Sie war bei ihrem Tod ganz und gar im Frieden. Der junge Priester, der ging, um ihr das Sakrament der Letzten Ölung zu spenden, kam kopfschüttelnd wieder aus dem Zimmer. »Sie hat mich getröstet«, flüsterte er.
Mom glaubte felsenfest daran, dass sie sich in die Arme Gottes begab. Sie wusste, was im Leben Sache war und was beim Tod nicht. Im Leben kam es darauf an, allen, die du liebtest, ohne Zögern, ohne Frage, ohne Einschränkung alles zu geben, was du hattest. Beim Tod ging es nicht darum, irgendwo zuzumachen, sondern darum, alles aufzumachen. Ich erinnere mich, dass sie immer sagte: »Seid nicht traurig, wenn ich sterbe. Tanzt auf meinem Grab.« Mom hatte ihr ganzes Leben lang das Gefühl, dass Gott an ihrer Seite war – und dass er sich auch bei ihrem Tod genau da befinden würde.
Aber was ist mit den Menschen, die die Vorstellung hegen, dass sie ohne Gott leben und sterben? Das könnte ein sehr einsames Leben und einen Schrecken erregenden Tod bedeuten. In diesem Fall wäre es vielleicht besser zu sterben, ohne es überhaupt mitzukriegen.
So starb mein Vater. Er stand eines Abends aus seinem Sessel auf, machte einen Schritt und sank zu Boden. Der Notarzt traf binnen weniger Minuten ein, aber es war schon vorbei. Und ich bin sicher, mein Vater hatte keine Ahnung, dass dies seine letzten Augenblicke auf Erden waren.
Mom wusste, dass sie starb. Und ich glaube, sie ließ es sich wissen, weil sie in Frieden und Freude damit umgehen konnte. Dad konnte das nicht und traf deshalb die Wahl, abrupt davonzugehen. Da war keine Zeit mehr für den Gedanken: »O Mann, ich sterbe. Ich bin wirklich dabei zu sterben.« Und ich glaube, dass es ganz ähnlich in den dreiundachtzig Jahren seines irdischen Daseins keinen Augenblick gab, in dem er sich sagte: »O Mann, ich lebe wirklich.« Mom wusste jede Minute, dass sie »wirklich lebte«. Sie wusste um das Wunder und den Zauber all dessen. Dad wusste davon nichts.
Mein Vater war ein interessanter Typ, und seine Gedanken über Gott, das Leben und den Tod waren ein Widerspruch in sich. Mehr als einmal ließ er mich an seiner absoluten Verwunderung über ganz alltägliche Begebenheiten teilhaben, wie auch an seinem absoluten Unglauben daran, dass nach dem Tod noch irgendetwas geschieht.
Ich erinnere mich an eine bezeichnende Unterhaltung zwei Jahre vor seinem Tod, bei der er über seine Existenz nachdachte. Es war kein sehr langes Gespräch. Ich hatte ihn gefragt, worin seiner Meinung nach der Sinn des Lebens bestünde. Er sah mich völlig verdutzt an und erwiderte: »Davon verstehe ich gar nichts.« Und als ich ihn fragte, was er glaube, was nach dem Tod passiere, antwortete er: »Nichts.«
Ich drängte ihn, noch mehr zu sagen. »Dunkelheit. Ein Ende. Das ist alles. Du schläfst ein und wachst nie wieder auf.«
Ich war bestürzt. Es entstand betretenes Schweigen, und dann beeilte ich mich, die Leere mit allen möglichen Versicherungen zu füllen, und sagte, dass er sich doch ganz gewiss irren und uns auf »der anderen Seite« eine ganz außergewöhnliche Erfahrung erwarten müsse. Ich begann ihm meine diesbezüglichen Vorstellungen zu schildern, aber er würgte mich mit einer unwirschen Handbewegung ab. »Kacke«, murmelte er. Und das war’s.
Ich war überrascht, weil ich Dad als einen Mann kannte, der sogar noch in seinen Achtzigern jeden Abend auf die Knie sank, um seine Gebete zu sprechen. Zu wem betete er, fragte ich mich, wenn er nicht an ein Leben glaubte, das heilig, und an einen Tod, der nur der Anfang ist? Und was war der Inhalt seiner Gebete? Vielleicht betete er, dass er sich irren möge. Vielleicht hoffte er wider alle Hoffnung.
Dieses Buch ist für alle Menschen, die so denken wie mein Dad, für alle, die vielleicht wider alle Hoffnung hoffen. Es ist für die, die einfach nicht wissen, was nach dem Tod geschieht, und deshalb kaum über eine Grundlage verfügen, die sie tiefer gehend verstehen lässt, was im Leben geschieht und warum. Es ist für die, die sich keinerlei Rezepts bewusst sind, nach dem das Leben für sich genommen funktioniert. Es ist für die, die verwirrt sind, es ist für die, die nicht verwirrt sind und meinen, ein paar Dinge über all das zu wissen, sich aber doch ab und zu fragen, ob sie wirklich Recht haben … und es ist für die, die vielleicht einfach nur Angst haben.
Dieses Buch ist auch für jene, die in keine der oben genannten Kategorien passen, aber gerne einem anderen Menschen helfen möchten, der zu einer dieser Gruppen gehört, und nicht wissen, wie. Was sagt man zu jemandem, der im Sterben liegt? Wie tröstet man die, die weiterleben? Was sagt man in diesen Augenblicken zu sich selbst? Das sind keine leichten Fragen. Jetzt sehen Sie, warum Sie sich zu diesem Punkt gebracht haben. Wissen Sie, es IST wirklich ein Wunder, dass Sie diesen Text gefunden haben. Vielleicht ein kleines Wunder, wie das eben mit den Wundern so ist, aber dennoch ein Wunder. Ich glaube, dass es so ist, wie ich gesagt habe. Ich glaube, Ihre Seele hat Sie aus dem gleichen Impuls heraus zu diesem Buch hingezogen, aus dem wir alle immer weiter zu unserem nächsten Schritt getrieben werden, zu unserer nächsten Einsicht, zu unserem nächsten Verstehen und letztlich zum Göttlichen.
Niemand muss diesem Impuls folgen. Wir können jeden Augenblick den Kurs ändern. Wir können die Richtung wechseln. Oder wir können auch still stehenbleiben und, in unserer Verwirrung steckengeblieben, lange Zeit nirgendwo hingehen. Irgendwann aber werden wir uns alle wieder voranbewegen und letztlich unweigerlich unser Ziel erreichen.
Das Ziel ist für uns alle das gleiche. Wir befinden uns alle auf einer Reise nach Hause, und wir werden alle dort ankommen. Gott wird nicht zulassen, dass es nicht so ist.
Das ist, in drei Sätzen zusammengefasst, die Botschaft dieses ganzen Textes.

1
Alle tun alles für sich selbst … Wenn du begreifst, dass das auch für das Sterben gilt, wirst du vor dem Sterben nie wieder Angst haben.
 
 
ES IST UNMöGLICH, dass du ohne Gott lebst oder stirbst, aber es ist nicht unmöglich, dass du denkst, du würdest es tun.
Wenn du denkst, dass du ohne Gott lebst oder stirbst, wirst du die Erfahrung machen, dass du es tust.
Du kannst diese Erfahrung so lange machen, wie du es wünschst. Du kannst sie beenden, wann immer du dich dazu entscheidest.
 
Ich glaube, das sind heilige Worte. Ich glaube, sie kamen direkt von Gott. In den letzten vier Jahren geisterten sie mir immer wieder durch den Sinn. Jetzt erkenne ich, dass sie eine Einladung an mich waren. Eine Einladung Gottes zu einem umfassenderen Gespräch.
 
DU HAST RECHT. Ich wollte sichergehen, dass wir dieses umfassendere Gespräch führen. Deshalb habe ich dir jedes Mal diese Worte eingegeben, wenn du ernsthaft über das Leben oder den Tod nachdachtest, und wenn es auch nur für einen Moment war. Dies ist ein Gespräch, das du nur widerwillig führen wolltest und wiederholte Male aufgeschoben hast.
Ja, ich weiß. Das lag nicht daran, dass ich mich vor einem tiefgehenden Gespräch über das Leben oder auch den Tod gefürchtet hätte. Es ist nur so, dass es sehr komplexe Themen sind und ich sichergehen wollte, auf ein umfassendes Gespräch darüber wirklich vorbereitet zu sein. Ich wollte psychisch und nun ja, vermutlich auch spirituell, dafür bereit sein.
 
HAST DU DAS Gefühl, jetzt so weit zu sein?
Ich hoffe es. Ich kann dieses Gespräch nicht ewig aufschieben. Selbst wenn ich es versuchte, würdest du mir nur immer weiter diese Worte in den Kopf setzen.
 
RICHTIG, DAS WÜRDE ich. Weil es die Worte sind, die ich dich hören lassen will, selbst wenn du es nie bis zum ausführlichen Gespräch schaffen solltest.
 
Okay, ich habe sie gehört.
 
ICH WILL, DASS du sie immer und immer wieder hörst.
Es ist unmöglich, dass du ohne Gott lebst oder stirbst, aber es ist nicht unmöglich, dass du denkst, du würdest es tun.
Wenn du denkst, dass du ohne Gott lebst oder stirbst, wirst du die Erfahrung machen, dass du es tust.
Du kannst diese Erfahrung so lange machen, wie du es wünschst. Du kannst sie beenden, wann immer du dich dazu entscheidest.
Diese Worte übermitteln alles, was ein Mensch je wissen muss, der sich vor dem Leben oder Sterben fürchtet.
Dann können wir das Gespräch ja an dieser Stelle beenden.
 
KÖNNEN WIR. WIE sehr möchtest du denn deine höheren Erkenntnisse vertiefen? Solltest du dich zu einer Fortsetzung dieses Gesprächs entschließen, werde ich dir weitere hundert Worte präsentieren – eine Hundert-Worte-Formel fürs ganze Leben.
 
Na, das ist ja ein verlockendes Angebot.
 
GENAU DAS SOLLTE es auch sein.
Und es hat funktioniert. Jetzt werde ich das Gespräch nicht mehr abwürgen. Da führe ich nun also – wieder einmal – ein Gespräch mit Gott über das Leben und das Sterben.
 
JA, ABER DU schaust dir viele Dinge an, über die wir bisher noch nie gesprochen haben.
 
Und wer soll das glauben …
 
DAS SPIELT KEINE Rolle. Du führst dieses Gespräch für dich selbst, nicht für irgendjemand anders.
 
Das muss ich mir immer wieder in Erinnerung rufen.
 
DIE MENSCHEN MEINEN so oft, etwas für einen anderen zu tun, wo sie es doch in Wirklichkeit für sich selbst tun. Alle tun alles für sich selbst. Wenn du zu diesem Bewusstsein erwachst, hast du einen Durchbruch erzielt.
Und wenn du begreifst, dass das auch für das Sterben gilt, wirst du vor dem Sterben nie wieder Angst haben. Und wenn du keine Angst mehr vor dem Sterben hast, hast du auch keine Angst mehr vor dem Leben. Dann wirst du dein Leben bis zum allerletzten Augenblick voll und ganz leben.
 
Halt. Warte mal eine Minute. Willst du damit sagen, dass ich, wenn ich sterbe, es für mich selbst tue?
 
NATüRLICH. FüR WEN denn sonst?

2
Wenn du erst einmal die meisten deiner Fragen zum Tod beantwortet hast, hast du auch die meisten deiner Fragen zum Leben beantwortet.
 
 
Nun, das ist ein ausgesprochen interessanter Anfang. Das ist eine sehr faszinierende Aussage.
 
DIE ERSTE VON vielen, die es hier geben wird. Doch wird uns unser Gespräch in Gefilde führen, die nicht nur faszinierend, sondern für manche Leute auch ganz unglaublich sein werden. Von solcher Art sind auch die Erinnerungen, um derentwillen du gekommen bist.
 
Die Erinnerungen?
 
ES IST SO, wie ich dir schon in früheren Gesprächen sagte. Ihr braucht nichts zu lernen, ihr braucht euch nur zu erinnern. Das Gespräch, das wir nun führen werden, wird dir, wie alle unsere Gespräche, dabei helfen. Es wird dich durch eine Reihe von Erinnerungen in Bezug auf das Leben und den Tod führen.
Du wirst feststellen, dass viele von ihnen mit dem Tod zu tun haben. Das ist so beabsichtigt, weil du durch ein tieferes Verständnis vom Tod auf die rascheste Art zu einem tieferen Verständnis vom Leben gelangst.
Einige der Erinnerungen mögen dich überraschen, weil sie vieles von dem, was du deiner Meinung nach schon wusstest, in Frage stellen werden. Andere werden überhaupt keine Überraschung für dich sein. Sobald du sie vernimmst, wird dir bewusst, dass du das schon immer gewusst hast. Zusammengenommen werden sie dich zu dir selbst zurückbringen und an alles erinnern, was du wissen musst, um die Erfahrung zu machen, dass du In Gott Zuhause Bist.
 
Wir Menschen haben schon so lange darauf gewartet, ein neues Gespräch über diese größeren und umfassenderen Dinge zu führen. Das meiste von dem, was wir hier an Gedanken, Meinungen und Glaubensvorstellungen in unserer kollektiven Realität bewahren, entstammt vergangenen Zeitaltern. Da könnten wir ein paar »neue Weisheiten und Erkenntnisse« gut gebrauchen.
 
ALLE MENSCHEN HABEN, wenn sie zur Welt kommen, die ganze Weisheit des Universums in ihre Seelen eingeprägt. Sie ist in der DNS von allem und jedem enthalten. Ja, man könnte die DNS (bzw. DNA) geradezu als ein Synonym für Divine Natural Awareness, für Göttliches Natürliches Bewusstsein bezeichnen.
Alles Lebendige hat dieses natürliche Bewusstsein eingebaut. Es ist Bestandteil des Systems. Es ist Bestandteil des Prozesses, den ihr Leben nennt. Deshalb kommt den Menschen große Weisheit, wenn sie ihr begegnen, oft so vertraut vor. Sie können sie fast sofort akzeptieren. Es gibt keinen Widerspruch, keinen Streit darüber. Da ist nur ein Erinnern. Das ist Teil ihres Göttlichen Natürlichen Bewusstseins. Es steckt sozusagen »in ihrer DNS«. Da ist dieses Gefühl von »Ah ja, natürlich.« Lass uns nun also wirklich dieses neue Gespräch eröffnen. Ein Gespräch, das dir erlauben wird, dich an das zu erinnern, was du schon immer wusstest. Lass uns mit frischer Stimme über diese Dinge reden, damit du dein zellulares Gedächtnis auffrischen und deinen Weg nach Hause finden kannst.
 
Ich kann doch auch in und bei Gott zu Hause sein, während ich noch am Leben bin, oder? Ich meine, ich muss nicht warten, bis ich sterbe, um »nach Hause« kommen zu können, nicht wahr?
 
MUSST DU NICHT.
Dann sag mir noch einmal, damit ich es ganz klar kapieren kann, warum so viele von diesen »Erinnerungen« mit dem Tod zu tun haben.
 
DER TOD IST das größte Rätsel des Lebens. Wenn du dieses Rätsel entschlüsselst, entschlüsselst du alles. Wenn du erst einmal die meisten deiner Fragen zum Tod beantwortet hast, hast du auch die meisten deiner Fragen zum Leben beantwortet.
Dann weißt du, wie du Zuhause In Gott Sein kannst, ohne zu sterben.
 
Ich hab’s begriffen. Großartig.
ABER ICH RATE dir, dir nicht in den Kopf zu setzen oder zu erwarten, dass alle das hier Gesagte unbedingt »kapieren« müssen, denn dann wirst du am Ende dahin kommen, dass du dieses Gespräch »redigierst und überarbeitest«, um sicherzugehen, dass möglichst viele Menschen es verstehen und damit einverstanden sind.
 
Oh, das würde ich nie tun.
 
DU KÖNNTEST IN Versuchung geraten, wenn du meinst, dass andere es als belanglos abtun oder sich darüber lustig machen könnten.
 
Das glaube ich nicht.
 
ES WIRD ABSCHNITTE in diesem Gespräch geben – vor allem, wenn wir auf die ganze Kosmologie des Lebens zu sprechen kommen -, die vielen Menschen äußerst »abgefahren« vorkommen werden.
Ich zweifle nicht daran, dass die von uns unternommenen Erkundungen und Gedankenausflüge dich in deiner Fähigkeit fördern werden, die Wahrheit über das Leben und den Tod zutiefst zu verstehen. Doch könnte sich manches davon dermaßen weit hergeholt und esoterisch ausnehmen, dass du doch versucht sein könntest, es herauszuredigieren.
 
Nein, das wird nicht passieren. Meine Verpflichtung diesem Gespräch gegenüber besteht darin, eine getreue Niederschrift anzufertigen und nichts auszulassen, das deiner Absicht nach drin stehen soll.
GUT, DANN LASS uns fortfahren. Hier ist:
Die erste Erinnerung
Das Sterben ist etwas, was du für dich selbst tust.
Das ist eine äußerst interessante Aussage, denn ich sehe mich nicht das Sterben für überhaupt jemanden »tun«. Ich betrachte es als nichts, was ich tue. Ich betrachte es als etwas, was mir widerfährt, was mir geschieht.
 
ES GESCHIEHT DIR. Und es geschieht durch dich.
Alles, was dir geschieht, geschieht DURCH dich. Und alles, was DURCH dich geschieht, geschieht FÜR dich.
 
Ich habe mir das Sterben einfach nie als etwas vorgestellt, das ich absichtlich oder vorsätzlich tue, geschweige denn für mich selbst unternehme.
 
DU TUST ES für dich selbst, weil das Sterben eine wundervolle Sache ist. Und du tust es »mit Absicht oder Vorsatz« aus Gründen, die klar werden, wenn wir tiefer in dieses Gespräch eintauchen.
 
Das Sterben ist eine wundervolle Sache?
 
JA. DAS, WAS ihr den »Tod« nennt, ist etwas Wunderbares. Deshalb sei nicht zutiefst traurig und bekümmert, wenn jemand stirbt, und sieh auch nicht deinem eigenen Tod mit Traurigkeit oder düsteren Gefühlen entgegen. Heiße den Tod willkommen, wie du das Leben willkommen geheißen hast, denn der Tod IST Leben in einer anderen Form.
Heiße den Tod eines anderen Menschen in stillem Feiern und tiefem Glück willkommen, denn ihn erwartet wunderbare Freude.
Hier ist der Weg zu einer friedvollen Erfahrung des Todes – sei es dein eigener oder der eines anderen Wesens: Wisse, dass die sterbende Person diesen Vorgang immer verursacht hat.
Und das ist:
Die zweite Erinnerung
Du bist die Ursache deines eigenen Todes. Das stimmt immer, ganz gleich wo oder wie du stirbst.

3
Glaubst du denn, dass das Sterben etwas ist, das gegen deinen Willen geschieht?
 
 
Mann, du hältst dich hier ja wirklich an deine Worte. Das werden viele Leute nur sehr schwer glauben können.
 
DEM LEBEN LIEGEN einige Prinzipien zu Grunde, die wir in Kürze eingehender betrachten werden. Prinzipien, die es dir möglicherweise leichter machen, dir in deiner Realität einige dieser Erinnerungen stärker zu vergegenwärtigen.
Wenn wir diese grundlegenden Prinzipien ausgiebiger erkunden, wirst du zur Erkenntnis gelangen, dass euer so genannter Tod ein machtvoller Schöpfungsmoment ist.
 
Siehst du? Noch so ein faszinierender Gedanke. Der Tod ist ein »Schöpfungsmoment«?
 
ER IST EINER der machtvollsten Momente, denen du je begegnest. Er ist ein Werkzeug. Wenn er so genutzt wird, wie es beabsichtigt war, kann der Tod etwas ganz Außergewöhnliches erschaffen. Auch das wird dir alles noch erklärt werden.
 
Der Tod ist ein Werkzeug? Er ist nicht ganz einfach eine Durchgangstür, eine Pforte?
ER IST EINE Pforte, doch handelt es sich um eine magische Pforte, weil die Energie, mit der du durch sie hindurchgehst, darüber bestimmt, was sich auf der anderen Seite befindet.
 
Okay, okay, stopp. Mir geht die Luft aus. Können wir hier ein kleines bisschen langsamer vorgehen? Können wir einiges davon noch einmal durchgehen und ein paar leere Stellen ausfüllen? Was du gerade gesagt hast, wirft eine Menge Fragen auf.
 
WIR WERDEN SIE uns alle anschauen. Wir werden jede beantworten.
 
Großartig. Fangen wir also mit dem Gedanken an, dass wir den Tod als Werkzeug nutzen sollen. Das ist brandneu für mich. Ein Werkzeug benutzt man vorsätzlich. Ein Werkzeug ist etwas, das man benutzen will. Aber ich will nicht sterben. Niemand will sterben.
 
JEDER WILL STERBEN.
Jeder will sterben?
 
NATüRLICH, SONST WÜRDE ja niemand sterben. Glaubst du denn, dass das Sterben etwas ist, das gegen deinen Willen geschieht?
 
So sieht es für eine ganze Menge Leute sicherlich aus.
 
NICHTS GESCHIEHT GEGEN deinen Willen. Das ist ganz unmöglich. Hier ist:
Die dritte Erinnerung
Du kannst nicht gegen deinen Willen sterben.
Wenn ich das für wahr halten könnte, wäre das ungemein tröstlich; das zu wissen, wäre wunderbar heilsam. Aber wie kann ich das als meine Wahrheit annehmen, wenn ich die Erfahrung mache, dass eine Menge Dinge geschehen, von denen ich nicht will, dass sie geschehen?
 
NICHTS GESCHIEHT, WAS du nicht geschehen lassen willst.
 
Nichts?
 
NICHTS.
DU KANNST dir EINBILDEN, dass Dinge geschehen, die deinem Willen nach nicht geschehen sollen. So ist es aber in Wirklichkeit nicht; es erlaubt dir bloß, dich für ein Opfer zu halten.
Nichts hält dich in deiner evolutionären Entwicklung stärker zurück als dieser eine Gedanke. Der Gedanke oder die Vorstellung, zum Opfer geworden zu sein, ist ein sicheres Zeichen von beschränkter Wahrnehmung. In Wirklichkeit kann es das nicht geben, dass du zum Opfer gemacht wirst.
 
Verdammt hart, jemandem, dessen Tochter vergewaltigt, dessen ganzes Dorf in einem brutalen Akt »ethnischer Säuberung« ausradiert worden ist, zu sagen, dass niemand zum Opfer gemacht wurde.
 
SO MIT MENSCHEN zu reden, die mitten im Leiden stecken, wäre nicht sehr förderlich. Sei in solchen Augenblicken einfach mit tiefem Mitgefühl, in wahrhaftiger Anteilnahme und heilender Liebe bei ihnen. Biete ihnen als Heilmittel für ihren Schmerz keine spirituellen Plattitüden oder intellektuellen Höhenflüge an. Heile zuerst den Schmerz und heile dann den Gedanken, der den Schmerz geschaffen hat.
Natürlich stimmt es im menschlich herkömmlich verstandenen Sinn, dass es die gibt, die »Opfer« schrecklicher Ereignisse und Lebensumstände geworden sind. Doch die Erfahrung, ein Opfer zu sein, kann nur im Kontext des normalen – und daher extrem beschränkten – menschlichen Gewahrseins Realität besitzen.
Wenn ich sage, dass in Wirklichkeit niemand zum Opfer gemacht werden kann, spreche ich von einer völlig anderen Bewusstseins- und Gewahrseinsebene aus. Eine Ebene, die Menschen durchaus erlangen können, wenn ihr Schmerz erst einmal geheilt ist.
 
Ich denke, viele Menschen werden deine Aussagen nur schwer annehmen können, gleich ob sie gerade emotional Schmerzen durchleiden oder nicht.
 
ICH SAGE HIER nichts anderes als das, was fast alle traditionellen Weltreligionen seit vielen Jahrhunderten verkünden. »Die Wege des Herrn sind unergründlich«, so sagen sie. »Hab Vertrauen in Gottes vollkommenen Plan.«
Wir werden im Verlauf dieses Gesprächs noch die Gelegenheit haben, diesem Gedanken vom vollkommenen Plan nachzugehen. Und wir werden uns auch ansehen, wie es kommt, dass viele verschiedene Seelen gemeinsam interagieren, um aus einem ganz bestimmten und perfekten Grund auf ganz bestimmte und perfekte Weise die individuellen und kollektiven Resultate des Lebens auf Erden herbeizuführen. Tatsache ist, dass ich DICH bitten werde, MIR ein Beispiel dafür zu geben.
 
Tatsächlich?
 
JA. UND DANN wirst du ganz genau wissen, wovon ich rede. Für den Moment aber gib dich zufrieden mit dem Wissen, dass alle Dinge in Vollkommenheit geschehen.
 
Ich will’s versuchen. Ich will versuchen, diesen Gedanken im Geist und Herzen zu bewahren, wie du mich gebeten hast. Aber du gehst hier ziemlich rasch vor. Wir führen dieses Gespräch noch nicht besonders lange und du befasst dich schon … wie soll ich sagen? … mit der Ozonsphäre. Ich will ja nicht respektlos sein, aber wohin soll dieses Gespräch führen?
 
DAHIN, WO DU schon immer hin wolltest.
Und das ist …?
 
ZUR WAHRHEIT.

4
Es gibt keine Wahrheit außer der, die in deinem Innern existiert. Alles andere ist nur das, was dir irgendwer erzählt hat.
 
 
Nun, das habe ich ganz bestimmt schon mal gehört. Alle versuchen sie mir zu erzählen, dass sie diejenigen sind, die mich zur Wahrheit führen.
 
JA, ABER ES gibt nur eine Person, die dich dort hinbringen kann.
 
Und wer ist das? Du?
 
NEIN.
Wer dann?
 
DU.
Ich?
 
JA DU. DU bist der Einzige, der dich zur Wahrheit bringen kann, weil die Wahrheit nur an einem einzigen Ort existiert.
 
Sag’s mir nicht … sie existiert »in meinem Innern«.
RICHTIG. ES GIBT keine Wahrheit außer der, die in deinem Innern existiert. Alles andere ist nur das, was dir irgendwer erzählt hat.
 
Einschließlich dessen, was du hier gerade gesagt hast!
 
NATüRLICH. GANZ GENAU.
Was hat dann dieses ganze Gespräch für einen Sinn? Oder was hat es, was das angeht, für einen Sinn, dass überhaupt je irgendwer irgendjemandem in irgendeiner Sache zuhört?
 
ICH HABE NICHT gesagt, dass nichts im Außen dich zu deiner Wahrheit führen kann. Ich habe nur gesagt, dass du der Einzige bist, der dich dorthin bringen kann.
 
Aber wenn ich meinen eigenen Weg zur Wahrheit über das Leben und über den Tod kennen würde, würde ich dich nicht danach fragen. Dann würde ich jetzt nicht diesen Dialog führen, oder?
Ich kenne eine Menge Leute, die in ihren Gebeten darum bitten; die angesichts ihrer tiefsten Fragen zum Leben und zum Tod um eine Antwort, um etwas Führung bitten und beten. Und wenn Menschen beten und Gott um eine Antwort bitten und sie dann – oft in sehr klarer Form – bekommen, sagen sie, dass Gott ihre Gebete erhört hat, dass sie Antwort erhalten haben.
Man könnte sagen, dass genau das meine Erfahrung ist. Dies hier, dieses ganze Gespräch, empfinde ich als eine Form von Gebet, auf das ich eine Antwort erhalte.
DAS IST EINE wunderbare Aussage, weil sie zufällig wahr ist!
 
Deshalb protokolliere ich dieses ganze Gespräch, diesen ganzen Prozess. Ich schreibe alles auf.
 
ACHTE NUR DARAUF, bei anderen nicht den Eindruck zu erwecken, dass die Klarheit außerhalb von ihnen existiert und sie sich an einen anderen wenden müssen – zum Beispiel an dich -, um Antworten zu bekommen. Achte darauf, dass keine Situation entsteht, in der andere dich darum beneiden, dass du einen Weg zur Weisheit gefunden hast, denn dann werden sie wollen, dass du ihnen den Weg zeigst, und das wäre kontraproduktiv und könnte sogar gefährlich werden.
 
Gefährlich?
 
AN DEM TAG, an dem andere Leute zu glauben beginnen, dass du Zugang zu Antworten von Gott hast, zu denen sie keinen Zugang haben, wirst du zur Gefahr. Es ist deine Aufgabe, alles dir Mögliche zu tun, dass man das nicht von dir denkt. Du wärest gut beraten, dich nicht zu einem besonderen Fall machen zu lassen.
Ergreife alle dir nötig erscheinenden Maßnahmen, um dich zu »ent-besonderen«. Natürlich bist du etwas Besonderes. Es geht hier darum, den etwaigen Gedanken in den Köpfen anderer auszuräumen, dass du irgendwie noch besonderer bist als andere.
 
Was schlägst du vor?
TU ETWAS, DAS für die Art von Mensch, zu der dich manche andere in ihrer Vorstellung machen wollen, völlig untypisch ist. Tu etwas, was ein »Heiliger« oder »Guru« nie tun würde. Manage eine Rockband. Werde Entertainer. Eröffne eine Bowlinghalle.
 
Gibt es keine Heiligen, die Besitzer von Bowlinghallen sind? Gibt es keine Gurus, die Entertainer sind?
 
MACHST DU WITZE. ALLE sind sie das.
Potz Blitz.
 
DIE LEUTE DENKEN nur nicht, dass sie es sind. Das ist der Punkt. Mach also etwas Haarsträubendes, was die Leute veranlasst, sich am Kopf zu kratzen und von der Meinung Abstand zu nehmen, du seist etwas Besonderes; ja, was sie sogar dazu bringt, dir vorzuwerfen, du seist ausgesprochen »un-besonders«.
 
Ich habe den Leuten meine Lebensgeschichte erzählt, und das sollte verdammt noch mal reichen, um sie dahin zu bringen. Ich habe genug Fehler gemacht, genug Dinge getan, die kein Mensch billigen kann, um es allen unmöglich zu machen, mir eine Sonderstellung zuzuweisen.
 
ES STIMMT, DASS du ein unvollkommener Bote bist – was dich perfekt macht.
 
Weil niemand die Botschaft mit dem Boten verwechseln kann.
SEHR UNWAHRSCHEINLICH. Außer du lässt sie. Also bleib einfach menschlich. Vergib dir selbst und bitte andere um Vergebung für alle deine Fehler, die alten und die neuen. Dann geh hin und sag allen, dass die Antworten, nach denen sie suchen, in ihrem Innern existieren.

5
Ganz gleich, in welche Richtung du gehst, du wirst unfehlbar nach Hause gelangen.
 
 
Das den Leuten zu sagen, ist ja schön und gut, aber es wurde schon so oft gesagt, dass es sich nur noch wie olle Kamellen anhört. Ich meine, von »Die Antwort existiert in deinem Innern« ist es nur noch ein Schritt zu »Die Macht ist mit dir«.
 
UND DOCH BIN ich hier, um dir zu sagen, dass du bei deiner Geburt schon alles wusstest, was du je wissen musst. Ja, du kamst hierher, um das zu demonstrieren.
 
Diese Aussagen, die du da machst, sind so … ich weiß nicht … so abgekoppelt von unseren konkreten Erfahrungen. Wie soll ich glauben, dass alle Antworten »in meinem Innern« existieren, und das schon seit meiner Geburt, wenn ich erlebe, dass ich so viel zu lernen habe?
 
DU HAST NICHTS zu lernen. Du brauchst dich nur zu erinnern. Das Leben ist ein Wachstumsprozess. Wachstum ist der Hinweis auf die Gegenwart und den Ausdruck der Göttlichkeit. Alles im Leben funktioniert auf diese Weise.
Betrachte den Baum vor deinem Fenster. Jetzt, da er viereinhalb Meter hoch ist und sein gewaltiges Schattendach über dir ausbreitet, weiß er nicht mehr, als er als winziger Keimling wusste. Alle Information, die er brauchte, um das zu werden, was er heute ist, war in seinem Samenkorn enthalten. Er brauchte nichts zu lernen. Er musste nur wachsen. Und um zu wachsen, nutzte er die seinem zellularen Gedächtnis eingeprägte Information. Du bist diesem Baum nicht unähnlich.
Habe ich nicht gesagt: »Noch bevor ihr fragt, werde ich geantwortet haben?«
 
Ja, ja, aber … nun, ich muss nochmal fragen …, was ist denn der Sinn dieses Gesprächs? Warum mit jemandem über irgendetwas reden, geschweige denn zu Gott beten oder mit ihm sprechen?
 
AUCH DER BAUM braucht die Sonne, damit sie sein Wachstum anspornt und beschleunigt.
Alles Leben ist miteinander verbunden, miteinander vernetzt. Kein Aspekt oder keine Individuation des Ganzen handelt unabhängig von irgendeinem anderen Aspekt oder irgendeiner anderen Individuation. Das Leben ist fortwährend interaktiv dabei zu erschaffen. Wir bringen auf wechselseitige und wechselwirksame Weise Resultate hervor. Es gibt keine andere Möglichkeit, wie Wir sie hervorbringen KÖNNEN.
Dein Gespräch mit anderen und alle Informationen, die dir aus deiner Außenwelt zukommen, sind den Strahlen der Sonne vergleichbar. Sie bewirken, dass die Samenkörner in dir wachsen.
Es gibt viele Dinge in deiner Außenwelt, die dich in die Richtung deiner inneren Wahrheit führen können. Aber auch diese Menschen, Orte, Gegenstände und Ereignisse sind nur Zeichen der Erinnerung. Sie sind wie Wegweiser.
Das ist es, worum es in der »Außenwelt« faktisch geht. Die physische Welt soll dir einen Kontext liefern, in dem du im Äußeren die Erfahrung dessen machen kannst, was du im Innern weißt.
 
Und so profitiere ich ganz konkret von meiner Umwelt, die sich mir so zeigt, wie sie sich eben zeigt.
 
ALLE MENSCHEN TUN das. Deshalb habe ich gesagt: »Richtet und verurteilt nicht«, wenn ihr auf diese Welt schaut und auf alles, was euch geschehen ist.
Lass uns in diesem Gesprächsabschnitt den Baum weiterhin als unseren Freund nehmen, der uns zu einem tieferen Verständnis verhelfen wird.
Stellen wir uns vor, du bist tief in einen Wald hineingegangen. Du bist noch nie zuvor so tief in den Wald vorgedrungen und weißt, dass du wahrscheinlich ein paar Probleme haben wirst, deinen Ausgangspunkt wiederzufinden. Daher markierst du auf deinem Weg die Bäume. Wenn du nun wieder den Rückweg antrittst, siehst du diese Markierungen und erinnerst dich, dass du sie dort angebracht hast, damit du den Weg aus dem Wald findest. Diese Markierungen befinden sich außerhalb deiner selbst. Sie werden dich letztlich wieder nach Hause führen, aber sie selbst sind nicht das »Zuhause«. Diese Markierungen zeigen dir die Spur, den Pfad, den Weg – und der Weg kommt dir vertraut vor. Du erkennst ihn. Du »er-kennst« ihn wieder oder »weißt ihn wieder«. Aber der Weg ist nicht das Ziel. Nur du kannst dich ans Ziel bringen.
Andere können dich zu einem Pfad führen, andere können dir ihren Weg zeigen, aber nur du kannst dich selbst zum Ziel bringen. Nur du kannst dich dazu entscheiden, Zuhause In Gott zu Sein.
Deine Außenwelt ist der Pfad. Ihr Sinn und Zweck ist es, dich zurück nach Hause zu führen. Ja, genau das ist der Sinn und Zweck all der Ereignisse in deiner Außenwelt. Deshalb hast du sie dorthin verbracht.
 
Sie sind die Markierungen an den Bäumen.
 
SO IST ES.
Aber wenn ich alles in meiner Außenwelt an seinen Platz stelle, damit ich mich selbst zu meiner inneren Wahrheit zurück führen kann – das sagst du doch hier, oder -?
 
DAS SAGE ICH. Du hast genau verstanden.
- also, wenn ich das tue, dann würde ich mir doch gewissermaßen dieses Buch selbst in die Hände legen.
 
DAS IST RICHTIG.
Ich habe »ursächlich bewirkt«, dass dieses Material mir genau so zukommt, wie es mir jetzt zukommt. Es ist ein Wegweiser. Es ist eine Markierung an einem Baum.
 
JETZT SIEHST DU die Dinge klar. Das ist genau Was So Ist.
Aber wenn nun alles in meiner Außenwelt ein Wegweiser ist, wie hat dann irgendein einzelner Teil davon irgendeine Bedeutung? Das ist doch so, wie wenn ich eine Straße entlanggehe und an eine Kreuzung komme, nur um festzustellen, dass zwar all die Wegweiser in verschiedene Richtungen deuten, aber auf allen steht: HIER GEHT’S NACH HAUSE.
 
JETZT SIEHST DU die Dinge wirklich klar.
Was um Himmels willen willst du damit sagen?
 
ICH SAGE: Ganz gleich, in welche Richtung du gehst, du wirst unfehlbar nach Hause gelangen.
 
Dann ist es egal, welchen Pfad ich nehme.
 
NEIN, DAS IST es nicht.
Es ist nicht egal, welchen Pfad ich nehme?
 
DAS IST ES unbedingt, absolut und ganz entschieden nicht.
 
Warum sollte ich es mir dann angelegen sein lassen, den einen statt den anderen Pfad zu nehmen? Was macht es für einen Unterschied, wenn alle Wege nach Hause führen?
 
MANCHE PFADE SIND weniger anstrengend.

6
Was immer du tust, glaub nicht, was hier gesagt wird.
 
 
Ah! Manche Wege sind also besser als andere.
 
»WENIGER ANSTRENGEND« IST eine faktische Beschreibung, »besser« ist ein Urteil. Hier ist:
Die vierte Erinnerung
Kein Weg nach Hause ist besser als irgendein anderer.
Bist du sicher? Bitte lieber Gott, bitte, ich muss mir da gewiss sein. Fast jede Religion auf Erden behauptet genau das Gegenteil.
 
ICH SAGE ES dir noch einmal, damit es absolut klar ist: Kein Weg zurück nach Hause ist besser als irgendein anderer.
Alle Pfade bringen dich dorthin, weil es, um dahin zu gelangen, nichts weiter braucht als echtes Verlangen, ein reines und offenes Herz und das Vertrauen darauf, dass Gott keinen Grund hat, zu irgendjemandem aus irgendeinem Grund – schon gar nicht aus dem, dass jemand schlicht auf irgendeine andere Weise an Gott glaubt – zu sagen: »Nein, du kannst nicht mit und bei mir sein.«
Alle echten Religionen sind wunderbar, und alle echten spirituellen Lehren sind Pfade oder Wege zu Gott, und keine einzelne Religion und keine einzelne Lehre ist »richtiger« als eine andere. Es gibt mehr als nur einen Weg zum Gipfel des Berges.
Die Religion wurde von den menschlichen Kulturen geschaffen, um die in diese Kulturen Hineingeborenen im Wissen und Verständnis zu unterstützen, dass es eine immer gegenwärtige Quelle der Hilfe in Zeiten der Not gibt, eine Quelle der Stärke in Zeiten der Herausforderung, eine Quelle der Klarheit in Zeiten der Verwirrung, und eine Quelle des Mitgefühls in Zeiten des Schmerzes.
Die Religion ist auch eine Manifestation des instinktiven Bewusstseins der Menschheit davon, dass Rituale, Traditionen, Zeremonien und Bräuche einen enormen Wert als Markierungspunkte besitzen. Markierungspunkte, die einem Volk sein Dasein in der Welt bestätigen, und die das Bindemittel sind, das seine Kultur zusammenhält und dadurch dieses Dasein sichert.
Jede Kultur hat eine wunderschöne und einzigartige Tradition, eine wunderbare und essenzielle Wahrheit zu ehren und hochzuhalten: Es gibt etwas Größeres und Wichtigeres im Leben als die eigenen Wünsche oder sogar auch die eigenen Bedürfnisse; das Leben ist eine sehr viel tiefgründigere und bedeutungsvollere Erfahrung, als sich viele Menschen zunächst vorstellen; und in der Liebe, im wechselseitigen Anteilnehmen, im Vergeben, in der Kreativität, im Spielerischen, im Händereichen und im geeinten Bemühen um ein gemeinsames Ziel finden sich die tiefsten Befriedigungen und wunderbarsten Freuden menschlichen Erlebens.
So nehmt denn, ein jeder und eine jede von euch, seinen oder ihren eigenen Weg zu mir. Unternehmt eure eigene Reise nach Hause. Bekümmert euch nicht darum, wie andere ihre Reise gestalten und gebt kein Urteil darüber ab. Ihr werdet mich unfehlbar erreichen, so wie alle anderen auch. Ja, ihr alle werdet euch wieder begegnen, wenn ihr gemeinsam zu Hause seid, und ihr werdet euch fragen, warum ihr euch so herumgestritten habt.
 
Und gestritten haben wir uns, das kann man wohl sagen. Wir haben uns endlos gestritten. Wir haben uns bekämpft, wir haben getötet und wir sind gestorben, weil wir darauf beharrten, dass unser Weg der richtige Weg – ja, dass unser Weg der einzige Weg – in den Himmel ist.
 
JA, DAS HABT ihr.
Doch du sagst uns hier nun, dass kein Pfad oder Weg besser ist als ein anderer. Und ich muss sanft die Frage stellen, wie ich das glauben kann. Wie kann ich wissen, was ich glauben soll?
 
WAS IMMER DU tust, glaub nicht, was hier gesagt wird.
Wie bitte?
 
GLAUB NICHTS VON dem, was ich sage. Höre, was ich sage, und glaube dann das, von dem dein Herz dir sagt, dass es wahr ist. Denn dort in deinem Herzen liegt deine Weisheit, dort in deinem Herzen wohnt deine Wahrheit und dort in deinem Herzen residiert Gott in innigster Verbundenheit mit dir.
Ich bitte dich nur um eines.
 
Und das ist?
 
VERWECHSLE BITTE NICHT das, was sich in deinem Herzen findet, mit dem, was du in deinem Kopf hast. Was du im Kopf hast, ist dir von anderen eingegeben worden. Was sich in deinem Herzen findet, ist das, was du von mir mit dir trägst.
Du kannst dein Herz vor mir verschließen, und viele haben dies getan. Viele haben auch ihren Verstand verschlossen.
Und bitte, sag nicht anderen, dass ich sie verdammen werde, wenn SIE nicht das glauben, was du in DEINEM Kopf hast.
Und als Letztes: Was immer du tust, verdamme du sie nicht um meinetwillen.
 
Das machen wir immer wieder. Wir scheinen nicht zu wissen, wie wir damit aufhören sollen. Und jagen uns durch die reine Hölle.
 
DOCH HIER IST die gute Nachricht: Die Menschen müssen nicht die Hölle durchmachen, um in den Himmel zu kommen.
 
Wir müssen uns noch nicht einmal in diesen verwirrenden Wald hineinbegeben, wo wir die Bäume markieren müssen, um wieder herauszufinden. Wir können einen Bogen um ihn machen.
 
DAS IST RICHTIG.
Ganz egal, wie schön und verführerisch dieser Wald von der Straße aus aussehen mag, ich muss mich nicht ins Dickicht begeben, ich muss mich nicht in ihm verlieren und dann versuchen, meinen Weg zurück zu finden.
 
DAS STIMMT, DAS musst du nicht.
Jeden Tag verspreche ich mir, dass ich auf dem Weg bleiben werde, aber jeden Tag verführt mich das Leben dazu, mich in allen möglichen »Dramen« zu verfangen, die nichts mit dem zu tun haben, wer oder was ich bin oder wohin ich will. Und flugs steh ich wieder im Wald.
 
UND DA STEHST du immer noch.
Ich weiß. Mir kommen immer wieder die Worte von Robert Frost in den Sinn. Ich habe sie schon früher gehört, aber jetzt höre ich sie auf ganz neue Art …
 
Die Wälder sind dunkel, tief und schön.
Doch ich muss noch einlösen, was ich versprach,
Und Meilen geh’n, bevor ich schlaf,
Und Meilen geh’n, bevor ich schlaf.
 
ALSO KOMM JETZT mit mir. Lass uns zusammen zur »Lichtung« reisen, damit du zumindest die Bäume vom Wald unterscheiden kannst.
 
Okay. Machen wir uns auf die Reise zur Klarheit. Ich fand mich im Wald stehen, ich bin durch das dunkle Dickicht meiner Konflikte und Verwirrungen gestolpert, und ich will jetzt wirklich »nach Hause« kommen. Aber ist der kürzeste Weg nicht der bessere Weg? Ich meine, ist kürzer nicht »besser«? Und was ist der kürzeste Weg?
 
UM DIESE FRAGE zu beantworten, müssen wir definieren, was mit »Zuhause« gemeint ist. Was genau ist dieses »Zuhause«, zu dem die Leute zurückkehren möchten?
Die meisten Menschen denken, »nach Hause gehen« meint die Rückkehr zu Gott. Aber du kannst nicht zu Gott zurückkehren, weil du Gott nie verlassen hast – und deine Seele weiß das.
DU weißt es vielleicht nicht auf bewusster Ebene, aber deine Seele weiß es.
 
Aber was versucht meine Seele denn dann zu tun, wenn sie weiß, dass ich nicht zu Gott zurückzukehren brauche, weil ich nie von Gott weggegangen bin? Was, vom Standpunkt der Seele aus gesehen, ist der Sinn des Lebens auf Erden?
 
DAS KANN ICH dir in vier Worten sagen.
Deine Seele ist bestrebt, auf der Erfahrungsebene zu erleben, was sie weiß.
Deine Seele weiß, dass du Gott nie verlassen hast, und strebt danach, dies zu erfahren, dies zu er-leben.
Das Leben ist ein Prozess, bei dem die Seele Wissen in Erfahren umwandelt. Und wenn das, was du gewusst und erfahren und erlebt hast, zu einer gefühlten Realität wird, ist dieser Prozess vollendet.
Zuhause, so stellt sich heraus, ist ein Ort namens Vollkommene Vollendung.
Es ist das durch das Vollkommene Wissen und das Vollkommene Erfahren und das Vollkommene Fühlen zur Vollendung gekommene Vollkommene Bewusstsein von Wer Du Wirklich Bist. Es ist das Ende der Trennung zwischen Dir und der Göttlichkeit.
Diese Trennung ist eine Illusion, und deine Seele weiß das. Diese vollkommene Vollendung kann also als der Moment definiert werden, in dem die Trennung endet, als der Moment deiner Wiedervereinigung mit der Göttlichkeit.
 
Es ist keine wirkliche Wiedervereinigung, weil ich niemals nicht vereint war, aber wenn ich das vergessen habe, kann es sich wie eine Wiedervereinigung ausnehmen.
 
DAS IST RICHTIG. Das Geschehen im Moment der Wiedervereinigung besteht darin, dass du dich ganz einfach daran erinnerst, Wer Du Wirklich Bist, und die Erfahrung davon machst.
 
Also ist es in einem gewissen, allerdings nur sinnbildlich zu verstehenden Sinn eine »Rückkehr zu Gott«. Ganz genau genommen handelt es sich um eine Rückkehr zu dem Gewahrsein oder Bewusstsein der Tatsache, dass du Gott nie verlassen hast; dass du und Gott eins sind.
 
JA! UND DIE Rückkehr zu diesem Bewusstsein beinhaltet einen zweiteiligen Prozess. Dieses Bewusstsein wird erlangt durch ein Wissen und ein Erfahren, das ein Fühlen erzeugt.
Dieses Bewusstsein ist das Fühlen dessen, was du gewusst und erfahren hast.
Etwas zu wissen, ist die eine Sache. Eine ganz andere ist es, es zu erfahren. Und es zu fühlen, ist noch einmal etwas anderes.
Nur das Gefühl erzeugt volles Bewusstsein. Das Wissen allein kann nur ein partielles Bewusstsein hervorbringen. Und auch das Erfahren allein kann nur ein partielles Bewusstsein hervorbringen.
Du kannst das Wissen haben, dass du von göttlichem Wesen bist, aber wenn du die Erfahrung machst, dass dein Selbst göttlicher Natur ist, dann gelangt dein Bewusstsein durch das Leben dieses Gefühls zur vollkommenen Vollendung.
Du kannst das Wissen haben, dass du irgendein Aspekt des Göttlichen bist – zum Beispiel, dass du mitfühlend bist -, aber wenn du die Erfahrung machst, dass dein Selbst mitfühlend ist, dann gelangt dein Bewusstsein durch das Leben dieses Gefühls zur vollkommenen Vollendung.
Du kannst das Wissen haben, dass du großzügig bist, aber wenn du die Erfahrung machst, dass dein Selbst großzügig ist, dann gelangt dein Bewusstsein durch das Leben dieses Gefühls zur vollkommenen Vollendung. Du kannst das Wissen haben, dass du liebend bist, aber wenn du die Erfahrung machst, dass dein Selbst liebend ist, dann gelangt dein Bewusstsein durch das Leben dieses Gefühls zur vollkommenen Vollendung.
 
Wie oft habe ich schon gesagt, »ich hab das Gefühl, heute nicht ganz ich selbst zu sein«, und jetzt verstehe ich genau, was es damit auf sich hat.
 
WENN DU DAS Gefühl hast, nicht ganz du selbst zu sein, kommt das nicht daher, dass du nicht weißt, wer du bist, sondern daher, dass du es nicht erfährst. Du musst dem Wissen die Erfahrung hinzufügen, um ein Gefühl zu erzeugen.
Das Gefühl ist die Sprache der Seele. Bewusstheit und Bewusstsein des Selbst werden dadurch erlangt, dass dein Selbst zum vollkommenen Gefühl von Wer Du Wirklich Bist gelangt ist.
Da es sich bei dieser Bewusstseinswerdung um einen zweiteiligen Prozess handelt, gibt es zwei Pfade, über die sie erreicht wird. Die Seele gelangt zum Vollkommenen Wissen auf dem Pfad der spirituellen Welt, und zum Vollkommenen Erfahren auf dem Pfad der physischen Welt. Beide Pfade sind nötig, und deshalb gibt es auch zwei Welten. Bring sie zusammen und du hast die perfekte Umwelt, das perfekte Umfeld, in dem du das Vollkommene Gefühl erschaffen kannst, das das Vollkommene Bewusstsein hervorbringt.
Zuhause, so stellt sich heraus, ist ein Ort namens Vollkommene Vollendung.

7
Alle Seelen findet nach dem Tod Frieden. Nicht alle Seelen finden ihn schon davor.
 
 
Das ist eine wunderbare und umfassende Erklärung dessen, was bei dieser von uns »Leben« genannten Erfahrung wirklich vor sich geht.