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Früchte – Lebenselixier für Körper, Seele und Geist
Warum empfehlen Ernährungswissenschaftler, mindestens fünfmal am Tag Obst und Gemüse zu essen? Ursprünglich war diese »5 am Tag«-Regel zur Krebsprophylaxe entwickelt worden. Mittlerweile weiß man jedoch, dass sie auch vielen anderen ernährungsbedingten Krankheiten vorbeugt, zum Beispiel krankhaftem Übergewicht (Adipositas), Diabetes Typ II, Rheuma, Gicht, Arteriosklerose und damit auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wer viel Obst und Gemüse isst, schlägt den beiden Haupttodesursachen – Herzinfarkt und Krebs – gleichzeitig ein Schnippchen. Was viele nicht wissen: Früchte sind aufgrund der vielen wertvollen Vitalstoffe, die sie enthalten, nicht nur ideal zur Gesunderhaltung und Heilung unseres Organismus, sondern sorgen auch für gute Laune, heitere Gelassenheit und Lebensfreude. Damit beugen sie Überlastungen durch Stress und Depressionen vor.
»Früchte und Gemüse sind die Eckpfeiler einer gesunden Ernährung«, schreibt Dr. Lothar Burgerstein in seinem Standardwerk Burgersteins Handbuch Nährstoffe. Leider hat die Intensivierung der Landwirtschaft dafür gesorgt, dass Pflanzen mittlerweile niedrigere Nährstoffwerte haben als noch vor einigen Jahren (vgl. Burgerstein, a. a. O., S. 49, siehe auch die entsprechenden Kapitel in meinen Büchern Gerstengrassaft und Die Heilkraft der AFA-Alge). Ideal sind daher frisch gepresste Obst- und Gemüsesäfte, weil sie uns die entsprechenden Nährstoffe konzentriert zur Verfügung stellen. Durch unsachgemäße Lagerung können Früchte einen großen Teil ihrer Vitamine verlieren. Dies gilt zum Beispiel für die Vitamine C und B2 (Riboflavin). Dosenobst enthält kaum noch natürliche C- und B-Vitamine und wird außerdem oft in stark zuckerhaltigem Wasser konserviert. Daher sollte man Früchte am besten frisch und roh verzehren, wenn möglich mit Schale. Am besten und nährstoffreichsten sind ausgereifte, pestizidfreie Früchte, die man beispielsweise über den Versand oder aus dem eigenen Garten bezieht. Optimal sind Wildfrüchte, weil sie etwa das Zehnfache an Vitalstoffen enthalten als Kulturobst. Bei den Anbietern von Tropenfrüchten (Adressen Seite 339 f.) kann man gezielt nach Wildobst fragen.
Früchte sind die ältesten Nahrungsmittel für Mensch und Tier. Ursprünglich, noch bevor er zum Jäger wurde, sammelte der Urzeitmensch ausschließlich wilde Beeren und Früchte. Vor etwa 10 000 Jahren wurden unsere Vorfahren sesshaft und begannen, fruchttragende Pflanzen anzubauen und zu selektieren. Das heißt, nur jene Bäume und Sträucher, welche die leckersten und größten Früchte trugen, wurden vermehrt. Und noch etwas wusste man offenbar schon in grauer Vorzeit: Früchte schmecken nicht nur lecker, viele von ihnen haben auch eine heilende Wirkung. Den Frühmenschen war auch ohne chemische Analyse klar, dass man mit Obst den Organismus stärken, Krankheiten vorbeugen und für optimale Körperfunktionen sorgen kann. Es konnte beispielsweise nachgewiesen werden, dass sich der Steinzeitmensch Ötzi mit einem Gemisch aus zerkleinerten Trockenfrüchten und Trockenfleisch aufmachte, um die Alpen zu überqueren, und dass er neben dieser Kraftnahrung unterwegs nur noch Kräuter und Wasser zu sich nahm.
Warum verpacken Pflanzen ihre Samen so großzügig in köstliche und gesunde Hüllen? Ganz einfach: Die Pflanzen sind am Fortbestand ihrer Art interessiert, und der wird durch die Verbreitung der Samen gesichert. Früchte schmecken in der Regel dann am besten, wenn die Samen reif sind, und dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie von Menschen oder Tieren verspeist werden. Samen sind so widerstandsfähig, dass sie das Verdauungssystem von Mensch und Tier unbeschadet passieren können. An dem Ort, an dem sie wieder ausgeschieden werden, wächst dann eine neue Pflanze, gleich bestens mit dem nötigen Dünger ausgestattet. Wenn eine Frucht nur halb gefressen oder ganz als Fallobst auf dem Boden liegt, düngen die Mineralstoffe im Fruchtfleisch genau die Stelle, an der die neue Pflanze keimt.
Seit Jahrtausenden kultiviert der Mensch Obstsorten mit dem Ziel, größere, saftigere, süßere, aromatischere, buntere oder haltbarere Früchte zu erhalten. Im Laufe der Geschichte hat man so allein vom Apfel mehr als 100 000 Sorten gezüchtet, wobei nur etwa 1 500 davon in Europa angebaut werden und nur etwa hundert eine wirtschaftliche Bedeutung haben. Leider wird bei der Züchtung nicht auf »innere Werte« geachtet, sondern nur auf Äußerlichkeiten wie Größe, Form, Transportfähigkeit und Haltbarkeit. Die kleinen, oft sehr leckeren Birnensorten sind kaum noch im Handel erhältlich, weil sie wegen ihrer bescheidenen Größe nicht der EU-Norm entsprechen. Schade, finde ich, und ermutige alle Leser dieser Zeilen, die einen Garten besitzen, alte Obstsorten anzupflanzen, die man von darauf spezialisierten Gärtnereien beziehen kann.
Und was ist von kernlosen Obstsorten zu halten? Es handelt sich hier um Mutationen, die ohne die im Samen gebildeten Wuchsstoffe Früchte produzieren. Diese Pflanzen werden vom Züchter auf ungeschlechtliche Weise vermehrt. Wenn wir die Wahl haben, wie etwa bei Weintrauben, Mandarinen oder Melonen, sollten wir die ursprünglichen Sorten mit Kernen bevorzugen. Professor Fritz Albert Popp hat nämlich herausgefunden, dass die meisten Biophotonen im Kern und in der Schale stecken. Abgesehen davon nehmen wir über Melonenkerne wertvolle Fruchtsäuren auf und über Traubenkerne das gesunde Traubenkernöl, ein kraftvolles Antioxidanz.
Die Autorin Brigitte Kranz bezeichnet Früchte als »die reinste Apotheke«. Ihre Inhaltsstoffe, so Kranz, fördern die Funktion unseres gesamten Verdauungssystems, einschließlich Magen und Darm. Außerdem stärken sie unser Immunsystem, sind heilsam bei verschiedenen Krankheiten und regenerieren den gesamten Organismus. Obst ist ein wahres Füllhorn der lebenswichtigen Vitalstoffe: Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Enzyme und bioaktive Substanzen, Pflanzenbegleitstoffe. Für den oben bereits erwähnten Dr. Lothar Burgerstein sind Früchte und Gemüse »ein eindeutiger Schutz vor der Entwicklung des Krebses« (vgl. Burgerstein, a. a. O., S. 65). Früchte enthalten einen hohen Anteil an Antioxidanzien, beispielsweise die Vitamine A und C, Carotin, Selen, und viele Ballaststoffe sowie Phenole und andere natürliche Substanzen, welche das Wachstum von Krebszellen verhindern. Diese Substanzen stimulieren körpereigene Enzyme, die gefährliche Umweltchemikalien entgiften können.
Viele Pflanzen haben Inhaltsstoffe gegen zu hohe Sonnenbestrahlung (Betacarotine) sowie gegen Stress und als Schutz vor Krankheitserregern entwickelt. Tropenfrüchte schützen sich darüber hinaus mit einer Fülle von Enzymen gegen Fressfeinde. Beim Menschen kann ein Mangel an Betacarotinen und Vitamin A zu Ermüdungserscheinungen und Eisenmangel führen. Fehlt Vitamin B6, kann es zu psychischen Störungen wie Depressionen und Konzentrationsschwäche kommen und sogar zu bestimmten Formen der Schizophrenie. Ein Mangel an Vitamin C führt nicht nur zu einer Schwächung des Immunsystems, sondern auch zu einer Störung in der Synthese von zwei Neurotransmittern – Norepinephrin und Serotonin. Letzteres kann Depressionen, Persönlichkeitsveränderungen und chronische Müdigkeit verursachen. Stress ist ein Vitamin-C-Killer, weil er den Vitamin-C-Speicher des Körpers abbaut. Daraus folgt, dass man bei Stress besonders viel Vitamin C zu sich nehmen muss. Darüber hinaus wirken Früchte, die viel Vitamin C enthalten, blutdrucksenkend. Auch Tryptophan, das in vielen Früchten und besonders in Tropenfrüchten enthalten ist, schützt vor seelischen Krankheiten wie Depressionen, Schizophrenie und Schlafstörungen (vgl. Burgerstein, a. a. O., S. 191).
Früchte enthalten besonders viele Kohlenhydrate, die wir in dieser Form als Basis unserer Ernährung betrachten können. Kohlenhydrate sind die wichtigsten Energielieferanten für Körper und Gehirn. Weißmehlprodukte und Zuckerwaren enthalten leere Kalorien ohne Vitalstoffe und sind damit wertlose Dickmacher, während die naturbelassenen, komplexen Kohlenhydrate frischer Früchte beste Nerven- und Gehirnnahrung liefern: Glukose und Fruktose. Das sind Zucker, die uns nicht nur körperlich fit machen und fit halten, sondern auch für Konzentration und seelisches Wohlgefühl sorgen, indem sie dem Gehirn langfristig Energie zur Verfügung stellen. Es kommt also weder zu Abgeschlagenheit, depressiven Verstimmungen und Antriebsschwäche noch zu plötzlichen Heißhungerattacken wie nach dem Verzehr von Kristallzucker.
Je mehr Kohlenhydrate wir essen, desto größere Mengen des Botenstoffs Tryptophan – eine Vorstufe des Glückshormons Serotonin – erreichen das Gehirn. Die Aufnahme von Kohlenhydraten führt nämlich zur Ausschüttung von Insulin, und Insulin bremst andere Eiweiße, sodass mehr Tryptophan im Gehirn ankommt. Die Kohlenhydrate im Obst sind komplex und führen anders als Einfachzucker (Zucker und raffinierte Kohlenhydrate) nicht zu einer Unterzuckerung, die sich in Lethargie, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen und Depressionen äußert. Einfachzucker setzen außerdem die Fähigkeit der weißen Blutkörperchen, Bakterien und Viren zu zerstören, bis zu fünf Stunden lang stark herab (vgl. Burgerstein, a. a. O., S. 363) und schwächen damit das Immunsystem. Nicht zuletzt sind die im Obst enthaltenen Kohlenhydrate sogar für Menschen, die abnehmen wollen, ideal, denn sie machen sehr lange satt.
Als Eiweißlieferanten sind Früchte zwar weniger bekannt, dafür aber umso wertvoller. Pflanzen enthalten ein sehr hochwertiges Eiweiß mit einem perfekten Aminosäureprofil. Die essenziellen Aminosäuren, welche der Körper nicht selbst herstellen kann, sind in Obst besonders konzentriert vorhanden. Beispielsweise liefert eine einzige Avocado so viel verwertbares Eiweiß wie zwei große Schweineschnitzel. Entgegen einem verbreiteten Vorurteil ist das Eiweiß aus Fleisch für den Körper sehr schwer verdaulich, weil es zunächst in Aminosäuren gespalten werden muss, die in pflanzlicher Kost bereits als solche vorliegen. Wichtig für unser seelisches Wohlbefinden sind die Proteine Serotonin und Tryptophan. Serotonin wird auch als Wohlfühl- oder Glückshormon bezeichnet, und Tryptophan ist seine Vorstufe. Viele Tropenfrüchte, zum Beispiel Bananen, Ananas und Durian, enthalten beide Stoffe und haben demnach eine aufhellende Wirkung auf die Stimmung. Abends wird Serotonin nach Bedarf in Melatonin umgewandelt, sodass diese Tropenfrüchte dem, der sie abends zu sich nimmt, auch zu einem leichten und tiefen Schlaf verhelfen.
Im Allgemeinen enthalten Früchte zwar wenig Fett, aber auch bei fetthaltigen Früchten wie Oliven, Kokosnüssen, Palmfrüchten, Açaí-Beeren und Avocados überwiegt die Qualität gegenüber der Quantität. Fett wird zu Unrecht als Dickmacher angesehen. Fettsäuren spielen aber sehr wohl eine zentrale Rolle für das Funktionieren unseres Organismus. Die Zellmembrane besteht hauptsächlich aus Lipiden, also aus Fetten. Außerdem liefert Fett Energie für den Stoffwechsel und fungiert als Trägersubstanz für viele Vitamine.
Die meisten Früchte enthalten, wie gesagt, nur wenig Fett, aber im Vergleich zu Fleisch und Milchprodukten viele ungesättigte Fettsäuren, welche der Körper nicht selbst herstellen kann. Diese gesunden Fettsäuren sitzen bei Früchten wie Beeren, Äpfeln oder Birnen vor allem in der Schale, die man daher unbedingt mitessen sollte. Ein Mangel an ungesättigten Fettsäuren führt zu Hautentzündungen und erhöht das Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen. Die mittelkettigen Fettsäuren in Kokosnüssen und Palmöl sind besonders gesund für Herz und Hirn. Gesundes Obst liefert also auch gesundes Fett.
Berühmt sind Früchte natürlich vor allem für ihre Vitamine, wörtlich übersetzt: »Lebensstoffe«, die Fitmacher par excellence. Es handelt sich dabei um Vitalstoffe, die der Körper entweder gar nicht oder nicht in ausreichender Menge selbst herstellt. Obwohl wir nur kleinste Mengen davon brauchen, sind Vitamine lebensnotwendig. Sie liefern zwar keine Kalorien, sind aber wie Mineralstoffe, Spurenelemente, Enzyme und Hormone für das Funktionieren des Stoffwechsels und das Aufrechterhalten der Organfunktionen unabdingbar. Wir unterscheiden zwischen fettlöslichen, den sogenannten »Edeka«-Vitaminen E, D, K und A, und wasserlöslichen Vitaminen, die nicht vom Körper gespeichert, aber auch nicht überdosiert werden können.
Vitamin C wird auch »Wundervitamin« genannt, weil es so vielseitig für unsere Gesundheit tätig ist. Es stärkt das Immunsystem, fördert die Wundheilung, repariert das Bindegewebe, lässt Krampfadern schrumpfen und hilft beim Abnehmen, indem es die Produktion von Fett abbauenden Enzymen ankurbelt. Vitamin C sorgt außerdem für gesunde Zähne und gesundes Zahnfleisch. Auch für unsere Gedanken und Gefühle ist dieses Vitamin wichtig, denn es reguliert die Bereitstellung von Hormonen und Nährstoffen, die für unser Nervensystem wichtig sind. Damit sorgt es für stabiles seelisches Wohlbefinden und beugt Stimmungsschwankungen vor. Die Vitamin-C-reichsten Früchte sind Guaven, Papayas, Kiwis und Acerola-Kirschen.
Vitamin A kommt in pflanzlichen Nahrungsmitteln streng genommen gar nicht vor, sondern nur seine Vorstufe Provitamin A oder Betacarotin. Provitamin A kann – anders als Vitamin A – nicht überdosiert werden, weil der Körper nur so viel davon in Vitamin A umwandelt, wie er gerade braucht. Vitamin A ist wichtig für unsere Sehkraft sowie für das Knochenwachstum von Kindern und Jugendlichen. Es hält die Haut weich und geschmeidig und stärkt unser Immunsystem. Menschen, die viel vor dem Computer oder Fernseher sitzen, haben einen erhöhten Vitamin-A-Bedarf. Vitamin A erhöht unsere körperliche und geistige Leistungsfähigkeit und schützt vor Krebs. Provitamin A ist vor allem in Kakis, Papayas, Mangos und Melonen enthalten.
Vitamin E wird manchmal als Fruchtbarkeitsvitamin bezeichnet. Es hat aber noch viele andere wichtige Aufgaben. Es verhindert zum Beispiel Oxidationsprozesse in den Körperzellen, senkt den Cholesterinspiegel und beugt damit Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall vor. Vitamin E beugt auch Entzündungen und Krebserkrankungen vor und verhindert die Entstehung von Altersflecken auf der Haut. Avocados, Kiwis, Mangos und natives Palmöl enthalten viel Vitamin E.
Die Vitamine des B-Komplexes bezeichnet man auch gern als »Nervenvitamine« oder »Gute-Laune-Vitamine«, weil sie unser Nervensystem stärken. Sie werden durchnummeriert, haben aber auch Namen, die auf ihre biochemischen Verbindungen verweisen: Thiamin ist Vitamin B1, Riboflavin Vitamin B2, Niazin Vitamin B3, Pantothensäure Vitamin B5, Pyridoxin Vitamin B6 und Kobalamin Vitamin B12. Auch Cholin, Biotin, Inositol und Folsäure zählen zu den B-Vitaminen. Wenn der Bedarf an diesen Vitaminen gedeckt ist, kommt es gar nicht zu Abgeschlafftheit oder depressiven Zuständen. Zu bedenken ist jedoch, dass bei Stress ein deutlich höherer Bedarf an Vitamin B besteht und dass Zucker ein Vitamin-B-Räuber ist. Die B-Vitamine sind unerlässlich für den Eiweiß-, Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel. Sie regulieren die Funktion der Nervenzellen und beugen so Stress und Überforderung vor. Symptome für eine mögliche Unterversorgung mit B-Vitaminen sind Schlafstörungen, Depressionen, Konzentrations- und Gedächtnisschwäche sowie Erschöpfungszustände. Viele Vitamine des B-Komplexes finden sich in Avocados, Bananen, Datteln und Grapefruits.
Obst ist auch eine hervorragende Quelle von Mineralstoffen, die genauso lebenswichtig sind wie Vitamine. Brigitte Kranz bezeichnet Obst als »beste Mineralquelle der Natur«.
Natrium ist wichtig für die Nervenleitung und besonders in Maracujas und Honigmelonen zu finden. Kalium steuert die Herztätigkeit und aktiviert zahlreiche Enzyme. Wir finden es vor allem in Bananen, Datteln und Aprikosen. Kalzium sorgt für starke Knochen und Zähne und ist wichtig für die Blutgerinnung. Zu finden ist es vor allem in Datteln, Feigen und Sanddorn. Magnesium ist das Mineral zur Muskelentspannung und aktiviert viele Enzyme. Bananen, Datteln und Zitronen enthalten viel Magnesium. Phosphor ist der wichtigste Energieträger im Stoffwechsel und findet sich ebenfalls in Avocados und Datteln. Schwefel ist ein Bestandteil des Körpereiweiß und vor allem in Äpfeln, Avocados, Birnen und Datteln enthalten. Eisen kommt zum Beispiel in Datteln, Maracujas, Himbeeren und Erdbeeren vor und ist wichtig für die Blutbildung und die Sauerstoffversorgung der Zellen. Jod finden wir in Bananen. Dieses Mineral ist wichtig für eine optimale Funktion der Schilddrüse, welche den Stoffwechsel steuert. Kupfer finden wir unter anderen in Avocados, Datteln, Aprikosen und Zitronen. Spuren dieses Minerals sind wichtig für die Funktion der Nerven und die Bildung des Blutfarbstoffs. Mangan, welches zum Beispiel in Ananas und Bananen zu finden ist, aktiviert Enzyme. Selen, zum Beispiel in Bananen, Granatäpfeln und Mangos enthalten, entgiftet den Körper und wirkt als Antioxidanz. Zink ist unter anderem in Avocados und Guaven enthalten. Es aktiviert mehr als sechzig körpereigene Enzyme und fördert die Wundheilung.
Eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen ist unter anderem wichtig für eine gesunde Psyche. In einigen großen amerikanischen Psychiatriestationen wurden die Patienten auf ihren Vitamin- und Spurenelemente-Status hin untersucht. Es stellte sich heraus, dass sie alle offenbar schon jahrelang an einer Unterversorgung mit bestimmten Vitaminen und Spurenelementen litten. Durch die Einnahme von Psychopharmaka werden die Mangelzustände noch verschlimmert, weil alle Medikamente – und Psychopharmaka ganz besonders – Vitalstoffräuber sind.
Ein Mangel an Vitamin B6 kann Depressionen auslösen und sogar die Entwicklung einer Paranoia begünstigen. Ein Mangel an Biotin kann zu schweren Depressionen und Schlaflosigkeit führen. Wer zu wenig Niacin aufnimmt, schwächt damit sein Nervensystem. Vitaminmangel kann auch zu Aggressionen führen. Zu wenig Vitamin C schwächt das Gedächtnis und verringert die Intelligenz. Ein Mineralstoffdefizit kann Ängste und Depressionen begünstigen.
In einer großen Heilanstalt in New York wurde bei mehr als 50 Prozent der psychiatrischen Patienten ein Folsäuremangel festgestellt, 90 Prozent hatten einen Mangel an Thiamin (B1), 20 Prozent einen Vitamin-E-Mangel und 15 Prozent einen eklatanten Vitamin-C-Mangel. 40 Prozent der Patienten hatten zwei, 15 Prozent sogar drei Vitaminmangelzustände gleichzeitig (vgl. Leonhard Hochenegg: Ernährung, die Wunder wirkt, Ludwig, München 1995, Seite 88).
Wie oben bereits angedeutet wurde, schützt das regelmäßige Verzehren von Obst und Gemüse vor Herzinfarkt und Schlaganfall. Die Inhaltsstoffe dieser Lebensmittel schützen das Herz, und ihre Fasern senken den Cholesterinspiegel, indem sie das Cholesterin im Darm binden und damit seine Aufnahme verhindern. Schon zwei größere Karotten oder eine Mango am Tag können den Cholesterinspiegel um 10 bis 20 Prozent senken.
Obst ist auch eine hervorragende Quelle von reinem Wasser. Viele Menschen trinken nicht genug, und wasserhaltiges Obst ist eine hervorragende Möglichkeit, den Flüssigkeitshaushalt des Körpers auszugleichen.
Auf die in Früchten enthaltenen Enzyme werde ich im nächsten Kapitel eingehen, weil Tropenfrüchte sehr viel mehr Enzyme enthalten als unser heimisches Obst. Insgesamt lässt sich aus dem bisher Gesagten schlussfolgern, dass Früchte für Fitness, Gesundheit und gute Stimmung ein »Muss« sind. Nur in der ganzen Pflanze stehen uns die Vitalstoffe so zur Verfügung, wie der Körper sie kennt und braucht. Vitaminpillen und Mineralstoff-Präparate aus Supermarkt, Drogerie oder Apotheke können gesunde Lebensmittel wie Früchte niemals ersetzen. Viele Studien haben gezeigt, dass sie bestenfalls gar nicht wirken und schlimmstenfalls toxisch sind. Die US-Amerikaner sind bekannt für ihren hohen Vitaminpillen-Konsum. Man sagt ihnen den teuersten Urin der Welt nach, und was die Ausgaben für das Gesundheitswesen betrifft, stehen sie an erster Stelle. Bei der Lebenserwartung der Menschen in den Industrienationen belegen sie aber nur Platz 22.
Der Nährstoffexperte Dr. Lothar Burgerstein rät: »Man sollte jeden Tag mehrere Portionen frisches Obst und Gemüse essen, insbesondere die Sorten, die viele Antioxidanzien – zum Beispiel Vitamin E und Vitamin C, Betacarotin, Zink, Kalzium und Selen – enthalten« (Burgerstein, a. a. O., Seite 279). Nur eine pflanzenbetonte Ernährung mit viel Frischkost und hohem Obstkonsum kann dauerhaft zu strahlender Gesundheit führen. Selten war es so einfach und lecker, sich gesund zu ernähren, wie mit süßem Obst und himmlisch schmeckenden Tropenfrüchten. Das Plus bei Früchten: Indem wir sie essen, tun wir auch unserer Seele etwas Gutes und gewinnen mehr Lebensfreude, Enthusiasmus und heitere Gelassenheit.

Warum sind Tropenfrüchte so gesund?
In letzter Zeit werden in Deutschland und Südtirol immer mehr Früchte-Fasten-Kuren mit Schwerpunkt Tropenfrüchte angeboten, und viele Kranke pilgern sogar ins Instincto-Zentrum Montramé in der Nähe von Paris, wo die weltweit wohl größte Auswahl an biologisch angebauten Tropenfrüchten zur Verfügung steht. Obstbäume aus warmen Gefilden wie Sharon, Feigen, Kaki, Kiwi, Goji- und Maulbeeren wachsen mittlerweile auch bei uns in geschützten Lagen. Ich selbst habe in meinem Hamburger Garten neuerdings eine kälteresistente Bananenstaude, die sich eifrig durch Schösslinge vermehrt.
Woher kommt dieses Bedürfnis nach Exoten? Franz Konz glaubt, es habe etwas mit der »Harmonie in der Komposition ihrer Lebensstoffe und Bioenergie« zu tun. Tropenfrüchte schmeicheln unserem Gaumen, viele schmecken einfach paradiesisch. Und wer regelmäßig tropische Früchte isst, vielleicht sogar aus biologischem Anbau, erlebt eine Regeneration seiner Lebenskraft und fühlt sich so fit wie vielleicht schon lange nicht mehr. Nach einer Papaya-Kur – vier Wochen lang mindestens eine halbe Papaya zum Frühstück – hat man beispielsweise das Gefühl, auf ein Stück ausgedorrter Erde sei endlich der heiß ersehnte, warme Frühlingsregen gefallen.
Aber sollten wir nicht eher das essen, was in unserer Region wächst? Die Makrobioten sagen sogar, man solle nur das essen, was in einem Radius von vierzig Kilometer um einen herum gedeiht. Daran sei man genetisch angepasst. Andererseits beruht die Makrobiotik auf Reis als Basis. Und haben Sie in Deutschland schon mal Reispflanzen wachsen sehen? Doch zurück zu den »Exoten«. Warum haben wir das Gefühl, zu Hause anzukommen, wenn wir eine Mango essen, eine Durian, eine Litchi oder Jackfrucht?
Diese Früchte wachsen in den Tropen, wo die Vorfahren des Homo sapiens herkommen. Die ältesten Funde von Frühmenschen fand man in Ost- und Südafrika. Erst vor etwa 60 000 bis 30 000 Jahren verteilten sich unsere Vorfahren von dort über die ganze Erde. 60 000 Jahre sind menschheitsgeschichtlich gesehen nicht länger als ein Wimpernschlag. Daher sind wir an Tropenfrüchte genetisch besser angepasst als an unser sogenanntes »heimisches Obst« wie Äpfel, Birnen, Kirschen und Pflaumen, das erst vor etwa achttausend Jahren aus Kleinasien kam. Wussten Sie das?
Wenn wir wissen wollen, welche Nahrung für unseren Körper und unser Gehirn optimal ist, müssen wir in die Steinzeit zurückgehen. Was damals gegessen wurde, war Millionen von Jahren lang die Norm. »Dieser Diät entstammt unser Gehirn« (J. Carper, a. a. O., S. 74). Unsere Vorfahren aßen 65 Prozent (wilde) Früchte, Gemüse, Nüsse und Honig und nur 35 Prozent andere Nahrung wie Wild und Fisch. Die Grundnahrungsmittel der Steinzeit waren Früchte, darunter viele Beeren, und Gemüse beziehungsweise Wildpflanzen. Früchte, Gemüse und Nüsse lieferten 65 Prozent des täglichen Kalorienbedarfs mit mindestens 100 Gramm Ballaststoffen pro Tag.
Die Ernährung unserer Vorfahren war wesentlich vitamin- und mineralstoffreicher als unsere heutige. Wir nehmen heute 15 Gramm Ballaststoffe täglich zu uns, die US-Amerikaner sogar nur 11 Gramm. Die Steinzeit-Nahrung enthielt pro Tag mindestens 600 Milligramm Vitamin C im Gegensatz zu 80 Milligramm heute; 17 Mikrogramm Vitamin A, statt 7 Mikrogramm heute; 33 Milligramm Vitamin E, statt 8 Milligramm in der heutigen Ernährung; 43 Milligramm Zink, statt 10 Milligramm heute; 10,5 Gramm Kalium, statt 2,5 Gramm heute; nur 0,8 Gramm Natrium, statt 4 Gramm heute, und nur 21 Prozent Fett statt heute 42 Prozent. Im Vergleich zu unserer heutigen lieferte die Nahrung unserer Vorfahren das Drei- bis Vierfache an Kalzium und Magnesium, das Sechsfache an Vitamin C und weit mehr Vitamin E und Zink. Unsere ursprüngliche Nahrung enthielt über zehnmal so viel Kalium wie Natrium. Heute essen wir viermal so viel Natrium wie Kalium! Dr. Lothar Burgerstein kommt in Burgersteins Handbuch Nährstoffe zu dem Schluss: »Unsere moderne Ernährung unterscheidet sich ungeheuer stark von derjenigen Ernährung, mit der unsere Spezies ›großgezogen‹ wurde. Wir sind nicht auf eine stark raffinierte, nährwertlose Ernährung mit viel Zucker, tierischem Fett, Salz und Lebensmittelzusätzen eingerichtet.« (Burgerstein, a. a. O., Seite 31)
Ernährung unserer Urahnenunsere heutige Ernährung
Folsäure (mg/Tag)360170
Vitamin C (mg/Tag)60080
Vitamin A (mg/Tag)177
Vitamin E (mg/Tag)338
Zink (mg/Tag)4310
Kalzium (mg/Tag)2000750
Kalium (mg/Tag)10,52,5
Natrium (mg/Tag)0,84
Ballaststoffe (mg/Tag)10012
Gesamtfette (% der zugeführten Kalorien)21 2142 42
Aus: Eaton, Eur. J. Clin. Nutr. 51 (1977) 207 ■
Unsere heutige Ernährung besteht nur noch zu 17 Prozent aus Früchten, Gemüse, Hülsenfrüchten und Nüssen. Nur 3,4 Prozent der US-Amerikaner halten sich an die Regel »5 a day« und essen fünfmal Obst und Gemüse am Tag. Die Mehrheit der Lebensmittel, die für uns ganz normal sind – Milchprodukte, Getreide, Zucker, Süßstoffe, raffinierte Fette, Kaffee -, kannten unsere Vorfahren nicht. Getreideprodukte verdrängten Früchte und Gemüse, die Millionen Jahre lang unsere Grundnahrungsmittel waren. Weizen löst bei vielen Menschen Allergien aus, die mit Kopfschmerzen und Depressionen einhergehen, was auf eine genetische Unverträglichkeit hinweist. Unsere steinzeitlichen Vorfahren nahmen auch keine Milchprodukte zu sich, weil sie noch keine Tierhaltung kannten. Wir sind die einzigen Säuger, die nach der Stillzeit Milch zu sich nehmen, und dann auch noch artfremde. Und schließlich kannten die Steinzeitmenschen keinen isolierten Zucker. Der regelmäßige Konsum von isoliertem Zucker kann zu Hypoglykämie, Unterzuckerung und damit zu Ausfällen des Gehirns und Depressionen führen, aber auch zu Diabetes und Osteoporose, einer Unterversorgung mit B-Vitaminen sowie einer Schwächung des Immunsystems (siehe zum Thema »Gefahren durch Zucker und Süßstoffe« mein Buch Stevia – sündhaft süß und urgesund).
Steinzeitmenschen nahmen über ihre Nahrung etwa fünfmal so viele Vitamine und Mineralstoffe auf wie wir und übertrafen damit die heute gültigen Standard-Empfehlungen der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) bei weitem. Sie kannten kein Junkfood und keine leeren Kalorien. Steinzeitmenschen aßen keine »Gehirnkiller« (Jean Carper), die da sind: raffinierter Zucker, Margarine, Salz in Form von Natriumchlorid, Kuchen, Milch, raffiniertes Speiseöl, Softdrinks, alkoholische Getränke und fettes Fleisch.
Je ursprünglicher unsere Nahrung ist, desto mehr nähern wir uns jener gehirnfreundlichen Diät, die es dem Urmenschen möglich gemacht hat, sein Gehirn soweit zu entwickeln, wie es vom Schöpfer offenbar vorgesehen war, und zur »Krone der Schöpfung« zu werden. Vor vier Millionen Jahren und noch lange Zeit danach, etwa bis vor 10 000 Jahren, als Ackerbau und Viehzucht begannen, war das Essen von sehr hoher Qualität, während es heute so schlecht ist wie noch nie in der Geschichte der Menschheit. Eine gravierende Qualitätsminderung in der Ernährung, auch in Bezug auf das, was für eine optimale Gehirnfunktion förderlich ist, setzte im 20. Jahrhundert ein und dauert fort. Es gab noch nie so viele Übergewichtige, Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen, Krebskranke und Diabetiker wie heute. Eine Milliarde Menschen auf der Welt sind übergewichtig, und genauso viele Menschen hungern (Stand: 2008).
Heute rief mich eine Seminarteilnehmerin aus der Nähe von Plauen an. Der dreizehnjährige Sohn ihrer Nachbarin hat Diabetes II entwickelt. Auch seine vier Geschwister sind extrem übergewichtig. Ihnen droht also das gleiche Schicksal. Auf Nachfrage erzählte sie mir, die alleinerziehende Mutter der Kinder ernähre diese hauptsächlich mit Fastfood, Donuts, Tütensuppen und Fertiggerichten. Ob Reiki da helfe? Ich musste sie enttäuschen.
Entdeckt wurde der Zusammenhang zwischen möglichst ursprünglicher Kost und optimaler Gesundheit von dem französischen Chemiker Dr. Guy-Claude Burger, dem Entdecker der sogenannten »Rohkost-« oder »Instinctotherapie«. Auf die Frage, warum bei ihm so häufig exotische Früchte auf den Tisch kommen, antwortete er: »Weil der Instinkt sie häufig einheimischen Früchten vorzieht« (Burger, Seite 46). Auf den Einwand, »Aber heißt es nicht, man solle das Obst des Landes essen, in dem man lebt?«, entgegnet er: »Unter der Bedingung, dass man in dem Land lebt, dessen Obst man essen soll. Es ist nicht so, dass, bloß weil die Barbaren, unsere Vorväter, sich vor einigen tausend Jahren in diesem Gebiet angesiedelt haben, unsere genetische Anlage sich nun an diese kalten Landstriche gewöhnt hätte, deren glückliche Erben wir wurden. Es wäre schade, sich exotische Früchte zu versagen, denn wenn unser Organismus an diese besser angepasst ist, dann werden sie sich im Hinblick auf unsere Gesundheit ganz besonders segensreich auswirken. Für unsere tägliche Ernährung mögen die einheimischen Früchte ausreichen. Hat man dagegen ein therapeutisches Ziel im Auge, so tut man gut daran, eine möglichst breite Palette zu bieten.« (Burger, Seite 46 und 47)
Guy-Claude Burger und seine Anhänger gehen davon aus, dass der Instinkt genetisch programmiert ist. Man musste in der Instinctotherapie herausfinden, was man als naturgemäße Nahrung des Menschen anzusehen hat. Welche Nahrungsmittel es sind, die unsere Vorväter und -mütter einst in ihrer ursprünglichen Umwelt vorfanden, »damals, in grauer Vorzeit, als sich unser Gen-Bestand herausbildete« (Burger, Seite 49)? Guy-Claude Burger hat sich mit Urkost, darunter vielen Tropenfrüchten, selbst von Krebs geheilt und erfreut sich heute strahlender Gesundheit.
In meiner eigenen Ernährung spielt Rohkost eine sehr große Rolle, und ich habe die Erfahrung gemacht, dass mir ohne Tropenfrüchte etwas fehlt. Mit Tropenfrüchten habe ich das Gefühl, in der Fülle zu schwelgen und nichts zu vermissen. Die Geschmacksknospen von Rohköstlern oder Menschen, die sich überwiegend von Frischkost ernähren, sind offenbar entsprechend sensibilisiert und verfeinert. Statt mit einem Sonntagsoder Festbraten feiern sie oft mit einem Korb voller Tropenfrüchte.
Das Experiment, das Guy-Claude Burger mit seiner neu geborenen Tochter Marielle machte, hat mich sehr beeindruckt, und ich möchte es Ihnen, liebe Leser, nicht vorenthalten, zumal Burgers Buch über Instinctotherapie nur noch antiquarisch zu haben ist. Er schreibt: »Ich sehe noch diesen Winzling auf den Knien meiner Frau, der im Licht einer alten Petroleumlampe die Augen weit aufsperrte. Nicht ohne eine gewisse Besorgnis hielten wir nacheinander alle Früchte, die wir auf dem Tisch hatten, an die Nase des Babys. Keine Reaktion, weder beim Apfel noch bei der Orange noch bei der Birne. Als wir bei der Banane waren, öffnet Marielle zu unserer Überraschung den Mund. Wir ziehen die Banane wieder weg, und der Mund schließt sich. Wir halten sie wieder dichter an die Nase, und wieder geht der Mund auf. Nach mehreren Versuchen besteht kein Zweifel mehr daran, dass das Baby völlig kohärent reagiert. Meine Frau kaut ihm also, wie es die Bäuerinnen früher taten, einen Happen Banane vor, und sobald der Löffel dicht an der Nase des Babys ist, öffnet sich das Mündchen, und zu unserer Verblüffung fängt Marielle an zu kauen, ganz bedächtig, als habe sie das schon immer gemacht, und schluckt ihren Happen dann runter. Sollen wir weitermachen oder laufen wir Gefahr, diesen ganz neuen Verdauungskanal mit einer rohen Frucht zu traumatisieren? Es heißt, dass Muttermilch nötig sei, um die Darmflora zu besiedeln …
Marielle schluckt, wieder genau so, einen zweiten, dann einen dritten Happen, bis sie 45 der Banane (eine dicke Chiquita) aufgegessen hatte. Den nächsten Löffel lehnt sie ab, der Mund bleibt geschlossen, und bei jedem Versuch wendet sie den Kopf ab. … Wir probierten es mit weiteren Früchten.
Marielle isst mit dem gleichen Appetit eine Viertel Papaya – eine Tropenfrucht mit der Form einer Birne, nur zweimal größer.« (Burger, Seite 246 und 247)
Der Interviewer ist besorgt: »Und wie ist es weitergegangen? Hat sie sich nicht erbrochen? Keine Koliken gehabt? An Ihrer Stelle hätte ich die ganze Nacht kein Auge zugemacht.« Burger: »Nicole (seine Frau) und ich haben uns mit der Wache abgelöst. Wir haben alles auf eine Karte gesetzt, und jetzt blieb nichts weiter übrig, als das Ergebnis abzuwarten. Nun, Marielle schlief wie ein kleiner Engel, ohne ein Bäuerchen, ohne Seufzer, ohne irgendwelches Magenkullern. Am nächsten Morgen begann sie zu saugen und verspeiste, außer der Muttermilch, noch fast eine ganze Mango. Ihre erste Mahlzeit kam zum anderen Ende wieder heraus, gut verdaut, ohne jede Fermentierung und ohne den geringsten Geruch.«
Dieses Buch hatte ich gelesen, bevor meine Tochter Freya 1994 zur Welt kam, und ich war auch schon im Instincto-Zentrum in Montramé bei Paris gewesen. Daher wiederholte ich den Versuch, als Freya einen Tag alt war. Ich hielt ihr einen Apfel direkt vor die Nase. Nichts passierte. Dann hielt ich ihr eine aufgeschnittene Mango hin. Sofort öffnete sie ihren kleinen Mund. Ich zerkaute ein Stück Mango und verabreichte es ihr mit dem Löffel. Begeistert verzehrte sie es. Noch während ich meine Tochter stillte, bekam sie außer der Muttermilch fein zerdrückte Tropenfrüchte wie Bananen, Papayas und Mangos. Mit dieser Beikost entwickelte sie sich prächtig. Fertige Kinderkost aus Gläschen hat sie nie bekommen, und einen Schnuller brauchte sie aufgrund der langen Stillzeit von 18 Monaten auch nie.
Franz Konz geht in seinem epochalen Werk Der große Gesundheits-Konz so weit, die Menschenaffen als Ernährungsvorbilder zu betrachten. »Wenn die Affenmenschen so essen, dann ist es selbstverständlich, dass die Schöpfung in etwa die gleiche Nahrung (und diese auch in gleichen Anteilen) für uns bestimmt hat.« Daher empfiehlt er 75 Prozent Früchte mit »möglichst großem Anteil aus den Tropen« in der Nahrung. »Die Tropenfrüchte, vor allem die Duriane, werden die Säfte bei Dir anregen und werden Dich vital machen!«, versichert er seinen Lesern. »Die Früchte der Tropen sind die uns bestimmten eigentlichen Urfrüchte. Wir sind auf sie genetisch geprägt. Deshalb machen sie uns so sicher und schnell gesund« (Konz, Seite 565). Seine Begründung: Wir Menschen haben Millionen Jahre lang zum großen Teil von Tropenfrüchten gelebt. »In ihnen sind alle wertvollen Lebensstoffe (nebst den uns noch unbekannten) enthalten, auf die wir codiert sind. Weil uns wahrscheinlich die Tropen als unsere eigentliche Heimat von der Schöpfung bestimmt wurden.« (Konz, Seite 613) Franz Konz weist auch darauf hin, dass »heimisches« Obst wie der Apfel erst etwa sechstausend Jahre v. Chr. aus Persien nach Europa kam und dann von den Griechen und Römern veredelt und verbreitet wurde (vgl. Konz, Seite 1160). Damit sind wir besser an Tropenobst angepasst als an sogenannte »heimische« Früchte.
Auf den Einwand, gesunde, baumgereifte Tropenfrüchte seien Flugware, entgegnet Franz Konz: »Tropenfrüchte dienen lediglich als Beiladung zur Fracht der auch ohne sie fliegenden Linienmaschinen.« Der Anbau von Tropenfrüchten und das Sammeln von Wildobst verschafft den Bio-Bauern in den Entwicklungsländern Arbeit und Einkommen. Und noch ein Grund, aus dem Konz für Tropenfrüchte ist: »Fast alle unsere Obstsorten sind durch menschliche (!) und nicht durch natürliche Auslese gewonnene Kulturprodukte, deren genetisches Potenzial durch die Züchtung zwangsläufig geschwächt wurde. Bei Tropenfrüchten wurden noch kaum ausgeklügelte Züchtungen durchgeführt, weil deren Wohlgeschmack weitaus größer war als z. B. der unserer wilden (Holz-)Äpfel, Birnen, Vogelkirschen usw. Sie stehen daher noch voll in ihrer Urkraft da, während die Züchtungen nicht mehr die Harmonie in der Komposition ihrer Lebensstoffe und Bioenergie in sich tragen. Nur an diese Urpflanzen waren die Urzeitmenschen mit ihren Organen und deren Abläufe angepasst. Und wissen wir, ob die Pflanzen der Tropen nicht weitere Lebens- und Botenstoffe in sich tragen, die wir in Europa noch nicht erforscht haben bzw. ermitteln konnten bzw. wollten?« (Konz, Seite 877) Vielleicht zeichnet Franz Konz hier ein allzu positives Bild von Tropenfrüchten, von denen einige auch schon genetisch verändert wurden, wie etwa die Papaya-Sorte »Solo« auf Hawaii. Allerdings bekommt man über manche Versandfirmen tatsächlich noch Tropenfrüchte in jener Ursprünglichkeit, von der Franz Konz schwärmt.
Kürzlich habe ich in einem Zoo auf Mallorca Experimente mit Schimpansen gemacht. Schimpansen sind unsere nächsten Verwandten, denn immerhin sind ihre Gene zu 98,4 Prozent mit den unseren identisch. Ich habe ihnen Stücke von Äpfeln hingeworfen, die auch gefressen wurden, aber ohne große Begeisterung. Kaktusfeigen und Mangostückchen, die ich ihnen ebenfalls hinwarf, haben sie sehr viel lieber gefressen. Sie stritten sich sogar lautstark darum und forderten mit leuchtenden Augen Nachschub an.
Tropenfrüchte schmecken nicht nur gut, sondern sind auch wahre Vitalstoffbomben. Das kommt nicht zuletzt daher, dass sie sich in den sehr heißen Gebieten, in denen sie wachsen, wirksam vor allen möglichen Fressfeinden schützen müssen, die in diesem Klima ebenfalls gut gedeihen. Das tun sie mit Proteasen, Eiweiß spaltenden Enzymen: Bromelain in der Ananas, Papain in der Papaya, Mangoferin in der Mango und Ficin in der Feige. Diese Enzyme verderben Mikroorganismen gründlich den Appetit, indem sie ihre Zellwände auflösen.
Tropenfrüchte enthalten also sehr viel mehr Enzyme oder Bio-Katalysatoren als unsere heimischen Obstsorten, und gerade in unserer Zeit brauchen wir viel mehr Enzyme als früher. Enzyme sind Bio-Katalysatoren, die sämtliche Lebensprozesse im Körper beschleunigen: von der Verdauung über die Atmung bis zum Denken. Ohne Enzyme würden diese Prozesse eine Million Mal langsamer ablaufen, und Leben wäre demnach nicht möglich. Enzyme machen Eiweiß leichter verdaulich, reinigen den Darm, verhüten und heilen Entzündungen, beugen Herzproblemen und sogar Krebs vor. Angesichts unserer »zu Tode gekochten« Zivilisationskost muss die Bauchspeicheldrüse als Enzymlieferant Überstunden leisten. Die allermeisten Enzyme sind nämlich nicht hitzestabil. Ausnahme bilden nur einige Proteasen des in der Ananas enthaltenen Enzymgemisches Bromelain. Wegen dieser ständigen Überforderung ist die Bauchspeicheldrüse der meisten Erwachsenen um ein Drittel vergrößert, wie Dr. Edward Howell in seinem Buch Enzyme Nutrition. The Food Enzyme Concept darlegt. Im fortgeschrittenen Lebensalter kommt es dann zu allen möglichen Beschwerden wie Diabetes II, Bauchspeicheldrüsenentzündungen und sogar Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die gute Nachricht: Mit viel enzymreicher Frischkost, allen voran mit Tropenfrüchten, können wir der Überlastung und Vergrößerung der Bauchspeicheldrüse vorbeugen.
Alterungsprozesse werden als Ergebnis eines Mangels an Enzymen und weiteren Antioxidanzien betrachtet. Daher sollte unsere Nahrung, je älter wir werden, umso enzymreicher sein. Enzyme schenken uns Energie, helfen bei der Verdauung und beim Stoffwechsel, entgiften den Organismus, machen Vitamine und Mineralstoffe erst wirksam, verlangsamen den Alterungsprozess, verhindern Faltenbildung, helfen bei der Gewichtsabnahme, heilen Verletzungen und Entzündungen, stärken das Immunsystem, bekämpfen Arthritis, Rückenschmerzen, Frauenkrankheiten, Krebs, Virusinfektionen und Multiple Sklerose und wirken verjüngend auf das Herz und den Kreislauf, indem sie der Arteriosklerose vorbeugen und sie sogar beseitigen.
Wer profitiert ganz besonders von enzymreichen Tropenfrüchten? Alle, die viel Gekochtes, Pasteurisiertes, Gebackenes, Frittiertes und Gebratenes, also »Enzymtotes«, essen. Alle, die sich, wenigstens zum Teil, von Fastfood ernähren. Enzymreiche Lebensmittel – dazu zählen auch Sprossen, Keime, Gerstengrassaft und AFA-Algen – sind generell besonders empfehlenswert für alle, die schlechte Ernährungsgewohnheiten haben, die übergewichtig oder untergewichtig sind, die mehr Energie haben möchten (den Tag zum Beispiel nicht ohne Kaffe überstehen), die unter Magenproblemen oder anderen Verdauungsproblemen wie Verstopfung, Durchfall oder Blähungen leiden. Auch Menschen, die ständig unter Stress – einem großen Vitalstoffräuber – stehen, und diejenigen, die länger jung und fit bleiben möchten, profitieren von »Enzymbomben«. Auch bei denen, die unter Stimmungsschwankungen leiden und immer mal wieder eine depressive Phase haben, liegt vielleicht ein Enzymmangel vor, der durch mehr exotisches Obst behoben werden kann. Schließlich sollten sich alle für enzymreiche Tropenfrüchte interessieren, die Krankheiten erfolgreich bekämpfen und am besten gar nicht mehr krank werden wollen. Jeder, der sich für gesunde Ernährung und Gesundheit allgemein interessiert, sollte für mehr enzymreiche Kost auf seinem Speiseplan sorgen.
Neben den Enzymen enthalten Tropenfrüchte auch überdurchschnittlich viele Spurenelemente, Vitamine und Bioflavonoide – Pflanzenbegleitstoffe, die das Immunsystem stärken und manchmal auch als »Vitamin P« bezeichnet werden, obwohl es sich nicht im eigentlichen Sinne um Vitamine handelt. Mit diesen sekundären Pflanzenbegleitstoffen schützen sich Tropenfrüchte vor Schadinsekten, aber auch vor intensiver Sonneneinstrahlung. Bioflavonoide helfen den Enzymen, ihre Aufgaben zu erfüllen. Sie stärken die Blutgefäße, verbessern die Nährstoffversorgung und die Entgiftung jeder Zelle und beugen damit Krankheiten vor. Als kraftvolle Antioxidanzien tragen sie dazu bei, dass Vitamin C nicht oxidiert und damit aktiv bleibt. In Verbindung mit Vitamin C schützen sie Zellstrukturen vor der Zerstörung durch freie Radikale. Flavonoide haben viele therapeutische Wirkungen. Sie helfen vorbeugend und heilend bei Herzkrankheiten und Kreislaufproblemen, Geschwüren, Schlaganfällen, Verletzungen, Entzündungen, Allergien, Virusinfekten, Krebs, einem zu hohen Cholesterinspiegel, Leberkrankheiten und Schlaganfällen. Zu den mehr als zweitausend bisher entdeckten Flavonoiden gehören Rutin, Anthocyanide, Isoflavonoide, Tannine, Proanthocyanide, Quercetin, Naringin und Hesperidin.
Zu den in Tropenfrüchten enthaltenen Phytochemikalien mit gesundheitlichem Wert zählen auch Alkaloide wie die der Açaí-Beere, die das Immunsystem stärken und für eine gesunde Darmflora sorgen. Carotine, die zum Beispiel in Mangos, Zitrusfrüchten, Kantaloupe-Melonen und Papayas enthalten sind, stellen kraftvolle Antioxidanzien dar. Sie schützen vor Krebs, bekämpfen Krebszellen und reduzieren Arteriosklerose. Außerdem verhindern sie Beschädigungen der DNS. Kumarine aus Zitrusfrüchten beugen Krebswachstum und dem Verklumpen von Blutplättchen vor. Fructooligosaccharide oder Polysaccharide, zum Beispiel aus Bananen oder Goji-Beeren, fördern die Darmperistaltik, verbessern die Leberfunktion, entgiften den Organismus, kontrollieren die Triglycerinwerte und sorgen für eine gesunde Bakterienflora im Darm. Gallsäure, zum Beispiel in Açaí-Beeren oder Goji-Beeren enthalten, verhindert als ein kraftvolles Antioxidanz Infektionen, bekämpft Arteriosklerose, senkt zu hohen Blutdruck, stärkt die Kapillare und macht Bakterien und Viren unschädlich.
Limonin aus Zitrusfrüchten entgiftet Schwermetalle und löst die Produktion von Phase-I- und Phase-II-Enzymen aus, die das Lungengewebe schützen und krebserzeugende Stoffe ausscheiden. Lycopin, in Tomaten, aber auch in roter Grapefruit und Wassermelonen enthalten, ist ein kraftvolles Antioxidanz, das bei der Bekämpfung von Krebs hilft. Auch die in Zitrusfrüchten enthaltenen Monoterpene bekämpfen Krebs, helfen schützenden Enzymen und verhindern die übermäßige Produktion von Cholesterin. Das in vielen Tropenfrüchten reichlich vorhandene Pektin senkt das schädliche LDL-Cholesterin im Blut. Phenolsäure aus Beeren verhindert die Bildung von krebserregenden Nitrosaminen und spielt eine wichtige Rolle als Antioxidanz. Terpene aus Zitrusfrüchten und anderen Früchten sind kraftvolle Antioxidanzien, die Kebs verhindern können.
In Tropenfrüchten finden wir folgende Antioxidanzien, die Körper und Gehirn vor dem Angriff freier Radikaler und damit vor Degeneration und Krankheit schützen können: die Enzyme Katalase, Glutathion Peroxidase, Superoxid Dismutase, die Vitamine Betacarotin, Coenzym Q10, Vitamin C und Vitamin E, Anthozyane und Carotinoide sowie Ellagsäure, Flavonoide, Gallsäure, Limonin, Lycopin, Naringin, Phenolsäure, Saponine, Polysaccharide, Tannine und Terpene, außerdem diverse Mineralstoffe und Spurenelemente wie Selen und Magnesium. Die Anthozyane wurden erst vor kurzem entdeckt. Sie schützen das Gehirn etwa fünfzigmal besser als Vitamin E vor freien Radikalen und wirken sowohl in fetthaltigen als auch in wasserhaltigen Geweben des Körpers gegen aggressive Sauerstoffmoleküle. Das ist wichtig, denn die meisten Körpergewebe enthalten sowohl Wasser als auch Fett. Weil diese Stoffe besonders konzentriert in farbenfrohen Beeren vorkommen, bezeichnet man Beeren auch als »Anti-Aging-Nahrung des 21. Jahrhunderts«. Anthozyane sind stabile Nährstoffe, die auch beim Tiefgefrieren erhalten bleiben. Vitamin C recycelt das Antioxidanz Vitamin E, das dadurch länger wirken kann. Lorraine Perretta kommt in ihrem Buch Die Einstein-Kur zu dem Ergebnis: »Wenn Sie viel Obst und Gemüse essen, schützen Sie Ihr Gehirn und Ihr Gedächtnis.«
Süße Früchte werden am schnellsten von allen Lebensmitteln verdaut. Ihr wertvoller Fruchtzucker wandert, umgewandelt in Glukose, ins Gehirn und sorgt für Energie, Konzentration und gute Laune, verursacht aber im Gegensatz zu Kristallzucker keine rasanten Schwankungen des Blutzuckerspiegels. Hinzu kommt, dass süße Früchte verschiedene Zucker enthalten, die unterschiedlich schnell verdaut werden und dadurch anders als isolierte Zucker, wie sie beispielsweise in Süßigkeiten enthalten sind, lange Zeit für eine optimale Energieversorgung von Körper und Gehirn sorgen. Selbst Kleinkinder und ältere Menschen mit einer Verdauungsschwäche vertragen ursprüngliche Tropenfrüchte wie Bananen oder Mangos ohne Probleme. Fruchtzucker geht insulinunabhängig in den Stoffwechsel ein und belastet die Bauchspeicheldrüse nicht. Das heißt: Fruchtzucker aus Früchten wird problemlos in Energie umgesetzt. Das gilt aber nicht für isolierten Fruchtzucker aus der Tüte!
Früchte sollten immer allein und auf nüchternen Magen oder zwanzig Minuten vor dem Genuss von gekochten Speisen gegessen werden, nie nach einer gekochten Mahlzeit. Der Grund: Früchte sind leicht verdaulich, und würde man sie zusammen mit oder kurz nach gekochten Speisen essen, käme es zu einer »Karambolage« im Darm. Wer meint, bestimmte Früchte nicht vertragen zu können, sollte es mit biologisch angebauten Früchten versuchen. Oft besteht die Allergie nicht gegen Früchte, sondern gegen die Pestizide, mit denen sie behandelt wurden.
Viele Tropenfrüchte sind einfach nur süß, wie Durian, Papaya, Sapote Mamai, Bananen oder Litchi. Andere enthalten einen beträchtlichen Anteil an Fruchtsäuren, wie Ananas, Baumtomaten, Guaven oder Passionsfrüchte. Je mehr Säuren eine Frucht enthält, desto mehr Basen bildet sie im Körper und desto effektiver putzt sie den Darm sauber. Wie der norwegische Ernährungswissenschaftler und Azidose-Experte Dr. Ragnar Berg bereits in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts herausgefunden hat, geht Obst basisch in den Stoffwechsel ein. Sind die Fruchtsäuren neutralisiert, und das geht schnell, bleiben jede Menge alkalische Stoffe übrig, die den Organismus ins Säure-Basen-Gleichgewicht bringen. Fast alle Bewohner der Industrieländer leiden heutzutage aufgrund ihrer Ernährung und ihrer stressigen, bewegungsarmen Lebensweise unter Übersäuerung. Die schlimmsten Säurebilder sind Weißmehlprodukte, Fleisch, Zucker, Tee und Kaffee.
Fruchtsäuren aktivieren den Stoffwechsel. Apfelsäure findet sich zum Beispiel in Cherimoyas und Litchis und verleiht diesen Früchten eine milde, sanfte Note. Zitronensäure ist unter anderem in Ananas und Passionsfrüchten enthalten. Fruchtsäuren geben ein interessantes Aroma, sind gut für die Verwertung von Eiweiß und können Mineralstoffe aus der Nahrung resorbieren. Wie Enzyme putzen sie den Darm und befreien ihn von Eiweiß- und sonstigen Schlacken.