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Inhaltsverzeichnis
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Vorwort
Als ich anfing, mir über dieses Buch Gedanken zu machen, erreichte mich folgende Nachricht aus der geistigen Welt:
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»Es war einmal eine neugierige Dame, die einfach nur angefangen hat und unser Land erreicht hat, das so fern von euch ist und doch nur eine Glastür weg, aber ihr seht sie nicht. Ihr lebt in einer Welt, einer Welt, meiner Welt. Es gibt viele Realitäten, die euch umgeben, die euch nicht sehen und ihr seht sie nicht. Jeder konzentriert sich auf seine Form der Realität. Durch dein Schreiben erreichst du unsere Welt und durch deine Offenheit und Selbstvertrauen, dass wir dir nichts Böses tun. Du hast Recht. Wir freuen uns immer, wenn ein Interesse für uns da ist, aber leider werden wir oft und häufig von euch missverstanden. Wir sind ein anderes Bewusstsein und eine andere Welt. Wir blicken in deine Welt, manche stehen dir mit Rat und Tat zur Seite, wenn du es willst. Wir senden dir und deinen Lesern Liebe, denn daraus ist die Welt gemacht und daraus ist der Stoff, der sie zusammenhält. Kein Krieg der Welt wird jemals das erreichen, was ein Hauch von Liebe erreichen kann.«
Es gab eine Zeit in der Geschichte der Welt, in der die Menschen die Natur als ihren Freund betrachteten und im Einklang mit ihr lebten. In jenen längst vergangenen Tagen war der Mensch dem geistig-spirituellen Universum ganz nah. Er wusste noch um seine geheimen Verbindungen und auch, warum er sich ursprünglich in diese physische Welt begeben hatte. Er kannte seine Ziele und Aufgaben und verstand, was es mit dem Wandel vom spirituellen Sein zum körperlich-weltlichen Leben auf sich hatte. In der unendlich langen Zeit, die nun folgte, ging dieser natürliche Austausch zwischen Mensch und Natur, Himmel und Erde mehr und mehr verloren, und irgendwann fühlte sich der Mensch den Naturgewalten schutzlos ausgeliefert. Wind, Wasser, Sturm, Fluten, Hitze und Kälte, also alles, was nicht kontrollierbar war, bekam plötzlich eine unheilvolle Bedeutung und musste entweder ertragen oder bekämpft werden. Der Mensch begann sich die Natur zu unterwerfen, die er nicht mehr verstand. Aber seine Seele blieb wie sie war und mit ihr blieb das ungewisse Gefühl, dass es mehr gibt als das, was wir mit unseren fünf Sinnen erfassen können. Also wurden Götter geschaffen – Mittler zwischen der geistig-spirituellen Welt, die der Mensch verloren glaubte, und seinem realen Erdenleben. Den Göttern wurden jene Kräfte zugeschrieben, über die der Mensch offenbar nicht mehr verfügte. Er glaubte einfach nicht mehr, dass er selbst genug innere Kraft hatte, um jederzeit in die geistig-spirituelle Welt zu reisen und dort Hilfe und Trost zu finden.
Alle Religionen dieser Erde basieren auf dieser inneren Sehnsucht, dem Himmel, Gott, dem Schöpfer der Welt, dem Nirwana, dem geistigen Ich nah zu sein. Intuitiv wissen wir alle, dass wir ein Teil des Ganzen sind, obwohl sich viele das nicht mehr bewusst eingestehen wollen.
Aber irgendwann fragen die meisten von uns nach dem Sinn des Lebens, und wenn sie die Antwort nicht in ihrer Religion finden, versuchen sie es eben auf einem anderen spirituellen Weg. Eher selten suchen Menschen die Antwort in sich selbst. Wir erwarten in der Regel, dass uns jemand sagt, wie wir glücklich und zufrieden werden, was wir glauben müssen, um unsere innere Leere zu füllen, wie wir leben müssen, um Gott oder einer Gottheit gefällig zu sein, was wir tun müssen, um das Heil zu erlangen.
Wir sind noch immer der Meinung, dass sich nur ganz bestimmte Menschen mit der geistigen Welt in Verbindung setzen dürfen, dass man ganz bestimmte Rituale befolgen muss, dass man besonders begabt sein sollte und dass vor allem große Vorsicht geboten ist, denn der Kontakt mit der geistigen Welt gilt als gewagtes Unternehmen. Aber können Sie sich wirklich vorstellen, dass es in der geistigen Welt eine Abteilung gibt, die genau aufpasst, ob wir die entsprechende Begabung mitbringen, genügend Kerzen anzünden, das Zimmer mit Weihrauchstäbchen reinigen, die richtigen Gebete sprechen, und die uns den Zugang verweigert, wenn wir etwas falsch machen? Ist die geistige Welt wirklich so kleinlich? Ich denke nicht. Die einzige Voraussetzung für einen guten Kontakt ist der ehrliche Wille, mit der geistigen Welt in Verbindung zu treten. Wer die geistige Welt ernst nimmt, wird auch von ihr ernst genommen.
Es gibt selbstverständlich Menschen, die eine natürliche Begabung haben. Sie können vielleicht hellsehen, die Zukunft vorhersagen, verstorbene Menschen sehen oder Kontakt mit Verstorbenen aufnehmen. Wieder andere legen Karten oder bedienen sich anderer Hilfsmittel, um Verbindung zur geistigen Welt aufzunehmen. Es gibt viele Varianten des Channelns.
Einen weiteren Text, den ich durch automatisches Schreiben bezüglich dieses Buches bekommen habe, möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:
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»Wir geben dir Einsicht in dein Leben, dein Sein, dein wundervolles Ich. Du kannst durch uns dich selbst erfahren und dich durch uns weiterentwickeln auf dieser Welt. Du kannst durch uns verschiedene Persönlichkeiten ansprechen, die dir auf deinem Lebensweg weiterhelfen können. Channeln zu uns ist in vielen Formen möglich. Wir hören sie alle, denn wir sind nur einen Bewusstseinshauch von dir entfernt.«
 
In der modernen westlichen Welt sind viele Menschen überzeugt, dass mit dem Tod alles zu Ende ist. Wir sterben und das war’s. Es gibt schließlich keine wissenschaftlichen Beweise für eine Wiederauferstehung oder ein Weiterleben nach dem Tod. Unsere Vorfahren waren in diesem Punkt sehr viel offener. Sie waren überzeugt, dass der Mensch mit dem Tod in eine andere Welt eingeht.
Noch heute sind wir fasziniert vom Totenkult der alten Ägypter, aber fragen wir uns jemals, ob sie vielleicht Recht hatten? Sie glaubten, dass die Seele des Menschen auch über den Tod hinaus weiterlebt. Ihren Vorstellungen zufolge lebte der Verstorbene im Jenseits genau wie im Diesseits, sogar mit dem gleichen Beruf. Weil man glaubte, dass der Verstorbene im Jenseits auch seine Körperhülle brauchte, wurde diese sehr sorgfältig einbalsamiert. Alle lebenswichtigen Organe wurden in Tonkrügen dazugelegt. Die Grabbeigaben bestanden aus allem, was der Verstorbene in seinem neuen Leben noch brauchen konnte. Doch bevor er ins Jenseits eingehen konnte, musste er Zeugnis über sein Leben ablegen. Sein Herz wurde auf eine Waage gelegt und gegen eine Feder aufgewogen. War das Herz schwerer als die Feder, wurde der Verstorbene von einem Krokodil verschlungen. War die Waage jedoch im Gleichgewicht, erhielt er das Ankh, den Schlüssel des Lebens, und konnte fortan ein unbeschwertes Leben führen.
Im antiken Griechenland glaubte man die Seele der Verstorbenen in der von Hades regierten Unterwelt, aus der es kein Zurück gab. Bewacht wurde dieses Reich von dem dreiköpfigen Hund Cerberus, der jedem Lebenden den Zutritt verwehren sollte. Um in die Unterwelt zu gelangen, musste der Tote den Fluss Styx überqueren, und damit er Charon, den Fährmann, bezahlen konnte, legte man ihm eine Münze auf ein Auge.
Der chinesische Kaiser Shi Huang Di nahm eine ganze Armee mit in das Reich des Himmels, denn er war sicher, dass er auch im Leben nach dem Tod eine Armee brauchen würde. Achttausend Soldaten und Pferde wurden in Lebensgröße aus Ton gefertigt und mit echten Waffen ausgestattet, um ihn zu begleiten. Noch heute ist die Ahnenverehrung in China Bestandteil der Volksreligion und ein fest integrierter Teil des Alltags. Der Tod wird als eine Art Schlaf gesehen, aus dem der Mensch wieder erwachen kann. Deshalb gibt es ein Ritual, mit dem man die Seele des Toten herbeiruft und ihr Gegenstände des Alltags und Nahrung anbietet. Hölzerne Tafeln mit den Namen der Verstorbenen schmücken die Ahnenhalle oder den Hausaltar. Hier werden Opfer dargebracht und wichtige, die Familie betreffende Angelegenheiten entschieden (z. B. Hochzeiten), denn über die Opfer oder mit Hilfe von Orakeln können die Hinterbliebenen Verbindung mit ihren Ahnen aufnehmen.
Auf Madagaskar werden alle Häuser mehrstöckig gebaut, denn im Erdgeschoss, in der Nähe der Toten will niemand schlafen. Wenn eine Familie oder eine einzelne Person zu viel Pech hatte, wurde früher ein Totenwendungsfest abgehalten, das den Geist des Verstorbenen besänftigen sollte. Der Tote wurde aus dem Grab geholt und nahm an der Feier teil. Dann wurde er gewendet und wieder begraben.
Das Totenwendungsfest hatte eine ähnliche Funktion wie die Beichte und der Sündenerlass in der katholischen Kirche. Der Ombiasy – Mittelsmann zwischen Lebenden und Toten – entschied, ob ein solches Fest notwendig war, indem er Kontakt zu den Toten aufnahm. Dieser Brauch ist heute verboten, da sich viele Familien stark verschuldeten, um das Fest bezahlen zu können.
In manchen Kulturen Neuguineas wird der ursprüngliche, unmittelbare Ahnenkult noch heute praktiziert. Viele Eingeborene benutzen die Schädel ihrer Ahnen nachts als Kopfstütze. Sie träumen sozusagen auf den Köpfen ihrer Ahnen. Außerdem verzehren sie die Asche der Verstorbenen im Rahmen eines Rituals und sorgen so für ihr vollständiges Aufgehen in der Gemeinschaft der Lebenden.
Bei uns wird der Toten an Allerheiligen und Allerseelen gedacht. In katholischen Kirchen zündet man Kerzen für die Seelen der Verstorbenen an, und in den meisten Kirchen brennen Dutzende solcher Kerzen. Warum sollten wir der Toten gedenken, wenn mit dem Tod alles zu Ende ist? Wir pilgern zu allen möglichen Orten, an denen wundertätige Heilige gelebt haben, weil dort immer noch Wunder geschehen. Wie ist das möglich, wenn die Seelen dieser Heiligen überhaupt nicht mehr existieren? Im Volksglauben entscheidet Petrus an der Himmelstür, wer in den Himmel eingehen darf und wer nicht. All das weist darauf hin, dass auch wir uns nicht so ganz von dem Glauben an ein Leben nach dem Tod verabschieden können.
Wenn wir channeln, setzen wir uns mit den Seelen verstorbener Menschen in Verbindung und gehen davon aus, dass sie da sind. Wenn man als Medium arbeitet oder sich einfach nur etwas intensiver mit der geistigen Welt beschäftigt, weiß man, dass sie da sind. Seele ist Energie, und Energie geht nicht verloren.

Channeln – Was ist das?
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Die bekannteste Art des Channelns ist natürlich die Arbeit eines Mediums, das sich direkt mit der unsichtbaren Welt in Verbindung setzt und mit Verstorbenen spricht. Ein Medium kann über große Distanzen hinweg Bilder empfangen oder Nachrichten aus dem Jenseits hören, die den meisten von uns verborgen bleiben. Aber Channeln ist mehr als das. Channeln heißt, der geistigen Welt ein Stück näher zu sein. Und diese Möglichkeit steht jedem Menschen offen.
Channeln funktioniert wie das Aussenden so genannter Funkwellen aus einer Radiostation und das Empfangen eben dieser Wellen auf einem entsprechend eingestellten Radioempfänger – nur eben auf der geistigen Ebene. Unter Funkwellen versteht man elektromagnetische Wellen mit Wellenlängen von vielen Kilometern bis hinab zu Millimeterbruchteilen, die zur drahtlosen Verbreitung von Information verwendet werden. Es gibt aber auch natürliche Radioquellen, mit deren Erforschung sich die so genannte Radioastronomie beschäftigt. Seit K. G. Jansky im Jahre 1932 die Radiostrahlung der Milchstraße entdeckte, hat man Millionen solcher Quellen ausfindig gemacht.
Jemand, der channelt, sendet über sein Bewusstsein eigene Funkwellen in die Weiten des Universums und kann auf diese Weise mit einem anderen Bewusstsein kommunizieren und umgekehrt. Es ist sogar schon vorgekommen, dass Menschen über das Radio oder das Fernsehen Nachrichten aus einer anderen Sphäre empfangen haben, denn es gibt durchaus Geistwesen, die diesen Weg der Nachrichtenübermittlung nutzen.
Das Aussenden eigener »Funkwellen« kann für alle Arten von Informationsübermittlung genutzt werden, sei es für das geistige Heilen, zur Selbstheilung, in der Kommunikation mit Pflanzen und Tieren oder zur Gedankenübertragung. Ein Beispiel: Als ich vor einigen Jahren einen Vortrag über Tarot hielt, verhaspelte ich mich plötzlich, verlor den Faden und konnte mich nicht mehr konzentrieren. Kurz danach kehrte meine innere Ruhe und Sicherheit zurück, als sei nichts gewesen. Als die Teilnehmer den Raum verließen, kam eine Dame auf mich zu und sagte: »Ich habe Ihnen dauernd in Gedanken eine Frage gestellt.« Da war alles klar. Sie hatte mich mit ihren »Gedankenwellen« so lange bombardiert, bis ich ihre Frage »ganz spontan« beantwortet hatte. Ich gestehe, dass ich über diese telepathische Gedankenübertragung nicht besonders glücklich war, aber sie demonstriert die Kraft der geistigen Energie, die jeder in sich hat und auch nutzen kann. Aber bitte auf positivere Weise!
Unter Channeln versteht man also nicht nur die Kontaktaufnahme zur geistigen Welt, sondern auch eine bestimmte Art der Kommunikation in unserer Welt. Oder ist es Ihnen noch nie passiert, dass Sie an einen Menschen gedacht haben, und plötzlich rief genau dieser Mensch an oder kam vorbei? Wir sind uns dieser Energien selten bewusst und senden sie meist unkontrolliert und willkürlich in die Weiten des Raums. Kommt Ihnen das Folgende bekannt vor? Sie haben sich unglaublich geärgert, müssen Ihren Frust aber schlucken, weil Sie keinen Aufstand machen wollen. Plötzlich geschehen seltsame Dinge: Der Kühlschrank geht kaputt; der Computer stürzt ab; das Auto springt nicht an. Wenn man ein solches Geschehen kontrolliert hervorruft, nennt man das Telekinese.
Auch immer dann, wenn Sie sich einen Parkplatz in einer Gegend »bestellen«, in der es eigentlich keine Parkplätze gibt, nutzen Sie diese Gedankenenergie. Viele von Ihnen werden bestätigen können, dass solche »Bestellungen« funktionieren.
Ist es schon vorgekommen, dass Sie ein bestimmtes Ereignis vorausgeahnt haben, das dann auch eingetroffen ist? Oder dass Sie intensiv über ein Thema nachgedacht haben, das am nächsten Tag genau so in der Zeitung, im Fernsehen oder in einem Gespräch diskutiert wurde? Die geistige Welt ist immer auf unserer Frequenz. Sie hört unsere Gedanken und unsere Wünsche, und wenn die Wünsche ernst gemeint sind, wird sie versuchen, sie zu erfüllen. Bärbel Mohrs Buch Bestellungen beim Universum handelt von genau diesen Möglichkeiten. Eine »Bestellung« muss allerdings mehr sein als ein Lippenbekenntnis. Es genügt nicht zu sagen, dass man etwas will. Das emotionale Bekenntnis muss ebenfalls dazu passen, sonst funktioniert es nicht. Ein Beispiel: Sie bestellen sich einen neuen Partner, aber nichts geschieht. Haben Sie genau hinterfragt, ob Sie eine Partnerschaft wirklich wollen? Die geistige Welt hört Sie, nicht Ihre Worte.
Es ist ein Phänomen unserer Zeit, dass sich immer mehr Menschen auf die Suche nach Sinn machen – in der Kirche, auf einem esoterischen Weg, in Indien, beim Dalai Lama, im Buddhismus, in einer autoritären Religionsgemeinschaft oder wo auch immer sie eine Bedeutung für ihr Leben zu finden hoffen. Ich habe mich zum Beispiel oft gefragt, warum es Menschen gibt, die freiwillig in einem Kloster leben. Doch letztlich ist ein solches Leben dem Kontakt mit der geistigen Welt gewidmet, also dem Channeln. Das mag zunächst ein wenig ketzerisch klingen, aber das Beten, das Versenken in das Gespräch mit Gott geht mit einem inneren Öffnen einher, einem Öffnen für eine andere Welt. Die Gesänge, die in Klöstern schon sehr früh am Morgen angestimmt werden, haben alle einen mystischen Charakter. Das Klicken des Rosenkranzes, das regelmäßige Versinken in die religiösen Rituale des täglichen Lebens. Weil wir so lange nach Asien geschaut und die Meditationstradition dort bewundert haben, haben wir fast vergessen, dass Meditation auch ein Teil unserer christlichen Tradition ist.
Die Seele ist das, was uns ausmacht und was von uns übrig bleibt, wenn wir diese Welt verlassen. Channeln nach innen bedeutet, sich mit der eigenen Seele zu beschäftigen und seinem ureigenen Sein nahe zu sein. In der Hektik des Alltags haben wir verlernt, auf uns selbst zu hören. Oft sind wir nicht einmal mehr in der Lage, uns in ein gutes Buch zu vertiefen. Meist läuft dann noch das Radio, der Fernseher oder eine CD. Oder es muss geputzt, gekocht, gewaschen, das Fußballspiel, der Fernsehfilm getan, gemacht, geschaut werden. Nur keine Ruhe, nur nicht mit sich allein sein. Wir laufen vor uns selbst davon, konsumieren und sind insgesamt durch und durch unzufriedene Menschen. Es fehlt uns etwas, aber da wir in einer Konsumgesellschaft leben, erwarten wir, dass uns auch die Antworten für unsere Seele im Fast-Food-Modus geliefert werden: fertig verpackt, bereit zum Verzehr und möglichst gut verdaulich. Wir laufen von einem Selbsterkenntnisseminar zum nächsten, nehmen alle guten Ratschläge in uns auf und vergessen sie prompt wieder – bis zum nächsten Seminar.
In sich hineinzuhören, sich selbst zu channeln ist eine Möglichkeit, sich wieder ins Gleichgewicht zu bringen und herauszufinden, wer man ist und was man will. Dazu braucht man Zeit und die Bereitschaft, sich selbst zu erleben. Das muss nicht mit langen, komplizierten Meditationen einhergehen. Ein erster Schritt besteht darin, die ganze Geräuschkulisse auszuschalten und sich in einem wirklich stillen Raum mit sich selbst und seinen eigenen Wünschen zu beschäftigen oder einfach die Stille zu spüren und auf sich wirken zu lassen. Zu erleben, wie sich nervliche Anspannungen auflösen und man wieder mit seinen eigenen Gedanken in Verbindung steht. Aus der Ruhe kommt die Kraft, heißt es im Volksmund, und daran hat sich bis heute nichts geändert.
Ist es überhaupt möglich, sich selbst zu channeln? Kontakt zu sich selbst aufzunehmen? Stellen Sie sich das vor: Alles in uns und um uns ist Bewusstsein. Unser Körper, jede Zelle, jedes Molekül besitzt Bewusstsein. Bewusstsein ist das, was uns am Leben hält. Wenn unsere Zellen, unsere Moleküle kein Bewusstsein mehr haben, sind wir tot. Wenn aber jedes einzelne Molekül unseres Körpers, unserer Organe und unseres Gehirns Bewusstsein besitzt, dann ist auch jedes dieser Moleküle über unsere ureigene Frequenz zu erreichen. Das bedeutet, dass wir uns durch Channeln mit jedem unserer Moleküle in Verbindung setzen können, denn es versteht diese Sprache genauso wie das Universum selbst. Es ist Teil des Ganzen wie wir Teil des Ganzen sind. Wir kommunizieren alle auf der gleichen Frequenz.
Channeln kann auch bedeuten, seiner »Vergangenheit« zu begegnen. Man liest ein Buch, sieht eine Fernsehsendung, hört Radio oder lauscht einem Gespräch – und plötzlich wird man von Gefühlen übermannt, die fröhlich, beklemmend, traurig oder euphorisch sein können und die man nicht einordnen kann. Vielleicht kennen Sie das: Sie sind in einer fremden Stadt, gehen um eine Ecke und wissen plötzlich: Hier war ich schon einmal. Ein Déjàvu-Erlebnis. Wann immer wir eine tiefe Emotion mit einer Situation, einem Ereignis oder einem Ort verbinden und nicht wissen, woher diese Emotion kommt, erhaschen wir höchstwahrscheinlich einen kurzen Blick in eine längst vergessene Vergangenheit. Für einen Augenblick wird ein Vorhang aufgerissen – bis uns unser rationaler Verstand daran erinnert, dass dies ganz unmöglich sein kann. Wahrscheinlich – so sagen wir uns – habe ich einen Dokumentarfilm gesehen, in dem diese Straße oder dieser Platz vorkam. Vorhang zu.
Channeln erlaubt uns, die Kraft zu nutzen, die uns begleitet, die Energie, die uns immer umgibt, die nie fortgeht und immer bereit für uns ist. Wir sind dem Universum nicht willkürlich ausgeliefert. Vielmehr will das Universum Kontakt mit uns halten, denn irgendwann werden wir in das Universum, die geistige Welt oder das Himmelreich – wie immer Sie es nennen möchten – zurückkehren. Channeln ist bewusste Kontaktaufnahme mit der geistigen Welt oder dem geistigen Allwissen.
Channeln kann auch für die Gesundheit von Nutzen sein, denn es ermöglicht das Aussenden und Empfangen von heilenden Energien. Haben Sie schon einmal zu einer sich anbahnenden Grippe gesagt: »Dafür habe ich jetzt keine Zeit« – und plötzlich war sie weg? Es war der an das eigene höhere Selbst gerichtete Wunsch, der diese »plötzliche Heilung« bewirkt hat. Indem wir einen Wunsch formulieren und aussprechen, channeln wir bereits. Früher hat man für kranke Menschen gebetet und ihnen auf diese Weise heilende Energie geschickt. Das funktioniert auch heute noch. Und genauso ist es möglich, heilende Energien an sich selbst zu senden.
Bei der Beantwortung unserer Fragen richtet sich die geistige Welt nach unseren wahren Bedürfnissen, und die liegen manchmal jenseits der Bedürfnisse, die wir für uns formulieren. Ein Beispiel: Ein Mann möchte Karriere machen. Er geht zu einem Medium und fragt, wie er das am schnellsten bewerkstelligen könne. Das Medium bekommt die Antwort: »Geh zu deiner Mutter.« Das Medium weiß nichts mit dieser Nachricht anzufangen, der Mann auch nicht. Enttäuscht geht er nach Hause. Plötzlich, mitten in der Nacht, weiß er es. Er muss sich seinem Bedürfnis nach Anerkennung stellen. Zeit seines Lebens wollte er Anerkennung von seiner Mutter, die diese ihm aber immer verweigert hat. Er muss sich erst von dieser Sucht befreien, bevor er mit Erfolg eine Karriere starten kann.
Die Reise in das unbekannte geistige Land, das wir über das Channeln erreichen können, ist immer auch ein Abenteuer. Unglaubliche Wege führen manchmal zum angestrebten Ziel, Wege, die sich der rationale Verstand überhaupt nicht vorstellen kann. Ein Beispiel: Sie möchten unbedingt Karriere machen und sind der Ansicht, dies sei nur in einer Großstadt zu schaffen. Jeden Abend, kurz vor dem Einschlafen fragen Sie sich: Wie kann ich meine Karriere voranbringen? Plötzlich werden Sie gebeten, in einer Kleinstadt eine Filiale Ihrer Firma zu übernehmen. Was machen Sie jetzt? Folgen Sie Ihrer inneren Stimme und nehmen die plötzlich aufgetauchte Chance wahr, auch wenn sie nicht das ist, was Sie sich vorgestellt haben? Oder bleiben Sie in der Großstadt, wo Ihrer Meinung nach Karriereleitern erklommen werden? Dieses Angebot könnte der Umweg zu Ihrem Ziel sein. Welchen Weg schlagen Sie ein? Den Ihres rationalen Verstandes oder den der inneren Stimme?
Viele Künstler nutzen das Channeln instinktiv. Ein bekannter amerikanischer Schriftsteller sagte einmal, dass er seine Bücher im Schlaf vor sich sehe und sie dann nur noch abschreiben müsse. Natürlich entsteht Kunst nicht nur im Gehirn, aber sicherlich fungiert das Gehirn wie ein Empfänger für die notwendigen Inspirationen. Der Künstler hat die Möglichkeit, im Allwissen der geistigen Welt nach Visionen zu suchen und diese umzusetzen, indem er sich wie ein offener Kanal verhält, durch den die Informationen hin- und zurückfließen können. Das heißt nicht, dass die Werke großer Künstler im Universum geschaffen werden, sondern nur, dass Künstler aus Quellen schöpfen können, die nicht nur hier auf der Erde sprudeln. Sie sind fähig, genau die Inspiration aufzunehmen, die ihren Vorstellungen und ihrem Wesen entspricht und ein Kunstwerk zu ihrem ganz eigenen macht.
Channeln bezeichnet also nicht nur die Tätigkeit eines Mediums oder gar eine Fähigkeit, die sich nur wenige hochbegabte Menschen aneignen können. Nein, wir alle channeln im Alltag – mehr als wir denken und öfter als wir ahnen. Davon, wie Sie diese Kraft gezielter für sich selbst einsetzen können, handelt dieses Buch. Ich will Ihnen zeigen, wie man das Channeln im Alltag anwenden kann. Wie oft und wie selten Sie dann davon Gebrauch machen, liegt ganz bei Ihnen.

Direktes und indirektes Channeln
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Beginnen wir unsere Reise in die Welt des Channelns mit dem, was ich als indirektes Channeln bezeichne, der Arbeit mit Karten, Runen und dem Pendel. Mit Hilfe von Karten und anderen Wahrsagemethoden können Sie nicht nur in die Zukunft sehen, sondern auch das eigene Seelenleben erforschen. Über das Pendel können Sie mit Ihrem Körper sprechen oder Ihren emotionalen Zustand abfragen. Runen können Zuspruch und Aufmunterung sein. Tarotkarten geben tiefe Einblicke in die eigene Psyche, wenn sie entsprechend befragt werden. Ist man über diese Mittel wirklich mit dem Universum verbunden? Und wenn nicht, warum funktionieren sie so gut?