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Stefan Wolf

Im Schlauchboot durch die Unterwelt

Ein Fall für

 

 

 

 

cbj ist der Kinder- und Jugendbuchverlag

in der Verlagsgruppe Random House

 

 

 

 

Gesetzt nach den Regeln der Rechtschreibreform

1. Auflage

© 2005 cbj, München

Alle Rechte vorbehalten

Illustrationen: Reiner Stolte, München

Satz: Uhl+Massopust, Aalen

ISBN: 978-3-641-01298-4

 

Datenkonvertierung eBook:

Kreutzfeldt Electronic Publishing GmbH, Hamburg

Inhalt

I.Teil

 

Im Schlauchboot durch die Unterwelt

 

1.Albtraum bis zum Wahnsinn
2.Die WM wird zur Tragödie
3.Spaßvögel
4.Das Trio sind vier
5.Heiße Info vom Sportreporter
6.Unterm Runen-Baum
7.Fausto war Taxler
8.Mit Schwimmweste im Abwasserkanal
9.Ein Geschenk des Himmels
10.Ottos vergebliche Suche
11.Verabredung am Gully
12.Im Schlauchboot unter Ratten
13.Matilde kommt zum Opa
14.In seelischer Not
15.Von zwei Seiten zum Ziel

 

 

II. Teil

 

TKKG-Detektiv-Stories

 

1.Der fliegende Geldkoffer
2.Verschleppt von blauen Zwergen
3.Picknick unter schwarzer Flagge
4.Ein Wiedersehen in Afrika
5.Heiße Beute

TIM

heißt eigentlich Peter Carsten. Aber tolle Typen haben auch immer einen Spitznamen. Früher wurde Tim von seinen Freunden Tarzan genannt, doch mit dem will er nicht mehr verglichen werden, nachdem er diesen »halb fertigen Bodybuilder« in einem Film gesehen hat. – Tim ist der Anführer der TKKG-Bande, die so bezeichnet wird nach den Anfangsbuchstaben ihrer Vor- oder Spitznamen. Tim ist 14, aber seinem Alter geistig und körperlich weit voraus. Ein braun gebrannter Athlet, besonders veranlagt für Kampfsport und Volleyball. Seit zwei Jahren wohnt er in der berühmten Internatsschule, ist Schüler der 9b. Sein Vater, ein Ingenieur, kam bei einem Unfall ums Leben. Tims Mutter, eine Buchhalterin, müht sich sehr, um das teure Schulgeld für ihren Sohn aufzubringen. Tim ist der geborene Abenteurer, hasst Ungerechtigkeit, mischt sich ein und riskiert immer wieder Kopf und Kragen.

KARL, DER COMPUTER

sitzt im Unterricht neben Tim, wohnt aber nicht im Internat, sondern bei seinen Eltern in der nahen Großstadt. Karl Viersteins Vater ist Professor für Mathe und Physik an der Universität; und wahrscheinlich von ihm hat Karl das tolle Gedächtnis geerbt – aus dem man alles abrufen kann wie aus einem Computer. Karl ist lang aufgeschossen und sieht magersüchtig aus, weshalb körperlicher Einsatz nicht seine Sache ist. Er kämpft lieber mit geistigen Keulen und fühlt sich bei den TKKG-Aktionen zuständig für technische und wissenschaftliche Probleme. Wenn ihn was aufregt, putzt er sofort die Gläser seiner Nickelbrille – und das manchmal so heftig, dass er alle paar Monate eine neue braucht.

KLÖSSCHEN

wird so genannt, weil er so aussieht; und für sein Aussehen gibt es einen Grund: Willi Sauerlich nascht und nascht und nascht. Schokolade ist für ihn Kraftnahrung, auch wenn er davon immer runder wird. Zusammen mit Tim bewohnt er im Internat die Bude ADLERNEST. Klößchens Vater ist Schokoladenfabrikant und der Sohnemann versteht sich bestens mit seinen Eltern, die im feinsten Viertel der nahen Großstadt leben. Auch als Fahrschüler könnte Klößchen die Internatsschule besuchen, aber zu Hause in der pompösen Villa hat er sich immer nur gelangweilt; deshalb ist er jetzt hier – und wird von Tim mitgerissen in die vielen haarsträubenden Abenteuer, das Markenzeichen der TKKG-Bande.

GABY, DIE PFOTE

muss sich als einziges Mädchen gegen drei Jungs behaupten. Aber alle Trümpfe sind auf ihrer Seite: goldblondes Haar, blaue Augen mit dunklen Wimpern, Anmut, Intelligenz und wenn nötig eine kesse Lippe. Für Tim ist seine Freundin das schönste Mädchen der Welt und er fühlt sich als ihr Beschützer – vor allem dann, wenn es gefährlich zugeht: ein sehr häufig wiederkehrender Zustand. Gabriele Glockner wohnt bei ihren Eltern in der Stadt und besucht die 9b der Internatsschule als Fahrschülerin. Gabys Vater ist Kriminalkommissar und ein väterlicher Freund der Jungs. Gabys Mutter – von Tim, Karl und Klößchen hoch verehrt – betreibt ein kleines Lebensmittelgeschäft. Gaby liebt Tiere und lässt sich von Hunden gern die Pfote geben, was zu dem Spitznamen PFOTE geführt hat. Oskar, ein schwarz-weißer Cockerspaniel, schläft auf ihrem Bettvorleger.

1. Albtraum bis zum Wahnsinn

Sie war sieben Monate alt, 68 cm lang, 15 Pfund schwer und hatte einen wunden Po.

Matilde betrachtete das Baby mit einem Gemisch aus Zärtlichkeit und Angst. Susi lag auf dem Tisch, strampelte und hatte sich noch nicht entschieden, ob jetzt Lachen oder Weinen an der Reihe war. Durch die ausgebleichte Gardine des Fensters drangen die Strahlen der Märzsonne. Susi wurde umhüllt von goldenem Licht wie von einem Kokon (Hülle der Insektenpuppen).

Doch dieser Augenblick im Sonnenlicht war kein Symbol für Geborgenheit. Im Gegenteil: Susi war das 10000000- Euro-Baby. Öffentlichkeit und Presse stellten bereits Vermutungen an, ob es überhaupt noch am Leben oder längst tot sei.

Matilde hatte Susi gebadet, geölt und in frische Windeln gewickelt. Jetzt noch einen Teller mit Brei – dann würde Susi hoffentlich schlafen.

Matilde horchte nach vorn, während sie – das Baby im Arm – fütterte. Hatte die Eingangstür gebimmelt? Ein Besucher? Nein. Stille.

ERWINS PANOPTIKUM (Wachsfigurenschau) hatte zwar geöffnet, stand aber nicht auf der Hitliste für die Touristen der TKKG-Stadt. Einheimische aus der Millionen-Metropole kamen ohnehin nur selten her. Das kleine und seltsame Museum konnte seine Leute nicht ernähren, weshalb Erwin Kräsch – Matildes Vater – in erster Linie drei Taxis laufen hatte. Das brachte Vater und Tochter über die Runden.

Noch ein Löffelchen und jetzt das letzte. Susi machte ihr Bäuerchen, wurde in die ausgepolsterte Kiste gelegt, die das Kinderbett ersetzte, und knabberte an ihrem Beißring.

Sonderbar. Susi hatte sich rasch an diese fremde Frau, an Matilde, gewöhnt. Vielleicht weil das Baby instinktiv spürte: Von Matilde ging nichts Böses aus. Auch die junge Frau war ein Opfer.

Sie war 22. Als Opfer hatte sie sich immer gesehen – als Opfer ihres harten, ja rohen und rücksichtslosen Vaters. Sie besaß nicht die Kraft sich gegen ihn aufzulehnen. Er hätte es ihr grausam vergolten. Matilde gehorchte – seit sie denken konnte – und im Gehorchen war sie absolut zuverlässig.

Seit dem Unfall als Zwölfjährige war ihr linkes Bein verkürzt. Sie humpelte trotz orthopädischem Schuh und gewaltigem Absatz. Ihr Weg als graue Maus schien vorgezeichnet: eine blasse, fahl blonde junge Frau mit Sommersprossen und unsicherem Blick. Ihr Blick war meistens nach innen gerichtet – auf ihre Träume. Nicht auf das, was sie sich erträumte, wünschte – sondern auf ihre Albträume. Unter denen litt sie – Nacht für Nacht – bis an den Rand des Wahnsinns.

Matildes Aufgabe war das Museum: ERWINS PANOPTIKUM

Besucher einlassen, Eintritt kassieren, eventuell führen und erklären, aufpassen, dass nichts beschädigt wird, möglichst eine kleine Broschüre verkaufen, die von Kuriositäten (Merkwürdigkeiten) und deren Zurschaustellung handelte.

Außerdem liefen hier die Anrufe der Taxi-Stammkunden ein.

Und jetzt kam hinzu, dass Matilde das Baby betreuen musste.

Sie wusste: Damit war sie Mitwisserin. Damit war sie mitschuldig an einem schweren Verbrechen. Dennoch konnte sie nichts dagegen tun.

Susi schlief. Auf dem rosigen Gesicht lag ein Lächeln. Sie war satt, hatte schon Wimpern und zwei Zähnchen. Haare fehlten noch. Bis jetzt gab’s nur braunblonden Flaum.

Am liebsten würde ich sie behalten, dachte Matilde. Was unsinnig war. Sie würde sie hergeben müssen – für Lösegeld, für das miese Geschäft, das da lief.

Jetzt bimmelte die Eingangsglocke.

Noch einen Blick zu Susi. Dann lief Matilde durch die beiden weitläufigen, düsteren Räume, die das Museum ausmachten. Die Fenster waren abgedunkelt. So wirkten die Exponate (Ausstellungsstücke) besser. Etliche waren schon alt. Man sah ihnen an, dass sie ausgebessert waren. Das älteste Stück war 180 Jahre alt – und jedes Jahr schien ein Fluch zu sein. Und alle Verwünschungen schienen sich gegen Matilde zu richten.

Sie schauderte. Für einen Moment wurde die Panik übermächtig in ihr. Sie drehte den Kopf weg, um den Aborigine (Ureinwohner Australiens) nicht sehen zu müssen, während sie vorbeihastete.

Der Aborigine war nicht aus Wachs. Er war echt.

An der Eingangstür standen zwei Besucher, ein biederes Paar in mittleren Jahren. Offensichtlich aus tiefster Provinz. Aber jetzt hier wegen Kultur. Und fest entschlossen, was zu erleben.Am besten etwas, worüber sich berichten ließ – am Stammtisch und im Kaffeekränzchen.

»Haben Sie geöffnet?«, fragte der dickliche Mann. »Ja. Bitte sehr! Treten Sie ein.«

»Stimmt das auch mit der Leiche?«, fragte die Frau. Sie war noch dicker und hatte daheim den Spitznamen »Torten- Emma«. »Ich meine die balsamierte Leiche von diesem Hottentotten. Das hat man uns im Hotel gesagt.«

»Es handelt sich um einen Aborigine«, erklärte Matilde geduldig, während sie dem Dicken zwei Eintrittskarten zu je fünf Euro verkaufte. »Einen Ureinwohner Australiens.«

»Kein Wachs? Richtig echt?«, wollte Torten-Emma wissen.

Matilde bestätigte das.

»Den wollen wir zuerst sehen!«, entschied der Dicke und seine Emma fröstelte wohlig.

Matilde hatte die gedämpfte Beleuchtung eingeschaltet. Jedes Exponat erhielt ein anderes Licht.

Die Riesenschlange, die ein Krokodil erdrosselte, war in das Grün des Dschungels getaucht. Den Massenmörder mit dem Beil umfing bräunlich die Dämmerung. Der kugelförmige Mann, der ohne Arme und Beine geboren worden war und trotzdem sein Leben gemeistert hatte, präsentierte sich im grellen Neonlicht. Die Giftmörderin, die fast ein ganzes Dorf in Ungarn ausgelöscht hatte, wurde mit kaltem Blau angestrahlt.

Allen Szenen, allen Figuren lag eine wahre Begebenheit zu Grunde. Namen, Daten und das Geschehen waren auf Tafeln vermerkt. Die Besucher konnten den Text lesen – falls sie es konnten, denn das gefärbte Licht war ein Hindernis und hatte schon häufig zu Beschwerden geführt.

Aber Erwin Kräsch änderte nichts. Wer Fragen hatte, sollte sich gefälligst an Matilde wenden.

Der Aborigine stand im zweiten Raum. Der Speer, auf den er sich stützte, war zugleich die Stütze der Figur. Ein älterer Mann mit grauem Haar und grauem Bart. Die Figur war ausgemergelt, die Haut dunkel. Er trug Lendenschurz. Unter den buschigen Brauen glommen gläserne Augen. Die schimmerten tatsächlich, reflektierten das helle sonnenartige Licht.

Und diese Augen starrten Matilde Nacht für Nacht an – im Traum. Und er redete mit ihr – in einer gutturalen (kehligen) Sprache, die sie nicht verstand. Dennoch wusste sie, dass er ihr drohte. Und ihr befahl, ihm die Freiheit wiederzugeben.

Auch jetzt starrte er Matilde an.

Rasch wandte sie sich ab.

»Na, alter Freund!«, feixte der Dicke. »Siehst nicht sehr gesund aus.«

»Alfred!«, tadelte seine Frau. »Das ist... war ein Mensch!«

»Soll ich ihm vielleicht die Hand schütteln? Also, wenn der hier ne Schau abzieht, kann ich ihn auch anreden. Oder?«

Beifall heischend sah er Matilde an, die aber nicht reagierte.

»Wie hieß er?«, fragte Alfred.

»Das wissen wir nicht.«

»Ist er ausgestopft?«, wollte Emma wissen.

»Ja.Er ist ausgestopft. Wie ein präpariertes Tier. Sein Skelett ist noch vorhanden und mit Drähten verstärkt. Haut und Haare sind echt. Alles andere ist ausgestopft, beziehungsweise so präpariert, dass es nicht verwesen kann. Das muss alles schon in Australien geschehen sein – etwa um 1820 oder etwas früher. Man nimmt an, der Mann sei eines natürlichen Todes gestorben. Jedenfalls wurde der präparierte Leichnam von einem deutschen Seemann im Jahre 1820 mitgebracht. Er hat den Aborigine regelrecht eingeschmuggelt. Und dann an einen Schausteller verkauft, der mit einem Kuriositätenkabinett auf Jahrmärkten und Volksfesten unterwegs war. Dieser Mann war mein Ururgroßvater. Alle meine Vorfahren sind Schausteller gewesen. Erst als sich das nicht mehr lohnte, ist mein Vater hier sesshaft geworden.«

»Dann ist der Abonnement... äh... Abo... der Buschmann also seit damals bei Ihnen im Familienbesitz«, sagte Emma.

»Ja. Seit mehr als 180 Jahren.«

»Ehemals lebendes, jetzt totes Inventar (Einrichtungsgegenstände) – wie man so sagt, hähäh«, feixte Alfred.

Seine Frau neigte horchend den Kopf. »Da weint ja ein Baby.«

Matilde zuckte zusammen. »Das... das ist meine Katze.«

»Wir haben auch einen Stubentiger. Aber unsere Mieze maunzt anders. Sie... Da, jetzt wieder. Also wirklich! Wie ein Baby, das Hunger hat. Sie, das ist doch ein Baby!«

Matilde spürte Schweiß auf der Oberlippe. Das Weinen war jetzt deutlich zu hören – trotz zweier geschlossener Türen. Zweifellos ein Baby. Es wäre hirnrissig gewesen, auf eine Katze zu beharren.

»Sie haben Recht. Das ist jetzt nicht die Katze. Das ist mein Baby. Wenn sich die beiden melden, sind sie manchmal zum Verwechseln ähnlich.« Matilde lachte. »Ich glaube, die Katze imitiert den kleinen Hugo.«

»Hugo heißt er?« Die Frau lächelte.

»Ja. Hugo hieß auch mein Ururgroßvater.«

»Der den Buschmann gekauft hat«, wusste der Dicke. »Na, das war doch ne Anschaffung für Generationen. So, nun gucken wir mal weiter. Die Würgeschlange interessiert mich. Ich habe nämlich neulich ner Kreuzotter den Kopf zertreten. Aber bei der dort hätte ich mich das nicht getraut, hähäh.«

Die Kreuzotter steht unter Naturschutz, dachte Matilde, du mieser Dickwanst. Aber was empöre ich mich?! Kinder stehen unter noch ganz anderem Schutz. Doch der funktioniert nicht immer.

Die beiden Besucher sahen sich um. Matilde hörte das Telefon. Die alte Dame, die jeden Montagmittag zur Massage gefahren wurde, sagte ab. Heute kein Taxi. Sie war bettlägerig wegen fiebriger Erkältung. Matilde wünschte gute Besserung und rief ihren Vater über Taxifunk an, um ihn zu informieren. Dann hatte die junge Frau Pause, lehnte sich an den kleinen Kassentisch rechts beim Eingang und beobachtete die Besucher ohne jedes Interesse.

Von hier konnte sie den Aborigine nicht sehen. Aber sie spürte ihn, als käme er gleich aus dem hinteren Raum. War das der Beginn einer Nervenkrankheit – diese ständigen Albträume? Der glimmende Blick hatte sich in ihr Bewusstsein eingegraben. Und die ständige Forderung nach Freiheit! Ja, Freiheit!

Das höchste Gut des Menschen ist seine Freiheit, hatte ihr Großvater ihr eingeschärft. Wenn sie an ihn dachte, wurde ihr warm ums Herz. Er war so ganz anders als ihr Vater – jedenfalls war er zu ihr immer liebevoll, gütig und voller Verständnis gewesen.

Und ist es noch, dachte sie. Denn er lebt ja. Dieser durchtriebene, alte Schlawiner!

Otto Kräsch war jetzt 76. Leider wohnte er nicht mehr hier im Haus, sondern in seinen eigenen vier Wänden. Einerseits wegen seinem Bedürfnis nach Freiheit, andererseits weil er sich mit Erwin, seinem Sohn, überhaupt nicht verstand.

Es funktioniert einfach nicht, dachte Matilde. Dabei – in punkto Gesetzestreue haben sich die beiden nichts vorzuwerfen. Opa Otto ist sogar noch viel schlimmer gewesen in seinen jüngeren Jahren. Die Schaustellerei war Fassade. Dahinter war er ein ausgebuffter Ganove, eine Art Star in der Unterwelt. Aber erwischt haben sie ihn nie. Und ein richtig gemeines Verbrechen hat er bestimmt nie begangen. Nein, kann ich mir nicht vorstellen bei ihm. Stehlen, rauben, betrügen – ja. Aber keine schmerzliche Gemeinheit gegen einen Menschen.

In letzter Zeit freilich machte Opa Otto ihr Sorgen.Er benahm sich eigenartig, schien mutlos und müde zu sein – als interessiere ihn das Leben nicht mehr. War er verbraucht – seine Lebensuhr abgelaufen?

In diesem Moment fasste Matilde zwei Entschlüsse: Sie würde dem Aborigine seine Freiheit wiedergeben – indem sie sich von ihm trennte und sich damit hoffentlich von den Albträumen befreite. Und sie würde Opa Otto besuchen, ihn einweihen wegen Susi und um Rat und um Hilfe bitten.

»So, das war ja sehr gruselig«, meinte der Dicke und kam heran samt Ehehälfte. »Aber jetzt knurrt uns der Magen. So viel Horror macht Hunger. Gibt’s hier in der Nähe ein gutes Restaurant?«