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TOM KENYON & JUDI SION

Lichtboten
vom Arcturus

Mitteilungen einer
aufgestiegenen Zivilisation,
eingeleitet von den
HATHOREN

Aus dem Amerikanischen von
Sarah Heidelberger & Thomas Görden

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Titel der amerikanischen Originalausgabe:
THE ARCTURIAN ANTHOLOGY

Copyright © 2013 by Tom Kenyon & Judi Sion

Brandheiße Infos finden Sie regelmäßig auf:
www.facebook.com/AMRAVerlag

1. Auflage 2014

Herausgeber & Lektor

Michael Nagula

Einbandgestaltung

FranklDesign

Layout & Satz

Birgit Letsch

Illustrationen

Rebecca Cook

Fotorechte

Judi Sion

Druck

Clausen & Bosse

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Inhalt

Begegnungen mit Arcturianern

Eine Einführung von Tom Kenyon

Am Anfang

von Judi Sion

Unsere geliebten Freunde, die Arcturianer

vorgestellt von den Hathoren

Botschaften der Arcturianer

Sanat Kumara – Sternenschiffkommandant, Teil 1

Ektara – Wissenschaftsoffizier

Enandra
Akasha-Bibliothekar der arcturianischen Zivilisation

Maria Magdalena

Yeshua ben Joseph

Azuron – Arcturianischer Heiler

Esu – Arcturianischer Meditationsmeister, Teil 1

Esu – Arcturianischer Meditationsmeister, Teil 2

Frephios – Ein arcturianischer Krieger

Sanat Kumara – Sternenschiffkommandant, Teil 2

Epilog von Tom Kenyon

Fotos von Judi Sion

Einladung an die Leser

Reine Liebe vom Arcturus

Über die Hathoren

Deutsche Veröffentlichungen

Die Autoren

Maria Magdalena
gewidmet

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Wir danken Sanat Kumara und
ehren ihn für seinen Millionen Jahre dauernden
hingebungsvollen Dienst als Wächter der Erde
und der Milchstraße
.

Begegnungen
mit Arcturianern

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Begegnungen mit Arcturianern

Eine Einführung von Tom Kenyon

Sie werden hier etwas lesen, das wirklich nicht von dieser Welt ist – weil es sich um Wesen handelt, die eindeutig nicht von der Erde stammen, und weil, nun … es sich um eine weit hergeholte Geschichte mit Charakteren aus anderen Welten handelt, die an Science-fiction grenzt.

Natürlich erscheint das, was für den einen fiktional ist, einem anderen als Wahrheit. Wahrnehmung ist immer relativ im Hinblick auf den Betrachter.

Als jemand, der objektive Wahrheit wertschätzt, finde ich es wirklich sonderbar, dass ich wieder einmal eine Einleitung für gechannelte Informationen schreibe.

Persönlich bevorzuge ich die solideren Welten der wissenschaftlichen Forschung und Logik. Der Grund dafür ist, dass sich diese Art des Wissens objektiv verifizieren lässt. Entweder etwas ist oder es ist nicht. Da gibt es keinen Mittelweg – außer natürlich wenn wir uns mit der Quantenphysik befassen, wo die Dinge ein bisschen verschwommen und unvorhersagbar werden können.

Gechanneltes Material unterscheidet sich von anderen Arten der Information. Manchmal lässt es sich objektiv verifizieren, manchmal auch nicht. Das hängt ganz davon ab, über welche Art von Informationen wir sprechen.

In diesem Fall sprechen wir von einer Gruppe intergalaktischer Reisender, die Arcturianer genannt werden. Jeder objektive Beweis ihrer Existenz ist bestenfalls paradox.

Ich werde in Kürze die Geschichte dieser Kontakte schildern. Bevor Sie aber diesen Bericht über meine persönliche Odyssee von der Skepsis zur Akzeptanz lesen, empfehle ich Ihnen dringend, sich das bereitzustellen, was ich die Imaginationskiste nenne.

Die Imaginationskiste ist ein mentales Hilfsmittel, das es Ihnen ermöglicht, Dinge herauszufiltern und beiseite zu legen, die Ihnen zu fremdartig erscheinen, als dass Sie sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt für wahr halten können. Ich denke, es ist generell notwendig – insbesondere aber wenn Sie sich mit veränderten Bewusstseinszuständen beschäftigen –, etwas nicht nur deshalb als wahr zu akzeptieren, weil es Ihnen jemand gesagt hat oder es Ihnen selbst wahr erscheint.

Wenn ich oder die Arcturianer etwas sagen, das Ihnen nicht nachvollziehbar erscheint, werfen Sie es einfach in die Imaginationskiste. Akzeptieren Sie es nicht als wahr. Prüfen Sie es mit Ihrem logischen Verstand, Ihrer persönlichen Erfahrung und – das ist sehr wichtig – Ihren eigenen Wertvorstellungen.

Wie ich schon wiederholt gesagt habe, kann das Schlucken von Ideen, die man nicht ausreichend zerkaut hat, zu geistigen Verdauungsstörungen führen, gegen die es kein schnellwirkendes Antazidum1 gibt.

Da Sie jetzt also mit Ihrer Imaginationskiste bewaffnet sind, können wir uns in das intergalaktische Labyrinth hineinwagen. Zwar handelt es sich in dieser Geschichte um Charaktere aus einer anderen Welt, doch fand meine erste Begegnung mit ihnen in der südfranzösischen Provinz Languedoc statt, in Sichtweite eines geheimnisvollen Berges namens Bugarach.

Zögernde Kontaktaufnahme

Es war ein stürmischer Tag in den französischen Pyrenäen, und das Tal war in dicke Wolken gehüllt, als ich meinen langsamen Aufstieg auf einen Bergkamm begann.

Ich wanderte oft diese Seite des Tals hinauf, weil die Pfade dort über das ganze Hochplateau führen. Die Ausblicke waren atemberaubend, und es hatte etwas Erhebendes, sich dort aufzuhalten.

Wie schon öfter war ich ganz verzaubert vom Netzwerk der vielen Pfade, und ehe ich mich versah, waren mehrere Stunden vergangen. Es war nun später Nachmittag. Die Sonne war hinter einer dunklen Wolkendecke verschwunden, als ich mich auf den Rückweg hinunter ins Tal machte.

Auf einem Felsvorsprung machte ich eine Pause und setzte mich hin, um die Aussicht zu genießen. Am anderen Ende des Tals sah ich den in dicke, dunkle Wolken gehüllten Gipfel des Bugarach. Dunstschleier schwebten über dem Tal unter mir, und der Wind toste mir in den Ohren.

In diesem Moment überkam mich das deutliche Gefühl, dass sich jemand in meiner Nähe aufhielt, und zwar genau vor mir. Zwar konnte ich ihn nicht mit meinen physischen Augen sehen, empfing aber eine deutliche mentale Wahrnehmung.

Ohne zu wissen, wie und woher, wusste ich, dass es sich um einen Arcturianer handelte, und ich fragte ihn, woher er kam.

Er antwortete, er komme aus einem arcturianischen Raumschiff, das vorübergehend im Berg Bugarach stationiert sei, und zeigte über das Tal zu der schroffen Felsformation.

Dann hörte ich ihn in meinem Kopf sprechen. Ich hörte ihn nicht mit meinen physischen Ohren, sondern wie die visuelle Wahrnehmung hörte ich auch seine Stimme innerhalb meines eigenen Geistes. Mit dem Brausen des Windes im Hintergrund ging von seinen ersten Worten eine Tiefe und Dringlichkeit aus, die weit über die bloße Bedeutung der Worte hinausging.

»Der Wind der Veränderung hat euch erfasst.«

Ärgerlich über diese vage Andeutung sagte ich: »Was genau soll das heißen?«

Er erwiderte ziemlich barsch: »Ihr und eure Welt machen eine Metamorphose durch.«

Das verärgerte mich noch mehr.

An dieser Stelle sollte ich, den Leserinnen und Lesern zuliebe, mein fortdauerndes Dilemma bezüglich meiner zahlreichen Begegnungen mit körperlosen Wesen näher erläutern, zu denen Engel, Erdbeschützer, Naturgeister, interdimensionale Wesen wie die Hathoren und nun offenbar auch noch Außerirdische zählen.

Viele dieser Wesen (aus den anderen Welten der Wahrnehmung) neigten dazu, sich sehr metaphorisch und vage auszudrücken, und ihre Worte vermittelten ein Gefühl der Dringlichkeit und Tiefgründigkeit. Ich war mit dieser Art von archetypischem Tonfall wohlvertraut, der stets etwas Überlebensgroßes hatte. Und ich hatte mir angewöhnt, in diesem Ton vorgebrachten Mitteilungen zu misstrauen, da nach so vielen Begegnungen mit Wesen aus anderen Dimensionen diese Art von metaphorischem kosmischen Jargon inzwischen wie ein Klischee wirkte, jedenfalls auf mich.

Dann, ohne sich von meiner Verärgerung abschrecken zu lassen, erzählte er mir Details über mein Leben und meinen Auftrag. Sein Timing hätte schlechter nicht sein können, denn ich befand mich gerade mitten in einem meiner intellektuellen Sumpfgebiete, wo ich alles infrage stellte. Und während ein Teil von mir spürte, dass das, was er mir erzählte, der Wahrheit entsprach, war der ganze Rest meiner Person wirklich verärgert über die Idee, es gäbe ganz allgemein irgendwelche Aufträge, und über das, was er mir im Speziellen sagte.

Was er mir über mich persönlich erzählte, ist für diese Geschichte nicht von Belang. Das, was als Nächstes geschah, aber sehr wohl.

Ich war wütend. Und ich erklärte ihm unmissverständlich, dass ich nur bereit war, diese lächerliche Konversation fortzusetzen, wenn er sichtbar vor meinen physischen Augen Gestalt annahm.

Er antwortete in einer Art Kauderwelsch, dass es zu viel Energie verbrauchen würde, sich auf mein Schwingungsniveau herab zu begeben. Er könne aber die Wolkendecke verändern und mir damit demonstrieren, dass er wirklich außerhalb meines eigenen Bewusstseins existierte.

Ich schaute zum Himmel auf, der völlig hinter dicken, dunklen Wolken verschwunden war.

Genervt, weil er mir auswich, fragte ich: »Und was schlägst du vor?«

»Ich werde die Wolken teilen und die Sonne sichtbar machen.«

Ich entgegnete, dass ich ihm dafür die Zeit geben würde, die ich brauchte, um vom Bergkamm ins Tal hinabzusteigen und nach Labadous zu gehen – und keine Minute länger.

Wütend über die ganze Angelegenheit ging ich zum Hauptweg zurück, der ins Tal führte. An der ersten von mehreren Serpentinen blickte ich hinauf in den Himmel.

Ungläubig sah ich, wie an einer Stelle in der Wolkendecke ein verschwommener Kreis erschien. Ich glaubte, meinen Augen nicht zu trauen. Dieser Teil des Himmels zeigte nun ein etwas helleres Grau als der Rest der Wolkendecke. Befand sich tatsächlich die Sonne auf der anderen Seite des wachsenden Kreises?

Bis heute ist mir nicht klar, warum ich das tat, aber ich ging schneller.

Wenn es sich hier tatsächlich um eine Demonstration arcturianischer Kräfte handelte, war ich nicht gewillt, großzügig zu sein. Ich war immer noch wütend wegen seiner archetypisch vagen Andeutungen und seiner ungebetenen Kommentare zur momentanen Phase meiner Lebensmission.

Noch während ich meine Schritte beschleunigte, wunderte ich mich über meine Reaktion.

Am Ende der ersten Serpentine blickte ich wieder in den Himmel. Ich war verblüfft.

Das ganze Tal lag unter einer dunklen, sich in alle Richtungen erstreckenden Wolkendecke, aber über mir war der Kreis größer geworden. Und da war eine schwache Andeutung einer dahinter liegenden leuchtenden Präsenz.

Jetzt fing ich an, die Bergflanke hinabzurennen, was nicht nur eine lächerliche Reaktion meinerseits darstellte, sondern obendrein wegen des losen Gerölls nicht ungefährlich war. Ein falscher Schritt, und ich wäre den steilen Abhang hinabgerutscht.

Als ich das Ende des Wanderweges erreichte, schaute ich nicht zurück.

Ich eilte geradewegs über eine große Wiese, die mich von Labadous trennte.

Normalerweise hätte ich den Weg genommen, der seitlich an der Wiese vorbeiführte, und wäre dann nach links in eine Straße eingebogen, die einst als Fuß- und Kutschpfad Labadous mit der alten Kleinstadt Rennes-les-Bains verbunden hatte.

Doch die kürzeste Entfernung zwischen zwei Punkten ist eine Gerade, kein Dreieck.

Ich wollte ihm so wenig Zeit wie möglich lassen, und so rannte ich über die Wiese genau auf die Bäume zu, die Labadous umgeben. Als ich zu der kleinen Brücke kam, die von der Wiese auf das Grundstück führt, schaute ich wieder hinauf in den Himmel.

Der Kreis aus Wolken war dünner geworden, und die Sonne ließ sich als schwacher Umriss deutlich ausmachen.

Das löste in mir einen intellektuellen Konflikt aus. Der Arcturianer hatte gesagt, er werde eine Öffnung in den Wolken erzeugen, durch welche die Sonne deutlich sichtbar sein würde. Dementsprechend konnte man sagen, dass die Sonne von keinerlei Wolkenschleiern mehr bedeckt sein durfte. Mich an diese winzige Möglichkeit klammernd, überquerte ich die Brücke in wenigen kurzen Sätzen und sprang die Außentreppe hinauf, die zu dem Apartment führte, wo ich mit Judi wohnte.

Als ich die Verandatür erreichte, durch die man in unser Quartier gelangte, blickte ich in den Himmel. Die Wolken innerhalb des Wolkenkreises waren noch dünner geworden. Ich konnte die Sonne deutlich sehen. Nur noch ein ganz zarter grauer Schleier lag davor, während überall sonst im Tal der Himmel weiterhin hinter einer dicken Wolkendecke verborgen war.

Jahre später fand ich heraus, dass dieser Arcturianer Frephios hieß. Doch bei dieser ersten Begegnung war mir das völlig gleichgültig. Schließlich war ich, psychologisch ausgedrückt, zu einer Schildkröte regrediert, die es vorzog, ihren Kopf in ihren Panzer zurückzuziehen, statt ihre gut ausgestattete Wahrnehmungskiste zu verlassen.

Wirbelnde Klänge

Kurze Zeit nach meiner sonderbaren Begegnung mit Frephios, dem Arcturianer, auf dem Bergkamm oberhalb von Labadous fing ich an, merkwürdige wirbelnde Klänge zu hören.

Wie die Stimme des Arcurianers hörte ich auch diese Laute nicht mit meinen physischen Ohren. Es handelte sich um mediale Hörempfindungen, das, was manchmal Hellhören genannt wird.

Diese seltsamen medialen Klänge hatten eine bewusstseinsverändernde Wirkung auf mich. Oft tauchten sie wie aus dem Nichts auf, während ich in der Umgebung von Labadous wanderte oder wenn ich meditierte.

Mehrere Tage, nachdem diese medialen Wahrnehmungen begonnen hatten, wusste ich, dass diese wirbelnde Klänge von dem arcturianischen Sternenschiff kamen, das vorübergehend im Berg Bugarach stationiert war.

Ich möchte von vornherein sagen, dass ich mit dieser Art von Wissen medial empfangene Informationen meine. Diese Art intuitiven Wissens habe ich schon damals nicht mit objektiv verifizierbaren Informationen in einen Topf geworfen, und so halte ich es bis heute.

Intuitive Erkenntnis ist eine interessante Fähigkeit der menschlichen Intelligenz und geht mit einer Art von emotionalem Aha- Gefühl einher. Dieses Gefühl intuitiver Richtigkeit muss nach meiner Erfahrung aber nicht bedeuten, dass die empfangenen Eindrücke wirklich der Wahrheit entsprechen. Ich habe schon mehrfach erlebt, dass ich eine starke intuitive Ahnung hatte, die sich dann aber als falsch erwies.

Dieser Prozess, zutreffende und genaue Informationen mit Hilfe unserer intuitiven Fähigkeiten zu erlangen, ist faszinierend und verdient es, sorgfältig untersucht zu werden. Doch um nicht zu sehr vom eigentlichen Thema abzuschweifen, werde ich mich kurz fassen.

Objektive Informationen sind mit Hilfe unserer fünf Sinne verifizierbar, oder – bei manchen wissenschaftlichen Experimenten – durch eine präzise Datenanalyse.

Intuitive Informationen lassen sich manchmal objektiv verifizieren, manchmal jedoch nicht.

Wenn ich meine Autoschlüssel verliere und den medialen Eindruck empfange, dass ich sie an einem Ort liegengelassen habe, wo ich sie normalerweise nicht ablege, lässt sich diese mediale Erkenntnis verifizieren, indem ich zu der Stelle gehe, die mir von der Intuition gezeigt wurde.

Die Existenz eines arcturianischen Sternenschiffs auf objektive Weise zu verifizieren ist etwas ganz anderes. Die Existenz eines solchen Dings ist dem Wesen nach nicht zu verifizieren, objektiv gesprochen. Oder, um es präziser auszudrücken, zum Zeitpunkt unseres ersten Kontakts konnte ich sie nicht verifizieren. Ich persönlich ordne solche unverifizierbaren medialen Erlebnisse und Erkenntnisse einer logischen Grauzone zu, die ich mit Könntewahr-sein-oder-auch-nicht überschreibe.

Es gehört zu den problematischen Seiten solcher starken medialen Eindrücke, dass ihnen oft eine große mentale/emotionale Eindringlichkeit zu eigen ist, dieses bereits erwähnte Aha-Gefühl. Aber dass sich etwas wahr anfühlt, muss nicht bedeuten, dass es auch wirklich wahr ist.

Das verdeutlicht eine merkwürdige Geschichte, die sich vor über drei Jahrzehnten ereignete.

Eine meiner Bekannten beschäftigte sich geradezu besessen mit der Möglichkeit außerirdischer Kontakte. Ihr ganzes Leben kreiste um dieses Thema. Als sie eines Nachts hinauf in den Sternenhimmel schaute, sandte sie ein Gebet an ihre kosmischen Brüder und Schwestern und bat inständig darum, von ihnen abgeholt zu werden. Genau in diesem Moment raste eine Sternschnuppe über den Himmel. Und die Frau verspürte ein starkes mediales Wissen, dass ihr Gebet beantwortet wurde. Wie zur Bestätigung empfing sie medial die genauen Koordinaten des Ortes, wo man sie abholen würde.

Sie kündigte ihre Arbeit und verkaufte ihren Besitz. Für ihr neues Leben im All würde sie das alles ja nicht mehr brauchen.

Dann fuhr sie hinaus in die Wüste von New Mexico und wartete. Sie wartete und wartete und wartete. Tagelang und nächtelang kampierte sie auf dem kahlen Wüstenboden, bis ihr Lebensmittel und Wasser ausgingen.

Ihre kosmischen Brüder und Schwestern kamen nicht und holten sie nicht ab.

Deprimiert und fast völlig pleite schaffte sie es irgendwie, nach Hause zu ihren Freunden und ihrer Familie zurückzukehren, die dachten, sie hätte den Verstand verloren.

Sie war Opfer des Selbsttäuschungsfaktors geworden, wie ich es nenne. Diese Art von geistiger Ungenauigkeit kann uns unterlaufen, wenn wir uns in unbekannte Territorien oder neue Wissensgebiete vorwagen. Jene, die mit veränderten Bewusstseinszuständen experimentieren, sind dafür besonders anfällig, solange sie ihre intuitiven Eindrücke nicht durch eine ebenbürtige Gegenkraft ausbalancieren – die Logik.

Wie bei so vielen Dingen im Leben ist auch hier die nötige Balance der Schlüssel.

Wie zentral wichtig diese Balance ist, zeigt sich übrigens schon an der Organisation unseres Gehirns. Wir Menschen haben einen in zwei Hälften geteilten Neocortex – im einen Teil denken wir logisch, während der andere eher intuitiv ist.

Ohne Zugang zu unserem intuitiven Potenzial zu leben, stellt eine geistige Verarmung dar. Doch ohne Zugang zu unserem logischen Potenzial zu leben ist ebenfalls eine geistige Verarmung, und in manchen Fällen ist es zudem dumm und gefährlich.

Mein Umgang mit diesem Thema ist so, dass ich offen für intuitive und mediale Wahrnehmungen bin, diese aber gegen verifizierbare Fakten und Informationen abwäge.

Und nun zurück zu den wirbelnden Klängen, die ich in meinem Geist hörte.

Ich war von diesen Lauten beeindruckt und stellte fest, dass ich in stark erweiterte Bewusstseinszustände versetzt wurde, wenn ich ihnen mit voller Aufmerksamkeit lauschte. Einige dieser erweiterten Zustände waren anregend und inspirierend, mit manchen jedoch kam ich nur schwer zurecht, weil sie mich energetisch überforderten.

Ich war fasziniert.

Auch überkam mich der starke Wunsch, diese medialen Eindrücke in einer Tonaufnahme einzufangen, was eine ziemliche Herausforderung darstellte, da sie sich nicht im hörbaren Frequenzbereich befanden.

Doch davon ließ ich mich nicht abschrecken. Ich baute mein transportables Tonstudio auf und begann Töne ins Mikrofon zu singen, die dem nahekamen, was ich innerlich hörte. Ich führte die Aufnahmen immer spät in der Nacht durch, wenn die Vögel in den Bäumen schlafengegangen waren. Ich arbeitete fieberhaft zwischen drei Uhr und Tagesanbruch, um die Klangschichten einzufangen, bevor die Vögel wieder aufwachten und den neuen Tag begrüßten.

Viele Nächte lang legte ich Stimme über Stimme. Wie viele Klangebenen genau ich aufnahm, weiß ich nicht mehr, aber das Ganze dauerte mindestens zwei Wochen. Manchmal während dieser Odyssee, und besonders dem Ende zu, gewann ich den Eindruck, dass der Arcturianer mich anleitete, damit meine stimmlichen Klänge möglichst genau den medialen Eindrücken entsprachen, die ich gehört hatte.

Als ich fertig war, hatte ich vierundzwanzig Einzelaufnahmen erstellt. Während der Schlussphase des Abmischens hatte ich das starke Gefühl, dass der Arcturianer neben mir stand. Nachdem er mir seine Zustimmung zur endgültigen Fassung signalisiert hatte, hörte ich mir die gut sechzig Minuten komplett an. Die Aufnahme kam dem, was ich innerlich gehört hatte, wirklich sehr nahe.

Ich nannte sie Lightship.2

Bis heute stellen sich bei mir, wenn ich die Aufnahme anhöre, immer wieder ähnliche Reaktionen ein wie damals, als ich diese medialen Klangimpressionen aus dem arcturianischen Sternenschiff zum ersten Mal hörte.

Ich finde es interessant, dass viele Leute von ähnlichen Reaktionen beim Anhören der Aufnahme berichten. Manche sagen, dass sie diese Klänge lieben, und andere sagen, dass ihnen das Zuhören schwerfällt. Bis heute gibt es Zeiten, da höre ich mir Lightship sehr gerne an und werde in expandierte geistige und körperliche Zustände versetzt. Zu anderen Zeiten muss ich die Aufnahme schon nach ein bis zwei Minuten abschalten.

Ich glaube, dass diese unterschiedlichen Wirkungen darauf zurückzuführen sind, dass wir unterschiedlich auf Schwingungsfrequenzen reagieren. Damit meine ich, dass bestimmte Töne und Timbres (Klangqualitäten) manche Menschen ansprechen, während andere sie als unangenehm empfinden. Nicht nur das, ich erlebe außerdem, dass ich mich, wenn ich mich in einer bestimmten geistigen Verfassung befinde, von einer bestimmten musikalischen Tonalität angezogen fühle. Befinde ich mich aber in einem anderen mentalen/emotionalen Zustand, empfinde ich diese Tonalität nicht als angenehm. Dann würde ich sie mir unter keinen Umständen anhören wollen. Ich schreibe all das der Relativität der Wahrnehmung zu – sowohl der Relativität der Wahrnehmung zwischen verschiedenen Menschen wie auch der Relativität der Wahrnehmung zwischen meinen eigenen unterschiedlichen Schwingungszuständen (Gemütsverfassungen).

Nachdem das Aufnahmeprojekt abgeschlossen war, schien ich eine Art Vertrag mit den Arcturianern erfüllt zu haben, und so beschäftigte ich mich nicht weiter mit der Sache. Doch mein Abenteuer mit diesen rätselhaften Wesen hatte gerade erst begonnen.

Ein unerwarteter Ausflug

Mein nächster Kontakt mit den Arcturianern ereignete sich ebenfalls in Labadous, und zwar ungefähr ein Jahr später. Auch aus heutiger Sicht erscheint mir dieses Erlebnis immer noch merkwürdig und äußerst bizarr.

Ich hatte diese zweite Begegnung weder erwartet noch darum gebeten. Mit anderen Worten: Ich ging meinen eigenen Angelegenheiten nach.

Der Frühling hatte begonnen, und der Himmel war ein Hexenkessel widerstreitender Gewalten. Wilde Winde trafen aus unterschiedlichen Richtungen aufeinander und trieben weiße Wolkenfetzen vor sich her. Im Norden türmten sich schwarze, monströse Gewitterwolken bedrohlich auf, und der Himmel über mir wechselte zwischen leuchtend blau und heftigen Regenschauern.

Ich bewunderte fasziniert den Kontrast zwischen blauem Himmel und dicken Regentropfen, weil der Regen nicht von oben auf mich herabfiel. Er fiel etwa einen Kilometer entfernt aus den bedrohlichen Gewitterriesen.

An jenem Nachmittag unternahm ich eine meiner längsten Wanderungen auf dem alten Weg, der Labadous mit dem fernen Städtchen Rennes-les-Baines verbindet. Zwar führte dieser Weg nicht auf den von mir vorzugsweise besuchten Bergkamm, aber ich wanderte trotzdem gerne auf ihm.

Ich war zu einer Abzweigung gelangt, an der ein altes, verwittertes Holzschild den Weg nach Rennes-les-Bains wies. Wenn ich geradeaus ging, gelangte ich zu einem Bauernhof, dessen Land sich bis zum Fuß einer Felswand erstreckte, die das eine Ende des Tals flankierte.

Bog ich nach links ab und folgte dem Schild nach Rennes-les-Bains, erwartete mich ein langer, mäandernder Weg, der sich wie eine Schlange durch einen ausgedehnten Wald wand. Buschige Bäume standen dort, so weit das Auge reichte.

Ich wandte mich Rennes-les-Bains zu und ging durch den Buschwald. Nach einer kleinen Weile stieg der Weg steil an. Als ich stehenblieb und zurückschaute, staunte ich über das Naturschauspiel unten im Tal.

Ich weiß nicht, ob das wirklich der Fall war oder ob es sich nur um eine optische Täuschung handelte, aber mir kam es so vor, als befände ich mich in größerer Höhe als das kleine Bergdorf Rennes-le-Château, das ich in der Ferne sehen konnte.

Der Himmel war strahlend azurblau, hier und da mit weißen Wolkenfetzen geschmückt, die der Wind auseinandergetrieben hatte. Die bedrohlichen, finsteren Gewitterwolken im Norden türmten sich immer mehr auf, und der Donner rollte in Schockwellen über das Tal.

Dann hörte der Regen für einen Moment auf. Die Luft duftete nach dem frisch vom Himmel gefallenen Wasser. Und die Welt schien vollkommen.

Ich kehrte um und wanderte den Hügel wieder hinunter, in Richtung Labadous. Die Sonne ließ den westlichen Horizont in feurigem Rot und brillantem Gold erstrahlen. Als ich bei unserer kleinen Ferienwohnung eintraf, war die Sonne untergangen, und der besondere Zauber, den wir Abenddämmerung nennen, verwandelte das Tal.

Nach einem aus Kartoffeln und aufgewärmter Ratatouille bestehenden Essen lasen Judi und ich noch ein bisschen und gingen zu Bett.

Ermüdet von meiner nachmittäglichen Wanderung fiel ich in einen tiefen und traumlosen Schlaf. Kurz vor fünf Uhr morgens wachte ich auf. Ich wachte nicht einfach nur auf, sondern schreckte heftig hoch, das kann ich Ihnen sagen! Ich sah, wie die Anzeige der Digitaluhr auf Judis Nachttisch auf 5:00 sprang.

In diesem Moment passierte es. Ein Teil von mir wurde in Richtung des Berges Bugarach fortgezogen. Hätte ich nicht zuvor schon etliche ähnliche mediale Erlebnisse gehabt, wäre ich darüber sehr erschrocken gewesen.

Aber so blieb ich ziemlich ruhig. Ich wusste, dass ich an Bord des arcturianischen Sternenschiffes gebracht wurde, und ich wusste, dass mir nichts geschehen würde.

Auch befand ich mich im Vollbesitz meiner logischen Fähigkeiten und wägte ab, ob ich möglicherweise einen psychotischen Schub erlebte oder eine geistige Anomalie, die durch körperliche Überanstrengung ausgelöst worden war. Ungeachtet dieser Überlegungen strömten die medialen Eindrücke mit erhöhter Geschwindigkeit in mich ein.

Ich war mir durchaus bewusst, dass ich diesen veränderten Bewusstseinszustand jederzeit verlassen konnte, wenn ich das wollte. Aber wenn ich mich entspannte, wurden die medial empfangenen Eindrücke lebhafter und intensiver.

Im einen Moment lag ich im Bett, verwirrt von den auf mich einströmenden medialen Eindrücken, und im nächsten Moment war ich mir des Schlafzimmers nicht mehr bewusst.

Ich befand mich eindeutig im Inneren des Sternenschiffes, oder jedenfalls kam es mir in meinem veränderten Bewusstseinszustand so vor.

Ich wurde von dem Arcturianer begrüßt, dem ich bereits zuvor begegnet war – jenem, der oben auf dem Bergkamm mit mir gesprochen und mir später geholfen hatte, die Klänge von Lightship aufzunehmen.

Frephios begegnete mir ganz nüchtern, als geschähe nichts Außergewöhnliches. »Folgen Sie mir«, sagte er.

Er führte mich durch einen langen Gang. Etwas Vergleichbares hatte ich noch nie gesehen. Es war eine lange Röhre, deren runde Wände mit erstaunlichen Schriftzeichen bedeckt waren. Diese Schriftzeichen faszinierten mich, und ich streckte den Arm aus, um eines zu berühren.

Frephios hielt meine Hand zurück und sagte: »Nicht anfassen.«

Unser Weg schien mehrere Minuten zu dauern, dann blieb Frephios stehen und berührte eine Reihe von Schriftzeichen an der Wand.

Wie die Blende einer Kamera öffnete sich eine runde Tür. Frephios bedeutete mir, dass ich durch dieses Portal gehen sollte.

Die Öffnung schloss sich hinter uns wieder, und nichts deutete an der Wand auf ihr Vorhandensein hin.

Ich befand mich nun in einer Art Schiffsmesse. Dort hatte sich eine Gruppe von Charakteren versammelt, die mich an die Barszene aus dem Kinofilm Krieg der Sterne erinnerte.3

Mein arcturianischer Gastgeber forderte mich auf, an einem freien Tisch Platz zu nehmen. Dann ging er zu einem Tresen, wo er aus einem Gerät ein Getränk in einen Becher füllte.

»Trinken Sie das«, sagte er. »Es hilft, Ihr Energiefeld zu stabilisieren.«

Ich muss ihn ziemlich begriffsstutzig angeschaut haben, denn er fügte hinzu: »Wenn Sie nicht etwas zu sich nehmen, was die gleiche Schwingungsrate wie dieses Schiff hat, werden Sie nicht lange hierbleiben können.«

Er forderte mich mit einer Handbewegung zum Trinken auf. Die Flüssigkeit schmeckte merkwürdig süß und ansonsten völlig undefinierbar. Während ich trank, fiel mir jemand an einem Nachbartisch auf. Dieser Jemand – oder vielleicht sollte ich sagen, dieses Etwas – war, wie sich später herausstellte, kein Arcturianer.

Er wirkte wie eine Kreuzung aus einem Menschen und einem riesigen Hummer. Seine Züge waren eindeutig menschlich, mit der Ausnahme, dass sein kahler und runder Kopf nur ein einziges riesiges Auge in der Mitte aufwies. Ah ja, sagte ich mir, eine Art Zyklop also.

Doch einer seiner massigen Arme ähnelte der Schere eines Krebstieres.

Ich konnte den Blick nicht von ihm abwenden.

Er stand auf und kam zu meinem Tisch herüber. Er war riesig, vielleicht drei Meter groß. Und er wirkte ziemlich erregt.

Mit dröhnender, rauer Stimme sagte er: »Sie ... finden also, dass ich komisch aussehe?«

Die Gespräche im Raum verstummten. Alle Blicke waren plötzlich auf mich gerichtet.

»Zugegeben, das stimmt«, entgegnete ich. »Aber dann nehme ich an, dass ich für Sie auch ziemlich komisch aussehen muss.«

Er grinste, und alle brachen in Gelächter aus.

Frephios sagte: »Es wird Zeit, dass ich Sie dem Kapitän vorstelle.«

Ich folgte ihm zum anderen Ende des Raumes, wo er einige Schriftzeichen an der Wand berührte. Wieder öffnete sich eine dieser an Kamerablenden erinnernden Türen, und er führte mich durch einen anderen langen Gang.

Ich fragte ihn, welchem Burschen ich da eben begegnet war. »Oh, er ist der Navigator.«

»Der Navigator?«, fragte ich ungläubig.

»Ja, allerdings. Es gibt hier auf diesem Schiff viele Besatzungsmitglieder. Und einige von ihnen sind keine Arcturianer.«

Am Ende des Ganges berührte mein Gastgeber wieder einige Schriftzeichen. Durch die sich öffnende Türblende betraten wir einen kleinen Konferenzraum mit einem langen, schmalen Tisch und vielleicht einem Dutzend Stühlen. Ein anderer Arcturianer, offenbar der Kapitän, betrat mit einem kleinen Gefolge den Raum.

»Wie ich sehe, wirkt der stabilisierende Trank«, sagte der Kapitän.

»Sie meinen, das Getränk, das mir in der Messe verabreicht wurde?«, fragte ich.

»Ja, genau«, antwortete er. »Da Ihr Energiekörper jetzt auf der Frequenz des Schiffes stabilisiert ist, werden Sie etwas länger hierbleiben können. Wenn die Wirkung der Flüssigkeit nachlässt, werden Sie das Schiff verlassen müssen. Bis dahin werde ich Ihnen die Brücke zeigen und Ihnen einen Eindruck vermitteln, wie es hier bei uns zugeht. Aber zunächst muss ich Sie etwas fragen.«

»Was denn?«

»Ich glaube, dass Sie und ich unterschiedliche Ansichten über die Natur des Mitgefühls haben. Ich möchte Ihnen eine Aktion beschreiben, die ich als Kapitän dieses Sternenschiffes anordnete, und Sie sagen mir, ob diese Handlung mitfühlend war oder nicht.«

Seine Bitte verblüffte mich, aber dennoch sagte ich: »Einverstanden.«

»Vor ein paar Monaten, nach Ihrem Zeitverständnis, befanden wir uns auf Patrouillenfahrt am äußeren Rand Ihres Sonnensystems. Unsere Mission in diesem Quadranten besteht darin, die Erde vor bösartigen, feindlichen intergalaktischen Reisenden zu beschützen.

Wir entdeckten ein Sternenschiff aus einer anderen Galaxie, das sich im fünfdimensionalen Raum verbarg. Aus der Tatsache, dass es sich bei ihnen um ›Fresser‹ handelte, schloss ich, dass sie eine unmittelbare Bedrohung für Ihren Planeten darstellten.«

»Fresser?«, fragte ich.

»Ja. Diese Geschöpfe ernähren sich von negativen Emotionen, menschlichen Emotionen, und auch den Emotionen aller anderen fühlenden Wesen. Aber sie fressen nicht nur negative Emotionen, Angst zum Beispiel, sondern sie erzeugen obendrein gerne Konflikte. Auf Ihrem Planeten gibt es schon genug störende intergalaktische Einmischungen. Eine zusätzliche Verschlimmerung der Lage, von diesen unangenehmen Typen verursacht, hätten Sie nun wirklich nicht gebrauchen können.«

»Was geschah also?«, fragte ich.

»Sobald wir sie aufgespürt hatten, eröffneten sie ohne Vorwarnung das Feuer.«

»Was haben Sie getan?«, fragte ich.

»Ich ging zum Gegenangriff über, und mit unserer überlegenen Feuerkraft schoss ich ihr Schiff schrottreif. Um sicherzustellen, dass es keine Überlebenden gab, die Ihre Welt hätten infizieren können, pulverisierte ich ihr Schiff in subatomare Partikel.«

Er schien zu spüren, dass mir die Sache missfiel, und sah mir direkt in die Augen. »Glauben Sie, dass ich in dieser Sache mitfühlend gehandelt habe?«, fragte er in herausforderndem Tonfall.

»Da bin ich mir nicht sicher.«

»Nun, ich bin es«, sagte er. »Mitgefühl ist immer situationsabhängig. Und es war weitaus mitfühlender von mir, diese intergalaktische Bedrohung auszumerzen, als ihnen zu erlauben, Ihren Planeten zu infizieren, oder irgendeinen anderen Planeten.«

»Darüber muss ich erst einmal nachdenken«, sagte ich.

»Tun Sie das!« Wieder lag etwas Herausforderndes in seinen Worten. »Wenn Sie mich jetzt entschuldigen, ich habe andere Verpflichtungen. Bevor Sie uns wieder verlassen müssen, wird Ihr Führer Ihnen die Brücke zeigen. Ich denke, das wird sehr interessant für Sie werden.«

Frephios führte mich auf die Brücke, wo wir ironischerweise den Navigator trafen, dem ich ja bereits begegnet war. Er blickte auf, als wir eintraten, und wirkte nun wesentlich entspannter. Mir schien, er lächelte sogar ein wenig.

»Sie haben gut reagiert in der Schiffsmesse«, flüstere mein Führer. »Zu erkennen, dass Sie für ihn ebenso seltsam aussehen müssen wie er für Sie – das war ausgezeichnet.«

Dann zeigte der Arcturianer mir mit Hilfe des Navigators das Navigationssystem des Sternenschiffes. Zentrales Element des Systems war ein großes visuelles Display mit Icons, die die Position des Schiffes im dreidimensionalen Raum ebenso anzeigten wie seine dimensionale Position, das heißt also, die Dimension, in der es sich gerade aufhielt.

Anschließend wurde ich zum Steuerstand geführt. Der Pilot steuerte das Schiff ausschließlich mit Gedankenkraft. Ein Interface zwischen dem Bewusstsein des Piloten und der Intelligenz des Sternenschiffes ermöglichte es dem Piloten, das Schiff entsprechend seinen Absichten zu bewegen. Es gab keinerlei äußerlich sichtbare Steuerungseinrichtungen.

Mir schien, dass mein Aufenthalt auf dem arcturianischen Schiff nun schon viele Stunden andauerte, und ich fing an, müde zu werden. Vielleicht ließ die Wirkung des Tranks nach. Auf jeden Fall spürte ich eine zunehmende Erschöpfung.

Ich erinnere mich nicht, wie der Übergang von dem Sternenschiff zurück in mein Schlafzimmer vor sich ging, aber es geschah sehr rasch. Im einen Moment befand ich mich an Bord des Schiffes, im nächsten lag ich auf unserem Bett. Zwar rang mein logischer Verstand mit dem Erlebnis, aber gleichzeitig staunte ich über die Lebhaftigkeit der Eindrücke von Bord des Schiffes und der Begegnung mit dem Kapitän.

Ich schaute auf die Uhr, die auf Judis Nachttisch stand. Sie war um fünf Uhr stehengeblieben. Ich starrte sie einen Moment an, registrierte, dass sie nicht mehr lief, und schlief dann ein.

Als ich aufwachte, stand die Uhr immer noch auf 5:00. Ich setzte sie wieder in Gang und stellte sie neu.

Die Channeling-Sitzungen

Sie werden nachfolgend das Transkript von Channeling-Sitzungen lesen, die im Verlauf mehrerer Monate stattfanden. Wenn Sie die Worte der einzelnen Arcturianer lesen, werden Sie sicherlich bemerken, dass sie alle ihre eigene Persönlichkeit und Sichtweise über die Natur der Realität und uns Menschen besitzen, und ebenso bezüglich der arcturianischen Potenziale.

Doch ehe Sie sich mit der arcturianischen Perspektive vertraut machen und die entsprechenden Kapitel dieses Buches lesen, lade ich Sie ein, Ihre Imaginationskiste bereitzustellen.

Auch müssen Sie wissen, dass Worte für die Arcturianer nicht das bevorzugte Medium sind, um Ideen zu kommunizieren.

Sie bevorzugen die telepathische Holografie – ein interessantes mediales Phänomen, bei dem Informationen in ihrer Gesamtheit medial übermittelt werden.