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Patagonien


Patagonien

Ein gefährdetes Paradies
2. überarbeitete und erweiterte Auflage

von: Gerhard Rötzer

7,99 €

Verlag: Kernverlag
Format: EPUB
Veröffentl.: 12.08.2012
ISBN/EAN: 9783934983427
Sprache: deutsch
Anzahl Seiten: 308

Dieses eBook erhalten Sie ohne Kopierschutz.

Beschreibungen

Als Kenner Patagoniens empfehle ich dieses Buch. Es informiert landesübergreifend, die jeweiligen Gesellschaftsordnungen respektierend über West- und Ostpatagonien. Gut gelungen ist die Vernetzung der aktuellen Situationen mit den geschichtlichen Zusammenhängen.
Gerhard Rötzer hat sich weit vorgewagt, in Gegenden, die noch nicht dokumentiert sind. Er weiß dennoch, dass noch viel zu entdecken ist. Das Buch ist ein würdiger, wesentlich erweiterter Nachfolger des Klassikers 'In Patagonien' von Bruce Chatwin.

Ludwig Eisenböck, Herrsching
In den Regalen der Buchhandlungen werden eine Vielzahl von Büchern über Patagonien angeboten. Fast schon im Halbjahrestakt erscheinen Neuauflagen. Wir wollen uns anhand folgender Zielsetzung mit einem Mehrwert differenzieren:

- Ganzheitliche Betrachtung Ost- und Westpatagoniens
- Authentisch berichten
- Geschichtliche Zusammenhänge aufzeigen
- Hochwertige Informationen für Planung und Durchführung individueller Patagonienreisen zur Verfügung stellen
- Hemmungen nehmen, um sehr wenig Bekanntes zu erleben
- Mit Bildern motivieren
- Die Dimension dieser unvergleichlichen Natur näher bringen, nicht die ohnehin bekannten Einrichtungen der Zivilisation
- Verständnis für die Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen zur Eindämmung des Gefährdungspotentials der einmaligen Landschaften wecken
- Klare, wenn notwendig auch kritische Worte zu Papier bringen
- Ergänzend zu Lonely Planet oder ähnlicher Reiseliteratur
Vita:

1945 geboren, konnte ich die Chancen der Nachkriegszeit nutzen. Die IT-Industrie wurde geboren und ich war mit dabei, fast vierzig Jahre. Die Verantwortung gegenüber Mitarbeitern und der Druck, die vorgegebenen Umsätze zu realisieren wuchsen mit den Ansprüchen. Das Geben und Nehmen war ausgeglichen und die monetäre Welt in Ordnung. Das war die Zeit, für Familie und für alternative Lebensabschnitte vorzusorgen.

Das Umfeld hat sich geändert, die Folgegeneration rüttelte an den etablierten Positionen. Es wurde Zeit, in Alternativen zu denken. In meinem Fall, die selbstbestimmte Beendigung des Arbeitsverhältnisses und der unmittelbare Aufbruch zu einer zweijährigen Weltreise. Die neuen Eindrücke waren gewaltig, die Grenzen verschoben sich weit hinter den Horizont. Das Denken in anderen Kategorien begann, eine neue Werteordnung etablierte sich langsam in meinem Kopf. Nicht mehr der Konsum stand im Vordergrund, sondern der Wunsch nach Freiheit und ein Leben im Einklang in unverfälschter Natur. Das habe ich in Argentinien gefunden.
Maximaler Downloadzeitraum: 24 Monate
Am Anfang war das Land und nicht das Buch. Erst nach Jahren des Verstehens und der Sammlung von Informationen haben wir uns entschieden, zu schreiben. Sicher gibt es noch viel Unentdecktes für Körper, Geist und Seele. Wir, Helga die Fotografin und Gerhard der Texter, haben die Beeren des Calafatebusches gegessen. Der schmucklose Busch wirkt ernst, steht meist einsam, trägt ein Dornenkleid und verfügt über Zauberkräfte. Wer von seinen Beeren gegessen hat, so heißt es, wird wieder kommen. Und wir sind wieder gekommen, viele Male, ein Ende ist nicht absehbar. Von Mal zu Mal haben wir uns weiter vorgewagt, in vielen Ecken nach Ausgewogenheit und einem Gegenpol zum zügellosen Konsum gesucht. Gefunden haben wir Individualität und Freiheit in der einmaligen Natur Patagoniens.

Was hindert uns daran, die Natur, so chaotisch sie auch manchmal erscheinen mag, zu akzeptieren und im Einklang mit ihr zu leben. Die Natur verlangt keine Lizenzgebühren für den wiederkehrenden Frühling oder den täglichen Sonnenaufgang, vermittelt im Urzustand Ruhe und Gelassenheit, ist Initiator für seltene Glücksgefühle. Manchmal kann man sie atmen hören. Sie zeigt uns aber auch lebensbedrohliche Grenzsituationen, verzeiht keine Fehler und versteckt das Töten nicht hinter den Mauern von Schlachthöfen. Sie mag überraschend sein, aber nie bösartig, hinterhältig. Sie überhäuft uns mit Herausforderungen, einer Chance, unsere Überlebensfähigkeit unter Beweis zu stellen. Eine eventuelle Entfremdung ist jederzeit umkehrbar. Die Natur ist unbestechlich, kennt keine Vorurteile oder Privilegien, sie behandelt uns alle gleich. Sie sollte wieder den ihr zustehenden Raum in unseren manchmal gestörten Verhaltensmustern einnehmen. So wie viele Naturvölker es seit Jahrhunderten praktiziert haben. Es sind nicht die Philosophen, die je nach Erkenntnislage immer wieder neue Weltbilder mit kurzen Halbwertzeiten entwickeln, noch die Religion mit ihren Unterwerfungsdogmen, die uns zufrieden werden lassen. Es ist der Umgang mit uns selbst als einen Teil der Natur. Wir werden sie mit unseren Möglichkeiten schützen und ermuntern Sie, dabei zu helfen.

Die großen Eisfelder spenden unentwegt, ohne Aufforderung, Wasser für die größten Süßwasserreserven der Erde. Wilde, stürmische Meere branden an die wie mit einem Lineal gezogenen Küsten oder verlieren ihre Gischt in einer Welt von tausenden von Inseln. Wie Nadeln wachsen die Granitberge um den FitzRoy aus dem Gletscher des Südlichen Eisfeldes, meistens von gewaltigen Stürmen umtost. Kalt und unnahbar wirken sie. Auf der menschenleeren Meseta Somoncurá vermischt sich der Himmel mit dem schwarzen vulkanischen Basalt und einer goldgelben, schütteren Grasnarbe. Der ungezähmte, vor Nässe triefende Valdivianische Regenwald hütet unter seinem immergrünen Blätterdach eine komplexe Welt. Auf der Insel Chiloe haben die Jesuiten ihre typischen Holzkirchen gebaut und als Vermächtnis hinterlassen. Das Pferd wurde auch in Patagonien vom Auto abgelöst, ist aber dennoch allgegenwärtig. Die kräftigen, widerstandsfähigen Tiere kennen keinen Stall. Sie verbringen das ganze Jahr im Freien. Das winterliche lange Fell lässt die Tiere noch urwüchsiger erscheinen. Sie vermitteln immer wieder das starke Gefühl von Freiheit. Die Erdgeschichte ist hier noch jung und nicht abgeschlossen. Die gewaltige Energie unter der Erdoberfläche muss sich entladen, wie am 27.02.2010 in Chile wieder einmal geschehen. Ein sehr persönlicher Eindruck dazu am Ende dieses Kapitels.

Die Gefährdung wird von Menschenhand weiter forciert. Die großen Schafherden haben die empfindliche Grasstruktur auf den Mesetas durch Überweidung zerstört und der Winderosion Vorschub geleistet. Anstelle der Schafherden suchen jetzt Minencompanies nach Gold. Das zur Gewinnung notwendige Zyanid vergiftet nachhaltig das Grundwasser. Außer Kontrolle geratenen Brandrodungen sind über eine Million Hektar wertvolle Urwälder zum Opfer gefallen. Energiekonzerne verhandeln über den Bau von Staudämmen, über die Wasserrechte verfügen sie bereits. Bei einer Genehmigung wird unwiederbringliche Natur geflutet. In den geschützten Buchten am Pazifik wird Turbo-Lachszucht betrieben. Die Rückstände belasten den Konsumenten Mensch und das Umfeld Meer.
Als Kenner Patagoniens empfehle ich dieses Buch. Es informiert landesübergreifend, die jeweiligen Gesellschaftsordnungen respektierend über West- und Ostpatagonien. Gut gelungen ist die Vernetzung der aktuellen Situationen mit den geschichtlichen Zusammenhängen.
Gerhard Rötzer hat sich weit vorgewagt, in Gegenden, die noch nicht dokumentiert sind. Er weiß dennoch, dass noch viel zu entdecken ist. Das Buch ist ein würdiger, wesentlich erweiterter Nachfolger des Klassikers 'In Patagonien' von Bruce Chatwin.

Ludwig Eisenböck, Herrsching

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