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»Ich besaß einen Garten in Schöneiche bei Berlin«


»Ich besaß einen Garten in Schöneiche bei Berlin«

Das verwaltete Verschwinden jüdischer Nachbarn und ihre schwierige Rückkehr
1. Aufl.

von: Jani Pietsch

20,99 €

Verlag: Campus Verlag
Format: EPUB
Veröffentl.: 13.03.2006
ISBN/EAN: 9783593402390
Sprache: deutsch
Anzahl Seiten: 280

Dieses eBook enthält ein Wasserzeichen.

Beschreibungen

Schöneiche ist ein ruhiger, grüner Ort im Speckgürtel von Berlin. 1933 waren 170 der 5000 Einwohner jüdisch " ein paar Jahre später waren die jüdischen Nachbarn verschwunden, in ihren Häusern wohnten andere. Geschah das wirklich unbemerkt? Wer organisierte das Verschwinden der Menschen und wohin kamen ihre Möbel, ihre Fahrräder und ihr Hausrat?
Aus zum Teil heimlich zugesteckten Hinweisen älterer Bewohner und Unmengen von Archivmaterial rekonstruiert Jani Pietsch die Schicksale der jüdischen Schöneicher und das Verhalten ihrer Nachbarn. Das bürokratische Handlungsgeflecht der Enteignung, das sie
enthüllt, reichte vom Bürgermeister über den Landrat und die Kreisverwaltung bis zum Regierungspräsidenten, von der
Gebrauchtwarenhändlerin über den Transportunternehmer bis zum Käufer und Nachmieter. Die Geschichte endet freilich nicht 1945.
Schöneiche gehörte zur DDR, und für die Überlebenden und ihre Kinder und Enkel taten sich endlose bürokratische Hindernisse auf,die eine Rückgabe und Entschädigung verzögerten " auch noch nach dem Fall der Mauer. Jani Pietsch erzählt vor allem von den Menschen und vermittelt dabei das Psychogramm eines ganz normalen Ortes ebenso wie das Räderwerk einer seelenlosen Bürokratie.
I.Inmitten der Peripherie " Eine Einführung

II.Geflüchtet
Daten und Fakten zur Emigration
Wir vier sind G"tt sei Dank gesund
Briefe in die Emigration
Betty und Hermann Baranski, Edith und
Bruno Neumann, Ruth Neumann
Keine Kunst in Großbritannien
Max und Margarete Levy
Friedhof Shanghai
Eugen Wolffheim
Mit Lenin und Stalin nach Prag, Paris und London
Ilse Kroner

III. Deportiert
Daten zu Deportationen und Mord
Nach Osten
Lilly und Ernst Baum
Wir müssen verreisen
Bertha und Samuel Breslauer
Der Tod vor der Deportation
Fritz Soberski

IV.Untergetaucht
Daten zur Flucht in die Illegalität
Mit 67 Jahren in den Untergrund
Cecilie Rudnik
Beim Maurermeister
Sally Simoni
Zivilcourage in Uniform
Max Dittrich

V.Geschützt?
Daten zu jüdisch-nichtjüdischen Familien
Karriere geht vor
Susanne Ritscher
Zu Juden gemacht
Wolfgang Kolsen
Ein Glück
Hermann Doeblin
Katholische Witwe mit sieben Kindern
Martha Fleischer

VI.Verwaltet und entschädigt
Daten zur Entschädigung in Ost und West
Stadtschularzt will seinen Arbeitsplatz zurück
Julius Goldstein
Anerkennung als rassisch Verfolgter verweigert
Rudolf Osten
Haus gegen Leben
Kurt Louis und Martha Ellon, Heinz Ellon
Chronologie eines Gartens
Sophie und David Engländer

VII. Die Namen der jüdischen Schöneicher

VIII. Anhang
1. Anmerkungen
2. Archive
3. Nicht veröffentlichte Quellen
4. Interviews
5. Veröffentlichte Quellen
6. Literatur
7. Abbildungsnachweis
8. Abkürzungen

Dank
Die Enteignung jüdischer Nachbarn und die deutsche Bürokratie
Jani Pietsch, Politikwissenschaftlerin und Historikerin, lebt als freie Autorin und Sachbuchlektorin in Schöneiche bei Berlin. Sie organisierte 2001 eine Ausstellung zum Thema, die im Brandenburgischen Landtag, der Staatskanzlei Potsdam und in der Kleinen Synagoge in Erfurt zu sehen war.

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