Details

Die Geschichte von Liebe und Sex


Die Geschichte von Liebe und Sex


1. Aufl.

von: Lutz van Dijk, Wolfgang Buechs

16,99 €

Verlag: Campus Verlag
Format: EPUB
Veröffentl.: 12.09.2007
ISBN/EAN: 9783593401911
Sprache: deutsch
Anzahl Seiten: 224

Dieses eBook enthält ein Wasserzeichen.

Beschreibungen

Sex ist heute überall präsent und scheinbar die einfachste Sache der Welt. Aber was ist mit der eigenen Sexualität und wie hängt die eigentlich mit der Liebe zusammen? Da kann es spannend werden, manchmal auch ganz schön kompliziert!
Liebe und Sex gehören für Jugendliche zu den wichtigsten Themen.Wer bin ich, wovon träume ich, wo befinde ich mich mit meiner Sexualität? Am Rand oder mittendrin? Was ist anerkannt und was nicht? Was wird wo bejubelt und woanders gehasst? Wie war das früher? Wie ist es in anderen Ländern und Kulturen? Brennende Fragen, denen dieses Buch in einer aufregenden Reise durch die Jahrhunderte und alle Kontinente nachgeht. Es erzählt die Geschichte von Liebe und Sex und ermutigt dazu, die eigene Sexualität selbstbewusst und frei von Furcht zu entwickeln.
Inhalt


Liebe und Sex - nur ein Gefühl?

Zwei Zellen. Das allererste Mal
2 Milliarden bis 200000 v. Chr

Die Entstehung des Lebens
Sex zum Überleben?
Der nackte Affe

Eva und Adam. Ideen vom ersten Mal
200000 bis 100000 v. Chr.

Am sechsten Tag
Andere Schöpfungsmythen
Darwin oder intelligentes Design?

Julama und Jirma. Das afrikanische erste Mal
100000 v. Chr. bis heute

Die Wiege der Menschheit in Afrika
Nomaden-Liebe der nordwestafrikanischen Wodaabe
AIDS und Sex im südlichen Afrika

Psyche und Eros. Das antik-klassische erste Mal
5000 v. Chr. bis 500 n.Chr.
Liebe und Sex der antiken Götter
Griechische heilige Huren und homoerotische Liebschaften
Römisches Leben auf dem Vulkan

Shakti und Shiva. Das asiatisch-sinnliche erste Mal
2000 v. Chr. bis heute

Indien: Vom Kamasutra zum Taj Mahal
China: Von Lotusblumen zur kommunistischen Kleinfamilie
Japan: Vom Shinto-Glauben zur modernen Geisha

Abraham und Maria. Das jüdisch-christlich
strenge erste Mal
2000 v. Chr. bis heute

Stammvater Abraham und seine Frauen
Von Jungfrauen und Hexen
Ist es Liebe? Milchmann Tevje und Papst Benedikt

Scheherazade und Scheherban. Das arabisch-poetische erste Mal
622 n.Chr. bis heute

Prophet Mohammed und die Liebe
Erotik aus 1001 Nacht
Die Weisheit des Islam, Fememorde und Al Qaida

Julia und Romeo. Das tragische erste Mal
1000 bis heute

Deutsche Minnesänger und italienische Leidenschaft
Shakespeares Romeo und Julia: Liebe bis in den Tod
Goethes junger Werther: Liebe oder Tod

Jane und Tarzan. Das exotische erste Mal
1450 bis heute

Kolonialistische Fantasien: Die Schöne und der Wilde
Ahnungen vom Unbewussten: Sigmund Freud
Eine europäisch-afrikanische Liebe: Ruth und Seretse

Doris und Rock. Das amerikanisch-verklemmte erste Mal
1492 bis heute

Zu Kolumbus Zeiten: Geschlechtertausch bei "Indianern"
Pioniere des Sex: Margaret Sanger und Alfred Kinsey
Einsam in der Spaßgesellschaft: Die Folgen von "No Sex!"

In Reih und Glied. Das militaristische erste Mal
1800 bis 1960

Strammstehen der Gefühle: Maschinen und Soldaten
Ein Zwischenspiel: Frühling in Moskau und Weimar
Liebe und Sex in DDR und BRD: Mief in Ost und West

Liebe statt Krieg. Das befreite erste Mal
1960 bis 1990

Protest der Jugend: Make Love - not War!
Protest der Frauen: Die Hälfte des Himmels
Sexuelle Revolution: Kindersex und Wohngemeinschaften

Anders als die anderen. Das erste Mal als Coming-out
1970 bis heute

Es gibt uns: Minderheiten machen den Mund auf!
Behinderte, Homosexuelle, alte Menschen
Sehnsucht im Rollstuhl: So viel zu geben

Liebe auf den ersten Klick. Das erste Mal online
1990 bis heute

Online Dating, Chatrooms and Cybersex
Sex-Tourismus in Länder des Südens und Ostens
Globalisierter Sex - globalisierte Liebe?
Ausblick: Das erste Mal morgen? Morgen!
Heute bis ...

Danksagung
Zeittafel
Register
All you need is love …
Lutz van Dijk war Lehrer in Hamburg und später Mitarbeiter des Anne-Frank-Hauses in Amsterdam. Seit 2001 lebt er in Kapstadt als Schriftsteller und Mitbegründer der Stiftung HOKISA (www.hokisa.co.za), die sich für von Aids betroffene Kinder und Jugendliche einsetzt. Seine Jugendbücher erhielten mehrere internationale Preise und wurden in viele Sprachen übersetzt. Im Campus Verlag erschienen bisher: »Die Geschichte der Juden« (2001) und »Die Geschichte Afrikas« (2004).
Ob in Gesetzen niedergeschrieben, durch Wegschauen oder Hinstarren vermittelt, verschleiert oder in greller Reklame, ob offen angesprochen oder mit Prügel, Schande und Schlimmerem bedroht: Wo immer Menschen leben oder gelebt haben, gibt es bestimmte Werte, die unsere zärtlichen Sehnsüchte und sexuellen Fantasien zu regeln versuchen.
Die Vorschriften sind bekannt, oft sind es gar nicht so viele. Sie werden bewusst übersichtlich gehalten. Damit alle wissen, woran sie sich zu halten haben: Was richtig und was falsch ist, was schön und was hässlich. Damit die einen belohnt und die anderen bestraft werden können. So viel Glück. So viel Leid.
Die biologischen Fakten von Liebe und Sex werden demgegenüber Aufklärung genannt und in Biologiebüchern oder gar einem eigenen Fach Sexualkunde beigebracht. Fraglos ist es wichtig, gut informiert zu sein - über Samenerguss und das Steifwerden des Gliedes oder über das Wachsen der Brüste und die erste Regelblutung. Auch wie man sich vor Geschlechtskrankheiten schützt (und sie im Ernstfall erkennt) oder eine Schwangerschaft verhütet. Dafür gibt es inzwischen ausgezeichnete Nachschlagewerke (mit richtigen Fotos und nicht nur mehrfarbigen Schemazeichnungen wie früher) und natürlich das Internet mit guten und schlechten Websites zu Liebe und Sex.
Deshalb geht es in diesem Buch nicht um noch mehr Sachinformationen, sondern darum, die vielen Begriffe, Bilder und Behauptungen rund um Liebe und Sex besser zu verstehen. Wann und wo sind sie entstanden? Wie haben Menschen früher gefühlt und gedacht? Warum wurde über Liebe und Sex so oft geschwiegen oder sogar gelogen? Wie kann ich mich auf die Suche nach meiner eigenen Wahrheit - meiner Geschichte - von Liebe und Sex machen? Wie lernen, mich in der verwirrenden Vielfalt scheinbar unendlicher Freiheiten und erregender Fantasien zu entscheiden, wer ich bin oder sein möchte?
Kein Wunder, dass die Geschichte von Liebe und Sex immer wieder auch eine Geschichte vom ersten Mal ist: Das erste Mal schließt die Ahnung von den vielen Malen ein, die entweder kommen sollen oder auch völlig unmöglich erscheinen. Aus beiden Variationen, die durchaus gleichzeitig vorkommen können, entsteht Spannung - hoffnungsfrohe oder angstvolle. Das Herz bebt, weil das erste Mal der Schlüssel zu etwas ist, von dem man bislang ausgeschlossen war und von dem man ahnt, dass es das eigene Leben in seinen Grundfesten erschüttern, aber auch tiefste Sehnsüchte befriedigen könnte. Und dass es einen auf jeden Fall nicht unbeteiligt lassen wird. So viel Glück. So viel Leid.
Die Geschichte von Liebe und Sex: Auch eine Geschichte des Terrors, der Ausgrenzung von Behinderten, der Diskriminierung verschiedener Minderheiten, der öffentlichen Hinrichtungen von Hexen und Homosexuellen, von Verfolgung und Totschlag, von Mord und Selbstmord, von schlimmsten Erniedrigungen und Einsamkeiten, vom Allein- und Verlassensein.
Die Geschichte von Liebe und Sex aber eben auch und immer wieder: Eine Geschichte der Menschlichkeit, der scheinbar unzerstörbaren Sehnsucht nach Nähe, nach Anerkennung, nach Verschmelzung, aber genauso nach Loslassenkönnen, Halten und Gehaltenwerden. Es ist die Geschichte der Hoffnung auf persönliches Glück, selbst wenn die Wirklichkeit dem noch so machtvoll entgegensteht.


Erich Fried über Liebe und Glück

Der Dichter Erich Fried (1921?-?1988), der als jüdischer Junge während der Nazizeit aus seiner Heimat Österreich fliehen musste und den Rest seines Lebens im Exil in England verbrachte, schrieb in einem seiner letzten Gedichte mit dem Titel "Bevor ich sterbe" :

"Bevor ich sterbe,
noch einmal sprechen von Liebe.
Damit doch einige sagen:
Das gab es. Das muss es geben.
Noch einmal sprechen vom Glück
der Hoffnung auf Glück.
Damit doch einige fragen:
Was war das? Wann kommt es wieder?"

Die Wirklichkeit menschlicher Liebe und Sexualität ist vielfältiger, als es alle Vorschriften und Gesetze zu allen Zeiten und in allen Ländern der Welt jemals waren und sind. Unsere Fantasien und Sehnsüchte sind bunter als alle Regeln. Sie sind wilder, sie sind tiefer, sie sind ruhiger, sie sind zärtlicher. Sie können egoistischer oder selbstloser, beglückender oder schmerzlicher sein. Sie lassen uns zu Menschen werden, menschlich mit allen Schwächen und Stärken. Unser bewusster und unbewusster Umgang mit Liebe und Sex trägt entscheidend dazu bei, uns zu einem unverwechselbaren Menschen werden zu lassen.
Er formt dich zu dem, der oder die du heute bist - und die oder der du vielleicht morgen sein kannst. Und je mehr du dich selbst verstehst, umso mehr wirst du andere verstehen können. Umso weniger wirst du sie bekämpfen müssen.
Das ist alles andere als leicht. Millionen Menschen leiden eher, manche ein Leben lang, sie verzichten, resignieren, verbittern schließlich oder sie sterben gar, statt sich auf die Mühe des geduldigen, zuweilen schmerzlichen Verstehens auch der widersprüchlichen und nicht angepassten Seiten von sich und anderen einzulassen.


Thando M., 16 Jahre, berichtet aus Südafrika

Thando wohnt in einem Township, einer Armensiedlung am Rand von Kapstadt. Seit dem Tod ihrer Mutter an den Folgen von AIDS sorgt sie selbst für ihre drei jüngeren Geschwister. Die jüngste Schwester, Nelisa, ist gerade zwei Jahre und selbst HIV positiv. Thando berichtet:
"An der Hauptstraße steht ein riesengroßes Schild, angeblich zur Vorbeugung gegen AIDS. Darauf sind ein Junge und ein Mädchen in meinem Alter zu sehen, vielleicht etwas älter, die sich umarmen und anlächeln. In Englisch und Xhosa steht darunter: We love life - wir lieben das Leben. Das ist alles. Mich macht dieses Schild traurig und wütend.
Warum steht da nicht: Ich bin ein Junge - und ich werde ein Kondom benutzen, wenn ich das erste Mal mit meiner Freundin Sex habe. Oder: Ich bin ein Mädchen - und ich werde stark sein und Nein sagen, wenn der Junge mich drängt, Sex zu haben, und ich es nicht will und schon gar nicht ohne Kondom. So steht da nur: Wir lieben das Leben, wie in jeder x-beliebigen Reklame, in der es um Zahnpasta, Autos oder Klamotten geht.
Du sollst dir also deinen Teil denken. Und die beiden auf dem Schild? Die denken vielleicht, weil sie ihr eigenes Leben egoistisch lieben wie die meisten: Ich bin der Junge, und wenn ich die Kleine nicht rumkriege, dann bin ich unten durch bei meinen Kumpels. Die denken schon lang, dass ich vielleicht schwul bin oder ein Spätzünder. Und das Mädchen denkt: Ich liebe das Leben und habe die Armut in unserem Township satt - der Typ hat ein Auto und mir versprochen, bei mir zu bleiben und mir zum Geburtstag sogar ein Handy zu kaufen. Bei einem Mal wird schon nichts passieren.
Alle tun so, als ob sie sich korrekt verhalten - und keiner oder nur ganz, ganz wenige tun es wirklich. Bei uns in Südafrika sterben jeden Tag etwa 800 meist junge Menschen an AIDS, weil die Leute nicht ehrlich und respektvoll miteinander reden, sondern nur blöd grinsen wie auf dem großen Schild.
Als Mutter starb, war plötzlich keiner mehr da. Niemand wollte mit ihr und uns zu tun haben, weil sie angeblich selbst Schuld war, dass sie sich angesteckt hat. Und so geht es immer weiter. Niemand sagt die Wahrheit. Niemand lernt, ehrlich miteinander zu reden.
Ja, ich hätte auch gern einen Freund, der mich liebt. Aber keinen Spinner. Keinen, der nur an sich denkt. Einen, der versteht, dass ich die kleine Nelisa niemals im Stich lassen werde."

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